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Freitag, 8. Januar 2010, 20:35

Ich winke in die Runde

Für die Vorstellung nehme ich einfach mal die Steckbriefvorlage:

1. Wie alt bist du?

Erst fünfzehn. :S


2.Wie lang leidest du schon unter BED/Essstörungen?

An Essstörungen schon seit September '08, allerdings an Anorexie.
Lange Zeit wagte ich es kaum mich anorektisch zu nennen, weil ich oft Fressanfälle habe, manchmal sogar mehrere Fresstage nacheinander. Aber das das BED sein könnte, dass ist mir erst nach und nach klar geworden.

Aber merkwürdig ist es schon, wenn man Anorexie und gleichzeitig BED hat... ?(
Meine Thera meinte einmal: "Es gibt Menschen, die essen ganz viel, wenn sie traurig sind und welche, die essen ganz wenig wenn sie traurig sind.
Bei mir ist irgendwie beides der Fall und es wechselt sich ab.


3.Wie kamst du darauf Betroffen zu sein (Schlüsselmomente)?

Ich habe keine besonderen Schlüsselmomente, ich habe schon immer gemerkt, dass etwas mit meinem Essverhalten nicht stimmt, gleich am Anfang. Aber trotzdem konnte ich es nicht ändern.


4.Worin siehst du die Ursachen deiner Essstörung?

Das sind zu viele, um sie alle ausführlich zu beschreiben. Ich werfe einfach mal ein paar Schlüsselwörter hier 'rein, wer weitere Fragen hat, kann ruhig fragen.:
-Perfektionismus
-Kam mit dem "Zur-Frau-Werden" nicht klar
-Mutter ebenfalls anorektisch
-sexueller Missbrauch
-schlechtes Verhältnis zu Eltern
-Leistungsdruck
...

Hat sich alles einfach summiert und ich habe mich selbst immer mehr darein gesteigert, bis ich nicht mehr 'raus konnte.


5.Was bedeutet es für dich Binge Eater zu sein?

Hm, ich bin mir nicht sicher, wie die Frage gemeint ist.
Also, ich finde es belastend, vorallem meine starke Scham, wenn ich vor anderen Menschen esse. Außerdem ist es belastend, dass ich es nicht schaffe, wie ein normaler Mensch zu essen. Für mich gibt es leider nur schwarz-weiß: Hungern - Fressen.
Ich glaube kaum, dass ich jemals wieder richtig normal essen kann, aber ich hoffe doch, dass ich gesünder werden kann.


6. Behandlung




* Warst/Bist du in einer Therapie?

Ja, aber selbst meiner Therapeutin kann ich mich nicht wirklich anvertrauen. Ich vermute, dass ich eine soziale Phobie habe, ich komme mit dem direkten Kontakt mit anderen Menschen überhaupt nicht klar.
Trotzdem gehe ich gerne zu der Therapie, da ich in irgendeiner Weise schon spüre, dass es mir in winzigen Schritten hilft.


* Warst du schonmal in einer Klinik?

Ja, November '08. Allerdings um zuzunehmen.


* Hat es dir etwas gebracht?

Nein. Nichts.


* Welche Form bzw. welchen Weg würdest du empfehlen?

Das kommt auf die Person und auf den Zustand an. Ich finde stationär bei mir ein wenig kritisch, weil ich es umso härter fand, nach der Klinik sofort wieder ins Leben gestoßen zu werden. Bei einer ambulanten Therapie ist es eben gut, dass es einem auch im Alltag helfen kann.


* Was hat Dir gar nicht zugesagt?

Der Klinik-Aufenthalt. Ich lag 24 h im Bett und habe praktisch nichts gemacht. Mir wurden Therapie-Gespräche versprochen, aber das sah so aus, dass die Therapeutin ins Gemeinschaftszimmer kam und geschaut hat, ob es mir gut geht (~1-2 Minuten), dann ist sie gegangen...



