Sie sind nicht angemeldet.

triggerhippie

unregistriert

1

Dienstag, 16. Februar 2010, 10:07

Fressanfälle und Partnerschaft

Nach einem Fressanfall möchte ich mich immer für min. eine Woche ausklinken. am besten unter die Bettdecke, nichts hören oder sehen. Wahrscheinlich geht das vielen von Euch genauso. Aber wie geht Ihr dabei mit Eurem partner um??? Ich möchte mich weder anfassen lassen, noch bin ich in der Stimmung Konversation zu betreiben oder Zärtlichkeiten auszutauschen. Ganz im Gegenteil: ich bin eher abweisend, der Kontakt ist für mich sogar bedrohlich. Da ich in letzter Zeit wieder häufiger in mich reinschlichte was geht, beschäftigt mich dieses Thema sehr. Vor allem esse ich, bis mir mein Magen, die Lungen usw. so weh tun, das ich noch am nächsten Tag echte Probleme habe. Einerseits ist das ein ganz guter Weg, sich zu distanzieren...



Habt Ihr auch das Problem körperliche Nähe zuzulassen? Manchmal glaube ich, beziehungsunfähig zu sein. Vor allem aber ist es nicht fair, dem Partner gegenüber. Kann man in einer Partnerschaft leben, wenn man so im unreinen mit sich selber ist?



Was denkt Ihr darüber?

Liebste Grüße triggerhippie

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tobias« (16. Februar 2010, 10:07)


2

Dienstag, 16. Februar 2010, 10:36

Hallo Trigger,

wann bekommst Du diese Essanfälle?

Mit Nähe zu meinen Partner habe ich keine Probleme,
mir sind einige Sachen eher zu wenig,
dann verfalle ich eher in Anfällen..

Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

triggerhippie

unregistriert

3

Dienstag, 16. Februar 2010, 17:15

Meistens warte ich mit den Fressanfällen bis ich alleine bin, oder nur mein Sohn da ist. Ich habe aber besonders danach eher das Bedürfnis alleine zu sein. Wie meinst Du das, das Du eher Fressanfälle kriegst, wenn Dir beziehungstechnisch was fehlt? Kannst Du Dich Deinem Partner zeigen ohne ein Problem damit zu haben?

4

Dienstag, 16. Februar 2010, 18:03

Zitat

Kannst Du Dich Deinem Partner zeigen ohne ein Problem damit zu haben?


Meinst Du das körperlich?
Ja, und in dem Punkt begebnet er mir menschlich..
er hat keine Probleme in irgendeiner Form mit mir..
Ich könnte groß und schlank sein oder klein und dick oder grün..
es ist nicht erheblich.

Hey, ich hab Mister Spock geheiratet :D
und ich bin eine emotionale Frau.. sehr emotional :rolleyes:

Wie ist Dein Mann denn zu Dir?
Hattet ihr vorher Streit?
Erzähl mal.


Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

5

Dienstag, 16. Februar 2010, 19:59

Bei mir ist es da auch eher andersrum.
Nach FA oder in FA- Phasen tut mit körperliche Nähe gut und ich suche sie sogar.
Es zeigt mir unter anderem, dass ich "trotzdem" begehrt werde und nicht schlechter/ häßlicher bin als sonst- mein Freund kennt meinen Körper mit erheblichen Gewichtsunterschieden und versichert mir glaubhaft, dass es ihm nichts ausmacht. Diese Sicherheit, die er mir damit gibt, trägt dann dazu bei, dass ich mich auch mit einem schlechten Körpergefühl fallenlassen kann.
Oft verkrieche ich mich ins Bett nach FA, weil ich mein Körpergefühl nicht ertragen kann und im Liegen weniger davon spüre als zB. bei Umherlaufen, Sitzen... Wenn ich dann da so traurig liege und manchmal auch weine, tut es wahnsinnig gut, wenn mein Freund mich bekuschelt, in den Arm nimmt und tröstet. Da habe ich dann schon oft erlebt, wie das negative Körpergefühl nachlässt.

Allerdings kann das auch einfach an meinem Freund liegen dass ich so zugänglich bin. Hätte ich zB. einen Mann, der mir/ meinem Körper kritischer gegenüberstände ( und da reicht der kleinste Verdacht), würde ich mich wohl lieber zurückziehen.

