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sadness

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Mittwoch, 26. August 2009, 21:58

... wieder enttäuscht

-sehr lang-

Ihr Lieben,

ich war jetzt lange nicht im Forum, was seine Gründe hat,
die hier sicher viele verstehen können. Ich komme momentan mit dem Alltag nicht
klar.
Ich bin einfach nur müde. Seelisch müde.

Dazu kamen die Internatsvorbereitungen für meinen Sohn. Außerdem
ist sein bester Freund, den wir schon 10 Jahre kennen, vor den Sommerferien
schwer verunglückt …

Nun, nach Bangen und Warten und Reha geht es Gott sei Dank wieder
bergauf. Ihn so wie jetzt zu erleben, ist trotzdem schwer. Das alles geht auch
nicht spurlos vorüber an einem. Wir haben uns auch paar Tage Urlaub gegönnt,
die erhoffte Erholung, vor allem seelisch, blieb aber aus bei mir.

Über meinen :herz: -
Kummer habe ich schon mal was geschrieben. Nun, vor einigen Wochen, sah ich IHN
in der Kirche. Er musste Job-mäßig hin (als Begleitung, was ich vorher wußte),
ich begleitete meinen Sohn und wollte auch selbst mal wieder gerne zum
Gottesdienst.

Nun saß ich eine ganze Stunde mit ihm gemeinsam in einer
Kirche (gesehen habe ich ihn währenddessen nicht) und mir liefen die gesamte
Stunde lang die Tränen nur so übers Gesicht. Ich konnte absolut nichts dagegen
tun …

Natürlich blieb es manchem nicht verborgen. Ich wurde
angesprochen, ob man mir helfen könne. Aber das kann keiner.

Und was sollte ich dem sagen, der mit mir reden würde
(vorausgesetzt, ich würde vor heulen überhaupt was sagen können …) … - „es ist
Liebeskummer ?!? Mit 43 Jahren … klingt eher nach Teenager. Das ist doch total
peinlich. Und vor allem: Es versteht niemand. So lange usw., da muß man sich doch
mal lösen und zusammennehmen usw. … Ja, weiß ich alles, geht aber nicht. Ich
begreife es selbst nicht, wie dann die anderen? Ich kann das verstehen, nur
akzeptiert es nicht mal der andere, dass es einfach so ist … Hätte es mir einer
vor vielleicht zwei Jahren erzählt, hätte ich es wahrscheinlich auch nicht
verstehen können. Denn irgendwann rappelt sich doch jeder wieder. Oder? Ich bis
dahin schließlich auch …

Und wenn dann solche Unglücke wie mit dem o.g. Freund
passieren, den auch die Kirchgemeinde kennt, wie soll ich da ein „nur
gebrochenes Herz“ erklären?

So komisch es klingt, seit diesem Unfall denke ich nicht
mehr so differenziert, meine Probleme wären nicht so wichtig gegen andere. Ich
stelle sie jetzt gedanklich nebeneinander, nicht mehr über- oder untereinander.
Doch ich merke zusehens, die anderen sehen es nicht so. Sie denken nach wie
vor, ein Herz ist in jedem Fall mit der Zeit repariert. Bisschen zusammenreißen,
er/sie ist es doch nicht wert, erkenne das endlich !!!

Doch, ER ist es wert, schreit es in mir …

Vor einigen Tagen, nach über einem Jahr der Ungewissheit,
hat er mir nun wenigstens gesagt, dass er „damals“ auch in mich verliebt war. Das
macht es nun nicht leichter, im Gegenteil. Aber zumindest weiß ich jetzt, so
sehr hatte ich mich nicht getäuscht … Doch wie soll man mit diesen
es-hätte-sein-können-Gedanken leben?

Inzwischen hat er jedoch so viel Abstand bekommen, dass er
sein Single-Dasein wieder genießt.

Erst gestern habe ich ihn wieder gesehen, und es hat sich
für mich nichts geändert.