7. Was für eine Rolle spielt die Ernährung für dich?




Der
Körper ist der Garten, die Seele der Gärtner.

Also denke ich, Ernährung ist oft ein naheliegender (unbewusster) Ausdruck seiner Gefühle.
Ich esse besonders viel, wenn es mir besonders schlecht geht. Das ist aber ein doofes Prinzip, da ich so viel esse, dass es mir danach noch viel schlechter geht...


Ich wünsche mir eine bessere Beziehung zu meinem Körper und zur Ernährung, sodass ich das Essen genießen kann und es dazu da ist, mich zu nähren und mir Kraft zu geben und nicht, um meine Gefühle zu unterdrücken und den Frust wortwörtlich in mich 'rein zu fressen.




8. Welche Ernährungsform würdest du für dich wählen?

Eine ausgewogene Ernährung, die sehr gesund und überlegt ist. Aber trotzdem möchte ich es schaffen, mir Dinge erlauben zu können, ohne mich selbst zu hassen, ohne danach womöglich zu erbrechen und ohne, dass es gleich in einen FA ausartet.
Das Problem habe ich oft, wenn ich mir mal bewusst etwas gönnen will und dann kann ich nicht aufhören und irgendwann beginnt man zu denken "Jetzt ist ohnehin alles egal" und isst, bis einem schon längst schlecht ist und man Schmerzen hat... :(


9. Wie siehst du deine Zukunft und was sind deine Ziele?

Ehrlichgesagt versuche ich nicht so viel über die Zukunft nachzudenken...
Ich habe nämlich Probleme mit einer realistischen Zielsetzung. Entweder ich setze meine Ziele viel zu hoch und werde enttäuscht und frustriert oder ich gehe ziellos durchs Leben, was auch nicht gut ist, denn "nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg". Aber das ist eben mein "Schwarz-Weiß" denken, ich kann nur in zwei Extremen leben...

So, ich hoffe Ihr könnt Euch nun einigermaßen ein Bild machen.
Wenn Ihr Fragen habt oder einfach etwas loswerden wollte - gerne! Ich würde mich über Antworten freuen.

Liebe Grüße,
megrim :*)

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Samstag, 9. Januar 2010, 11:22

Herzlich willkommen, megrim,

meine Therapeutin sagte mir mal, dass BED die "Kehrseite" der Anorexie ist. So wie eine Münze zwei Seiten hat, so hat diese Essstörung auch zwei Seiten. Allerdings wechseln beide Seiten meistens nicht so schnell ab, wie bei Dir. Ich war vor 30 Jahren zwei Jahre anorektisch, danach bulimisch, danach BED.

Soziale Phobien haben übrigens auch viele Essgestörte. Ich bin auch am liebsten alleine zuhause, und hatte Phasen, in denen ich monatelang ausser meiner Frau niemanden gesehen habe und auch niemanden sehen wollte.

Alles Gute hier

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

3

Samstag, 9. Januar 2010, 13:09

Dankeschön. : )

Ja, bei mir wechseln sie sehr schnell. (Alles wechselt bei mir sehr schnell, Gemütszustände etc., da ich sehr impulsiv handle und fühle, meist.)
Ich habe mein Essverhalten jetzt schon länger notiert, damit ich einen Überblick habe und in letzter Zeit war es immer folgender Maßen:

  • 3 Tage lang eher anorektisch, etwa ein Viertel gegessen, von dem, was ich bräuchte. Danach
  • 2 Tage lang eher BED, unkontrolliertes Essen - ungesund und in großen Mengen. (mind. 3/4 von dem, was ich bräuchte). Danach
  • 2 Tage lang ein "normales" Essverhalten, trotzdem aber nur etwa die Hälfte von dem, was ich bräuchte.
Und dann fängt es wieder von vorne an.
Es ist schon irgendwie sehr verwunderlich, dass es immer genau dieser Rythmus war, aber ich habe es auch noch nicht so lange beobachtet. Ich werde es auf jeden Fall weiter machen.