Wie ist denn das bei Euch, triggerhippie, kann Dein Mann Dich in solchen Momenten verstehen? Ist er verständnisvoll was die BED und demzufolge ein negatives Körpergefühl und damit verbunden das Ausweichen von Nähe angeht?

6

Dienstag, 16. Februar 2010, 20:11

Wenn ich dann da so traurig liege und manchmal auch weine, tut es wahnsinnig gut, wenn mein Freund mich bekuschelt, in den Arm nimmt und tröstet.


Oh das klingt wunderschön. Bin Single und davon träume ich!
Bekuscheln ist ein wunderbares Wort!!!

LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

triggerhippie

unregistriert

7

Mittwoch, 17. Februar 2010, 06:08

Erstmal, vielen, lieben Dank für Eure Rückmeldung!



Nun, mein Freund und ich sind noch nicht so lange zusammen. Aber er ist absolut perfekt und nimmt mich wie ich bin. Wahrscheinlich wäre er mehr als froh, wenn ich mich an ihn kuscheln würde. Ich erke, das es ihm weh tut, wenn ich so abweisend reagiere. Genau das ist auch mein Poblem. Ich kann mich selbst nicht annehmen, und der Gedanke er könnte ähnliches denken, wenn auch unberechtigt, macht mir einfach zu viel Angst. Blöderweise reduziere ich mich immer auf meinen Körper. Und körperliche Nähe nach einem Anfall ist für mich beinah unerträglich. Allgemein habe ich eher ein Problem damit, anzunehmen... und wenn ich versagt habe, sprich gefresen und die Kontrolle über mich verloren habe fällt mir das noch schwerer. Ich finde schön, was ihr schreibt, kann es aber für mich persönlich nicht nachvollziehen. Ds heisst, Ihr vertraut Eurem Prtner sehr, das ist etwas an dem ich noch arbeiten muss. Toll zu wissen, das es auch so sein kann... Zeit, dieses alberne Schutzmäuerchen niederzureissen!

8

Mittwoch, 17. Februar 2010, 06:24

Guten morgen triggerhippie,

gib Dir einfach die Zeit, die Du brauchst, aber nicht auf Krampf Deinen Schutzmantel ( der nicht albern ist ;g) ) einreissen.
Es ist ja erstmal toll zu hören, dass Dein Partner Dich so nimmt wie Du bist, beste Voraussetzung um mit der Zeit das Vertrauen immer mehr wachsen zu lassen.
Vielleicht hilft ein offenes Gespräch mit ihm, so dass er nachvollziehen kann, wieso Du nach FA lieber für Dich sein möchtest? So wie es klingt, ist er da bestimmt verständnisvoll.

triggerhippie

unregistriert

9

Mittwoch, 17. Februar 2010, 06:29

Einen wunderschönen, guten Morgen zurück... :*)



Ja, wir haben schon ausführlich darüber geredet... Nur manchmal stimmen die Abstände zwischen den Anfällen nicht, so das ich mich wohl öfter zurückziehen müsste, als es einer Beziehung gut tut.

10

Mittwoch, 17. Februar 2010, 06:43

Hallo, triggerhippie,

ich denke aber, dass die FAs nicht allein die Ursache sind, oder?

Herzlich willkommen...

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

triggerhippie

unregistriert

11

Mittwoch, 17. Februar 2010, 09:58

Mmmmh.....



na ja, vielleicht habe ich die FA`s um für mich einen trifftigen Grund fürs zurückziehen zu haben... ich brauch viel Zeit für mich selbst und im Fressanfall erlaube ich mir alles und schalt das Hirn ab, wenn es auch danach umso mehr arbeiten muss.



Thanks for your feedback! ;g)

12

Mittwoch, 17. Februar 2010, 10:34

ich brauch viel Zeit für mich selbst und im Fressanfall erlaube ich mir alles und schalt das Hirn ab,


ich glaube das ist viel Wahres dran .....

ein Mittel um zu überleben, um das Leben zu ertragen!

