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Montag, 31. Mai 2010, 21:04

Meine neue Psychotherapie - Fortsetzung

Hallo,
für alle, die es interessiert und um mir mal wieder einiges von der Seele zu schreiben, hier der bericht meiner neuen Therapie.

Den Anfang kennt ihr schon:Habe mich auf die erste Sitzung, auf die ich 5 Monate warten musste, gefreut wie auf Weihnachten. Dann der Schock. Die Therapeutin sieht mein Problem als sehr drastisch an, ist keine Expertin im Thema Essstörung. Kann es aber trotzdem mit ihr versuchen, was ich auch mache. Finde sie sehr sympatisch und es gibt für mich keine ALternative, da ich ja nirgends einen Termin bekomme und es in der Nähe auch keinen "Spezialisten" gibt.

In der 2. Sitzung haben wir besprochen, daß ich morgens plane, was ich an diesem Tag esse. Das schreibe ich auf und nebendran, was ich wirklich gegessen habe.
Ich total motiviert, habe es 2 Wochen durchgezogen ohne einen FA! Auch mal was Süßes geplant, allerdings meist nur 1 Mal am Tag.
Allerdings hatte ich die letzten Tage schon gemerkt, daß es mir zunehmends schwerer fiel. Allerdings tat es meinem Kopf gut, daß sich nicht den ganzen Tag die Gedanken nur ums Essen kreisen, sondern alles ja schon vorher geplant war.

Die 3. Sitzung dann nur über meine Familie gesprochen, 1 Schwester Bulimie, Vater, der Feinschmecker ist, nur vom Essen redet und über dicke Leute lästert. Mutter, die jahrelang unter dem "Kochzwang" für meinen Vater litt, jeden Montag eine andere Diät anfing, wir Kinder jede Woche die Enttäuschung miterlebten.

Da bei mir ja an dem Termin alles gut lief, sollte ich so weitermachen.
Ab dem Tag nur Fresserei. 2 WOchen lang bis letzten Samstag, wieder sehr heftig. Nix aufgeschrieben, oft einnen neuen Anlauf gewagt, wenn es ausartete habe ich den Tag in meinem heft einfach durchgestrichen, als gescheitert markiert...
Ein Blick in den Kalender, daß mein nächster Termin bereits diesen Dienstag ist, ich dachte mmer, eine Woche später. Weil ich es der Theapeutin zeigen will, schreibe ich also wieder auf, gestern und heute 2 super Tage. "Bestrafe" meine letzten Wochen allerdings mit abends KH-frei...Heut abend fällt es mir allerdings schwer, aber ich schaff es...

Bin auf morgen gespannt, schäme mich, ihr mein Heft zu zeigen und weiß daß der nächste FA nicht lange auf sich warten lassen wird...

Mag nicht mehr, dieses Theater mit der Scheiß Fresserei... Werde ich es je schaffen ? Ich weiß daß es ein langer Weg wird, vielleicht mein Leben lang, will das aber nicht akzeptieren.

So, das wars von mir. Vielleicht hilft das "Planen" dem ein oder anderen, aus ddem Teufelskreis zu kommen.

LG Claudia

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Dienstag, 1. Juni 2010, 10:00

Guten morgen,

schreibst du nur auf was du ißt, oder deine Gefühle? Also während meiner Theraphie mußte ich nur Gefühle aufschreiben, nicht was ich esse, also Gefühle vor, während, und nach dem FA. Morgens zu planen was ich essen sollte wäre nie gegangen, genauso wenig wie 3 Mahlzeiten am Tag! Jeder ist da anders, aber sobald ich angefangen habe meinen Tag zu planen, war das für mich wie wieder Diät halten, das funktionierte gar nicht!
Ich hatte damals am Anfang genau so etwas ähnliches, und mein Therapeut hat mir dann eben auch erklärt das er doch genau deswegen für mich da wäre, und wir versuchen müßten die Gefühle die man mit essen versucht "platt" zu machen, auszuhalten, zu fühlen, oder eben alternativen fürs Essen zu finden.
Aber vielleicht hat es auch ein wenig mit dem Thema zu tun. Mir ging es auch super, es klappte, nur immer wenn ich Zuhause bei meinen Eltern war, ein total unkontrolliertes essen den ganzen Tag. Bei uns sieht es so aus, das mein Vater immer für eine Fußballmanschaft einkauft (auch wenn wir nur zu viert sind), und dann alles, und nur vom feinsten. Wenn man sagt "danke ich bin satt" kommt die Antwort "Kind iss noch was, is doch noch soviel da", und nur fettig und deftig. Und meine Ma macht seitdem ich denken kann nur Diäten. Und das Gespräch war kurz, einleuchtend, hilfreich, aber danach kam ich auch erst mal gar nicht mehr klar....

Viele Grüße

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Dienstag, 1. Juni 2010, 14:05

Momentan schreibe ich "nur" auf, was ich essen werde. Das mit dem Aufscrheiben meiner Gefühle beim Essen habe ich schon einmal probiert, klappte aber nicht. Ich habe das Gefühl, ich esse nicht aus Frust, manchmal vielleicht aus Langeweile, sondern weil ich da Gelüste drauf habe...

