Ich bin 53 Jahre alt und leide seit Jahrzehnten unter einer
Essstörung. Angefangen hat es, denke ich, als meine Mutter mich mit meiner Schwester verließ als ich 4 war. Meine Oma betreute mich damals und reagierte auf meine Fragen und Traurigkeit in ihrer Hilflosigkeit mit dem verabreichen von Essen.
Mit 5 hatte ich so zugenommen, dass mich die Kinderärztin damals auf strenge Diät setzte....der Anfang einer steilen Diät Karriere: Von Atkins, Bruker, Trennkost, Montignac; bis Glyksdiät, ect, ect. Mein letzter Versuch war eine "Ernährungsumstellung" nach dem "Schlank im Schlaf " Prinzip: Abends keine Kohlehydrate - was zu extremen Essanfällen führte.
Ich habe ene langjährige
Therapie hinter mir, in der ich mich verstehen lernte und einige Traumata aufarbeitete. Meine Therapeutin wies mich darauf hin, dass meine
Essstörung mich mein Leben lang begleiten und sich bei Krisen verschlimmern könne. So empfinde ich es auch.
Ich war mit viel Engagement in der Jugendarbeit tätig und habe meine Arbeit aus gesundheitlichen Gründen verloren. Vor 10 Jahren wurde bei mir MS festgestellt, und obwohl ich einen recht guten Verlauf habe, kann ich nur noch wenige Stunden arbeiten. Jetzt kämpfe ich um EU Rente und weiß nicht, wie es weiter geht. Und die Sucht hat mich fest im Griff...
Und ganz ehrlich, so schlimm auch MS sein mag, ich leide weit mehr unter meiner Esssucht. Durch mein sehr hohes Gewicht ist mein Alltag zusätzlich viel mehr erschwert, als es sein müsste. Ich habe viel Wissen angehäuft über BE, kenne / habe nahezu alle Bücher zu dem Thema, habe beruflich damit zu tun gehabt....und fühle mich machtlos. Ach ja, OA habe ich auch besucht, übernommen habe ich lediglich die Erkenntnis der Sucht und den Begriff Abstinenz - für suchtfreies Essen.
Schön, dass euch gibt und ich euch im WWW gefunden habe!
Malin