Ja, ich würde auch am liebsten nur zu Hause sein und selbst das ist für mich "schlimm", weil meine Eltern mich ziemlich verrückt machen und meist Auslöser für Autoaggressionen sind.

Ich versuche es jetzt mit drei Mahlzeiten am Tag und weder zu wenig noch zu viel zu essen. Aber ich darf mich nicht so unter Druck setzen, also wenn es mal nicht klappt, wenn ich Mahlzeiten auslasse oder zufüge, dann nicht sofort aufgeben. Da liegt mein großes Problem... :(

4

Samstag, 9. Januar 2010, 15:24

Hallo megrim,



ich heiße dich hier an dieser Stelle noch mal herzlich willkommen.



Ich wünsche Dir einen hilfreichen Austausch hier.



LG, Ayla

5

Samstag, 9. Januar 2010, 15:25

in großen Mengen. (mind. 3/4 von dem, was ich bräuchte).


Hallo, Megrim,

mich wundert jetzt aber, dass Du Dich an Binger bezeichnest.

Wenn Du NIE so viel isst, wie Du brauchst...???

In "Phase 1" isst Du 1/4 dessen, was Du brauchst, und in "Phase 2" isst Du 3/4 dessen, was Du brauchst?

Ich bin jetzt etwas irritiert...

Schönen Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

6

Samstag, 9. Januar 2010, 16:49

@Ayla: Dankeschön :*)

@Petrus:
Ja, ich weiß, das klingt doof.
Manchmal esse ich auch, soviel ich brauch, aber diese Tage sind selten.
Mein Magen ist (womöglich) so klein, dass mir schon schlecht wird, wenn ich nur die Hälfte esse... :S

Also ist für mich die Hälfte zur Norm geworden und alles was darüber ist, ist wirklich unkontrolliert in mich 'rein gestopft und schmerzhaft. :wacko:

7

Sonntag, 10. Januar 2010, 11:57

Liebe megrim,
und woher weißt Du eigentlich so genau, was Du brauchen würdest?
Ich tue mir da ziemlich schwer, weiß oft nicht so genau, was gut für mich wäre...

8

Sonntag, 10. Januar 2010, 12:25

Hallo N811e,

ich habe das Wort "brauchen" benutzt, um möglichst keine kcal-Angaben zu machen.
Ich meinte die Norm an Kalorien, die man täglich zu sich nehmen sollte. (~2000)

Übrigens, kleines Update:
Ich versuch's ja gerade mit den 3 Mahlzeiten, damit mein Körper sich an einer gewissen Struktur orientieren kann, da ich leider weder Hunger-, noch Appetit- und nur selten Sättigungsgefühle spüre.
Klappt ganz gut, ich hoffe, ich kann es so lange einhalten, dass mein Körper sich an diesen Zeiten orientieren kann.

9

Sonntag, 10. Januar 2010, 12:50

Aha. Also die anorektischen Phasen leuchten mir ein. Aber ehrlich gesagt kenne ich es nicht, dass ich nach einer bestimmten Kalorienanzahl "satt" wäre. Mal esse ich eine Mahlzeit mit X Kalorien und bin satt und mal ist eine mit fünf Mal X Kalorien. Ich komme auch nie auf diese "Richtwerte" und kann mir auch nicht vorstellen, dass das bei anderen Menschen so ist... Aber das ist ja schon wieder ein anderes Thema :*)

Isst Du denn sehr kalorienbewusst, als fettreduziert usw. Denn sonst könntest Du ja auch mit geringeren Mengen auf das kommen, was Dein Körper braucht. Ich halte es für sehr gefährlich, wenn man dauerhaft unter dem isst, was der Körper braucht. Aber vielleicht braucht er es gar nicht? Eigentlich müsstest Du ja dann auch permanent abnehmen, oder?! Oder hat sich vielleicht Dein Stoffwechsel schon dran gewöhnt... Hmm, zählst Du jetzt bei den drei Mahlzeitn auch Kalorien? Ich vermute mal ja... Oder?