Nachdem er nun, vor dem gerade erwähnten Gespräch, auch kurz
auf Arbeit mal „hallo“ gesagt hatte, geriet mein Zustand außer Kontrolle und
ich heulte. Als mich meine Chefin ansprach, wurde es ganz schlimm.

Doch ich fühlte mich von ihr verstanden, denn sie hat das Ganze
ja alles miterlebt, bis zu seiner plötzlichen Arbeitsplatz-Versetzung. Hat mich
auch getröstet.

Heute allerdings, über eine Woche später, ging ihr meine Traurigkeit
endgültig auf den Keks.

Es ging um einen Termin in vier Wochen, von dem ich nichts wusste.
Deshalb hatte ich diesen Tag bereits verplant, ich wollte mein Kind besuchen. Das
sagte ich auch (blöderweise).

Ich muss dazu sagen, ich war bis jetzt immer offen für
Termine, bin extra z.B. zwischen Weihnachten und Silvester gegangen, damit die
anderen frei haben konnten, usw.

Jedenfalls platzte es aus ihr heraus, :motz: mit meiner Einstellung
stimme was nicht, und jeder hat schließlich mal private Probleme, die solle ich
gefälligst nicht nach außen tragen, die Kunden würden dadurch nicht freundlich
von mir bedient (was nicht stimmt, hat sich auch noch keiner beschwert!), und
jedenfalls soll ich mich zusammenreißen und über die anderen mal nachdenken,
die auch immer am Wochenende zu den Terminen müssten usw. Ich soll mal froh
sein, diese Stelle zu haben …(Erwähnt sei noch, es ist nur eine befristete
Arbeitsstelle.)

Ich habe auch schon Überstunden gemacht, ohne sie je aufzurechnen
...
Ich kriegte nur immer größere Augen :schock: bei dem Wortschwall, :strafe: ich
fand es einfach nur gemein, und wusste nicht viel zu meiner Verteidigung zu
sagen. Als die Tränen liefen, sagte sie noch „da brauchen sie nicht zu weinen“,
obwohl wir Tage vorher sogar noch über dieses Thema gesprochen hatten …! Von meiner ES weiß sie (zum Glück inzwischen) nichts, so konnte sie wenigstens darüber nichts ausposaunen ...

Etwas später fiel mir nur einer ein, der mich in den letzten
Jahren so behandelt hat: mein an Borderline erkrankter Ex-Freund ...

Wer so was kennt, weiß, dazu muss ich nichts schreiben.

Nun sitze ich hier und weiß, ich müsste was tun. Aber was?
Antidepressiva kommen nicht in Frage aus verschiedenen
Gründen (muss fahrtauglich bleiben; Angst vor evtl. Gewichtszunahme;
Abhängigkeit; das Bewusstsein, die Probleme werden durch Medis nicht gelöst …)

Eine Therapie – selbst wenn ich mich anmelden würde, gibt es
lange Wartezeiten, und da ich hier sehr viel darüber lese, dass es manchmal
erstmal schlechter wird mit Therapie … das kann ich mir jetzt nicht leisten,
mit Arbeit schon gar nicht … Davon abgesehen habe ich meinen Hausarzt noch nie
auf meine Depris hin angesprochen, weiß also gar nicht, ob er das erstmal
glauben würde … Bin ja immer die nette Person mit dem Lächeln im Gesicht …


Danke fürs lesen, ratlose Grüße, sadness

Nachtrag: diese … komischen Zeichen sollen ... oder " " oder - sein, habe im word-programm geschrieben, da ist das so entstanden ... :o
Einmal wissen, dieses bleibt für immer. Ist nicht Rausch, der schon die Nacht verklagt ...
Einmal wirklich fassen und nie wieder alles geben müssen, was man hält ...


(aus: "Am Fenster" - Hildegard Maria Rauchfuß)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »sadness« (26. August 2009, 21:58)


Dailaitha

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Mittwoch, 26. August 2009, 23:59

Hallo sadness

ich kann mich noch gut an deine Posts erinnern ;)
auch an deine "Nicht-antworten" was aber ok ist.

