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1

Samstag, 2. Januar 2010, 15:56

Hallo an Alle da draussen...

bin so mehr oder weniger zufällig auf dieses Forum gestoßen...
Bin auf der Suche... nach einem Leben ohne meine Sucht...
Bin auf der Suche nach etwas in mir - oder wie auch immer, dass
mir hilft ohne die Sucht zu leben. Denn obwohl es immernoch schwerfällt
das zu schreiben... - ich bin esssüchtig...
Ich möchte lernen mit meinen Gefühlen anders umzugehen als sie mit Essen zu ersticken...

Bin schon gespannt was ich hier im Forum noch so lesen kann und würd mich über
viel Ausstausch freuen...!

Ganz liebe Grüße, triv.

Tobias

Administrator

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2

Samstag, 2. Januar 2010, 17:04

sehr einfühlsamer text ...zeilen

herzlich willkommen hier im Forum !

Gruß Tobias

3

Samstag, 2. Januar 2010, 17:21

Auch von mir ein ganz herzliches Willkommen und viel Glück bei Deiner Suche :-L :*)

Schneeflocke82

unregistriert

4

Samstag, 2. Januar 2010, 18:37

Ein Hallo auch von mir!

Liebe Grüße

Schneeflocke 82 ^^

5

Samstag, 2. Januar 2010, 18:42

Danke für die lieben Antworten :-)

Wie fängt man hier im Forum denn am besten an...? Einfach erstmal lesen, lesen, lesen oder?

Bin auch auf der Suche nach Leuten die eventuell in meiner Nähe wohnen - damit man sich mal
treffen kann zum Kochen, Sporteln oder einfach Quatschen - gibts da einen Bereich hier im Forum
wo man mal die Fühler ausstrecken kann ob überhaupt jemand in der Nähe wohnt und dann auch
noch Lust hat zum Treffen...?
Drüber zu lesen und zu schreiben ist schon mal ein großer Schritt - aber irgendwie fällt es mir
halt im Alltag total schwer alleine aktiv gegen den ganzen Automatismus der schon da ist anzugehen.
Daher die Anfrage...
Vielleicht kennt ihr das ja auch... :rolleyes:

glg, triv.

6

Samstag, 2. Januar 2010, 19:04

Also ich kenn das auf jeden Fall auch - in der Theorie bin ich schon super, aber in der Praxis klappt es dann oft doch nicht so gut :*)

Wo wohnst Du denn? Wenn Du oben mal auf Mitglieder klickst, dann siehst Du schonmal woher diejenigen kommen, die das angeben wollten. Das machen ja nicht alle... Von einem Forenbereich dafür wüsste ich jetzt nichts, aber das muss nichts heißen, denn so lange bin ich auch noch nicht da...

Ich denke auch, dass Du am besten einfach mal so liest, was wir so in den letzten Wochen geschrieben haben. Vieles wiederholt sich ja... Und wenn Dich was davon interessiert, dann kannst Du ja was dazu schreiben und den Thread wieder ausgraben - manchmal ergibt sich dann noch mal eine neue Diskussion. Und natürlich kannst Du auch ganz viel fragen ^^

Später wirst Du dann auch für den Tagebuchbereich freigeschalten. Da hast Du dann noch ein bisschen mehr Einblicke, denn da schreibt man dann zum Teil auch sehr Persönliches...

Viel Spaß!

Tobias

Administrator

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7

Samstag, 2. Januar 2010, 19:06

Huhu,

über die Mitgliederliste kann man (eigendlich) sehen wo der eine oder andere User kommt. Aber da "Vertraulichkeit" eine große Rolle spielt, sagt nicht jeder gerne woher er kommt ...

In welchen PLZ Bereich suchst Du denn Kontakt ?

Gruß Tobias

8

Samstag, 2. Januar 2010, 19:20

Danke :-)
stimmt - viele geben ja auch garnicht die PLZ an. Hab ich glaub ich auch nicht gemacht...
In einem anderen Forum hab ich irgendwann mal einen Foren-Bereich gesehen der nach PLZ
aufgegliedert war. Daher kam ich wohl drauf (ging dort aber nicht um Essstörungen...).

Ich wohne im 90 PLZ Bereich...

Irgendwie hab ich momentan echt das Gefühl permanent mit dem Kopf gegen die Wand zu laufen :(
es klappt einfach garnix... obwohl ich in der Theorie sicher auch schon ganz gut bin...
aber der Alltag... :S tappe immer in die gleichen Fallen. Jeden Abend gute Vorsätze...
Aber wenns schon losgeht mit "morgen mach ich alles besser" dann steck ich für gewöhnlich
schon wieder ziemlich tief in der Essstörung...
Also muss irgendwann schluss sein mit dem "morgen" und ich muss im heute was ändern...
Ist halt so schwer...