LG,

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

sunflower

unregistriert

13

Mittwoch, 17. Februar 2010, 14:46

Oje, jetzt fühl ich mich voll angesprochen. Hab da echt die Augen zugemacht und wieder mal alles so verdrängt, aber das geht halt auch nur immer eine bestimmte Zeit. Ich habe vor 3 Wochen einen Mann kennengelernt, der für mich sozusagen die große Liebe meines Lebens ist. Seit ich 18 Jahre alt bin hatte ich glaube ich keine so "gesunde" Beziehung mehr wie jetzt...das ist immerhin schon 25 Jahre her. Ich hatte immer Männer mit ebenfalls einer Suchtproblematik...und nun trifft mich "sowas". Ich bin natürlich über beide Ohren verliebt und die ersten Wochen dachte ich überhaupt nicht mehr ans Essen. Fast hab ich schon geglaubt: "Binge Eating - das war es. Ich bin draußen". Und auf einmal kam dann doch der erste FA...und dann ein zweiter und dann ein dritter. Und jetzt hab ich das gleiche Problem wie hier angesprochen. Erstens weiß mein neuer Freund nur ansatzweise von einer Ess-Störung und zweitens fühl ich mich natürlich jetzt selbst nach jedem FA so unattraktiv, daß ich mich ihm kaum mehr zeigen möchte...im Moment hab ich noch das Gefühl, er hat es noch nicht so richtig gemerkt (ich bin da ja perfekt im Mogeln, hab so meine Tricks; zum Beispiel, daß es mich so friert und ich mehr anziehen möchte). Aber wie lange das noch so geht? Natürlich mach ich mir nun selbst einen enormen Druck: -"morgen auf gar keinen Fall was essen", wo wir uns doch am Abend treffen. Und das geht dann natürlich noch viel mehr in die Hose. Natürlich frage ich mich - wenn ich doch jetzt nach so unendlich vielen Jahren endlich mal wieder soooo verdammt glücklich bin (womit ich im übrigen niemals mehr gerechnet habe)...wieso brauche ich dann jetzt wieder die Rückfälle? Ich bin doch "eigentlich" so satt durch seine Liebe und Zuneigung. Einen Punkt habe ich glaube ich schon erwischt: ich habe eine unglaubliche Verlustangst...bei den früheren Beziehungen habe ich mich immer relativ sicher gefühlt, nicht verlassen zu werden. Aber jetzt...irgendwie geht es mir jetzt gar nicht gut...
Eure Beiträge machen mir nach wie vor sehr viel Mut...ich muß gestehen: als ich so gaaaanz gaaannz frisch verliebt war, wollte ich mich schon beinahe hier abmelden, weil ich mich so sicher gefühlt habe, das Essen nun nicht mehr zu brauchen...ganz schön naiv.

14

Mittwoch, 17. Februar 2010, 15:04

Liebe sunflower,

nach 3 Wochen weißt du dass es die Liebe deines Lebens ist??? Nimms mir nicht krumm aber das finde ich ganz schön naiv.

Was die FA betreffen kann ich dir sagen, dass es mir vor ein paar Jahren ähnlich ging. Ich hatte einen tollen Mann kennengelernt und dachte dass die FA-Zeit jetzt eigentlich der Vergangenheit angehören musste (war in den Monaten vorher FA-frei) .... Fehlanzeige! Mir gings wie dir und die Probleme kamen mit aller Macht zurück. Über das "warum" habe ich viel nachgedacht und auch einige Theorien: eine davon ist, dass die Sucht nicht einfach so weggehen wird. Ein Mann ist da auch kein Heilmittel, manchmal eher im Gegenteil.

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

triggerhippie

unregistriert

15

Mittwoch, 17. Februar 2010, 15:07

Liebe Sunflower,



oh ja, ich weiss nur zu gut was Du meinst. Ich überlege ständig, wie verstecke ich meinen Körper am besten vor ihm, bzw. was kann ich tun, um mich nicht nackt zeigen zu müssen. Mal abgesehen davon, das Sex momentan eher ein erschreckender Gedanke is-eben deswegen...



Aufjedenfall solltest Du ausführlicher mit ihm über Dein Problem reden, zumindest hat mir das sehr geholfen. Schon alleine DAS Offenbaren, ist mehr, als ich in den meisten meiner Beziehungen geschafft habe. Es wird ihm helfen, Dich zu verstehen und bestimmte Reaktionen von Dir besser deuten zu können.