Auch wenn ich dich nicht kenne, mache ich mir schon Sorgen
ob man bei dir nicht Angst haben musst, das du irgendwann komplett einbrichst.
Genau an das Kapitel mit dem Mann [?] kann ich mich nicht erinnern.

Ich wünsche dir, dass das lesen hier und die Antworten dir etwas Klarheit oder Trost verschaffen.

Zitat

Eine Therapie %u2013 selbst wenn ich mich anmelden würde, gibt es

lange Wartezeiten, und da ich hier sehr viel darüber lese, dass es manchmal

erstmal schlechter wird mit Therapie %u2026 das kann ich mir jetzt nicht leisten,

mit Arbeit schon gar nicht %u2026 Davon abgesehen habe ich meinen Hausarzt noch nie

auf meine Depris hin angesprochen, weiß also gar nicht, ob er das erstmal

glauben würde %u2026 Bin ja immer die nette Person mit dem Lächeln im Gesicht %u2026
fette Selbstlüge...Ausrede nach Ausrede...
was du draus machst is natürlich dein Ding

Es tut mir leid für dich, dass es dir so mies geht $-z
aber ich werde ehrlich gesagt das Gefühl nicht los, dass du dich selbst auch in diesem Zustand halten willst,
weil du von vornherein rigoros alle Lösungswege und Hilfen ausschlägst.
Ich sehe das etwas anders als du... da ist schon ein Seil was in die Grube hängt... nur willst dus nicht greifen.

Auch wenn mein Post nich gerade freundlich ist...
so hoffe ich doch das es dich weiterführt nix andres ist meine Intention.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dailaitha« (26. August 2009, 23:59)


miamaria

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3

Donnerstag, 27. August 2009, 00:31

happiness

hallo sadness,
du solltest vielleicht mal damit anfangen, dir einen neuen benutzernamen zu geben. so kann das ja nichts werden... nicht nur seine gefühle drückt man aus und trägt sie nach außen, sondern auch umgekehrt: das nach außen getragene beeinflusst ebenso die gefühle... so viel zur autosuggestion deines namens.
ansonsten klingt deine nachricht wirklich traurig. ich denke, dir bleibt kein anderer ausweg, als das eigentliche problem anzugehen. vielleicht brauchst du dazu keine Therapie, das kann ich nicht einschätzen. auf jeden fall ist es nicht dein eigentliches problem, dass du keine Therapie machst. versuche doch, neue freunde zu finden, gehe in einen verein, einen chor, mache etwas, wo du mit neuen leuten in kontakt kommst oder verabrede dich regelmäßig und abwechslungsreich mit den leuten, die du hast. vielleicht hast du einfach so viel sehnsucht nach geborgenheit und nähe, dass du alles auf diesen einen mann projezierst. wenn er dich nicht will, kann er auch nicht der richtige für dich sein. da hast du dich einfach getäuscht - und nun bist du ent-täuscht. das mag hast sein, ist aber einfach ur die wahrheit - und wer will sich schon an einer lüge festklammern?
ich kenne deine geschichte nicht, hab gerade nur dies eine nachricht von dir gelesen und hatte irgendwie das bedürfnis, dazu sellung zu nehmen. deine probleme sind mir nämlich halbwegs vertraut... aber tut mir leid, wenn ich was falsches geschrieben habe - das sind ja alles nur meine annahmen und eigenen erfahrungen. vielleicht ist das alles bei dir auch ganz anders...
ich wünsch dir viel erfolg beim weitergehen!
miamaria :freddy:

Guardian Angel

unregistriert

4

Donnerstag, 27. August 2009, 06:32

Ich bin einfach nur müde. Seelisch müde.