10

Sonntag, 10. Januar 2010, 13:00

Achtung: Evtl. Trigger

Isst Du denn sehr kalorienbewusst, als fettreduziert usw. Denn sonst könntest Du ja auch mit geringeren Mengen auf das kommen, was Dein Körper braucht. Ich halte es für sehr gefährlich, wenn man dauerhaft unter dem isst, was der Körper braucht. Aber vielleicht braucht er es gar nicht? Eigentlich müsstest Du ja dann auch permanent abnehmen, oder?! Oder hat sich vielleicht Dein Stoffwechsel schon dran gewöhnt... Hmm, zählst Du jetzt bei den drei Mahlzeitn auch Kalorien? Ich vermute mal ja... Oder?

Ja, schon ziemlich fettreduziert und kalorienbewusst. Aber wenn es in den Tag passt, kann ich auch mal Kuchen essen etc. Ehrlichgesagt nehme ich auch permanent ab, obwohl mein Stoffwechsel schon ziemlich 'runtergefahren ist. Mein Gewicht ist ... ungesund, sehr. Man könnte denken, in den Tagen, wo ich mehr esse, bekomm ich alles wieder drauf, aber es ist dann eher so, dass das meine Verdauung mehr anregt...
Ja, auch jetzt zähle ich Kalorien, aber eher nur um einen Überblick zu haben, heute zum Frühstück habe ich z.B. soviel gegessen, wie seit einem Monat nicht mehr und mein Körper freut sich. Ich versuche jetzt also "vorbeugend" mehr zu essen, damit mein Stoffwechsel mal wieder besser wird und hauptsächlich, damit es nicht mehr zu Fressanfällen kommt.

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Sonntag, 10. Januar 2010, 13:05

Dann denke ich schon, dass Du ganz gute Chancen hast die Essanfälle etwas einzudämmen, denn Du bekommst ja wie es aussieht permanent zu wenig. Ich mach mir ein wenig Sorgen um Dich, bist ja noch so jung. Die Kehrseite der Medaille, nämlich das anorektische Verhalten ist bei Dir sicher sehr viel stärker ausgeprägt, als das esssüchtige, wobei das ja alles miteinander zusammen hängt. Ich finde es auf jeden Fall super, dass Du es im Moment schaffst regelmäßig zu essen. Hast Du Dir schon Gedanken gemacht, wie es für Dich wäre, wenn Du dadurch vielleicht zunimmst? Nicht viel, aber vielleicht ein bisschen? Würdest Du das wollen bzw. könntest Du es hinnehmen?! Oder "musst" Du weiter abnehmen?

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Sonntag, 10. Januar 2010, 13:21

ACHTUNG: Trigger
Ich finde es auf jeden Fall super, dass Du es im Moment schaffst regelmäßig zu essen. Hast Du Dir schon Gedanken gemacht, wie es für Dich wäre, wenn Du dadurch vielleicht zunimmst? Nicht viel, aber vielleicht ein bisschen? Würdest Du das wollen bzw. könntest Du es hinnehmen?! Oder "musst" Du weiter abnehmen?
Ich weiß nicht, ich bin sehr zwigespalten.
Einerseits mache ich mir selbst Sorgen um meinen Körper, weil er nicht mehr so funktioniert, wie er sollte. Und es würde mir natürlich gesundheitlich so viel besser tun, wenn ich zunehmen würde, wenigstens vom starken UG auf "normales" UG...

Aber andererseits, kann ich den Gedanken gar nicht ertragen. Wenn ich in den Spiegel gucke, würde ich am liebsten heulen, weil es so gar nicht zusammen passt. An manchen Stellen sehe ich ja, dass es viel zu dünn ist, z.B. an den Armen. Aber hauptsächlich sehe ich es nicht. Die Körperschemastörung macht mir ziemlich zu schaffen. Morgens im Spiegel bin ich noch ganz zufrieden und wenn ich mich nach dem Essen betrachte, sehe ich mich doppelt... :wacko:
Ich glaube kaum, dass ich es hinnehmen könnte. Ich habe in dem letzten Jahr immer und immer wieder versucht, zuzunehmen. Und wenn ich dann zugenommen habe, hat das alles noch viel schlimmer gemacht. Teufelskreis.