9

Samstag, 2. Januar 2010, 21:48

:forum: Hallo triv.,

herzlich Willkommen hier.
Das mit der Suche trifft es ziemlch genau.
Und das Theorie-Praxis Problem kennt hier glaube ich fast jeder. Aber theoretisieren ist halt nicht fühlen...


LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

10

Samstag, 2. Januar 2010, 21:55

triviality,
wie lauten denn so Deine Vorsätze? Ich habe einige Monate lang komplett aufgehört mir etwas vorzuschreiben. Das hat mir insofern geholfen, als dass ich nun niemals nie wieder eine Diät machen könnte. Zuvor hab ich immer doch mal wieder versucht restriktiv zu essen und hab dann auch immer wieder abgenommen, aber natürlich konnte ich es nie halten, denn ich hatte ja überhaupt nichts am Grundproblem geändert. Jetzt ist es so, dass ich mir keine Regeln mehr mache, von wegen gesund hier und Gemüse da oder sowas. Und ich merke sofort, wenn ich doch mal wieder solche Anwandlungen habe, rebelliert in mir alles und ich erleide einen Rückfall. So schwer es ist, aber ich glaube, dass auch Du erst mal Kontrolle abgeben musst und vielleicht auch mit einigen Träumen brechen, damit Du wieder einen Schritt voran kommst. Und da bin ich wieder bei meiner Eingangsfrage: Was nimmst Du Dir vor, was Dich dann scheitern lässt?

11

Samstag, 2. Januar 2010, 23:29

Schöner Text ....

herzlich Willkommen auch von mir!

Wie alt bist du, wenn ich fragen darf??

LG,

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

12

Sonntag, 3. Januar 2010, 09:56

Ist so schön von Euch zu lesen :*) tut richtig gut.
Ich bin jetzt 29 aber in Kürze 30 Jahre alt. Irgendwie hab ich meine Essstörung auch schon ewig
und ich dachte früher, dass geht vorbei wenn du älter wirst... und nun bin ich fast dreißig!!! und
sitz immernoch in der Tinte... grrr...
Und es ist ja nicht so, dass ich noch nicht versucht hätte was dagegen zu tun...
Unzählige Selbstversuche, momentan die zweite Verhaltenstherapie und ich war 2009 sechs
Wochen lang in einer Psychosomatischen Klinik um was gegen meine Essstörung zu tun...
Da bekomm ich langsam Angst, dass ich schlicht ein Hoffnungsloser Fall bin... Aber irgendwie
weiss ich gleichzeitig auch, dass ich irgendwo in mir die Kraft habe es zu schaffen...
Nur muss ich da erstmal hinkommen...!

Stimmt schon, je mehr ich versuche mir Nahrungsmittel zu verbieten oder mich generell restriktiv zu ernähren -
desto mehr geht der Schuss nach hinten los... Andererseits wenn ich von vornherein die Sachen esse dich ich
eigentlich nicht essen will, bekomm ich die Kontrolle wieder nicht mehr drüber und es artet aus durch den Gedanken "jetzt ists ja auch schon egal"... Ist also irgendwie eine "Patt-Situation"...
Oder vielleicht mach ichs mir auch einfach nur selber schwer... :S

In der Klinik in der ich wegen der Essstörung war - mussten wir uns ganz genau nach einem bestimmten Plan ernähren... irgendwie hab ich schon gedacht ich könnte ja einfach den Plan wieder raus holen und mich wieder genauso ernähren - aber genau dieses gezwungene, total kontrollierte will ich grad einfach nicht. Da merk ich auch wie ich rebelliere - aber mit dem "freien" System - ohne Grenzen- kann ichs auch nicht... Zumindest momentan...