Hallo,

muss jetzt mal diese kleine Textstelle rausschnappen. Geht es Dir auch so,dass du immerzu müde bist? Seit dem ich verstärkt FA´s habe (ca. 8 JAhre) könnte ich den ganzen Tag nur schlafen. Fressen und schlafen....... :bawling:

Komischerweise fühlt es sich für mich sehr sehr schön an, wenn ich mich vollgefressen in mein Bett kuschel und einschlafe.....ich glaube, das ist der angenehmste Zustand den ich kenne. Nur am nächsten Tag, wenn ich wieder in meine Klamotten rein muss, die wieder spannen und meinen Körper zusammen quetschen, fühlt es sich ecklig und abstoßend an.:verzweifelt:

Guardian Angel

unregistriert

5

Donnerstag, 27. August 2009, 06:34

vielleicht hast du einfach so viel sehnsucht nach geborgenheit und nähe, dass du alles auf diesen einen mann projezierst


Das ist eines meiner größten Probleme. Ich bündel alle meine Sehnsüchte und Bedürfnisse und projeziere diese auf einen Mann. Da kann man doch nur enttäuscht werden, oder? :o

sadness

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Freitag, 28. August 2009, 22:01

Also ich schreibe meine Antwort jetzt mal "gesammelt", nicht auf die einzelnen Beiträge.

Erstmal habe ich mir einen Termin bei meinem Hausarzt geholt. Für nächste Woche.
Auf Arbeit ging es am nächsten Tag so weiter, das meine Chefin mich nur gegrüßt hat, sonst kein einziges Wort. Dann mußte ich mir den Tag vertreiben mit irgendwelchen Sachen und aufräumen, was ich schon ohnehin fast täglich mache ... es gab also kaum etwas zu tun ... Das allein ist schon deprimierend. Weil wir nur zwei Computer haben für drei Leute ... Allerdings macht die Chefin manchmal auch an ihrem (dritten) Computer was, nur an solchen Tagen bleibt sie fest am zweiten Computer, obwohl sie weiß, ich habe dann nichts zu tun ... Das ist einfach frustrierend, und ich weiß nicht, warum ich den Tag auf Arbeit war!
Heute nun hätte ich mit ihr zusammen Dienst gehabt - sie aber tauchte nicht auf! Nun, ihrer Vorgesetzten wird sie sicher Bescheid gegeben haben, aber ich stand da wie bekloppt ... (Das ist Kindergarten Krabbelgruppe und unprofessionell obendrein - oder?)
So kann (und will) ich nicht arbeiten!
Ihrer Meinung nach habe ich kein Recht (ihre Worte), traurig zu sein, wenn ich meinen Sohn nicht besuchen kann. Ich weiß nicht, wer es noch weiß: Er ist erst seit diesem Schuljahr im Internat und noch nicht ganz 13. Also ich finde, da darf man schon noch so etwas sagen ... Außerdem braucht er diese Bindung ja auch noch ... Und ich ärgere mich, weil ich immer zu jedem Termin außerhalb der Arbeitszeit gekommen bin, innerhalb der Arbeitszeit sowieso, und nur aus dem Überraschungseffekt rutschte mir die Bemerkung heraus und sie blafft mich so an ... Ihr selbst kamen bei einem anderen Gespräch mit dem Chef ihres Mannes auch schon die Tränen, und mich putzt sie deshalb so runter und betont noch extra, ich müsse deshalb nicht in Tränen ausbrechen ... Also ehrlich, ich finde nicht, das es nur meine Schuld war oder nur meine Traurigkeit!
Sie hat auch schon mal eine andere Kollegin angeschrieen, nur weil sie sich selbst gestreßt hatte und dann nicht rechtzeitig fertig wurde ... Nein, ich finde nicht, das man so mit seinen Mitarbeitern umgehen sollte!
Das kommt auch immer von einem Moment zum anderen, doch ich bin (leider) ein Mensch, der nicht freundlich jemandem ins Gesicht lächeln kann, wenn es große Differenzen gibt.
Und ihr Ausbruch liegt wahrscheinlich nicht mal wirklich bei mir, sondern in ihrem privaten Bereich, da klappt was nicht, wie sie es geplant hat.
Meine andere Kollegin stimmt mir zwar zu, hat selber ihre Erfahrungen gemacht, aber sie sagt nichts. Klar, jeder hängt an seinem Arbeitsplatz. Trotzdem kotzen mich solche falschen Menschen an. Was hat meine Chefin über Frau X schon gemeckert, doch auf einmal ist sie die Beste weit und breit ... :-!
So, jetzt habe ich mir viel Ärger von der Seele geschrieben, weil ich auch überlegen muß, ob ich das noch einige Zeit aushalten will, jeden Tag auf dem Dynamit-Fass zu sitzen, oder eben nicht ...
Außerdem, wie schon erwähnt, gehe ich natürlich zu dem Termin, aber ich wußte es eben nicht, und daraus mir einen Strick drehen? Sonst hat sie immer betont, wenn ich mal wegen meinem Kind was vorhabe empathy :blah: ... Muß man sich denn alles gefallen lassen? Ihr Sohn ist so alt wie meine Tochter, da hat sie auch gejammert, falls er nach XY geht zum Studium (meine war 300 km weiter weg, was sollte ich da sagen ...). Nun studiert er hier, naja.
Ich hatte einfach nicht so viel Unverständnis erwartet und habe bis jetzt auch immer gerne auch außerhalb-Termine wahrgenommen.
Und ich bin sicher, auch ohne meine momentane Stimmung hätte sie was gefunden, um mich anzuschnauzen. Doch sie hat mich sehr getroffen. Bewußt.
Soviel nun dazu. $-d

