Das sehe ich auch so.
Allerdings habe ich bei einer sehr guten Freundin folgende Beobachtung gemacht:
Sie war ihr Leben lang ein wenig kräftiger (nicht dick, aber auch nicht wirklich dünn) und hat sich 26 Jahre lang keine Gedanken zum Thema Essen gemacht. Wenn sie Hunger hatte aß sie, und zwar genau das, wonach ihr war (eigentlich selten gesund oder gar ausgewogen), ohne dass sie sich irgendwelche Gedanken über Mengen oder zu den Nährwerten gemacht hatte. Wie gesagt, damit war sie zwar nicht dünn, aber noch vollkommen im gesundheitlich unbedenklichen Rahmen.
Als sie vorletztes Jahr mit dem Rauchen (sie hat von der Kindheit an extrem stark geraucht) aufhörte, nahm sie erst einmal viele Kilos zu (was ja ganz normal ist, wenn man mit viele Jahren andauerndem sehr starken Rauchen aufhört). Sie hat sich dann entschieden, WW zu machen. Für sie war das eine ganz tolle Sache - zum ersten mal in ihrem Leben hat sie sich Gedanken über Nährwerte, Kalorien, etc. gemacht, das Ganze ins Zentrum gestellt und erfolgreich viele Kilos abgenommen, bis sie das erste Mal in ihrem Leben schön schlank war.
Und mittlerweile hat sie alle Kilos wieder drauf. Sie selbst sagt, dass sie sich in dieser häufiger überessen hat, von gewissen Lebensmitteln nicht mehr genug bekommen kann, etc. So etwas kannte sie vorher gar nicht.
Mir scheint das bei ihr keine
BED zu sein - wir haben sehr lange darüber geredet (sie kennt auch meine Geschichte sehr genau und weiß um die Gefahren) - gemeinsam haben wir überlegt, woher das kommt. Eigentlich kann es ja nur daran liegen, dass bei ihr seit der WWler Zeit Essen eine so große Rolle in ihrem Leben spielt.
Auf der einen Seite weiß sie nun besser, was theoretisch besser oder schlechter für ihren Körper ist, auf der anderen Seite hat sie aber auch gelernt, sich mit Essen zu belohnen, Essen genau zu planen und vorzurechnen...
Was ich damit sagen will: Auch bei nichtessgestörten Menschen kann eine Diät Einiges im Verhalten verändern...
(womit ich natürlich nicht sagen möchte, dass das bei allen so sein muss).