Aber ich will mir nicht alles verbauen, gerade wenn ich so jung bin. Einerseits möchte ich noch wachsen. (Meine Mutter z.B. ist bei 1,56 stehen geblieben und ich bin mir ziemlich sicher, dass es daran lag, dass sie auch in ihren Jugend eine ES hatte.)
Andererseits möchte ich nicht weiblich werden, keine Rundungen bekommen, keine Mens...
Schon wieder einerseits - andererseits.

Ein großes Problem ist für mich i.M. das Essen mit der Familie. (Bzw. mit Bruder und Mutter, Vater ist nämlich in den USA)
Ich habe das Gefühl, die Essstürung meiner Mutter wird immer schlimmer.
Sie isst zum Frühstück vllt. eine Reiswaffel zum Mittag eine halbe Portion und abends nichts. Trotzdem sitzt sie dann immer am Tisch, backt uns fette Brötchen auf und ich bin unter so einer Spannung beim Essen, dass ich jeden Moment losheulen könnte. Um Fassung zu bewahren, muss ich mich die ganze Zeit beim Essen mit dem Besteck im Mund oder mit der Hand unter dem Tisch verletzen. X(

So kann es nicht weitergehen.

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Sonntag, 10. Januar 2010, 14:09

Ich bin ganz arg betroffen und weiß jetzt gar nicht, was ich Dir schreiben soll ;(
Das hört sich alles ganz, ganz schlimm an, besonders das mit de Essen in Deiner Familie und das Essverhalte Deiner Mama.
Du bist in Therapie, ja?! Gut. Aber vielleicht ist Deine Therapeutin nicht die Richtige?
Darf ich was sehr persönliches Fragen: Wer hat Dich missbraucht? Und wer weiß davon?
Ich habe keine Erfahrungen mit Missbrauch, jedoch eine frühere beste Freundin von mir. Ich habe mich immer sehr um sie sorgen müssen, es war wirklich hart...

Ich würd Dir gern helfen, weiß aber nicht wie...Ees tut mir schrecklich leid, was Du da erlebst...
Ich drück Dich in Gedanken ganz fest!

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Sonntag, 10. Januar 2010, 16:02

Ich bin ganz arg betroffen und weiß jetzt gar nicht, was ich Dir schreiben soll ;(
Das hört sich alles ganz, ganz schlimm an, besonders das mit de Essen in Deiner Familie und das Essverhalte Deiner Mama.
Du bist in Therapie, ja?! Gut. Aber vielleicht ist Deine Therapeutin nicht die Richtige?
Darf ich was sehr persönliches Fragen: Wer hat Dich missbraucht? Und wer weiß davon?
Ich habe keine Erfahrungen mit Missbrauch, jedoch eine frühere beste Freundin von mir. Ich habe mich immer sehr um sie sorgen müssen, es war wirklich hart...
Ja, ich bin in Therapie. Sie weiß aber wenig darüber, wie es mir wirklich geht, z.B. hat sie keine Ahnung von der Essstörung meiner Mutter, von meinem Missbrauch, von meinem Essverhalten, etc. Ich möchte aber versuchen, das nach und nach zu erzählen, nur habe ich immer große Hemmungen mich an jemanden zu wenden, auch wenn ich weiß, dass das ihr Job ist. Ich habe es mir oft schon vorgenommen und dann wieder verworfen.
Ich weiß nicht, ob eine andere Therapeutin besser wäre. Ich glaube kaum, dass ich mich da schneller, besser oder mehr öffnen könnte.