Oder will ich es einfach nicht stark genug? Gibts tief in mir was, was mich davon abhält endlich mal loszulegen und was dafür zu tun damit es mir besser geht?...! Aber was? Und warum? Ich meine klar ist für mich auf jeden Fall, dass die Essstörung eine Funktion für mich hat. Da geht es bei mir viel darum, dass ich mit meinen Gefühlen nicht umgehen kann und mich selbst mit dem Essen Quasi betäube... Soviel zur Theorie... Also muss ich nicht nur an meinem Essverhalten was ändern sondern auch an meinem Umgang mit meinen Gefühlen... Toll und nun...? Wie in aller Welt geht man mit seinen Gefühlen um? Ich hab hier im Forum schon was gelesen drüber irgendwo... ;) aber irgendwie... wenn ich das Gefühl hab ich "brauche" einen Essanfall... dann gibt mir keine heiße Badewanne und kein gutes Buch und kein Anruf bei einer Freundin das gleiche entspannende Gefühl wie ein Essanfall. Zumindest eben dann in dem Moment. Klar im Nachhinein... fühl ich mich natürlich total mies nach nem Essanfall...
Aber wie kann ich Spannung abbauen ohne einen Essanfall...? Die richtige Variante hab ich jedenfalls noch nicht gefunden für mich. Trotz zahlreicher Ideen...

Bin einfach total froh euch gefunden zu haben... fühl mich ganz dolle wohl bei euch :*)

13

Sonntag, 3. Januar 2010, 10:49

Du hast ja wirklich auch schon einiges versucht. Ich find's total krass, dass anscheinend keiner Deiner Therapeuten Dir dabei helfen konnte wirklich was zu verändern, damit Du ohne die Sucht leben kannst. Das desillusioniert mich schon wieder ;(

Andererseits wenn ich von vornherein die Sachen esse dich ich eigentlich nicht essen will, bekomm ich die Kontrolle wieder nicht mehr drüber und es artet aus durch den Gedanken "jetzt ists ja auch schon egal"... Ist also irgendwie eine "Patt-Situation"...
Oder vielleicht mach ichs mir auch einfach nur selber schwer...



Ich finde, dass der entscheidende Punkt ist, dass Du anscheinend Dinge hast, die Du nicht "essen willst" - wie Du schreibst. Das ist meiner Meinung ein Fehler. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich immer zu viel wollte. Ich wollte anfangs die Essstörung für immer und ab sofort loswerden. Ich wollte NIE wieder einen Essanfall haben usw. Und in diese Kategorie gehört auch für mich, dass man an Tagen ohne Essanfall nichts "Verbotenes" essen will - ein schwarz-weiß Denken also. Denn tut man es doch ist es "eh schon egal". Das tu ich mir so nicht mehr an. Ein essanfallfreier Tag ist für mich auch ein guter Tag, wenn ich tagsüber bei den Mahlzeiten zu viel gegessen habe. Auch wenn ich nach jedem Essen Süßes gegessen habe. Mir geht es einfach nur darum das unkontrollierte Essverhalten bei einem Essanfall zu verleren, mir abzutrainieren, davon einen Entzug durchzumachen. So lange Du Essen in gut und schlecht aufteilst, wird es vermutlich schwierig werden, was meinst Du?!

Dass ein Essanfall durch nichts zu ersetzen ist, das ist für mich logisch und mir hilft natürlich auch kein Bad oder ähnliches. Aber auch da liegt meiner Meinung nach ein Denkfehler: Es wird nichts geben, was uns genauso befriedigt und uns das gibt, was ein Essanfall uns geben kann. Das ist das Problem der Sucht. Wir haben lediglich die Wahl: Bleibe ich süchtig? Oder will ich einen "Entzug". Süchtig bleiben ist immer nur vorübergehend eine Option, finde ich. Nur dann, wenn man mal wieder zu schwach zum Kämpfen ist. Und der "Entzug", der ist schlimm, (fast) genauso schlimm wie bei jedem anderen Suchtkranken auch. Und "Entzug" bedeutet nicht zu denken: Was könnte ich denn jetzt tun, was genauso viel Spaß macht wie mich mit Essen wegzubeamen. Sondern für mich bedeutet das zwei Dinge:
1. schon vorher wachsam sein, gegensteuern, wenn ich merke, dass ich dauernd ans Essen denke, die Essgedanken durch anderen "ersetzen", auch in den Moment an mich halten und daran denken, dass süchtig bleiben keine echte Option ist
2. bei richtig schlimmen Essdruck: aushalten. Immer dran denken, jetzt nichts zu essen ist prinzipiell einfacher als aufzustehen, eine Tüte aufzureißen, oder einkaufen zu gehe oder sonstwas. Aushalten. Ruhig bleiben. Aushalten. Und das so lange bis der Druck weniger wird. Dann nicht immer wieder dran denken: Aber durch essen würde es mir doch jetzt viel besser gehen und nicht dauernd prüfen, ob man nicht vielleicht doch Appetit hat und ob er Druck wirklich weg ist, sondern den Gedanken sofort wegschieben und annehmen, dass man sich jetzt eben ohne Essen ganz okay fühlt, nicht so geil, wie vielleicht kurz bevor man die erste Packung aufreißt, sondern eben so wie sich normale Menschen fühlen...

