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Donnerstag, 1. Januar 2009, 13:50

BED und Familie/Partner/Freunde

Zuerst mal allen ein schönes neues Jahr ..... ich bin froh dass es dieses Forum gibt!

In meinem Umfeld wissen nicht viele Menschen um meine Essstörung (ist auch ganz gut so, ich will das auch nicht jeder Passnase erzählen). Meine zwei besten Freundinnen, mein Mann, meine Mutter, meine Schwester - das wär´s! Interessant (und traurig) ist wie die Menschen die mir eigentlich am nächsten stehen damit umgehen.

Meine Mutter und Schwester ignorieren es - ÜBERHAUPT kein Thema.

Mein Mann ignoriert es auch - und nicht nur das. Ich habe ihn schon so oft gebeten, keine Süßigkeiten (besonders schlimm für mich) mit nach Hause zu bringen aber er hält sich nicht daran. Immer wieder kauft er das Zeug und ich esse es dann auf. Das macht mich so fertig :-(

Nur meine Freundinnen versuchen zumindest mich zu verstehen. Auch wenn ihnen die Tragweite der Situation nicht bewußt ist ... ich wirke einfach nach außen ganz anders.

Wie ist das bei euch?

Verzweifelte Grüße,
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

Tobias

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2

Donnerstag, 1. Januar 2009, 14:23

Ess(ge)stört - glaubt mir keiner

Ich erlebe es eigendlich immer wieder durch meine Freundin, die sagt Du bist nicht zu dick! Und doch liegt mein BMI bei 38 und kann mich kaum bewegen. Ich denke immer was für Bilder erzeuge ich und wie sieht man mich?! Nun gut meine Freundin sagt wie sie mich sieht, halt nicht zu dick und doc erkennt Sie meine Essstörung an meiner Schwester und Mutter ... habe ich so gar nix mehr von mir erzählt, weil ich das Gefühl habe Sie interessieren Sich nicht wirklich für mich.

Gestern gab es dann wieder die Situation, das ich eine Schale Schokolade vor die Nase gestellt bekam. Obwohl ich gesagt habe, ich möchte keine Schokolade mehr essen ... (was das nun sollte ... ich weiß es nicht und will ich nicht wissen) .. ich habe mich an meine weingummis ohne fett gehalten und habe es geschafft zu wiederstehen. zwischendrinne war ich versucht, mir doch ein riegel zu nehmen, aber ich wusst, wenn ich da jetzt nur einen esse, dann bricht ein damm und den kann ich nicht halten ...und ich würde mehr als ein riegel dann essen. die bekannten konsequenzen haben mir geholfen zu wieder stehen.

....unter dem strich ist man ihrgendwie doch ein einzelkämpfer oder? $-d
das waren meine Gedanken dazu liebe Sonja!!

Tobi
treue, auch mir selbst gegenüber.

3

Donnerstag, 1. Januar 2009, 14:44

Lieber Tobi,

wir hatten das Thema ja schon mal .... *seufz*!

Ich würde es schon gern verstehen - ist es Gleichgültigkeit, Ignoranz, Macht??? Was mich wütend macht ist die Tatsache, dass man mir nicht nur nicht hilft (was ok ist, denn ich kann mir wahrscheinlich nur selbst helfen) sondern mir auch noch andauernd Knüppel zwischen die Beine wirft und dann immer noch erstaunt fragt: " wo ist denn die ganze Schokolade hingekommen?" :teufel:

Zum Glück sind die Zeiten vorbei in denen ich bei dieser Frage auch noch gelogen hab!!

