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wunschkind2601

unregistriert

1

Donnerstag, 3. Mai 2007, 20:19

vermutlich heute die Ursache gefunden

Hallo Ihr Lieben,

ich hatte heute erst meine 5. Sitzung aber wie es scheint haben wir die Ursache für meine "Störung" gefunden. Oder zumindest den Löwenanteil daran.
Und so sieht es aus:
Seit ich klein bin weiß ich, dass ich Mutter sein will. Ich wollte so werden wie meine Mama, sozial, viele Kinder, tolle Ehefrau und irgendeinen Job nebenher wenn die Kinder aus dem gröbsten raus sind.
Ich hab immer wieder in meinem Leben festgestellt, dass ich nichts wirklich gut kann. Ich war in der Schule mittelmäßig, habe noch 3 Schwestern, die waren alle am Gymnastium - nur ich nicht, hab die Aufnahmeprüfung nicht bestanden - kam mir also irgendwie wie die Dümmste vor, aber das war nicht weiter schlimm, ich wußte ja, dass ich was anderes wollte, ein weiteres Ziel hatte und dafür brauchte ich die Schule nicht wirklich.
Dann hab ich eine Ausbildung gemacht, auch da war ich nicht gut, ich war mittelmäßig, egal wieviel Mühe ich mir gegeben hatte, ich war nie wirklich gut in etwas - aber das störte mich nicht, ich wollte gut sein, in dem was mein Traum war. Dann lernte ich meine Mann kennen und stellte schnell fest, dass ich nicht die Ehefrau sein konnte die ich wollte. Ich war nicht so locker, zu eifersüchtig, schon immer nicht schlank genug, nichts worauf er -in meinen Augen- hätte stolz sein können. Aber halb so wild - ich hatte ja noch das Muttersein was ich gut machen konnte. Ich hatte meinen Job und hab mir Mühe gegeben, aber egal was ich gemacht hab, ich hab immer wieder richtig Mist gebaut.
An je mehr Aufgaben ich gescheitert bin, desto mehr hat sich mein Bild von mir als Hausfrau, Ehefrau und Mutter versteift auf etwas was perfekt sein musste - ohne das mir all das bewusst gewesen wäre.
So: jetzt bin ich Mutter - und langsam - aber sicher, stellte sich heraus, was sich herausstellen MUSSTE. Auch hier bin ich nicht perfekt. So. Und dann kam heute raus... Was ist mein Wert? Was KANN ich eigentlich wirklich!? Fakt ist: ich bin in NICHTS wirklich gut. Es gibt NICHTS was ich wirklich gut kann. Und das ist auch was meine Essstörung ausgelöst hat.
Ich hab mir ein sooo festes Bild davon gemacht, wie ich aussehen will, wie ich als Mutter sein möchte, wie mein Tagesablauf als Mutter Ehefrau und Hausfrau aussehen soll, dass es sozusagen zum scheitern verurteilt ist. Und sobald ein Tag nicht so lief, wie er in meinen Augen laufen sollte, war "ich gescheitert" und das Binge Eating übernahm mich quasi völlig.

So sieht es aus - ich seh es ganz klar wie das gekommen ist und meine Aufgabe jetzt ist auch klar.
Ich muss meinen Selbstwert wohl steigern, etwas finden, worin ich mich gut finde oder etwas lernen. Mich nicht so perfekt haben wollen und und und.... Tausende Aufgaben stehen vor mir die ich jetzt meistern muss bis ich diese "Störung" nicht nur erkannt sondern auch "behoben" habe, bzw. damit umgehen kann.

Ich kann das gar niemand erzählen, denn wenn ich diese Worte nutze, die im Moment halt einfach stimmen, wie z.B. dass ich in meinen Augen nichts wirklich kann und in nichts wirklich gut bin, dann wird mir einjeder der mich lieb hat sofort wiedersprechen. Was lieb gemeint ist, mir aber nicht hilft, denn ich will ja kein Mitleid. So sind jetzt gerade die Tatsachen, das ist mein Ist-Zustand und alles weitere wird meine Therapeutin mit mir erarbeiten.

Ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg, aber heute bin ich einfach erschöpft und was ich rausgefunden hab desillusioniert mich und macht micht tief traurig. Aber ich weiß auch was dahintersteht und dass es schon beachtlich ist, dass ich in so kurzer Zeit so viel herausfinden konnte.

