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1

Montag, 6. August 2007, 15:16

Gedanken kurz bevor dem Binge

Ich versuche seit einiger Zeit zu entdecken, welche Situationen oder Gefuhle bei mir die Bingeanfalle verursachen. Ich habe gemerkt, dass dies eine sehr schwere Aufgabe ist. Ich finde keine richtigen Worte um meine Gefuhle auszudrucken.
Deshalb mochte ich fragen, was Euch durch den Kopf so durchgeht, welche Gefuhle, Situationen usw euch zu einem Anfall fuhren. Ich hoffe, meine Frage ist nicht zu drastisch. :o

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tobias« (25. Februar 2010, 14:38)


2

Montag, 6. August 2007, 16:14

oh
hallo erstmal meinerseits ;)

also ich hab das ganze immer so statisch gesehn... ich muss vorher gefrustet sein...etc.

ich hab aber die erfahrung gemacht, dass die gefühle an sich erst mit der zeit klarer und deutlicher hervortreten
am anfang hab ich immer gedacht "wie 'nur' das soll auslöser gewesen sein?"
achte mal auf alles möglich ein fa kann auch zeitverzögert kommen.

wann hast du dich aufgeregt oder hättest eigentlich ärgerlich sein müssen etc.

ich glaub das problem ist auch, dass man am anfang noch sehr stark gefühle wegisst sodass man vom kopf her nachdenken muss wo die gefühle hätten sein können oder sollen.

lg dai

Schokoliebe21

unregistriert

3

Montag, 6. August 2007, 21:22

Huhu :hurra:


Ich fresse meistens wenn ich mich einsam fühle. Also, ich suche derzeit einen Ausbildungsplatz und wohne seit 2 Jahren mit meinem Freund zusammen. Er geht studieren und wenn ich dann fast den ganzen Tag alleine bin, dann fühle ich mich einsam, bin depressiv und die einzige Beschäftigung: Essen! Obwohl ich das Haus putzen könnte, mit dem Hund rausgehen, nen Ausbildungsplatz suchen, ich hätte soviel nebenehr zu erledigen, aber nein, es muss Essen sein!
Liegt ein wenig auch daran, dass ich bis vor kurzem magersüchtig war, erfolgreich eine Thera gemacht hatte, dann privat wieder soviel dazwischen kam, dass ich wieder abrutschte. Unteranderem so Sprüche von meinen Großeltern und meinem Vater : Du musst essen, essen, essen. Zunehmen. Essen. Es gab echt kein anderes Thema mehr, wenn ich bei denen war, außer, was hast du gegessen, wieviel wiegst du. :-| Dadurch enstanden die ersten Essanfälle und meine Magersucht hat sich mittlerweile zur Esssucht gewandelt. Ich will beides nicht, weder die Magersucht noch die Esssucht. Ich will endlich wieder normal leben können, das Essen genießen. Naja, die letzten Wochen kam dann eine Schokoladensucht hinzu, wo ich mich wirklich täglich nur von Schoki ernährte. Hab ich aber bissl wieder unter Kontrolle bekommen. Also, wie gesagt, ich fresse, wenn ich einsam bin, alleine, frustriert und depressiv bin.

LG
Schokoliebe

4

Dienstag, 7. August 2007, 00:34

****

Ich verstehe dich Schockoliebe. Mein Gewicht gab zwar nie Anlass zu einer Magersuchtdiagnose, aber ich hatte viele Simptome, die MAgersuchtige vorweisen: Depression, Kalorieobsession...ich brauch' nicht weiter aufzuzahlen. Und jetzt bin ich an der anderen Seite der gleichen Medaille.
Ich fuhle mich so wertlos und je mehr ich mich wertlos fuhle, desto weniger Kontrolle habe ich. Ich esse wenn ch mich wertlos fuhle und will mich fur dieses Gefuhl bestrafen. Ich habe es rausgekriegt. Was soll ich aber jetzt tun?:o

Schokoliebe21

unregistriert

5

Dienstag, 7. August 2007, 07:29

Das mit dem Bestrafen, das könnte auch noch eine Möglichkeit sein, weshalb ich fresse. Dass ich aus Strafe darüber, fast meine Beziehung, die mir hoch und heilig war, durch die Magersucht zerstört zu haben, ich mich nun vollstopfe, um richtig dick zu werden, was für Magersüchtige ja der reine Horror wäre. Mir macht es momentan allerdings nicht mehr groß etwas aus, dass ich immer mehr und mehr zunnehme. Ich habe irgendwie resigniert :schief:


LG
Schokoliebe

6

Dienstag, 7. August 2007, 11:17

RE: Gedanken kurz bevor dem Binge

Zitat

Original geschrieben von Pixar

Ich versuche seit einiger Zeit zu entdecken, welche Situationen oder Gefuhle bei mir die Bingeanfalle verursachen. Ich habe gemerkt, dass dies eine sehr schwere Aufgabe ist. Ich finde keine richtigen Worte um meine Gefuhle auszudrucken.
Deshalb mochte ich fragen, was Euch durch den Kopf so durchgeht, welche Gefuhle, Situationen usw euch zu einem Anfall fuhren. Ich hoffe, meine Frage ist nicht zu drastisch. :o


Hallo, Pixar,

genauso geht es mir auch. Es ist ein GANZ bestimmtes Gefuehl, ich kann es von JEDEM anderen unterscheiden, aber nicht in Worte fassen. Aber wenn dieses Gefühl da ist, und ich ihm nur kurz nachgebe, ist es geschehen und zu spaet, dann ist der Essanfall da und nicht mehr zu stoppen.

Schoenen Gruss

Petrus

"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

sternstaub

unregistriert

7

Freitag, 10. August 2007, 21:32

ich habe fixe zeiten, in denen ich einfach esse, was ich finden kann. eigentlich immer nach dem mittagessen (nur, wenn ich zuhause und unbeobachtet bin) und in letzter zeit am abend. ich denk da meistens nicht viel... in dem moment läuft das so wie immer... manchmal denk ich auch: "egal, morgen fang ich eine diät an". wär ja fast lustig, wenns nicht so real wäre.

8

Montag, 13. August 2007, 15:24

so Erlebe ich das

Hallo Schokoliebe,
also meine Gefühle kurz vor einem Rückfall kann ich mitlerweile eigentlich ganz gut deuten, indem ich versucht habe, sie mir in der Situation bewußt zu machen. Bei mir sind es Gefühle wie Langeweile, Trauer, Frustration, Wut und das sich-abgeleht-fühlen. Manchmal dauert der Entscheidungskampf für essen oder nicht essen dann den ganzen Tag, bis ich irgendwann aufgebe, weil ich einfach keine Kraft mehr habe. Meistens komme ich auch nur über meine FAs an meine negativen Gefühle ran, kann dann also weinen etc. Wie ein überkochender Kochtopf stauen sich diese Gefühle dann bis zu einem FA an. Habe noch keinen anderen Weg gefunden - Leider.
Lg,
hermit