Jetzt hab ich viel geschrieben. Mag sein, dass das hauptsächlich auf mich zutrifft. Oder erkennst Du Dich da vielleicht irgendwo wieder?

14

Sonntag, 3. Januar 2010, 11:16

Hallo ihr beiden,

mich macht das Ziel "ohne Sucht zu leben" nachdenklich.
Für mich persönlich habe ich mich von diesem Ziel verabschiedet.
Die Sucht wird in meinem Leben immer da sein, das ist für mich Fakt.
Sie kann mich aber mehr oder weniger stark im Griff haben. So nach dem Motto wer beherrscht hier wen?
Und sie kann auch ein guter Seismograf sein.
Was ist los, warum jetzt der Druck?
Und wenn ich darauf höre, was die Ursache ist habe ich schon FAs umschiffen können.
Seit ich nicht mehr gegen die Sucht kämpfe, sondern sozusagen mit ihr arbeite, geht es echt besser.
Es hat was Befreiendes und ich kann mich auf die eigentliche Dinge (die GEfühle dahinter) konzentrieren.
Und das gelingt mir von Tag zu Tag besser und dann gibt es wieder Rückschritte, die ich aber umtaufe als Vorfälle, die mich letztendlich doch wieder einen Schritt weiter bringen, weil ich daraus lernen kann.
Bei diesem Weg hat mir meine Therapeutin sehr sehr geholfen!
Nicht aufgeben bei der Suche!

Ich hoffe ich konnte mich irgendwie verständlich ausdrücken?
Wenn nicht fragt gerne.

LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

15

Sonntag, 3. Januar 2010, 11:24

Für mich war das superverständlich und ich sehe es genauso - da hab ich mich wohl nicht besonders gut ausgedrückt :*) Dass die Sucht irgendwann für immer weg sein wird, das glaube ich auch nicht unbedingt, aber dass ich die Essanfälle irgendwann unter Kontrolle bringe, daran glaube ich ganz fest.

16

Sonntag, 3. Januar 2010, 13:39

Zitat

Die Sucht wird in meinem Leben immer da sein, das ist für mich Fakt.


Liebe lols,

ganz genauso sehe ich es auch. Ich glaube nicht daran, dass man jemals suchtfrei leben kann, wenn man einmal das Stadium einer Ess-Sucht erreicht hat. Ich finde, das neumodische Wort "Binge Eating" verschleiert da etwas die Härte der Realität. Das mag ja auch wichtig sein, zumindest für Leute, die erst kurz in der Sucht drin sind, vielleicht schaffen die ja tatsächlich noch den Absprung. Aber wer einmal eine manifeste Sucht hat, der kann "nur" daran arbeiten, abstinent zu bleiben, immer wieder, Tag für Tag. Ein "normales" Essverhalten, wie es z.B. meine Frau hat, ist meiner Meinung nach für einen esssüchtigen Menschen nicht mehr zu schaffen.

Das soll aber keineswegs entmutigen! Wir sollten uns nur nicht der Illusion hingeben, jemals so leben zu können, wie "der andere", der "Gesunde". Das hindert uns nämlich an einem achtsamen Leben mit unserer Krankheit. Ich kenne Menschen, die seit Jahren und Jahrzehnten abstinent sind, z.B. eine liebe Ex-Kollegin, die Alkoholikerin ist. Sie hat seit vielen Jahren nichts mehr getrunken, aber sie muss täglich neu mehr oder weniger an dieser Abstinenz arbeiten. Und so ist es auch bei der Esssucht (ich schreibe ganz bewusst von "Esssucht", denn Worte wie "Binge Eating" oder "Overeating" verschleiern und verharmlosen).

Einen lieben Gruss

Petrus

Nachtrag: Mir scheint es wichtig, zu unterscheiden: Für mich ist es sinnlos und kontraproduktiv "gegen meine Sucht" zu kämpfen. Aber es ist sehr sinnvoll, "an meiner Abstinenz zu arbeiten". Das wollte ich noch nachtragen.
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Petrus« (3. Januar 2010, 13:44)


17

Sonntag, 3. Januar 2010, 13:42

aber dass ich die Essanfälle irgendwann unter Kontrolle bringe, daran glaube ich ganz fest.