GLG,

Sonja, die auch weiterkämpft $-d !
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

4

Donnerstag, 1. Januar 2009, 16:15

vielleicht ein wenig "hart" ausgedrückt...aber ich glaube das manche sich sogar ein wenig an unserer "schwäche" erfreuen...mir hat man immer gesagt, ich würde so selbstbewusst und erfolgreich in allem was ich tue erscheinen...ich sei ja vom "erfolg" verwöhnt (das ich mir alles was ich erreicht habe schwer erarbeiten musste, vergessen die meisten) und einige leute sehen es dann gerne, dass man eben auch scheitert......

dehalb sehe ich mich -wie tobi schon sagte-auch als einzelkämpferin! ich traue niemandem in meiner umgebung, dass er mich ernsthaft versteht...auch wenn es mir gesagt wird. an so vielen (wie von euch beschriebenen) situationen merke ich das eben auch. gerade in der phase wo ich eben dicker wurde, waren einige gar nicht so unglücklich über meine gewichtsprobleme und meinem leidensdruck diesbezüglich....

so konzentriere ich mich eben auf mich und verlasse mich auch nur auf mich. und mittlerweile hab ich mich damit auch abgefunden, dass es dinge gibt, die ich (ich spreche hier nur von mir, vielleicht ist es bei anderen anders) nur mit mir ausmachen kann und muss.

lg nunu

5

Donnerstag, 1. Januar 2009, 16:55

Es ist doch merkwürdig, oder?
Bei vielen hier im Forum habe ich den Eindruck, dass sie "Einzelkämpfer" sind. Ich kann alles, ich mache alles, ich habe an mich höhere Ansprüche als an jeden anderen. Ich helfe allen, will aber nicht, dass sie mir helfen.

Und doch .. da gibt es einen ganz bestimmten Punkt, da will, da MUSS ich angenommen, akzeptiert, verstanden, GESEHEN werden. Und das ist das Essen und meine Störung. Wenn ich auch nur GLAUBE, dass jemand das nicht versteht, fühlt sich das an, als wäre ich als Person, als Mensch, nicht angenommen.

Jeder andere Punkt, der kritisiert wird an mir, wird von mir erwogen und entweder für richtig oder falsch befunden.

Aber wehe, meine Mutter sagt, "du, ich habe mit einer Freundin gesprochen, die hat dich gesehen und meinte, das wäre bestimmt alles nur Wasser. Willst du nicht mal Entwässerungskapseln probieren?"

Oder mein Vater sagt: "du und ich, wir haben ja diese Probleme, unser Gewicht zu halten ... ich hab ja jetzt wieder XY Kilo abgenommen, mit so nem Zeug aus der Apotheke ..."

Oder mein Mann sagt "also, ein _bisschen_ weniger fänd ich halt schon schön ... vielleicht kannst du mal auf Süßigkeiten verzichten?"

Das stürzt mich in tiefe Verzweiflung.


Vielleicht ist es EGAL, was andere über meine Ess-Störung denken?

Vielleicht ist es nur ganz, ganz wichtig, wie ICH darüber denke???


LG
laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

6

Donnerstag, 1. Januar 2009, 18:17

Ich habe mich erst vor ein paar Tagen meiner Schwester anvertraut. Erst kuckte sie komisch, denn sie ist wirklich sehr dick und hat m.E. auch eine ES, aber dann fragte sie nach einer Weile: Kleines (so nennt sie mich immer, sie ist älter aber 10 cm kleiner - die Süße (**) ), wenn du eine ES hast, aber so eine Figur hast, dann musst du brechen oder hungern. Du brauchst Hilfe, ich helfe Dir weil ich Dich unendlich lieb habe, ich weiss noch nicht wie, aber ich liebe Dich dafür dass du so ehrlich warst.
Dann haben wir beide bestimmt 30 Min :bawling: - und das war so gut.

Sonst will ich mich erstmal keinem anvertrauen, es würde keiner verstehen.

kenni

7

Donnerstag, 1. Januar 2009, 18:27

Ach Kenni,

ich könnte grad mitheulen, so nah gehen mir deine Zeilen.

GLG,

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

8

Donnerstag, 1. Januar 2009, 18:59

Hallo Kenni,

wie schön, dass du dich deiner Schwester anvertrauen konntest. Das hat Euch sicher noch enger zusammen geschweißt. Ich hoffe, sie kann dich unterstützen auf deinem Weg.

Liebe Grüße,
Tarja

9

Donnerstag, 1. Januar 2009, 20:31

Das rührt mich auch. Es ist schön zu lesen, daß es noch so mitfühlende und tiefgründige Menschen gibt.