Meine Sitzung heute war nicht so toll. Die Therapeutin war enttäuscht, daß ich nicht aufgeschrieben habe, tagelang gar nichts usw.
Sie sagt, der Zweck sei v.a. daß ich wegkomme davon, mir den ganzen Tag Gedanken ums Essen zu machen.
Es ist für mich aber auch schon, wie Diät halten, auch wenn ich mir Naschereien erlaube und mit einplane.

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Dienstag, 1. Juni 2010, 17:40

Bei mir ist es so, dass ich mir oft etwas zu essen "reinstopfe" ohne es richtig zu realisieren (also wie in Trance). Ein Essensprotokoll ist das sehr hilfreich. Leider schaffe ich es immer nicht auf Dauer das Aufschreiben durchzuhalten.

Grundsätzlich halte ich es aber für eine sehr gute Sache!

LG,
Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

5

Mittwoch, 2. Juni 2010, 08:09

Vorsicht Trigger Lebensmittel

Momentan schreibe ich "nur" auf, was ich essen werde. Das mit dem Aufscrheiben meiner Gefühle beim Essen habe ich schon einmal probiert, klappte aber nicht. Ich habe das Gefühl, ich esse nicht aus Frust, manchmal vielleicht aus Langeweile, sondern weil ich da Gelüste drauf habe...

Meine Sitzung heute war nicht so toll. Die Therapeutin war enttäuscht, daß ich nicht aufgeschrieben habe, tagelang gar nichts usw.
Sie sagt, der Zweck sei v.a. daß ich wegkomme davon, mir den ganzen Tag Gedanken ums Essen zu machen.
Es ist für mich aber auch schon, wie Diät halten, auch wenn ich mir Naschereien erlaube und mit einplane.


Also ich mußte immer ein kleines Büchlein bei mir tragen, und immer nur den FA da rein schreiben, wann er war und einfach was mir dazu grad einfiel. Am Anfang stand da auch nicht mehr drin als "hab gefressen", und was kurz davor war. Und irgendwann wurde es einfacher, ok, manchmal stand da auch nur das drin, aber mit der Zeit fing er an mit Muster bei mir aufzudecken, und mit der Zeit vielen mir auch viele Muster auf. Z.B das ich nach einem Streit mit meinem Freund jedes mal gleich zur Keksdose gegangen bin. Das war mir vorher nie bewußt....
Vielleicht ist das planen für Dich eben nicht das richtige... Und bis man von den Diäten weg kommt, das dauert... Meine Thera hat immer nur gesagt, tun sie das, was Ihnen gut tut! Sie wollen Pläne schreiben, dann tun sie das, sie wollen nicht, dann lassen sie es....

LG

6

Mittwoch, 2. Juni 2010, 08:39

Während einer Fressphase bin ich nicht in der Lage, Tagebuch zu führen. Da ist mir ALLES egal. Wenn ich nach Beendigung des Anfalls zurückdenke, vergesse ich meistens die Hälfte dessen, was ich alles gegessen habe, und meine Gefühle dabei kann ich auch nicht mehr rekonstruieren. Und dann ist so ein Tagebuchführen für mich ja sinnlos. Ich habe schon mehrfach und überzeugend gehört, wie hilfreich das sei, aber bei mir klappt das leider nicht... ?(

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

7

Mittwoch, 2. Juni 2010, 09:07

kann triggern (s*v)

Vielleicht ist das planen für Dich eben nicht das richtige... Und bis man von den Diäten weg kommt, das dauert... Meine Thera hat immer nur gesagt, tun sie das, was Ihnen gut tut! Sie wollen Pläne schreiben, dann tun sie das, sie wollen nicht, dann lassen sie es....

LG


Nach diesem Satz arbeitet meine Therapeutin auch. Damals bei einem anderen SVV-Problem musste ich auch immer Buch führen, warum tu ich mir weh, wie sind meine Gefühle dabei. Letzendlich hat es mich nicht weit gebracht, weil nicht immer wenn ich traurig war, hab ich svv gemacht zb. und manchmal war da auch halt diese Trance, wo ich plötzlich auchgewacht bin und schlimm svvt hatte. wo ich gar nicht mehr wusste, was der auslöser oder die gefühle waren.

Für mich sind es jetzt von meiner therapeutin immer nur vorschläge - ich kann es ausprobieren oder nicht. Ich musste mal aus körperlichen Gründen ein Esstagebuch führen wegen meiner darmerkrankung. Das alleine hat mich schon gestresst und gleicht für mich da wie ein Ernährungsplan oder ein Diätplan und führte dann zu druck und FA oder ähnlichem.

Ich denke tausend Wege führen nach Rom - man muss seinen erstmal finden. Und ein Therapeut müsste dann auch flexibel genug sein, damit umzugehen.


Leilah

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »lols« (2. Juni 2010, 19:33)


8

Mittwoch, 2. Juni 2010, 14:43

Mein Therapeut hat mir letzte Woche auch ein Esstagebuch vorgeschlagen. Ich habe ihm gesagt das ich das nicht möchte, weil ich nicht weiß was es mir bringen soll. Ich weiß sehr genau wann ich esse und dann auch warum. Trotzdem das ich die Muster kenne nutzt mir das nichts, ich tus trotzdem, wieder besseren Wissens und alternativlos. Das ist leider Sucht. In meiner Therapie gehts aber vorrangig nicht ums Essen, sondern um die Dinge dahinter.

mary
Es gibt einen Raum hinter richtig und falsch,
dort treffen wir uns