Was sagt ihr dazu? Oder war Euch das zu lang?? (**)

Liebe Grüße!
Caro

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tobias« (17. Februar 2010, 18:52)


2

Donnerstag, 3. Mai 2007, 20:59

nein das war irgendwie flüssig zu lesen ;)

das freut mich ich kenn solche erkenntnisschübe auch, die muss man erstmal verdauen 8-)

:)

lg dai

Loreley

unregistriert

3

Freitag, 4. Mai 2007, 11:32

Ich glaube, das gehört zum Prozess der Mutterwerdens dazu: die Erkenntnis, dass man nicht perfekt ist, auch nur ein Mensch ist, nicht alles 100 %-ig richtig machen kann.

Man kann sich nur Mühe geben. Ich wette mit Dir, Dein Kind liebt Dich, wie Du bist. Auch wenn Du nicht perfekt bist.

Ich kenne das. Der Wunsch, alles "richtig" zu machen übt aber auch einen grossen Druck aus (womit gleicht man diesen Druck aus? Na, erraten?).

Ich persönlich habe wohl auch versucht, das was bei mir zu kurz gekommen ist, am Kind wieder wettzumachen. Keine Gute Idee sowas.

Liebe Caro, mach Dir nicht so viel Stress. Mutter sein ist ein harter Job. Und allein sich darüber Gedanken zu machen, das zeichnet schon eine gute Mutter aus.

4

Freitag, 4. Mai 2007, 21:59

die wahre liebe ist die liebe eines kindes - denn sie ist unverfälscht, bedingungslos, ehrlich und geschieht um ihrer selbst willen.

ich wünsche dir das glück, diese liebe ohne schuldgefühle annehmen zu können.

ich kann aber den druck den du dir machst gut verstehen. ich habe auch immer angst etwas falsch zu machen. aber das ist ein zeichen deiner großen mutterliebe, caro. denn wenn man sich so viel gedanken um sien kind macht.... wie kann man da eine schlechte mutter sein? ich versuche mir dies auch immer wieder ins gedächtnis zu rufen.

mein schönstes erlebnis war, als mein sohn zu mir sagte "mama, du bist eine gute mama". einfach so. wir standen an der ampel und er sagte es. da wurde mir so einiges bewusst.

quäle dich nicht mit den ganzen selbstvorwürfen und -zweifeln. genieße das glück, einfach mutter zu sein und liebe zu schenken und zu empfangen.

herzlich, ayla

wunschkind2601

unregistriert

5

Samstag, 5. Mai 2007, 12:01

Ja, danke das hat sich sehr schön gelesen.

Aber es tröstet mich wenig, denn ein Kind liebt seine Mutter nunmal. Was muss eine Mutter nicht alles tun um sich die Liebe ihres Kindes zu verscherzen. Guck Dir mal an, so wieviele werden misshandelt geistig oder körperlich und lieben ihre Eltern trotzdem....

Nein, ich misshandle mein Kind nicht - ich weiß. Aber schon jetzt - und sie ist erst 2!!!! - ist mir schon 1-2 mal die Hand ausgerutscht. Das wollte ich nie nie nie nie nie.... Und dennoch ist es mir passiert.
Es gibt so viele Dinge die ich anders und noch bisschen besser machen wollte als meine Mama....

ich hoffe dass vieles an meiner jetztigen Schwangerschaft liegt und meine Geduld sich wieder zurückmeldet, wenn ich es nicht mehr bin.... Drückt mir die Daumen...

Danke - an Alle!
Caro

6

Samstag, 5. Mai 2007, 21:10

caro, ich kann mir gut vorstellen, dass du dir solche gedanken machst. grad weil du schwanger bist. da ist man besonders empfindsam.

aber caro, auch du bist nur ein mensch. setz dich bitte nicht so unter druck. dadurch bist du gereizt und deine nerven liegen blank. so drehst du dich im kreis.

du bist kein erziehungs-roboter!! wenn ich dich so lese kann ich richtig den schmerz fühlen, den du deshalb empfindest. ich weiß es ist schwierig caro, aber versuch dich nicht so klein zu machen. mit nichts kann man eine mutter so treffen wie mit dem wohl der kinder und mit dem vorwurf eine schlechte mutter zu sein.