Ich habe gerade noch mit einem freund über Es am Telefon gesprochen, der von meiner weiß.
Ja, ich in Einzelkämpferin und habe auch von meinem eigenen Kampf gesprochen, als es über meine ES ging.

Meine Freundin, die z. Z. bei mir wohnt ist ganz intressant.. Essen hält für sie Leib und Seele zusammen und hat auch ihre Gewichtsschwankungen, die ihr völlig egal sind. Gehts ihr gut, ist ihr Apppetitt hoch. Mich macht es wahnsinnig, das ganze Zeug, aber sie ist trotz ihre FAs die Ruhe selbst.. Ihre Eltern haben ihr auch ein ganz gesund-denkendes Essverhalten voegelebt und die trotz ihre Rettungsringe geliebt, wie die ganze Familie.. Schotten sind halt so :eyebrow:

Lg
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

10

Donnerstag, 1. Januar 2009, 20:56

Danke, ja meine Schwester ist ein Engel, früher öfter mal ein B-Engel, aber so ist das unter Geschwistern. Es muss auch unheimlich nervig sein, wenn die kleine Schwester immer den Lippenstift mopst oder heimlich in den 80íger Jahre Stiefeln der Älteren "Dame" spielt - kicher

Ich wünschte Euch auch eine solche Schwester oder Freundin oder allgemein Vertraute, es nimmt Einem schon mal eine große Last von den Schultern.

11

Freitag, 2. Januar 2009, 09:32

Hm ich kann da immer nur wiederholen
dass viel an der eigenen souveränität liegt
am selbstbild ^^
sprich eine Einstellung zu sich ändern/finden

und es gibt Menschen die das verstehen können
Menschen die das zwar verstehen wollen aber nicht können
und Menschen die weder das eine noch das andere davon tun ^^

Eine Sache die jeder erfahren wird in dem Prozess der eignen Grenzen
sind die Grenzen und Probleme der anderen.
lasst euch nicht entmutigen wenn ihr fühlt, dass es der Weg ist den ihr gehen müsst.

Der Spruch ist so wahr, dass man die andren nicht verändern wird
aber man kann sich selbst verändern
und ab und an staunen was diese kleine Änderung bewirkt.

in diesem Sinne

12

Freitag, 2. Januar 2009, 12:27

Hallo Dailaitha,

da liegt ja genau das Problem. Beim Thema ESSEN bin ich nicht souverän (hätte ich sonst BED?). Und es hat meiner Meinung auch nichts damit zu tun, dass ích jemand ändern will.

Dass meine Familie diese Thematik ignoriert finde ich in erster Linie interessant (OK, manchmal schmerzt es auch ziemlich), aber ich kann es gut akzeptieren. Was mich wütend macht ist die Tatsache, dass mein Mann mir meine Suchtmittel vor die Nase stellt und der Meinung ist ich solls halt nicht essen wenn es mir nicht gut tut.

Was bitte soll ICH denn daran ändern? Außer mein Bedürfnis zu äußern, ihn zu bitten usw.

S.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

13

Freitag, 2. Januar 2009, 14:17

Hallo Sonja,

hast Du schon mal überlegt, ihm das Zeug einfach über die Hose zu kippen?

14

Freitag, 2. Januar 2009, 18:32

Liebe Sonja,

ich würd den ganzen Scheiß vor seinen Augen in ne Mülltüte werfen und diese sofort in die Tonne schmeißen. Damit er mal sieht, dass es dir ernst ist. Denn mit Erklärungen scheinst du ja bei ihm nicht weit gekommen zu sein, das entnehme ich zumindest deinen Zeilen.

Mir ist es ein absolutes Rätsel, dass ein Partner oder eine Partnerin so ignorant sein kann dem Menschen gegenüber, den er/sie liebt. Das schockiert mich zutiefst. Und macht mich rasend wütend!

Ich wünsche dir, dass dein Mann bald begreift, was er dir da antut.

Viele Grüße,
Tarja

15

Freitag, 2. Januar 2009, 23:24

Was willst du denn genau jetzt von ihm?

das ist mir nicht richtig klar ehrlich gesagt.
Ich merke, dass du wütend bist das Zeug soll weg,
aber genau wie das ablaufen soll kein Schimmer.