Keiner weiß auch nur im Entferntesten von meinem Missbrauch. Ich glaube, dass der Typ, der es getan hat, auch nicht wirklich als solchen ansieht. Ich glaube, er denkt, ich hätte es auch gewollt. Und es ist ja meine Schuld, ich habe mich nicht gewehrt, nicht gerufen, nichts getan. Es war so, dass ich in einer Phase war, in der es mir ziemlich schlecht geht. Und ich habe mich an einen Menschen gewendet, dem ich sehr vertraut habe. Ich habe ihm so gut wie alles über meine Psyche erzählt und er ist so ein Psycho-Freak und würde später auch am Liebsten Psychologie studieren, demnach fand er das alles sehr interresant und ich kam mir vor, wie so ein "Psycho-Analysier-Projekt" von ihm. Ich dachte, er könnte mir helfen, aber siehe da ---> Missbrauch. Aber irgendwie kann ich es ihm nicht übel nehmen, weil es meine Schuld war. Aber seitdem geht es mir ... nicht so gut. Ich habe einen Ordungszwang bekommen und einen leichten Sportzwang, ich fühle mich verdammt dreckig und wenn ich beim Sport schwitze, habe ich das Gefühl, ich reinige mich von innen und wenn ich danach dusche dann auch von außen. Aber dieses Gefühl hält nicht lange an.

Ich würd Dir gern helfen, weiß aber nicht wie...Ees tut mir schrecklich leid, was Du da erlebst...
Ich drück Dich in Gedanken ganz fest!
Dankeschön.

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Sonntag, 10. Januar 2010, 16:57

Ja, ich bin in Therapie. Sie weiß aber wenig darüber, wie es mir wirklich geht, z.B. hat sie keine Ahnung von der Essstörung meiner Mutter, von meinem Missbrauch, von meinem Essverhalten, etc. Ich möchte aber versuchen, das nach und nach zu erzählen, nur habe ich immer große Hemmungen mich an jemanden zu wenden, auch wenn ich weiß, dass das ihr Job ist. Ich habe es mir oft schon vorgenommen und dann wieder verworfen.
Ich weiß nicht, ob eine andere Therapeutin besser wäre. Ich glaube kaum, dass ich mich da schneller, besser oder mehr öffnen könnte.

Hallo Megrim,

du weißt sicher, dass viele Mißbrauchsopfer sich selbst die Schuld geben ... sich nicht gewehrt zu haben, usw. Das ist auch die perfekte Ausrede für den Täter!! Da klappt mir echt das Messer in der Tsche auf $-f .... so ein Schw***n.

Wenn "es" mit jemand passiert dem man vertraut .... was kann es Schlimmeres geben? So ein Vertrauensbruch ist traumatisch. Kein Wunder, dass es dir schwer fällt in der Therapie darüber zu sprechen.

Trotzdem spürst du glaub ich, dass es sehr wichtig wäre (und das seh ich auch so) .... vielleicht brauchst du noch ein bißchen mehr Zeit um wieder zu vertrauen ....

trotzdem ein großer Schritt dass du dich "hier" getraut hast ....

LG,

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

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Sonntag, 10. Januar 2010, 16:59

Liebes,
Du bist NICHT schuld an dem Missbrauch, der an Dir begangen wurde. Du kannst nichts, aber auch gar nichts dafür! Rede Dir das nicht ein. Hmm, was macht man denn da bloß... Ich bin völlig überfordert, glaube ich. Aber ich kann Dir nur ganz dringend raten, vertrau Dich jemandem an. Gibt es gar niemanden, den Du richtig gerne hast?

17

Sonntag, 10. Januar 2010, 17:05

Und es ist ja meine Schuld, ich habe mich nicht gewehrt, nicht gerufen, nichts getan.


Nein, megrim,

nein!!! Ein Opfer eines Missbrauchs ist niemals Schuld. Weder ein Erwachsener noch (gar und besonders) ein Kind. Auch wenn man sich nicht wehrt, wenn man nichts tut, ist man ein Opfer, sofern man nicht ausdrücklich deutlich macht, dass man das wünscht! Niemals gibt es eine Rechtfertigung für den Täter.