Ja, das ist möglich, N811e. Aber es kann (und wird?) Rückfälle geben. Ich war schon mehrfach abstinent, auch mal 13 Monate lang, von Mai 2007 bis Juni 2008, man kann das hier auch irgendwo in meinen Texten nachlesen. Aber dann kam der Rückfall. Ich denke und glaube fest daran, dass es wieder abstinente Phasen für mich geben wird, vielleicht sogar eine, die sehr sehr lange dauert. Aber "sicher" werde ich nie sein können. Esssucht ist Verlust der Sicherheit. Das ist schmerzhaft, aber das auszuhalten, daran arbeite ich auch.

Liebe Grüsse

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

18

Sonntag, 3. Januar 2010, 18:38

Danke! Hab hier gerade wichtige Dinge für mich entdeckt!
Einmal dass wir praktisch trockene Esssüchtige sind,wenn wir gerade keine Essanfälle haben.Also wie die Alkoholiker,die ohne Alkohol trotzdem trockene Alkoholiker bleiben. Und was mir auch noch aufgefallen ist: Eigentlich ist das ja auch was tolles,wenn sich ein Essanfall ankündigt,dann weiß ich sofort ,dass irgendwas nicht stimmt mit mir. So ein Warnsystem haben nicht alle Leute :*)
Herzlich willkommen ,triv!

19

Sonntag, 3. Januar 2010, 18:50

Ich war schon mehrfach abstinent, auch mal 13 Monate lang, von Mai 2007 bis Juni 2008, man kann das hier auch irgendwo in meinen Texten nachlesen. Aber dann kam der Rückfall.


Hallo Petrus,

gab es eigentlich einen besonderen Anlass für deinen "Rückfall"? Ich frage nur, weil es bei mir nach langer Abstinenz (im Nachhinein) immer einen konkreten Anlass für einen Rückfall (und monatelanges Fr***en) gab. War es bei dir ähnlich?

LG,

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

20

Sonntag, 3. Januar 2010, 20:00

Wow - bin jetzt grad erstmal total geplättet von all euren Antworten...
@N811e fühl mich grad ein ganz bisschen klein... weil du verdammt viel von dem,
was ich schon längst hätte lernen sollen aufgeschrieben hast... :S
Aber danke dafür! ;)
Stimmt schon - man steht wohl immer wieder davor sich für oder gegen die Sucht zu entscheiden.
Im Moment lass ich mich oft selbst total überfahren von der Sucht und kämpfe auch garnicht richtig.
Fühl mich oft so als hätte ich in der Vergangenheit einfach schon genug gekämpft wegen der Esssucht und
als hätte ich jetzt keine Kraft mehr. Aber das ist wohl nur die halbe Wahrheit. Hab auch zu großen Teilen
Angst vor dem Entzug der kommt wenn ich auf die FA`s verzichte... Und der kam bei mir immer. Und ich
glaube auch, dass der ähnlich ist wie bei anderen Suchtkranken...
Es gibt wohl kein Entrinnen aus der Sucht ohne Kampf...?!?
Aber es ist wahr - für immer süchtig bleiben ist auch keine Option!
Dein Text hat mir doch schon ein ganzes Stück weit die Augen geöffnet. Werds noch paar Mal lesen ums
noch tiefer sacken zu lassen...

Therapien und Klinkerfahrungen wirken ja bei jedem anders - also bitte nicht von meinem (negativ-) Beispiel runterziehen lassen!!! Und trotz dem, dass ich meine Essstörung auch nach dem Klinkaufenthalt noch habe... - ich würde die Zeit dort nicht missen wollen. Es war eine gute Erfahrung. Und in den Wochen dort gings mir richtig gut mit dem Essen - das war auch eine tolle Erfahrung. Nur leider... im Alltag wo auch die Probleme und Automatismen wieder da sind... bin ich dann eben wieder reingefallen in meine Sucht. Sechs Wochen Klink können wohl auch nicht viele Jahre Sucht beheben...

Im ersten Moment finde ich den Gedanken für immer diese Sucht zu haben - nur mit den eventuellen Unterschieden wie sehr ich sie unter Kontrolle hab - echt beunruhigend...
Aber realistisch gesehen... ich hab sicher Probleme mit dem Thema Essen seit ich 12 bin - also schon viele Jahre... wie realistisch ist es, dass es einfach weg ist irgendwann?... 8|

Also heißt es wohl - damit leben - aber nicht die Flinte ins Korn werfen sondern erst Kämpfen und irgendwann vielleicht weniger kämpfen müssen aber stets achtsam sein - immer mit dem Wissen, dass das Essen bzw. die "Suchtverbindung" zum Essen immer eine potentielle Gefahr für mich sein wird...
hmm, ich wünschte es wäre etwas leichter auch zu haben... aber das geht wohl nicht.

lese jetzt nochmal weiter....