Ansonsten bin ich sicher bißchen empfindlich, weil ich vielleicht auch erstmal paar Wochen brauche, um mit der neuen familiären Situation klarzukommen. Allen Eltern(-teilen), deren Kinder von zu Hause ausziehen, wird das zugestanden. Mir nicht, obwohl mein Kind viel eher außer Haus gegangen ist??
Klar, er kommt in den Ferien usw., aber das ist nicht vergleichbar, in meinen Augen jedenfalls. Wer nicht selbst betroffen ist, hat eh leicht reden. Mein "Zuhause" ist geteilt in die Städte A und B, in denen meine Kinder sind. In C, wo ich wohne, ist es derzeit schwer, sich "zu Hause" zu fühlen.

An meinem Zustand will ich durchaus etwas ändern. Deshalb war ich auch in den vergangenen Wochen permanent beschäftigt und konnte kaum Luft holen, weil ich mich beschäftigen will und "unter die Leute kommen" will! Nicht nur zu Hause sitzen.
Doch wenn man hier querliest und gegenüberstellen wollte, wer positiv über erfolgreiche Therapien schreibt und wer es nicht so ganz als Erfolg empfindet, geht die Tendenz eher in die zweite Richtung. Ich selbst habe schon zwei Therapien gemacht, die mir beide absolut nicht geholfen haben (wegen Depri).
Deshalb zweifle ich nun mal daran, dass das jetzt wirklich die Hilfe ist aus meinem Tief.
Und ist es nicht normal, das ich zögere, meinen Arzt anzusprechen, weil ich genau weiß, ich werde meine Tränen nicht zurückhalten können, wenn ich mich offenbaren muß? Wer macht das denn gerne?

Was den Mann betrifft, so schrieb ich ja bereits, ich denke nicht, es kann jemand verstehen, dem es nicht selbst schon so ging. Ich mußte ja auch erst über 40 werden dafür ... Aber es ist eben durchaus nicht so, das ich gesucht hätte oder ihn mir als irgendeine "Rettung" vorgestellt hätte. Nein, er war da und es entwickelte sich langsam etwas, durch seine Art, seinen Charakter, wie er mit mir umging ... Das hat in mir etwas ausgelöst, was ich selbst nicht erfassen kann.
Aber gut, es ist mühselig, darüber zu schreiben, jeder hat so seine eigenen Erfahrungen mit der Liebe ... Und jede ist anders.
Doch ich sage mir auch, da bekanntlich ein gebranntes Kind das Feuer scheut, warum darf so ein gebranntes Kind nicht auch mal ein Mann sein? Warum sollte er deshalb nicht der Richtige sein? Mit zunehmendem Alter steigen leider (mehr oder weniger) auch die negativen Erfahrungen. Er kann auch der Richtige sein und trotzdem Angst vor einer Beziehung haben und das ist dann doppelt traurig.