Versuche, langsam so viel Vertrauen zu Deiner Therapeutin zu entwickeln, damit Du mit ihr darüber reden kannst. Du bist noch sehr jung, und eine gute therapeutische Hilfe ermöglicht Dir noch eine schönere Jugend als Du sie hättest, wenn Du das alles weiter alleine mit Dir rumträgst. So ein Forum wie hier kann ein kleiner Anstoss sein, mehr nicht. HILFE bekommst Du bei liebevollen Fachleuten vor Ort, am besten bei einer lieben Therapeutin. Bitte sei Dir so viel wert, Dir helfen zu lassen. Und versuche, zu verstehen und nachzufühlen, dass DU wirklich keine Schuld hast!

Liebe Grüsse

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

18

Sonntag, 10. Januar 2010, 17:10

Ich bin selbst Opfer eines Mi*******chs und ich kann nur sagen....


SCHULD ist nur der TÄTER...viele Opfer schaffen es aus Panik nicht sich zu wehren...lassen es einfach über sich ergehen ohne ein Wort...trotzdem sind sie NICHT schuld !!!!!

Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, such dir Hilfe...es gibt so viele Beratungsstellen...für MB-Opfer...für Essgestörte....du hast soviel Zeit noch vor dir und ich persönlich "bereue" es...dass ich so lange gewartet hab und soviel Zeit verloren habe....


Leilah

19

Sonntag, 10. Januar 2010, 17:44

Aber ich kann Dir nur ganz dringend raten, vertrau Dich jemandem an. Gibt es gar niemanden, den Du richtig gerne hast?
Ich habe eine sehr gute Freundin, aber ich kann mich auch dieser nicht anvertrauen. Allgemein kann ich nicht darüber reden. Ich denke, dass das nachvollziehbar ist. Ich kann einfach nicht.
Und versuche, zu verstehen und nachzufühlen, dass DU wirklich keine Schuld hast!
Es ist wirklich, wirklich sehr herzlich von Euch allen, mir zu versuchen, klarzumachen, dass ich keine Schuld habe.
Aber einsehen kann ich das nicht wirklich.
Ich habe mich lange Zeit noch nicht einmal getraut das Wort "Missbrauch" zu verwenden, weil es ein normaler Mensch wahrscheinlich nicht als solchen bezeichnen würde.
Er hat es mehrmals getan, ich habe mehrmals nichts gemacht und bin zu den Treffen gegangen. Hätte ich ja nicht machen müssen, oder?
Teilweise frage ich mich, ob ich das absichtlich gemacht habe, um mir zu schaden.
Er hat es nicht absichtlich gemacht oder böse Absichten gehabt. Er hatte sogar begonnen, ein Buch "für mich" zu schreiben.

Liebe Grüße,
megrim

20

Sonntag, 10. Januar 2010, 18:48

Natürlich ist es nachvollziebar. Und so etwas einer Freundin zu erzählen ist vielleicht auch sehr, sehr schwer. Ich habe z.B. die schlimmsten Dinge, die ich nie jemandem sagen wollte meiner Großtante erzählt, auch wenn es um Sex ging. Ich dachte deshalb, dass Du vielleicht auch so eine liebe Person irgendwo hast... Wie auch immer. Ich denke, dass Du es hier erzählt hast, ist ja auch schon etwas. Und vielleicht macht es Deine Seele schon ein ganz klein wenig leichter, dass wir Dich versuchen zu verstehen...

Sagen wir mal so, er hat vielleicht nicht so viel Schuld wie jemand der genau weiß, dass der andere es nicht will. Aber das ändert nichts daran, dass Du Dich dennoch am allerwenigsten schuldig fühlen musst. Du könntest daran arbeiten, dass Du Dir was irgendwann selber verzeihen kannst. Man merkt an dem was Du schreibst, dass Du es Dir selber übel nimmst, dass Du es nicht verhindert hast. Verzeih Dir - irgendwann.