Letzlich scheint nicht die fehlende Liebe der Auslöser für unsere FA`s gewesen zu sein, und wenn es die Angst vor dem Verlassenwerden ist, warum frisst man dann, wo man sich danach doch eher distanziert... das alles ergibt für mich nicht so ganz einen Sinn. Immerhin zeigt es mir, das das Problem tiefer liegt, das selbst eine glückliche Beziehung dieses Loch nicht stopfen kann und das es letztendlich in uns selbst liegt und wartet ( oder auch nicht) von uns entdeckt zu werden!

16

Mittwoch, 17. Februar 2010, 18:32

Ja, da wird es einem mal wieder bewusst , daß eine ES wirklich nicht verschwinden kann..
ich sehe das so wie mit der Angststörung..
es gibt gute und schlechte Phasen..
nur, man wird mit der Angst jetzt nicht zwangsläufig konfrontiert wie mit dem Essen.. ^^ ;(

FAs haben viele Gesichter und Gründe..
Es ist wie ein glitschiger schneller Fisch..
will man ihn packen und genau in die Augen sehen flutscht er einen duch die Hände..


Liebe Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

17

Donnerstag, 18. Februar 2010, 09:49

Das was du beschreibst kann ich gut nachvollziehen und kenne ich in andrer Form auch.
Ich finde das nicht abwegig und Sexualität ist für viele Essgestörte ein Problem.
Da geht es um Kontrollverlust, dem sich völligen öffnen und fallen lassen.
Eine Essstörung ist in meinen Augen auch immer eine Beziehungsstörung.
Irgendwann haben wir eine Krise oder ein Trauma nicht gut bewältigen können.
zu den Eltern meist ganz am Anfang, oder auch zu anderen Bezugspersonen.
Wie sollen wir, wenn dort etwas schief läuft, dann in folgenenden Beziehungen vollkommen gesund agieren?
Wenn wir es nicht gesund gelernt haben? (in der Therapie "modell-Beziehung" kann man dann "erwachsen werden" und nachreifen)

ich finde wichtig ist (und das muss ich auch tun) sich eben nicht mit seinem Partner damit zu arrangieren.
Verständnis ja, aber bitte kein Alibi.
Da solltest du ran an dein Problem mit Nähe und Distanz (was viele hier haben)
Schauen wo du dich evtl gar nicht abgrenzen kannst, oder wo du dich eingemauert hast in deinem Leben.

bist du in Therapie?
Ich bewältige diese Themen mit meiner Therapeutin.

triggerhippie

unregistriert

18

Donnerstag, 18. Februar 2010, 10:04

Liebe Dailaitha,

Du hast ja so recht. Momentan bin ich nicht in Therapie, versuchs quasi in Eigenregie....

Es tut so gut, verstanden zu werden. :-L

Herzlichen Dank
triggerhippie

19

Donnerstag, 18. Februar 2010, 12:16

Also, ich bekomme eher FAs wenn ich keine körperliche und geistige Liebe bekomme..
Ich verhungere regelrecht!!
Und dann kommt der Selbsthass, daß ich es nicht wert bin.. und und und..

Ich frage mich ob ich da absolut aus der Rolle falle..
ich denke schon girl_cray3 :verzweifelt:

Yrla :nonono:
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

20

Donnerstag, 18. Februar 2010, 12:40

Nö Yrla wieso solltest du aus der Rolle fallen?
Die Medaille hat immer auch zwei Seiten.
Ich zitiere den Satz: "ich hasse dich, verlass mich nicht"
Ein Nähe - Distanz - Problem hat viele Facetten
Nur ist es in beiden Fällen nicht unbedingt gesund.
Ablehnung oder Klammern?

Allenfalls empfinde ich das beschriebene als kindlich.
verschreckt, oder auch sich sehnend nach der Geborgenheit im Mutterleib.

Du liebe Yrla suchst dir aber scheinbar auch dein Gegenstück,
nämlich den der dich verhungern lässt, du schriebst auch mal,
dass du bei den eher mütterlichen gebenden nicht gut klar kommst.
Über den Schmerz vom Hunger, kann man sich auch spüren, wenigstens etwas.
Spielt es da eine Rolle ob du isst und isst? oder hungerst und hungerst?
In beiden Fällen bleibst du dort leer, wo es eigentlich hingehört.

Wie immer ist der Grat dünn und der Weg dazwischen.
Get in the Flow ^^ kann man da wohl sagen... die Dynamik von Nähe und Distanz
eigentlich genial...wenns nich so schwer wäre