Speziell zu Guardian Angels Post:
Für mich fühlt es sich nicht schön, sondern ekelhaft an, wenn ich vollgefressen in mein Bett gehe, dann hasse ich mich, es ist ein schrecklicher Zustand, ich habe mal wieder versagt, und außerdem Magenschmerzen ... An die Hosen am nächsten Morgen gar nicht zu denken ... :doof:
Wenn ich FAs habe, bin ich auch immer müde. Körperlich. Das liegt wohl an den massigen Kohlehydraten.
Aber die seelische Müdigkeit empfinde ich anders. Die kommt nicht vom Essen. Ich frage mich, wofür ich mich abstrampele, wofür man immer wieder hofft und was man vielleicht falsch gemacht hat. Ich bin es einfach leid, immer mit Hoffnung aufzustehen und immer wieder zu sehen, wie wenig von den Träumen und Wünschen wahr wird. In meiner Familie sind einige Menschen sehr früh gegangen, auch die hatten noch so viel vor ... Also frage ich mich manchmal, was für einen Sinn das eine oder andere hat. Und warum manche alles haben, wovon man selbst träumt (das ist nicht so viel, wie es sich anhört!), aber sie wissen es nicht zu schätzen, und manche um alles kämpfen müssen, und wenn eine Sache toll läuft (ja, auch bei mir manchmal!), kommen gleich mindestens zwei Ohrfeigen ... Also der alltägliche Wahnsinn eben.
Am liebsten hinlegen und schlafen ... ausruhen von der seelischen Last .. vergessen. :fertig:
Einmal wissen, dieses bleibt für immer. Ist nicht Rausch, der schon die Nacht verklagt ...
Einmal wirklich fassen und nie wieder alles geben müssen, was man hält ...


(aus: "Am Fenster" - Hildegard Maria Rauchfuß)

lols

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Samstag, 29. August 2009, 09:47

Doch wenn man hier querliest und gegenüberstellen wollte, wer positiv über erfolgreiche Therapien schreibt und wer es nicht so ganz als Erfolg empfindet, geht die Tendenz eher in die zweite Richtung.


Das kann auch daran liegen, dass diejenigen, denen es wieder gut geht hier nicht mehr so viel schreiben! Nur so ein Gedanke.
Ich gehöre zu denjenigen, die sehr gute Erfahrungen machen und es hängt einfach auch viel an dem richtigen Thera und am eignen Mut und der Einsatzbereitschaft. Es fühlt sich Scheiße an die Heilung, es dauert richtig lange (Geduld, Geduld, Geduld) und es gibt immer wieder Rückschritte.
vielleicht waren es nicht die richtigen Therapien bei Dir bzw. Therapeuten? Vielleicht warst Du noch nicht so weit, noch nicht bereit?
Hast Du andere Ideen es anzugehen? Es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom...

LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

sadness

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Montag, 31. August 2009, 21:30

Zitat





Zitat von »lols«

Hast Du andere Ideen es anzugehen? Es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom...

LG lols
Nein, leider fällt mir nichts anderes ein.

Ich arbeite bis abends, hatte am WE erst wieder viel um mich, Freitag
Kind besucht, Samstag auf ein Konzert, Sonntag einen Ausflug mit
einigen Leuten ... Also Langeweile habe ich derzeit keine, und doch ist
es nur ein Verdrängen, das merke ich. Ich versuche, meine Gefühle zu
Hause zu lassen, um nicht wieder anzuecken, immer gleichbleibende Laune
... naja, wie in einem Lied meines Lieblingssängers >Unheilig<
aus Lied >Dein Clown<: "Gute Miene zum bösen Spiel, erscheint mir
wie das Alltagsziel ..."

Auf Arbeit im Umgang mit den Menschen fällt mir das auch nicht schwer,
aber wehe, die Wohnungstür fällt hinter mir ins Schloß ... Es ist ein
Schmerz, der immer da ist. Egal, wie sehr ich mich beschäftige oder
zusammennehme ...