Ich denk dass es bei deinem Mann auch nicht ankommt
was du eigentlich konkret willst.

das mit der Souveränität bezog sich darauf wie man anderen Menschen von seiner Essstörung erzählt.
Das man sich eben Ernst nimmt mit seinem Problem z.B. ^^

16

Samstag, 3. Januar 2009, 07:00

Hallo Dailaitha,

Ich möchte dass er keine Süßigkeiten kauft und sie in der Speisekammer aufbewahrt. Ich will keine Süßigkeiten auf Vorrat im Haus haben weil ICH sie aufesse. Sein Argument ist, dass er etwas Süßes im Haus haben möchte wenn er Abends mal Lust drauf hat. Aber da ich das Zeug eh vorher aufesse ist das meiner Meinung nach doch sinnlos.

Ein Beispiel: wenn dein Mann Alkoholiker wäre würdest du da die Schnapsflasche für deinen allabendlichen Schlummertrunk vor seine Nase stellen?

Was ist daran unverständlich? Wie würdest du dich denn an meiner Stelle verhalten?
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

17

Samstag, 3. Januar 2009, 07:21

Hm ich kann da immer nur wiederholen
dass viel an der eigenen souveränität liegt
am selbstbild ^^
sprich eine Einstellung zu sich ändern/finden


Hallo, Dai,

das ist ja gerade das Problem. GENAU DAS. Wenn das Problem nicht wäre, wären die Leute nicht hier in diesem Forum. Das ist Teil ihrer Krankheit, müsstest Du eigentlich wissen ;-)

Einem Depressiven zu sagen "Nun sei doch mal fröhlich" ist ähnlich effektiv.

Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

18

Samstag, 3. Januar 2009, 07:28

Ein Beispiel: wenn dein Mann Alkoholiker wäre würdest du da die Schnapsflasche für deinen allabendlichen Schlummertrunk vor seine Nase stellen?


EXAKT, Sonja,

das ist auch das Beispiel, das ich immer bringe: Niemand würde einem Alkoholiker eine Flasche Schnaps zu Weihnachten schenken, oder sie offen im Haushalt stehen lassen, aber wir Esssüchtige bekommen Pralines etc. geschenkt und selbstverständlich "müssen" wir das dulden und "dürfen" nicht erwarten, dass unsere Partner mit bestimmten Lebensmitteln zurückhaltend sind. Wir haben "souverän" in unserer Sucht zu sein, wir sollen lernen, das auszuhalten. Muss das auch ein Alki? Muss der Junkie dulden, dass in seiner Wohnung Heroin oder Koks lagert?

Solange wir nicht begreifen, dass wir SÜCHTIG sind, und dass das qualitativ KEIN Unterschied zu anderen Süchten ist, werden wir die Sucht nie in den Griff bekommen (oder wir sind gar nicht süchtig...)

Schönen Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

19

Samstag, 3. Januar 2009, 15:09

*unterschreib*

20

Samstag, 3. Januar 2009, 15:33

Der ein oder andere mag bei mir gelesen haben, dass ich mich nur einer einzigsten Person in meinem Umfeld anvertraut habe mit der ES und meiner Therapie. Und ausgerechnet diese Person hat mir in einem sehr schwachen Moment (der erste "gute" Tag nach tagelangen FA's) eine Tafel Schokolade als Geschenk auf den Schreibtisch gelegt. Ich war zutiefst enttäuscht, fühlte mich verraten und einer Art "Test" ausgesetzt. "Na bist Du stark genug? Schaffst Du es?". So war es bestimmt nicht gemeint, aber so empfand ich es.

Ich möchte irgendwann an den Punkt kommen, wo ich meinem Mann nicht mehr bestimmte Nahrungsmittel verbiete und lockerer damit umgehen kann. Aber momentan würde ich von ihm schon verlangen, dass er sich etwas zurückhält und nicht abends die Chipstüte vorholt, wenn wir einen Film schauen. Auch wenn es schwer fällt...