tu dir das selbst nicht an. du sorgst mit liebe für deine kinder, machst dir gedanken um ihr wohl. du liebst sie. bist für sie da und teilst freud und leid mit ihnen. du bist eine gute mutter!

denn was du bezüglich der liebe der kinder gesagt hast, sie würden auch eine mutter lieben, die sie misshandelt - sie sehnen sich nach liebe, ja. aber du bist weit entfernt von dem, was diese "mütter" sind!

kopf hoch und mehr selbstvertrauen wünsch ich dir von herzen!!!

solidarisch, ayla

7

Donnerstag, 14. Juni 2007, 21:22

Tut das gut, Leute zu lesen, die ähnlich (gleich ist zu viel) empfinden!

Ihr Lieben, ich bin heute zum ersten Mal hier, aber sicher nicht das letzte Mal!
Ich kann es so gut nachempfinden, dass man sich immer unvollkommen fühlt ............... leider.
Ich mache auch mal grade wieder ne Therapie und wenn ich mit meiner Therapeuten rede, ist alles immer so klar - und dann kommt die Zeit zwischen den Sitzungen - da kommen die Selbstzweifel, meine viel zu hohen Erwartungen an mich, und das Problem, dass ich noch keine gescheite Alternative zum Fressen gefunden habe .........
Aber ich suche weiter!
Vielleicht finde ich ja hier auch Anregungen und gute Tips, was man stattdessen machen kann.
LG
Betty :kopfweh:

8

Freitag, 15. Juni 2007, 08:39

hi betty...was machst du für eine therapie?

weil das klingt mir jetz so lehrermäßig...
bist du wegen der Therapie manchmal auch völlig aufgelöst?
ich mein du hast schon ne etwas längere "karriere" hinter dir... was versuchst du im moment um mit deinen gefühlen umgehen zu können?

lg dai
PS : *g* ich frage sehr gerne

9

Freitag, 15. Juni 2007, 14:07

Hi Dai, ;)
Lehrermäßig - das kann gut sein, ich bin nach all den Jahren mit meiner Sucht echt gut bewandert in der Theorie zu diesem Thema. Aber halt leider nur in der Therapie.
Ich bin in Wiesbaden in einem Forum für Essstörungen, also einer Gemeinschaftspraxis, die sich ausschließlich mit Essstörungen befasst in Therapie. Ich denke, es ist hauptsächlich ne Verhaltenstherapie, aber zum Glück sieht meine Therapeutin das nicht ganz so eng, so dass wir auch oft mehr Gesprächstherapie machen, denn wie gesagt, in der Theorie bin ich echt klasse.
Wie ich mit meinen Gefühlen umgehe. Das ist total unterschiedlich manchmal schaffe ich es zum Beispiel durch Gespräche, einem Fressanfall zu entgehen. Das ist eine der Techniken, die ich in der Klinik erlernt habe. Leider klappt das aber nicht immer. Und dann ergebe ich mich leider in letzter Zeit immer wieder mehr in mein "Schicksal" - Fressanfall.
Ja, leider sehe ich es manchmal immer noch so.
Ich dachte im Februar, nach meinem Klinikauffenthalt von sechs Wochen: "Wow, nun hab ichs geschafft!" Aber leider is es im Moment wieder mal schwieriger geworden. Das Wichtigste für mich ist, dass ich es aber merke, und analysiere, warum und wann es nicht klappt. Zu diesem Zweck hab ich auch mal wieder angefangen zu schreiben. Nur für mich, damit ich es nachlesen kann, wenn es mir mal wieder mies geht und ich futtern will. Ab und an hilft das auch sehr gut.
Ansonsten bin ich auch der typische Heimlichfresser! Ich komme also nur in Versuchung, wenn mein Partner nicht da ist (wir wohnen nicht zusammen, sondern in verschiedenen Städten und sehen uns so nicht jeden Tag), zumal ich auch, wenn er da ist, nicht so viel Grund habe zu futtern. Nur manchmal gehe ich dann heimlich in die Küche oder trinke was Süßes,. Er weiss nun, nach 2 Jahren zwar viel über meine Sucht, aber trotzdem ist es mir peinlich vor ihm zu fressen :doof:

So, ich hoffe, das war nun net zuviel!