Ja, Tabletten ist ein "no go" für mich, hilft ja auch nicht auf Dauer,
und meinen Arzttermin mußte ich heute auch erstmal verschieben. Der
Grund: Meine Chefin ist krank und fragte mich heute, ob ich meine
Arbeitszeit entsprechend danach richten kann ... Was hätte ich außer
"ja" sonst sagen sollen ... Nach dem Theater?

Was auch noch, Ausrede hin oder her, gegen eine Therapie für mich
spricht, ist das Herunterspielen meiner Probleme, wenn ich sie
ausspreche. Solange ich, wie hier, darüber schreibe, ist es ok. Aber
wenn ich beginne, darüber zu sprechen, dann kommt es mir lächerlich
vor, über derartige Kleinigkeiten zu reden, so banal. Egal, was auch
immer es ist. Sogar beim Tod eines Menschen, nehmen wir mal meinen
Vater, füge ich eilig an: "Vielleicht blieb ihm dadurch vieles erspart
...".

Gestern erzählte ich einer Frau über Autounfälle, die wir hatten (Gott
sei Dank keine Personenschäden - außer seelisch, was man erst später
merkt), sie sagte, da haben sie auch schon viel durch, und ich: najaaa
... ist halt so ...

Immer spiele ich es herunter "Vielen geht es noch schlechter", "Das
wird schon wieder", was manchmal auch sicher so ist, ich aber komme nun
einmal mit meiner
Situation gerade nicht zurecht. Und danach fasse ich mir dann an den
Kopf, frage mich, ob ich noch normal bin, und ärgere mich über mich
selbst.

Dann wird mir (wie auf Arbeit) noch vorgehalten, z.B. den
Ein-Euro-Jobern geht es noch schlechter ... Hallo?! Auch ich war bis
vor kurzem als EEJ auf meiner derzeitigen Stelle beschäftigt, ich weiß
sehr wohl, wie es denen geht! Oder Frau X, die zwar zu Hause ist, aber
der Mann hat wenigstens Beschäftigung ...

Jedenfalls ist das beim Arzt nicht anders. Ich gehe hin mit Fieber oder
großen Schmerzen (BS-Vorfall), lasse mich aber nicht krank schreiben
("das geht schon, ich kann sicher mal was leichtes machen") ... schon
im Wartezimmer frage ich mich stets, ob es wirklich nötig ist, einen
Arzt zu belästigen ... Ist das nicht blöd?? Ich hoffe, das versteht
irgendwer ...



Das nächste (sorry, wird schon wieder ganz lang) ist, ich weiß,
eigentlich kann mir kein Therapeut helfen im Sinne von: Probleme weg.
Das muß ich ganz allein lösen. Das ist eine Tatsache.

Ich lebe im Hier und Jetzt, da will und brauche (?) ich kein Wühlen in Kindheitserinnerungen, ich muß Heute klarkommen.

Auch in zwei Jahren, klar. Doch präsent ist das Heute.

Einige Dinge aus meiner Kindheit, Jugend und auch kürzeren
Vergangenheit weiß ich, kenne Fehler, meine und die von anderen ...
meinen Eltern, Schwester, Umgebung ... Wo es hätte anders laufen
können, das meiste habe ich wohl selbst versaut, als ich noch nicht
wußte, was mit mir los ist, jedenfalls teilweise. Doch es nützt mir
nichts, ich handle trotzdem weiter so wie vordem.

Ja, zurück zur Frage: ich habe keine Idee, was ich tun könnte. Ich weiß
nicht, wie ein Neuanfang aussehen könnte. Ich drehe mich im Kreis.

Ich bin immer wieder aufgestanden. Jetzt ist einfach mal die Luft raus.
Was nicht nur am letzten Jahr liegt, sondern etwas länger zurück, als
es anfing, mir aufzufallen.

Und genau da scheine ich gegen Mauern zu rennen. Überall. "Ach komm ... man muß immer nach vorne blicken ...".

