2.Wie lang leidest du schon unter BED/Essstörungen?
Seit Eintritt ins Berufsleben habe ich stetig zugenommen und die
Essensmengen wurden größer und größer. Aber schon als Kind habe ich
viel über Essen reguliert.
3.Wie kamst du darauf Betroffen zu sein (Schlüsselmomente)?
Ich fing irgendwann paradoxerweise Magersüchtige und Bulemiekerinnen zu
beneiden und habe gedacht, das ist ungerecht, warum ist das als Störung
anerkannt und meins nicht, ist das wirklich nur Unbeherrschtheit bei
mir? Kann doch nicht sein. Und irgendwann begegnete ich dann dem
Begriff Binge Eating. Weiß nicht mehr wann das war.
4.Worin siehst du die Ursachen deiner Essstörung?
Früher T*d meines Vaters, besch... Erfahrungen mit Männer, eine
überfürsorgliche Mutter und zentrale Rolle, die das Essen in unserer
Familie gespielt hat.
5.Was bedeutet es für dich Binge Eater zu sein?
Inzwischen versuche ich das Essen als Seismograph oder Kompass oder so
was zu benutzen. Stelle mir bei einem FA die Frage oder besser nach
einem FA, währenddessen geht das nicht, was ist los, was willst Du
eigentlich, welche Gefühle willst Du unterdrücken.
Andererseits ist das Binge Eating eine stetige Bedrohung für meine
Gesundheit, eine lebensbedrohliche Störung. In dem Spannungsfeld bewege
ich mich.
6. Behandlung
* Warst/Bist du in einer Therapie?
Ja, vor ca. 5 Jahren Psychoanalyse, seit 1 Jahr tiefenpsychologisch
orientiert und Gestaltpsychologie bei derselben Therapeutin bald auch
Gruppentherapie.
* Warst du schonmal in einer Klinik?
Ja. wegen Burn out, Adipositas, Rücken und Metabolischem Syndrom.
* Hat es dir etwas gebracht?
Sehr viel! Vor allem die Erkenntnis wie wichtig es ist sich selbst
wichtig zu nehmen. Aber es ist schwer die Erfahrungen dort in den
Alltag zu retten. Aber es war eine wichtige zeit der Besinnung und es
war wunderschön auf Rügen im Frühling!!
* Welche Form bzw. welchen Weg würdest du empfehlen?
Den eigenen. Sich nichts einreden lassen von niemandem und sich mit
viel Geduld und Durchhaltevermögen wie ein Detektiv auf den eigenen Weg
zu machen.
* Was hat Dir gar nicht zugesagt?
Verhaltenstrainings sind nichts für mich. Die haben mich eher unter Druck gesetzt.
7. Was für eine Rolle spielt die Ernährung für dich?
Puh, schwierig. Eine zu wichtige für meinen Geschmack. Versuche wieder zu lernen, dass zu essen worauf ich Lust habe.
8. Welche Ernährungsform würdest du für dich wählen?
3 Mahlzeiten am Tag
9. Wie siehst du deine Zukunft und was sind deine Ziele?
Mein Ziel ist es mehr Lebensfreude zu bekommen, lebendig zu werden, zu
fühlen sowohl negative, als auch positive Gefühle ausleben und
möglichst oft das zu tun, was mir gut tut.
- Zusatzfrage "Wie hast Du zu uns gefunden?" - "gegoogelt, über eine Empfehlung oder über einen Link?"
google
“Wenn Du schnell ans Ziel gelangen willst, gehe langsam.” (chinesisches Sprichwort)