Wie isses eigentlich bei dir?
Erzähl mir doch bitte auch mal was.
Wie kommst du hierher? Ich bin ja noch neu und kenne noch niemanden. Lerne Euch aber gerne kennen.

LG
Betty

10

Freitag, 15. Juni 2007, 16:45

hallo betty ^^

also ich kam hier ins forum, da wurde meine lage schon immer besser, die unterstützung mit dem forum hab ich halt erst relativ spät wahr genommen.

ich war vor zwei jahren teilstationär in essen, was mir unheimlich gut tat. anscheinend genau der richtige zeitpunkt und die 3-mahlzeiten-ernährung in verbindung mit Verhaltenstherapie brachte den stein so richtig ins rollen.
daraufhin entstand ein andres bed-forum und über google landete ich hier und lernte die liebe familiäre (mod-team *wink*) atmosphäre kennen und lieben.

währenddessen wechselte ich meine therapiestelle, wohl auch ein zahn im rad, dass mir weiter aufschwung gab.
nachdem ich in ein ziemliches loch fiel schlug die analytische Therapie aber doch sehr gut an und im august letzten jahres bin ich für 11 monate nach bielefeld gegangen (das erste mal alleine wohnen abstand und eine aufgabe etc.) halfen mir, mein neues leben aufzubauen.

das alles führte neben einer intensiven Therapie dann auch dazu, dass es mir seit geraumer zeit relativ gut geht
(thread "und ich lebe ich lebe immer noch" (einfach in der suchfunktion eingeben)

ich brauche meine Therapie noch, denn es gibt viele dinge aus der
vergangenheit die noch verarbeitet werden müssen, aber ich schätze so anfang nächsten jahres ist mein therapiezeit spätestens zu ende *bammel hat*

ich bin um einiges klarer geworden was grenzen angeht und der inneren stimme, wie es einem geht und normale gefühle und probleme kann ich mittlerweile ganz gut ohne essen aufarbeiten.
bin auch geduldiger und wetschätzender geworden.

das was mir eben noch zu schaffen macht sind die dinge aus der vergangenheit, aber auch da sehe ich positiv in die zukunft und wenns einfach wär... mei gott warum dann das traraa :grinsx:

hat sich verdammt viel getan ^^ *stolzist* (wenn ich so drüber nachdenk)

*g* schreib gern und viel
lg dai

11

Samstag, 16. Juni 2007, 11:30

Ich bin gerade am Überlegen, wieder in die Klinik zurückzugehen, denn im Moment schaffe ich es nicht so ganz mit Allem zurecht zu kommen.
Dort fühle ich mich halt besser verstanden und vor Alllem fallen die Alltagsprobleme weg. Dort ist geschützter Raum.
Aber hier sind ja meine zwei "Wilden" (14 und 12). Meinen Eltern wird das zuviel.
Zu meinem Ex-mann wollen die Kids auf keinen Fall und so schaue ich mal, ob ich es vielleicht in den Ferien schaffe, denn dann fahren sie vielleicht ein paar Wochen in die Heimat ihres Vaters.

Mein Partner hat vorhin zu mir gesagt, dass er es toll findet, dass ich erkenne, was mir gut tut,als ich ihm davon erzählt habe, dass ich wieder in die Klinik will.
Und ich denke er hat recht.
Mir das einzugestehen, is doch auch schon was ......

LG
Betty

12

Samstag, 16. Juni 2007, 14:04

das ist sicherlich gut wenn man nichts mehr geregelt bekommt sozusagen die not reißleine.

aber ich würd dir natürlich wünschen, dass du lösungen für deinen alltag findest.

lg dai

13

Samstag, 16. Juni 2007, 14:41

Lösungen für den Alltag finden ........... ja, das wünsche ich mir auch!
Aber leider is das gar net so einfach, denn mein Alltag ist ziemlich kompliziert.
Drum fällt es mir leichter wärend einer "Auszeit" nach Lösungen zu suchen, denn im täglichen Chaos bleibt mir dazu irgendwie net so richtig die Zeit.
Also geh ich mir lieber wieder Hilfe holen, bevor ich wieder in dieses totale Gefühl der Machtlosigkeit abrutsche, bzw. in das Gefühl, dass ich eh nen hoffnungsloser Fall bin. Denn an dem Punkt war ich schon so oft..........
Kennt Ihr das auch?

