Für die Vorstellung nehme ich einfach mal die Steckbriefvorlage:
1. Wie alt bist du?
Erst fünfzehn.
2.Wie lang leidest du schon unter BED/Essstörungen?
An Essstörungen schon seit September '08, allerdings an Anorexie.
Lange Zeit wagte ich es kaum mich anorektisch zu nennen, weil ich oft Fressanfälle habe, manchmal sogar mehrere Fresstage nacheinander. Aber das das
BED sein könnte, dass ist mir erst nach und nach klar geworden.
Aber merkwürdig ist es schon, wenn man Anorexie und gleichzeitig
BED hat...
Meine Thera meinte einmal: "Es gibt Menschen, die essen ganz viel, wenn sie traurig sind und welche, die essen ganz wenig wenn sie traurig sind.
Bei mir ist irgendwie beides der Fall und es wechselt sich ab.
3.Wie kamst du darauf Betroffen zu sein (Schlüsselmomente)?
Ich habe keine besonderen Schlüsselmomente, ich habe schon immer gemerkt, dass etwas mit meinem Essverhalten nicht stimmt, gleich am Anfang. Aber trotzdem konnte ich es nicht ändern.
4.Worin siehst du die Ursachen deiner Essstörung?
Das sind zu viele, um sie alle ausführlich zu beschreiben. Ich werfe einfach mal ein paar Schlüsselwörter hier 'rein, wer weitere Fragen hat, kann ruhig fragen.:
-Perfektionismus
-Kam mit dem "Zur-Frau-Werden" nicht klar
-Mutter ebenfalls anorektisch
-sexueller Missbrauch
-schlechtes Verhältnis zu Eltern
-Leistungsdruck
...
Hat sich alles einfach summiert und ich habe mich selbst immer mehr darein gesteigert, bis ich nicht mehr 'raus konnte.
5.Was bedeutet es für dich Binge Eater zu sein?
Hm, ich bin mir nicht sicher, wie die Frage gemeint ist.
Also, ich finde es belastend, vorallem meine starke Scham, wenn ich vor anderen Menschen esse. Außerdem ist es belastend, dass ich es nicht schaffe, wie ein normaler Mensch zu essen. Für mich gibt es leider nur schwarz-weiß: Hungern - Fressen.
Ich glaube kaum, dass ich jemals wieder richtig normal essen kann, aber ich hoffe doch, dass ich gesünder werden kann.
6. Behandlung
* Warst/Bist du in einer Therapie?
Ja, aber selbst meiner Therapeutin kann ich mich nicht wirklich anvertrauen. Ich vermute, dass ich eine soziale Phobie habe, ich komme mit dem direkten Kontakt mit anderen Menschen überhaupt nicht klar.
Trotzdem gehe ich gerne zu der
Therapie, da ich in irgendeiner Weise schon spüre, dass es mir in winzigen Schritten hilft.
* Warst du schonmal in einer Klinik?
Ja, November '08. Allerdings um zuzunehmen.
* Hat es dir etwas gebracht?
Nein. Nichts.
* Welche Form bzw. welchen Weg würdest du empfehlen?
Das kommt auf die Person und auf den Zustand an. Ich finde stationär bei mir ein wenig kritisch, weil ich es umso härter fand, nach der Klinik sofort wieder ins Leben gestoßen zu werden. Bei einer ambulanten
Therapie ist es eben gut, dass es einem auch im Alltag helfen kann.
* Was hat Dir gar nicht zugesagt?
Der Klinik-Aufenthalt. Ich lag 24 h im Bett und habe praktisch nichts gemacht. Mir wurden Therapie-Gespräche versprochen, aber das sah so aus, dass die Therapeutin ins Gemeinschaftszimmer kam und geschaut hat, ob es mir gut geht (~1-2 Minuten), dann ist sie gegangen...
7. Was für eine Rolle spielt die Ernährung für dich?
Der
Körper ist der Garten, die Seele der Gärtner.
Also denke ich, Ernährung ist oft ein naheliegender (unbewusster) Ausdruck seiner Gefühle.
Ich esse besonders viel, wenn es mir besonders schlecht geht. Das ist aber ein doofes Prinzip, da ich so viel esse, dass es mir danach noch viel schlechter geht...
Ich wünsche mir eine bessere Beziehung zu meinem Körper und zur Ernährung, sodass ich das Essen genießen kann und es dazu da ist, mich zu nähren und mir Kraft zu geben und nicht, um meine Gefühle zu unterdrücken und den Frust wortwörtlich in mich 'rein zu fressen.
8. Welche Ernährungsform würdest du für dich wählen?
Eine ausgewogene Ernährung, die sehr gesund und überlegt ist. Aber trotzdem möchte ich es schaffen, mir Dinge erlauben zu können, ohne mich selbst zu hassen, ohne danach womöglich zu erbrechen und ohne, dass es gleich in einen FA ausartet.
Das Problem habe ich oft, wenn ich mir mal bewusst etwas gönnen will und dann kann ich nicht aufhören und irgendwann beginnt man zu denken "Jetzt ist ohnehin alles egal" und isst, bis einem schon längst schlecht ist und man Schmerzen hat...
9. Wie siehst du deine Zukunft und was sind deine Ziele?
Ehrlichgesagt versuche ich nicht so viel über die Zukunft nachzudenken...
Ich habe nämlich Probleme mit einer realistischen Zielsetzung. Entweder ich setze meine Ziele viel zu hoch und werde enttäuscht und frustriert oder ich gehe ziellos durchs Leben, was auch nicht gut ist, denn "nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg". Aber das ist eben mein "Schwarz-Weiß" denken, ich kann nur in zwei Extremen leben...
So, ich hoffe Ihr könnt Euch nun einigermaßen ein Bild machen.
Wenn Ihr Fragen habt oder einfach etwas loswerden wollte - gerne! Ich würde mich über Antworten freuen.
Liebe Grüße,
megrim