-sehr lang-
Ihr Lieben,
ich war jetzt lange nicht im Forum, was seine Gründe hat,
die hier sicher viele verstehen können. Ich komme momentan mit dem Alltag nicht
klar.
Ich bin einfach nur müde. Seelisch müde.
Dazu kamen die Internatsvorbereitungen für meinen Sohn. Außerdem
ist sein bester Freund, den wir schon 10 Jahre kennen, vor den Sommerferien
schwer verunglückt …
Nun, nach Bangen und Warten und Reha geht es Gott sei Dank wieder
bergauf. Ihn so wie jetzt zu erleben, ist trotzdem schwer. Das alles geht auch
nicht spurlos vorüber an einem. Wir haben uns auch paar Tage Urlaub gegönnt,
die erhoffte Erholung, vor allem seelisch, blieb aber aus bei mir.
Über meinen

-
Kummer habe ich schon mal was geschrieben. Nun, vor einigen Wochen, sah ich IHN
in der Kirche. Er musste Job-mäßig hin (als Begleitung, was ich vorher wußte),
ich begleitete meinen Sohn und wollte auch selbst mal wieder gerne zum
Gottesdienst.
Nun saß ich eine ganze Stunde mit ihm gemeinsam in einer
Kirche (gesehen habe ich ihn währenddessen nicht) und mir liefen die gesamte
Stunde lang die Tränen nur so übers Gesicht. Ich konnte absolut nichts dagegen
tun …
Natürlich blieb es manchem nicht verborgen. Ich wurde
angesprochen, ob man mir helfen könne. Aber das kann keiner.
Und was sollte ich dem sagen, der mit mir reden würde
(vorausgesetzt, ich würde vor heulen überhaupt was sagen können …) … - „es ist
Liebeskummer ?!? Mit 43 Jahren … klingt eher nach Teenager. Das ist doch total
peinlich. Und vor allem: Es versteht niemand. So lange usw., da muß man sich doch
mal lösen und zusammennehmen usw. … Ja, weiß ich alles, geht aber nicht. Ich
begreife es selbst nicht, wie dann die anderen? Ich kann das verstehen, nur
akzeptiert es nicht mal der andere, dass es einfach so ist … Hätte es mir einer
vor vielleicht zwei Jahren erzählt, hätte ich es wahrscheinlich auch nicht
verstehen können. Denn irgendwann rappelt sich doch jeder wieder. Oder? Ich bis
dahin schließlich auch …
Und wenn dann solche Unglücke wie mit dem o.g. Freund
passieren, den auch die Kirchgemeinde kennt, wie soll ich da ein „nur
gebrochenes Herz“ erklären?
So komisch es klingt, seit diesem Unfall denke ich nicht
mehr so differenziert, meine Probleme wären nicht so wichtig gegen andere. Ich
stelle sie jetzt gedanklich nebeneinander, nicht mehr über- oder untereinander.
Doch ich merke zusehens, die anderen sehen es nicht so. Sie denken nach wie
vor, ein Herz ist in jedem Fall mit der Zeit repariert. Bisschen zusammenreißen,
er/sie ist es doch nicht wert, erkenne das endlich !!!
Doch, ER ist es wert, schreit es in mir …
Vor einigen Tagen, nach über einem Jahr der Ungewissheit,
hat er mir nun wenigstens gesagt, dass er „damals“ auch in mich verliebt war. Das
macht es nun nicht leichter, im Gegenteil. Aber zumindest weiß ich jetzt, so
sehr hatte ich mich nicht getäuscht … Doch wie soll man mit diesen
es-hätte-sein-können-Gedanken leben?
Inzwischen hat er jedoch so viel Abstand bekommen, dass er
sein Single-Dasein wieder genießt.
Erst gestern habe ich ihn wieder gesehen, und es hat sich
für mich nichts geändert.
Nachdem er nun, vor dem gerade erwähnten Gespräch, auch kurz
auf Arbeit mal „hallo“ gesagt hatte, geriet mein Zustand außer Kontrolle und
ich heulte. Als mich meine Chefin ansprach, wurde es ganz schlimm.
Doch ich fühlte mich von ihr verstanden, denn sie hat das Ganze
ja alles miterlebt, bis zu seiner plötzlichen Arbeitsplatz-Versetzung. Hat mich
auch getröstet.
Heute allerdings, über eine Woche später, ging ihr meine Traurigkeit
endgültig auf den Keks.
Es ging um einen Termin in vier Wochen, von dem ich nichts wusste.
Deshalb hatte ich diesen Tag bereits verplant, ich wollte mein Kind besuchen. Das
sagte ich auch (blöderweise).
Ich muss dazu sagen, ich war bis jetzt immer offen für
Termine, bin extra z.B. zwischen Weihnachten und Silvester gegangen, damit die
anderen frei haben konnten, usw.
Jedenfalls platzte es aus ihr heraus,

mit meiner Einstellung
stimme was nicht, und jeder hat schließlich mal private Probleme, die solle ich
gefälligst nicht nach außen tragen, die Kunden würden dadurch nicht freundlich
von mir bedient (was nicht stimmt, hat sich auch noch keiner beschwert!), und
jedenfalls soll ich mich zusammenreißen und über die anderen mal nachdenken,
die auch immer am Wochenende zu den Terminen müssten usw. Ich soll mal froh
sein, diese Stelle zu haben …(Erwähnt sei noch, es ist nur eine befristete
Arbeitsstelle.)
Ich habe auch schon Überstunden gemacht, ohne sie je aufzurechnen
...
Ich kriegte nur immer größere Augen

bei dem Wortschwall,

ich
fand es einfach nur gemein, und wusste nicht viel zu meiner Verteidigung zu
sagen. Als die Tränen liefen, sagte sie noch „da brauchen sie nicht zu weinen“,
obwohl wir Tage vorher sogar noch über dieses Thema gesprochen hatten …! Von meiner ES weiß sie (zum Glück inzwischen) nichts, so konnte sie wenigstens darüber nichts ausposaunen ...
Etwas später fiel mir nur einer ein, der mich in den letzten
Jahren so behandelt hat: mein an Borderline erkrankter Ex-Freund ...
Wer so was kennt, weiß, dazu muss ich nichts schreiben.
Nun sitze ich hier und weiß, ich müsste was tun. Aber was?
Antidepressiva kommen nicht in Frage aus verschiedenen
Gründen (muss fahrtauglich bleiben; Angst vor evtl. Gewichtszunahme;
Abhängigkeit; das Bewusstsein, die Probleme werden durch Medis nicht gelöst …)
Eine
Therapie – selbst wenn ich mich anmelden würde, gibt es
lange Wartezeiten, und da ich hier sehr viel darüber lese, dass es manchmal
erstmal schlechter wird mit
Therapie … das kann ich mir jetzt nicht leisten,
mit Arbeit schon gar nicht … Davon abgesehen habe ich meinen Hausarzt noch nie
auf meine Depris hin angesprochen, weiß also gar nicht, ob er das erstmal
glauben würde … Bin ja immer die nette Person mit dem Lächeln im Gesicht …
Danke fürs lesen, ratlose Grüße, sadness
Nachtrag: diese … komischen Zeichen sollen
... oder
" " oder
- sein, habe im word-programm geschrieben, da ist das so entstanden ... :o