LG
Betty

wunschkind2601

unregistriert

14

Samstag, 16. Juni 2007, 14:50

Da muss ich mich doch mal wieder einmischen. War ja schließlich ursprünglich MEIN Thread :-)

Das machtlose Gefühl....
Jaaaa, das hab ich oft gehabt. Jetzt im Moment hab ich es nicht, die Hormone meiner SChwangerschaft haben meine "Störung" irgendwie ausgeknipst, oder beiseite geschoben.
Aber ach , was hab ich Nachts wachgelegen und überlegt, was mit mir nicht stimmt, was mich immer und immer wieder davon abhält normal zu sein, warum so viele es schaffen abzunehmen - nur ich nicht. Ich hab mich so hilflos und mir selbst gegenüber so unglaublich machtlos gefühlt. Ich hab mich gehasst, verwünscht, blöd gefunden, verachtet....

Ich bin sehr gespannt, wie weit meine Therapie mich gebracht hat und ob die Fülle dieser negativen Empfindungen mich nach der Entbindung wieder einholt...
Ich freu mich so auf das Baby - aber ich hab auch solche Angst....
Vor allem ob ich das schaffe mit dem 2. Kind usw....

Caro

15

Samstag, 16. Juni 2007, 15:01

Hallo Caro und welcome back in Deinem Thread ;)

ich finde es toll, dass es Dir mit der Schwangerschaft so gut geht und drücke Dir feste beide Daumen, damit es auch mit den Beiden nachher so gut geht!
Aber warum nicht?! Zwei Kids sind klasse! Manchmal natürlich stressig, aber irgendwann fangen sie an miteinander zu spielen und dann kannst Du zuschauen.
Irgenwann fangen sie dann an sich miteinander zu prügeln, da solltest du dann am besten wegschauen :grinsx:

Ich wünsch Euch jedenfalls das Allerbeste!

LG
Betty

wunschkind2601

unregistriert

16

Samstag, 16. Juni 2007, 15:14

Hallo Betty,

ja, ich weiß dass es irgendwann toll ist. Ich freu mich ja auch sehr aufs Baby und platze schon langsam vor Ungeduld.
Leider gehts mir nur was die Fressattacken angeht gut - bzw. es gab keine, und ich hab nicht viel zugenommen bisher, was mich so froh macht.
Aber seit ich die Therapie angefangen hab ist meine Stimmung extrem gedrückt. Je weiter ich komme mit meinen Erkenntnissen, desto hoffnungsloser fühle ich mich und desto unsicherer und ängstlicher werde ich.
Ich weiß dass es besser werden wird, aber ich denke, wenn ich mit dieser Stimmung die ersten Wochen mit nem Neugeborenen meistern muss + gestresstem Ehemann + trotziger 2jähriger... Das schaffe ich nicht, nicht ohne auszurasten, nicht ohne vielleicht täglich 3 Fressanfälle, nicht ohne verzweiflung und Tränen.... dabei sollte die Zeit doch schön sein.

Aber vielleicht hab ich Glück und die Hormone retten mir die erste Zeit so wie bei meiner Tochter. Ich war so glücklich - ich hoffe das ist diesmal wieder so. Dann schaff ich das nämlich ganz easy :hurra:

Ich versuche das zuversichtlich zu sehen - im Moment gehts ganz gut... Vorgestern war es noch sooo schwer.... Unglaublich wie man aufsteigt und abfällt wenn man sich mit solchen Problemen befasst...

17

Samstag, 16. Juni 2007, 20:47

Hallo Wunschkind,
hm,.. vielleicht solltest Du eine Therapiepause machen. Ich meine, wenn Deine sonst positive Stimmung, durch die Thera gedrückt wird... ist nur so ein Gedanke..

Liebe Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

wunschkind2601

unregistriert

18

Sonntag, 17. Juni 2007, 08:46

Hm....
also, ich wusste, dass es mir in meiner Schwangerschaft gut gehen würde, weil es in der ersten auch so war.
Deswegen hab ich die Therapie angefangen, in der Hoffnung, dass ich schon was erreicht habe, BEVOR es wieder losgeht (nach der Entbindung).

Jetzt bin ich mir auch gar nicht soooo sicher ob diese Idee so gut war. Wird sich zeigen wenn die Sucht wieder mit voller Wucht zuschlägt ob die Entscheidung richtig war.

