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Tobias

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Weitergeleitet von »Psychoanalyse«

Sonntag, 26. September 2010, 13:56

Kurzbeschreibung

Mit psychologischen Methoden - wie psychotherapeutischen Gesprächen, Entspannungsverfahren oder kognitiven Methoden – werden Störungen des Denkens, Handelns und Erlebens identifiziert und therapiert.

Artikel

1. Was ist Psychotherapie?


Wörtlich übersetzt bedeutet [wikipedia]Psychotherapie[/wikipedia] „Behandlung der Seele“ bzw. Behandlung von seelischen Problemen. Mit psychologischen Methoden - wie psychotherapeutischen Gesprächen, Entspannungsverfahren oder kognitiven Methoden – werden Störungen des Denkens, Handelns und Erlebens identifiziert und therapiert. Psychotherapie ist die Behandlung von psychischen Störungen mit Krankheitswert, dazu zählen unter anderem Depressionen, Ängste, Essstörungen, Zwänge oder psychosomatische Erkrankungen. Auch werden psychotherapeutische Maßnahmen immer häufiger als Ergänzung zu medizinischer Behandlung eingesetzt, etwa bei Schmerzzuständen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Psychotherapie ist eine gezielte Behandlung einer psychischen Krankheit. Die Behandlung soll die Behebung eines bestimmten Problems anstreben und somit zeitlich begrenzt sein.

2. Wann ist eine Psychotherapie ratsam?


Wer von seelischen Problemen geplagt wird und diese allein nicht bewältigen kann sollte sich ebenso wie bei körperlichen Erkrankungen nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Grundvoraussetzung für die Diagnose einer psychischen Krankheit ist der Leidensdruck des Patienten. Eine Ausnahme besteht im Falle der Gefährdung anderer, etwa bei wahnhafter Schizophrenie und bestimmten Verhaltensstörungen. Ihre persönliche Wahrnehmung spielt also eine wichtige Rolle. Auch Ihre persönliche Bereitschaft, sich einer Psychotherapie zu unterziehen, hat großen Einfluss auf den Therapieerfolg. Je größer Ihre Motivation ist, sich mit Ihren Problemen auseinander zu setzen und daran zu arbeiten, desto besser sind Ihre Aussichten auf eine erfolgreiche Therapie. Eine ambulante Psychotherapie setzt allerdings eine gewisse körperliche und geistige Stabilität des Patienten voraus. So wird etwa eine Suchttherapie bei alkoholabhängigen Patienten nur bei trockenen Alkoholikern nach einer stationären Entgiftung und Entwöhnung durchgeführt. Auch Patienten in suizidalen Krisen werden zunächst während eines Klinikaufenthaltes stabilisiert, bevor sie eine ambulante Psychotherapie beginnen.

3. Welche Verfahren gibt es?


Die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihres Verständnisses der Entstehung von psychischen Krankheiten als auch in ihrem Therapiekonzept und der Haltung des Psychotherapeuten. Im folgenden finden Sie eine Auflistung und kurze Charakterisierung der am weitesten verbreiteten Psychotherapieformen. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden zur Zeit folgende 3 Verfahren erstattet: die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie die analytische Psychotherapie.

4. Verhaltenstherpie


Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch Erfahrungen im Laufe ihres Lebens erlernen. Eine psychische Krankheit entsteht dann, wenn die erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind; etwa in dem sie beim Patienten oder seiner Umgebung Leidensdruck verursachen. So erlebt ein Patient beispielsweise im Falle einer Essstörung, dass schlanke Menschen dem Ideal entsprechen und seiner Wahrnehmung nach beliebter sind als andere. Daraus können sich durch das Bestreben, diesem Ideal zu entsprechen und der Angst vor einer Gewichtszunahme, unangemessene Ernährungsgewohnheiten wie Anorexie oder Bulimie entwickeln. Der Psychotherapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden einübt. Ziel ist, die negativen Muster durch positive zu ersetzen. Die Verhaltenstherapie ist eine gedanken- und handlungsorientierte, problembezogene Therapieform.

