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Dienstag, 11. Mai 2010, 06:48

aus der Vorlesung- Therapie für Binge Eater

Hallo ihr Lieben,

vor einigen Tagen hat unsere Dozentin in der Vorlesung über eine Therapie für Binge Eater erzählt, deren Ansatz ich sehr interessant fand.
Laut Studie hätte es bei Betroffenen mit dieser Methode zu Verbesserungen im Essverhalten geführt.

Es ging darum, mit einem Binge Eater mehrere Sitzungen durchzuführen, in denen er nur einem sogenannten "bedingten Reiz (CS)" ausgesetzt wird ohne dem dann folgenden Essen als Konsequenz.
Es wurde dem Binge Eater also ein drehendes Tablett mit allerlei (triggerndem) Essen gezeigt, als könnte er jederzeit zugreifen, was er aber nicht tut oder darf, somit wird der CS mit der Zeit immer schwächer ( " Extinktion- Löschung"), weil das antrainierte Essen nicht auf den Reiz folgt.

Allerdings glaube ich, dass sich Außenstehende das zu einfach vorstellen...
Es gibt ja immerhin noch die Schwierigkeit, dass unser Suchtstoff nicht einfach ganz weggelassen werden kann.
Ich könnte mir vorstellen, dass diese Therapiemethode, die auf Konditionierung- Extinktion ausgelegt ist, bei ganz bestimmten, triggernden Lebensmitteln helfen könnte und das Verlangen nach genau diesen abmildern kann.
Nur die Grenze zu ziehen ist schwierig.
Ausserdem ist die Extinktion nichts, was für immer anhält, die Wirkung lässt mit der Zeit nach.

Trotzdem wollte ich Euch mitteilen, was wir gelernt haben und bin gespannt auf Eure Meinungen!!

2

Dienstag, 11. Mai 2010, 07:52

liebe dana,
für mich ist es nicht immer das essen, das mich triggert und sozusagen schreit "friss mich". für mich sind es situationen, die mit bewältigungsessen gekoppelt sind, alte strategien, die im moment funktionieren oder sich schon soweit verselbständigt haben, dass ich ganz schlecht "stop" rufen kann und mich zurücknehmen kann. es fällt mir meistens erst auf, wenn ich die packung sonstwas schon leer habe.
c.
born to be.... sweet :eye:

3

Dienstag, 11. Mai 2010, 08:14

Liebe Dana,

was Du beschreibst ist ein interessantes Experiment, aber das Problem dabei ist tatsächlich das man den"Suchtstoff" ja nicht weglassen kann.
Bei mir ist es so, dass es Tage gibt da kann ich stundenlang durch Supermärkte bummeln ohne Unmengen an Lebensmitteln kaufen zu müssen. Und dann gibt es die Tage, da kaufe ich alles was mich irgendwie anspricht und vertilge das dann auch zu hause. Ich glaube auch, dass die innere Situation, in der ich mich befinde den Ausschlag gibt ob es zu einem FA kommt oder nicht. Wenn es mir richtig schlecht geht muss ich einfach essen und da ist mir sogar fast egal was.
Deswegen finde ich nach wie vor das Esssucht am schwersten zu bekämpfen ist, denn es muss ein "normaler" Umgang mit den Suchtmittel gelernt werden. Darüber haben wir hier ja schon öfter diskutiert.

mary
Es gibt einen Raum hinter richtig und falsch,
dort treffen wir uns

Malin

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4

Dienstag, 11. Mai 2010, 09:21

Ihr lieben, liebe dana,
ich versuche es mit EFT, da werden die triggernden lebensmittel oder die stressige situation "geklopft"- also durch beklopfen bestimmter punkte auf den energiebahnen beklopft. Dort sprechen sie von "selbstabotage" die immer erst behandelt werden muss, besonders bei selbstschädigendem verhalten.
Hat das schon mal jemand hier ausprobiert? Finde den ansatz einleuchtend, probiere es auch , aber oft mache ich es einfach nicht. Es könnte ja wirken und ich WILL manchmal überessen, deshalb wende ich es nicht an.
Verrückte sucht,
lieben gruß
Malin

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5

Dienstag, 11. Mai 2010, 18:13

Hallo Dana!

Das glaube ich auch. Erstens ist der verhaltenstherapeutische Ansatz, denn die Dozentin da beschrieben hat, ja nichts grundsätzlich Neues. Ihn bei einer Binge Eating Disorder anzuwenden ist eine neue Idee, aber eben nicht so einfach. Dazu müsste man alle Situationen, die ein bestimmtes Essverhalten hervorrufen, in der Therapie nachstellen. Und der Anblick von Essen ist da ja nur ein kleiner Teil davon. Wichtiger wäre es bestimmte Gefühle, Gedanken oder Bedürfnisse bei der zu behandelnden Person auszulösen, die bei dieser Person normalerweise zum Essensmissbrauch führen. Aber das ist wohl in der Therapie kaum möglich, da diese Auslösersituationen eher im Alltag entstehen. Und dass man im Alltag lernen sollte auf Konflikte (innere wie äußere) NICHT mit Essen zu reagieren, um das erlernte Verhalten zu "löschen" ist allgemein bekannt.

Zitat

für mich ist es nicht immer das essen, das mich triggert und sozusagen schreit "friss mich". für mich sind es situationen, die mit bewältigungsessen gekoppelt sind

Genau das meine ich, zuckersüsse...


Gut finde ich allerdings immer, wenn das Thema BED (und das find ich auch bei jeder anderen relativ unbekannten Krankheit/Störung) in die Öffentlichkeit gelangt. Die Gefahr ist dann halt nur immer, dass ein falsches Bild transportiert wird. Und das könnte auch beim Vortrag passiert sein. Ich weiß nicht, ob du vielleicht nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Vortrag gegeben hast oder ob das eh das Wichtigste war?! Aber wenn ich höre es würde als Therapie genügen einen Binge Eater gegen den Anblick von Essen abzuhärten, würde ich als Unwissender denken, der Anblick von Essen sei das Problem. Es wird dabei nämlich ganz außer Acht gelassen, was hinter dem Essverhalten steckt...

Liebe Grüße, Wundergecko

Birgit 256

unregistriert

6

Mittwoch, 12. Mai 2010, 06:27

Schön so was zu Lesen.....

Esse egal wo löst bei mir nicht den Reitz aus es zu Essen, auch was das Klopfen? Habe mal nach gedacht und komme zu den Schluss das ich es es wohl Unbewusst mache, was aber ich bemerkt habe ist das ich eine ganze weile meine Finger fass immer in der nähe meines Mundes habe bis ich dem verlangen was zu Essen zu machen so groß ist das ich dann in die Küche gehe und was fertige.

Ich habe kaum Fertige Nahrung da, auch Süßkram nicht, bis auf was sehr Kaltes ist nichts da.

Ich kann auch dorch Supermärkte gehen ohne was zu Kaufen, auch andere Stände, was mich da von seid Jahren Abhält ist der Preis u. Unverträglichkeit, ich kann noch nicht mal Minerarl Wasser drausen kaufen u. Trinken weil mir Speiübel auser Haus wird.

Meine Essstörung ist Seelisch und bei Untervorderung und Langeweile und Angst wird ausgelöst. Oft habe ich auch Tage da bin ich so Tief Depressiv das ich beinahe nichts Esse, weil wenn ich es Tete dann u. das hatte ich schon einige male Übergebe ich mich mit fass leeren Magen.

Aber Klopfen ja muss ich mir mal merken wie leicht werde ich dann ruhiger und kann mir sagen in einer oder anderen Stunde dann kannst du was machen was nicht aus meinKopf gehen will das ich Essen möchte, kann ja sein was ich noch nicht weiß das ich zu Müde werde und es dann nicht mehr haben möchte.

Birgit

7

Mittwoch, 12. Mai 2010, 08:17

Hallo Dana, Finde das ganz interessant habe bis jetzt von dieser Methode noch nichts gehört.
Allerdings ist es bei mir auch so dass eher Situationen das Essen auslösen und ich dann zu bestimmten Lebensmitteln greife.
Es kann zwar auch mal Vorkommen dass Lebensmittel allein mich triggern, aber das funktioniert meist nur wenn direkt vorher schon eine emotionale Situation dagewesen ist. Wenn ich dann Essen sehe denke ich " ach ja dann kann ich ja auch einfach wieder essen... " :popcorn:

Malin

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8

Mittwoch, 12. Mai 2010, 08:52

Hallo birgit,
wenn du intuitiv sowas machst, ist es ja vielleicht interessant für dich, die genaue anleitung kannst du dir ansehen auf youtube:EFT
Mathias Kunze, der erklärt das ganz toll.
Ich werde das auch weiter anwenden, bei kleineren problemen hat es schon geholfen,
lieben gruß
Malin

9

Dienstag, 18. Mai 2010, 10:26

somit wird der CS mit der Zeit immer schwächer
Also ich habe die Erfahrung gemacht, das wenn ich es längere Zeit schaffe in einer bestimmten Situation nicht zum Essen zu greifen, irgendwann auch der Druck/Reiz geringer wird. Allerdings ist das mit viel Kraft und Energie gekoppelt. Schaffe ich es mal nicht, weil ich nun mal nicht auch noch dazu die Kraft aufbgringe, dann fange ich wieder von vorne an...

Hat das schon mal jemand hier ausprobiert?

Ja, habe ich! Bei mir hat es nicht wirklich was gebracht, aber ich habe Bekanntschaften gemacht denen es was gebracht hat und die drauf schwören....

Viele Grüße

10

Dienstag, 18. Mai 2010, 19:21

Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier im Forum.

Den von Dana geschilderten behavioristischen Ansatz finde ich interessant. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich wie die Hunde bei Skinner und Watson konditioniert werden kann. Wenn ich mich nicht irre ist der CS ein Conditioned Stimulus. Als Beispiel: Stress als Stimuli für eine FA. Ich denke einfach, dass ein paar Sitzungen für eine unprogrammierung nicht ausreichen. Ich hoffe ich habe das so richtig verstanden.

Was ich aber eigentlich noch ansprechen wollte: Diese Energieklopfer klingen gut! Ich hab es mal auf eine ähnliche Weise mit permanenten Akupunkturnadeln im Ohr versucht. Kennt die jemand?

Schönen abend noch =)
Liebe Grüße,
Risi