Außerdem lässt sich ja auch nicht wirklich messen, wieviel der trüben Stimmung hormonell und wieviel psychisch bedingt ist. Ich glaube das vermischt sich grad ziemlich.

Im Moment gehts ja - so kann es von mir aus bleiben.

Lg, Caro

MissSafari

unregistriert

19

Montag, 18. Juni 2007, 19:21

RE: vermutlich heute die Ursache gefunden

Zitat

Original geschrieben von wunschkind2601

Ich hab immer wieder in meinem Leben festgestellt, dass ich nichts wirklich gut kann.

Dann hab ich eine Ausbildung gemacht, auch da war ich nicht gut, ich war mittelmäßig, egal wieviel Mühe ich mir gegeben hatte, ich war nie wirklich gut in etwas - aber das störte mich nicht, ich wollte gut sein, in dem was mein Traum war.

An je mehr Aufgaben ich gescheitert bin, desto mehr hat sich mein Bild von mir als Hausfrau, Ehefrau und Mutter versteift auf etwas was perfekt sein musste - ohne das mir all das bewusst gewesen wäre.

Was ist mein Wert? Was KANN ich eigentlich wirklich!? Fakt ist: ich bin in NICHTS wirklich gut. Es gibt NICHTS was ich wirklich gut kann. Und das ist auch was meine Essstörung ausgelöst hat.

Ich muss meinen Selbstwert wohl steigern, etwas finden, worin ich mich gut finde oder etwas lernen. Mich nicht so perfekt haben wollen und und und....



Liebe Caro,

"Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung"
Antoine de Saint-Exupérie

Ich glaube nicht, daß Du "nichts" kannst. Ich behaupte mal, jeder kann irgend etwas gut und hat ein Talent. Ich glaube, Du erkennst Deine Stärken und Talente nicht, weil Du für Dich selbst die Meßlatte viel zu hoch legst. Und glaub mir, ich weiß, wovon ich rede, ich denke meistens auch, daß ich "perfekt" sein muß.

Nur was ist schon "perfekt"? Wer entscheidet das? Wer sagt, was gut oder schlecht ist in Deinem Leben? Guck mal, ich war jahrelang in der DLRG und hielt mich für eine gute Schwimmerin. Okay, aber: Franziska van Almsick schwimmt zehnmal so schnell wie ich. Soll ich mich aber mit ihr messen? Dann wäre ich keine gute Schwimmerin. Aber: ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Ich war nie Hessenmeisterin, aber ich habe bei den Hessenmeisterschaften TEILGENOMMEN und war sehr stolz darauf!

Folgende Fragen könntest Du Dir stellen:

Was funktioniert in Deinem Alltag?
Was ist in Ordnung?
Was hast Du früher schon erreicht in Deinem Leben?
Was läuft gerade in Deinem Leben richtig gut?

Du mußt nicht perfekt sein! Niemand ist perfekt! Vielleicht kannst Du super kochen? Okay, das heißt nun nicht, daß Du ein Fünf-Sterne-Koch werden sollst, aber schmeckt denn Deiner Familie das Essen, das Du kochst? Dann bist Du eine gute Köchin! Hast Du schonmal eine Kurzgeschichte geschrieben, die Deinen Kindern gefällt? Dann bist Du eine Schriftstellerin. Verstehst Du, was ich sagen möchte? Ich spreche zum Beispiel mehrere Fremdsprachen - aber keine davon perfekt. Das muß ich auch nicht. Wenn ich in Italien bin, dann sagen mir meine Freunde dort: "Also Safari, Du sprichst gut italienisch, aber du hast ne Grammatik, da dreht sich meine Omma im Grab rum!" :grinsx: Trotzdem freue ich mich von Herzen, daß wenn ich in Italien bin, ich italienisch sprechen kann - und wenn ich auch noch so viele Fehler mache - das ist gar nicht wichtig.

Und so wirst auch Du etwas für Dich finden, einen Bereich, in dem Du zwar nicht perfekt bist, aber etwas, das Dir Freude und Spaß macht. Vielleicht ist es auch etwas scheinbar ganz einfaches, was für Dich so normal ist, daß Du gar nicht daran denkst...

Liebe Grüße,

Safari