Hallo,
für alle, die es interessiert und um mir mal wieder einiges von der Seele zu schreiben, hier der bericht meiner neuen
Therapie.
Den Anfang kennt ihr schon:Habe mich auf die erste Sitzung, auf die ich 5 Monate warten musste, gefreut wie auf Weihnachten. Dann der Schock. Die Therapeutin sieht mein Problem als sehr drastisch an, ist keine Expertin im Thema
Essstörung. Kann es aber trotzdem mit ihr versuchen, was ich auch mache. Finde sie sehr sympatisch und es gibt für mich keine ALternative, da ich ja nirgends einen Termin bekomme und es in der Nähe auch keinen "Spezialisten" gibt.
In der 2. Sitzung haben wir besprochen, daß ich morgens plane, was ich an diesem Tag esse. Das schreibe ich auf und nebendran, was ich wirklich gegessen habe.
Ich total motiviert, habe es 2 Wochen durchgezogen ohne einen FA! Auch mal was Süßes geplant, allerdings meist nur 1 Mal am Tag.
Allerdings hatte ich die letzten Tage schon gemerkt, daß es mir zunehmends schwerer fiel. Allerdings tat es meinem Kopf gut, daß sich nicht den ganzen Tag die Gedanken nur ums Essen kreisen, sondern alles ja schon vorher geplant war.
Die 3. Sitzung dann nur über meine Familie gesprochen, 1 Schwester Bulimie, Vater, der Feinschmecker ist, nur vom Essen redet und über dicke Leute lästert. Mutter, die jahrelang unter dem "Kochzwang" für meinen Vater litt, jeden Montag eine andere Diät anfing, wir Kinder jede Woche die Enttäuschung miterlebten.
Da bei mir ja an dem Termin alles gut lief, sollte ich so weitermachen.
Ab dem Tag nur Fresserei. 2 WOchen lang bis letzten Samstag, wieder sehr heftig. Nix aufgeschrieben, oft einnen neuen Anlauf gewagt, wenn es ausartete habe ich den Tag in meinem heft einfach durchgestrichen, als gescheitert markiert...
Ein Blick in den Kalender, daß mein nächster Termin bereits diesen Dienstag ist, ich dachte mmer, eine Woche später. Weil ich es der Theapeutin zeigen will, schreibe ich also wieder auf, gestern und heute 2 super Tage. "Bestrafe" meine letzten Wochen allerdings mit abends KH-frei...Heut abend fällt es mir allerdings schwer, aber ich schaff es...
Bin auf morgen gespannt, schäme mich, ihr mein Heft zu zeigen und weiß daß der nächste FA nicht lange auf sich warten lassen wird...
Mag nicht mehr, dieses Theater mit der Scheiß Fresserei... Werde ich es je schaffen ? Ich weiß daß es ein langer Weg wird, vielleicht mein Leben lang, will das aber nicht akzeptieren.
So, das wars von mir. Vielleicht hilft das "Planen" dem ein oder anderen, aus ddem Teufelskreis zu kommen.
LG Claudia