5. Analytische Psychotherapie


Die Analytische Psychotherapie geht auf Sigmund Freud zurück, basiert einer Theorie des normalen und pathologischenvVerhaltens und ist die älteste Form der Psychotherapie. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Varianten dieser Psychotherapieart entwickelt, die jedoch in Ihrem Verständnis der Entstehung psychischer Erkrankungen größtenteils übereinstimmen. Ziel der analytischen Psychotherapie ist das Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen, die eine Entwicklung zum gesunden, selbständigen Individuum blockieren. Die Ursachen und Lösungen für gegenwärtige Probleme sind laut Neurosenlehre im Unbewussten und in der Vergangenheit des Patienten zu suchen. Der Patient soll im Laufe der Therapie die Konflikte von prägenden Entwicklungsphasen erneut durchleben um sie zu verarbeiten. Dies geschieht in der systematischen Analyse von Übertragung und Gegenübertragung. Häufig angewendete Methoden sind zum Beispiel die freie Assoziation oder die Traumdeutung. In der Regel finden bei dieser Therapieart 2-3 Sitzungen pro Woche im Liegen statt.

Der Psychotherapeut verhält sich neutral, um als Projektionsfläche für die Emotionen des Patienten dienen zu können, so sitzt er in Regel so, dass er für den Patienten nicht sichtbar ist. Der Patient sollte die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Selbstanalyse mitbringen, damit
psychoanalytische Therapie erfolgreich sein kann.

6. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie


Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie hat sich aus der psychoanalytischen Therapie entwickelt. Das zugrunde liegende Menschenbild sowie das Verständnis der Entstehung psychischer Krankheiten sind ähnlich: Auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass dem aktuellen Problemen ein innerpsychischer Konflikt zugrunde liegt. Allerdings konzentriert sich die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei der Behandlung auf die Bearbeitung des so genannten „Zentralen Konflikts“ und sucht auf dieser Basis nach möglichen Ursachen in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit des Patienten. Der Patient soll durch Einsichten in Zusammenhänge und Ursachen seiner Probleme Veränderungen in seinem Erleben oder Verhalten anstreben, wobei ihn der Psychotherapeut aktiv unterstützt.

7. Gesprächspsychotherapie


Gesprächspsychotherapie nach Rogers gehört zu den humanistischen Ansätzen und wird auch als „klientenzentriert“ bezeichnet. Im Zentrum steht hierbei nicht nur die Symptomatik oder die Entwicklungsgeschichte des Patienten, sondern der Mensch als Ganzes inseiner Lebensumwelt. Es liegt ein Menschenbild zugrunde, nachdem jeder Mensch nach Selbstverwirklichung strebt und somit die Motivation und den Antrieb, an seinen Problemen zu arbeiten bereits in sich trägt. Grundlage der Gesprächspsychotherapie sind drei Variablen, die das Verhalten des Therapeuten beschreiben: Eine emphatische Haltung gegenüber dem Klienten, Echtheit des Psychotherapeuten sowie eine wertungsfreie Akzeptanz des Patienten und seiner Probleme. Mit Hilfe einer klientenzentrierten Gesprächsführung, in welcher der
gefühlsmäßigen Bedeutung besondere Beachtung geschenkt wird, soll der Patient sich selbst verstehen und annehmen lernen.

8. Gestalttherapie


Die Gestalttherapie nach Perls gehört ebenfalls zu dem humanistischen Psychotherapieformen. Auch hier wird davon ausgegangen, dass der Mensch im Grunde zum Guten und Ganzheitlichen strebt. Der Patienten wird bei dieser Methode mit unvollständig verarbeiteten Erfahrungen oder unterdrückten Bedürfnissen konfrontiert, wobei sich die Therapie auf den Zustand des Patienten im hier und jetzt konzentriert. Der Psychotherapeut versucht, den Patienten zu motivieren und dabei zu unterstützen, sich seinen Problemen zu stellen und Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen. Ziel der Gestalttherapie ist die Entwicklung des Patienten zu einem ganzheitlichen Individuum, welchem alle Teile seiner Persönlichkeit, seine Gefühle und Bedürfnisse bewusst sind (die so genannte „gute Gestalt“).

9. Systemische Therapie


Es gibt verschiedene Formen der systemischen Therapie, alle stellen jedoch nicht nur den einzelnen Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung, sondern beziehen auch die wichtigsten Bezugspersonen, wie etwa die Familie, sowie die Umgebung des Patienten mit ein. Eine psychische Erkrankung eines einzelnen Patienten wird als ein Symptom für eine Störung im Verhalten- oder Kommunikationsmuster des System, d. h. in der Familie oder auch im weiteren Umfeld gesehen. Der Psychotherapeut wird zum einen versuchen, die Störungen im System zu identifizieren und zum anderen mit dem Patienten Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Ein Beispiel für eine systemische Intervention ist die paradoxe Verschreibung. Hier wird der Patient aufgefordert, sein problematisches Verhalten beizubehalten statt zu bekämpfen, da es wichtig für die Aufrechterhaltung der vorliegenden Familienstrukturen ist. Dadurch werden die einzelnen Familienmitglieder gezwungen, sich mit ihrem Beitrag und ihrer Reaktion auf das zentrale Problem auseinander zu setzen.

10. Autogenes Training


Das autogene Training ist eine von J. H. Schultz entwickelte Methode der konzentrativen Selbstentspannung, die es dem Lernenden ermöglicht, eigenständig ("autogen") einen Ruhe- und Versenkungszustand herbeizuführen. Das Training bzw. seine sogenannte Grundstufe wird innerhalb von sechs Sitzungen erlernt. Es kann zur "autogenen Imagination" weiterentwickelt werden, einer tiefenpsychologisch orientierten Therapie nach der "Wachtraumtechnik". Wichtige Einsatzgebiete sind Stressbewältigung und Spannungsausgleich, Leistungssteigerung, Schmerztherapie. Daneben kommt es bei zahlreichen Störungen als unterstützende Behandlung zum Einsatz.

11. EMDR


"Eye Moment Desensitization and Reprocessing" ist ein verhaltenstherapeutisches Verfahren, das aber auch zur forcierten freien Assoziation in eienr analytisch orientierten Behandlung angewendet werden kann. Es ist vor allem bei sogenannten posttraumatischen Störungen indiziert, also etwa nach Missbrauch, darüber hinaus bei phobischen Ängsten, bestimmten Arten der Depression, psychosomatischen Beschwerden und vor allem bei Schmerzzuständen.

12. Katathymes Bilderleben


Das katathyme Bilderleben wurde in den 1950er Jahren vom deutschen Psychiater Hanscarl Leuner als tiefenpsychologische Methode entwickelt. Man bedient sich dabei des spontanen Auftretens von Bildern, etwa vor dem Einschlafen. Solche "Tagtraumbilder" werden gezielt angeregt und vom Therapeuten auf bestimmte Inhalte gerichtet, um innere Zustände besser zu verstehen, Entwicklungsmöglichkeiten zu finden und Ressourcen freizulegen. In der Regel werden etwa 25 bis 50 Einzelsitzungen von eienr halben bis einer ganzen Stunde bzw. zweistündige Gruppensitzungen durchgeführt. Indikationen sind vor allem psychosomatische Störungen, depressive Verstimmungen und Arbeitsstörungen. Die Kosten werden von den Krankenkassen nur im Rahmen einer analytische orientierten Therapie erstattet.

13. Psychopharmakatherapie


Bei einer bestimmten Intensität psychischer Beschwerden oder verschiedenen psychiatrischen Krankheiten sind Medikamente zeitweise oder über eine längere Dauer notwendig. Ein Medikament kann in bestimmten Fällen überhaupt erst den Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung ermöglichen, indem das zu große Leiden (Angst, Depression oder andere Beschwerden) durch die Wirkung des Medikaments gemindert wird und man sich erst so "etwas distanzieren" kann, um die Situation, die Ursachen, die Veränderungsmöglichkeiten betrachten und Erlebtes verarbeiten zu können.

14. Psychodrama


Gruppentherapeutisches Verfahren im Rahmen einer Psychotherapie, bei der krankheitslösende, konfliktbesetzte und unbewältigte Situationen aus dem Leben des Betroffenen mit Elementen des Schauspiels (z. B. Rollenspiel, Puppentheater) innerhalb der Gruppe nachgestellt werden. Der Betroffene spielt sich dabei selbst. Mit Hilfe des anschließenden Gruppengesprächs können zwischenmenschliche Konflikte erarbeitet und bewältigt werden.

15. Logotherapie


Psychotherapeutische Behandlungsmethode zur Heilung seelischer Störungen, bei der die Frage nach dem Sinn des Daseins im Vordergrund steht. Diese Form der Psychotherapie will dem Betroffenen ein neues Identitätsgefühl und ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln. Erörtert werden z. B. Fragen nach dem Sinn konkreter Situationen, einer Krankheit oder der individuellen Lebenssituation. -

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