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Tobias

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Sonntag, 26. September 2010, 13:55

Kurzbeschreibung

Das Borderline-Syndrom ist die am häufigsten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung. Der englische Begriff Borderline steht im Deutschen für Grenze und charakterisiert damit das Krankheitsbild der Betroffenen. Borderliner bewegen sich als Grenzgänger zwischen Extremen und zeigen auf vielen Ebenen ein instabiles Verhaltensmuster.

Artikel

1. Was ist das Borderline-Syndrom?



Das Borderline-Syndrom ist die am häufigsten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung. Der englische Begriff Borderline steht im Deutschen für Grenze und charakterisiert damit das Krankheitsbild der Betroffenen. Borderliner bewegen sich als Grenzgänger zwischen Extremen und zeigen auf vielen Ebenen ein instabiles Verhaltensmuster.

Probleme bei zwischenmenschlichen Beziehungen und ein gestörtes Selbstbild sind kennzeichnend für Borderline-Patienten. Da die Symptome sehr unterschiedlich sein können, finden sich häufig viele verschiedene Diagnosen in der Vorgeschichte der Betroffenen, bevor das Borderline-Syndrom erkannt wird.

Meist beginnt eine Borderline-Persönlichkeitsstörung im jungen Erwachsenenalter. Etwa 75 Prozent der Patienten sind Frauen. Schätzungen zufolge führt die Erkrankung jeden zehnten Betroffenen in den Selbstmord. Insgesamt leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung an diesem Krankheitsbild, das bis heute selbst viele Psychiater vor Rätsel stellt.

2. Wie äußert sich das Borderline-Syndrom?



Viele Borderline-Patienten leiden zusätzlich zu ihrer Persönlichkeitsstörung unter anderen Symptomen wie Depressionen, Essstörungen oder Suchterkrankungen. Das macht die Diagnose für den Arzt schwierig. Gemeinsam ist den Betroffenen eine innere Anspannung und ein Wechsel der Gefühle – zwischen Liebe und Hass, Euphorie und Depression, Selbstzweifel und Selbstüberschätzung.

Patienten mit einer Borderline-Störung haben häufig große Angst, verlassen zu werden. Diese Angst belastet zwischenmenschliche Beziehungen enorm. Andererseits lehnen Betroffene Nähe in anderen Situationen ab. Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung idealisieren oder entehren den Partner, empfinden zugleich negative und positive Seiten in einer Person. Innerhalb kürzester Zeit können die Betroffenen auch in tiefen Selbsthass stürzen.

Wenn Borderliner diesem psychischen Druck nicht mehr standhalten, verletzen sich viele selbst. Schnitte mit Messern oder Rasierklingen oder Brandwunden sind keine Seltenheit. Hinzu kommt, dass Borderline-Patienten sich häufig leichtsinnig in gefährliche Situationen begeben: Ungeschützter Geschlechtsverkehr, Autofahren unter Alkohol, nächtliches Aufsuchen gefährlicher Gegenden - all das gehört zum Repertoire der Selbstentwertung und -zerstörung, um dem Druck des quälenden Selbsthasses nachzugeben. Auch wiederholte Selbstmorddrohungen oder -versuche geben Zeugnis vom enormen Leidensdruck.

3. Wie entsteht das Borderline-Syndrom?



Die Ursachen der Borderline-Persönlichkeitsstörung sind komplex und nicht abschließend geklärt. Insgesamt zeigen sich in den Biografien von Borderline-Patienten fast immer Spuren emotionaler Vernachlässigung. Etwa 40 bis 70 Prozent der Betroffenen berichten von Verwahrlosung, fehlender Zuwendung und mangelnder Anerkennung durch wichtige Bezugspersonen oder auch von sexuellem Missbrauch in der Kindheit.

Experten diskutieren außerdem Störungen im Gehirn. Fehlfunktionen in bestimmten Hirnregionen, die für Gefühlskontrolle, Angst und Aggressionen zuständig sind, sind vermutlich mitverantwortlich für die emotionale Instabilität der Borderline-Patienten.



4. Quellenhinweis


Autor: Angela Franz , erstellt am 21.11.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 20.01.09

Quelle: Ewald Rahn: Borderline- Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige. Psychiatrie-Verlag 2001; www.borderline-community.de; Leitlinien Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik Borderline-Persönlöichkeitsstörung, September 2000; Springer Lexikon Medizin. Springer-Verlag 2004; Braunmiller, H. (2008: Borderline – Grenzgänger zwischen den Extremen. www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychol…aid_297225.html; Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie, Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin, Deutsche Gesellschaft für Psychologie, Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (2008: Persönlichkeitsstörungen. www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/038-015.htm

Lexikon 4.1.5, entwickelt von www.viecode.com