Ja doch !!! Habe ich über 20 Jahre, wenn ich mal ab meinem Muttersein
und meiner Alleinerziehend-Zeit rechne, auch gemacht. Immer war ich
stark. Gekämpft. Auch für andere. Nach vorne geschaut. Jetzt geht
nichts mehr, ich weiß nicht mehr weiter, und jeder Strohhalm zerbricht,
den ich ergreife ...
Einmal wissen, dieses bleibt für immer. Ist nicht Rausch, der schon die Nacht verklagt ...
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(aus: "Am Fenster" - Hildegard Maria Rauchfuß)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »sadness« (31. August 2009, 21:30)


sadness

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Montag, 31. August 2009, 21:41

Mal noch was anderes, ich hatte gestern auch ein nettes Erlebnis.
Ich schrieb ja mal, das ich x Kilo abgenommen hatte und die innerhalb der sechs Wochen, die ich zu Hause war, wieder drauf waren. Jetzt sind sie fast wieder runter, aber noch nicht ganz, da sagte eine Frau zu mir: "Jetzt gefallen sie mir besser als vor x Monaten, als sie so abgemagert waren". :megafreu:
Auch wenn ich mich schlanker wohler fühle, (und wirklich abgemagert war das nicht, laut BMI immer noch leicht adipös oder so ...), fand ich es doch erfreulich, so etwas zu hören!

Heute habe ich ein Kompliment bekommen wegen der Pfunde, die weg sind, wir hatten uns zwischendurch nicht gesehen, also meine Kilo blieben unbemerkt --- doch da hätte ich am liebsten über meine ES rausgeplatzt ... ich merke, ich kann mich gar nicht richtig freuen über solche Bemerkungen, seit ich realisiert habe, das es nicht nur Disziplinlosigkeit ist ...
Geht es anderen auch so?
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Dienstag, 22. September 2009, 20:21

Mit meiner Vorgesetzten geht es halbwegs momentan, wir reden fast wie vorher miteinander, ich versuche, meine Gefühle zu Hause zu lassen, lache wie immer und tue fröhlich, aber ich merke, das ich damit sehr unter Druck stehe ...
Jeden Tag die gleiche Mine, immer bemüht, nicht nachdenklich zu erscheinen, das ist Streß pur, weil mein Herz dabei so weh tut ... :verzweifelt: Das eine Thema meide ich, und wenn sie was sagt, biege ich ab, aber das Verstellen kostet viel Kraft, die ich eigentlich für andere Dinge brauche ... :kopfweh:
Mir gehen die Familienthemen einfach nur auf die Nerven! :-!
Mensch, warum ist es nur überall so, es geht mir total gegen den Strich, wenn ich stets höre, Gefühle dürfen nur im Keller ausgelebt werden (außer die überfröhlichen natürlich, selbst wenn gekünstelt ...), wo sind wir eigentlich hingeraten in Sachen Menschlichkeit ... Kein Wunder, wenn so viele irgendwann durchdrehen ... Aber vielleicht finde ich mal meinen Gefühle- An- / Abstellknopf, ich arbeite dran ...

Meine Mutti mußte ich gestern in der KH-Aufnahme (ein geplanter Termin) nach einer Stunde allein sitzen lassen, da hatte und habe ich so ein schlechtes Gewissen, ihr ging es nicht wirklich gut, aber ich wußte, meine Chefin würde kein Verständnis für ein Zu-spät-kommen haben ... :teufel:
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »sadness« (22. September 2009, 20:21)


Yrla

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Dienstag, 22. September 2009, 20:42

Hallo Sadness,
sich verstellen finde ich auch verdammt anstrengend und zermürbend.

Ich frage mich wie das die anderen machen.., erllich.
Was die sich immer alles so zusammen lügen und es sieht aus als könnten sie alles wegschütteln..
Diese Scheinmenschen gehen mir sowas auf die Nerven, die müssen doch schon geistig tot sein.. :o

Ich wünsch Dir ein Paket Kraft.

Liebe Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip: