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1

Mittwoch, 10. März 2010, 18:43

Hört es irgendwann auf?

Gerade war es wieder so weit und ich hatte einen FA ;( Jedesmal macht es mich so traurig, weil ich von mir selbst enttäuscht bin dass ich es nicht schaffe aus dem Teufelskreis auszubrechen. Ich frage mich immer ob es denn jemals wieder aufhören wird?? Ich wünsche mir nichts sehnlicher als ein Leben frei von diesem Zwang zu führen, einfach nur glücklich sein und seine Kraft nicht immer ins Essen u. Kämpfen zu stecken... Kennt ihr Leute die es geschafft haben diese Essstörung ganz hinter sich zu lassen? Und wie haben sie das geschafft?



*Liebe Grüße*

2

Mittwoch, 10. März 2010, 20:35

Es gibt hier einige, die die ES einigermaßen in den Griff bekommen haben, also für die Essen nicht mehr so eine zentrale Bedeutung hat, sondern die anders mit ihrer ES umgehen können. Man kann über längere Phasen haben, in denen man Abstinent (wie ein trockener Alkoholiker) ist, aber gefährdet bleibt man wohl immer.
Ich selbst habe es noch nicht im Griff mit dem Essen, aber schon viel besser als noch vor einem Jahr.

Hm und wie ich das geschafft habe: Therapie, andere Strategien als Essen erlernen, fühlen statt essen, mir über die Ursachen klar werden, mir verzeihen, besser mit mir selbst umgehen...ja, das war mein Weg...

LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

Tobias

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3

Donnerstag, 11. März 2010, 16:25

Guck doch mal bitte unter Heilung Gruß Tobias

triggerhippie

unregistriert

4

Donnerstag, 11. März 2010, 16:40

Ich glaube leider nicht, das eine Esstörung verschwinden kann. Ich steck momentan auch ziemlich drin. Ich denke man kann sich mit ihr arrangieren, manchmal besser als an anderen Tagen. Gestern habe ich wieder mal über meine Essstörung diskutiert und die ach so naheliegende Lösung wäre sich zu erlauben zu essen. In dem Antidiätbuch ist es so beschrieben: Essen worauf Du Lust hast und wieviel Du Lust hast, dafür aber erst mal eine Gewichtszunahme in Kauf nehmen. Und irgendwann verlangt der Körper dann auch mal wieder nach etwas Gesundem. Fängt wieder an, uns zu sagen, worauf er gerade wirklich Lust hat. Aber diesen Schritt zu gehen, ist für mich absolut unvorstellbar. Es gibt nur ALLES oder eben wenig, es gibt nur Wahrlosigkeit oder Kontrolliertheit. Beides meiner Meinung nach keine Idealpatente. Ach, wenn ichs doch nur wüsste. Ich kann mich zu nichts aufraffen, möchte mich nur ins Bett verkriechen. Ich bin leer!

Solange dem essen etwas so zwanghaftes anhaftet, in die eine oder andere Richtung, kann es wahrscheinlich nicht besser werden. Ich lehne den FA ab und verzehre mich gleichzeitig nach ihm. Ich möchte aufnehmen, alles was ich kann, möchte mir gönnen, was ich mir sonst verwehre. Es ist eine Hassliebe. Essen als großer Angstmacher und Seelentröster. Ich arbeite schon so lange an und mit mir, aber da ist ein Loch, durch das ich nicht komme, ich wünschte ich könnte euch schreiben, das es einen Weg gibt, aber ich tappe im Dunkeln. Dennoch weiss ich, das auch bessere Tage kommen werden, an manchen werde ich mich sogar annehmen... und so dreht sich das Rad weiter!!!

Tobias

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5

Donnerstag, 11. März 2010, 16:52

Ich bin ja gerade dabei noch mal einen Gang oder besser den Gang in die Klinik Bad Homburg in Bad Wildungen vorzubereiten (ob es klappt -weiß ich nicht) ... aber für mich geht es eigendlich nur noch um zwei Themen "abstinent werden" oder in der Lage sein mir Süßigkeiten einteilen zu können ...

die Menge macht das Gift, ein einzelnes Gummibärchen bringt mich nicht um ...aber wenn ich 5Kg davon "fre+++n" würde ihrgendwie schon

abstinent sein und mit guten Gefühl verzichten zu können ... ein schönes Ziel, was ich mir für die Klinik vorstellen könnte ...

6

Donnerstag, 11. März 2010, 16:59

Ich habe meine Essstörungen nun seit 33 Jahren, zuerst Magersucht, dann Bulimie, seit ca. 25 Jahren Esssucht.

Ich hatte mehrere abstinente Phasen, zum Teil auch sehr lang andauernde. Aber selbst in meiner "abstinentesten" Phase 2007/2008 musste ich weiterhin achtsam sein. Ganz weg war das aus dem Kopf nie, ich musste immer aufpassen, immer darauf gefasst sein, dass es Rückfälle gibt. Mal war mehr Achtsamkeit nötig, mal weniger. Aber einen Zustand von "Ist alles kein Problem, ich lebe jetzt wieder ganz normal und ohne aufzupassen", den gab für mich in all diesen 33 Jahren nicht. Ich denke, den wird es auch nie mehr geben. Aber man kann abstinent sein, aber "aufhören"...? ! Nee, daran glaube ich nicht.

Schönen Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

sunflower

unregistriert

7

Donnerstag, 11. März 2010, 20:01

Der Eintrag von Triggerhippie und Petrus geht mir ganz nah...ich kann das so sehr nachvollziehen. Ich glaube auch nicht mehr an eine "vollkommene" Heilung. Ich vergleiche das noch immer so gerne mit meinem Entschluß, mit dem Rauchen aufzuhören. Da braucht man "einfach" die erste nicht mehr anzünden. Es kamen dann immer weniger und weniger Situationen, in denen ich Rauchdruck hatte. Natürlich bin ich erst 8 Monate Nichtraucher und eine Garantie gibt es nie, daß ich clean bleibe. Aber das mit der Esserei...ich MUSS nun eben mal essen, ich kann es nicht "einfach" ganz weglassen. Ich muß mich täglich damit auseinandersetzen, was noch normal ist und wann der FA losgeht. Auch ich stecke gerade wieder mal mitten drin...es gibt hin und wieder längere abstinente Phasen, aber früher oder später kam - zumindest bei mir - dann doch der Punkt, wo ich allem einfach nur nachgebe und es einfach so dahinlaufen lasse, ohne an die Konsequenzen zu denken. Dann will ich mich wegmachen, nicht mehr dieses Loch spüren in mir und diesen unstillbaren Hunger. Auch ich wünschte, es würde ein Wunder passieren...daß es einfach nicht mehr wichtig ist...oder daß es ganz genauso wichtig oder unwichtig ist wie bei Nicht-Essgestörten Menschen.

8

Donnerstag, 11. März 2010, 20:13

Hallo, Sunflower,

ja, genauso ist es. Als ich 1981 mit dem Rauchen aufhörte, war das ein "Klacks", obwohl ich von 80-100 Roth-Händle ohne Filter auf 0 gehen musste. Drei Horror-Tage und dann einige Wochen leichter Suchtdruck, und das war's. Ich musste meinen "Stoff" ja "nur" weglassen. Auch der Alkoholiker muss seinen Stoff "nur" weglassen, und wie schwer ist das!!!

Aber wie schwer ist es erst, seinen Stoff nicht weglassen zu können, sondern "dosiert" zu sich zu nehmen. Ja, wir MÜSSEN ja essen, wenn wir leben wollen. Wir müssen also unseren Suchtstoff zu uns nehmen, um zu überleben, und gleichzeitig kann dieser Suchtstoff uns irgendwann vernichten. Ich bin durch das Überessen todkrank geworden, von etwas, das man eigentlich zum Leben braucht, das ich eigentlich zum Leben brauche.

Ganz ohne Selbstmitleid: Ich halte Esssucht für die schlimmste Sucht, die es gibt, denn man kann seinen Stoff nicht weglassen. Und das Weglassen des Stoffs ist bei ALLEN Süchten der wichtigste Schritt zur Heilung.

Viele Grüsse

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

sunflower

unregistriert

9

Donnerstag, 11. März 2010, 20:19

Ich bin ganz Deiner Meinung, Petrus. Ich bin sehr froh, daß ich Sehnsuchtshunger gefunden habe. Ich fühl mich manchmal einfach nicht mehr so verzweifelt allein mit dem ganzen Wahnsinn.

10

Donnerstag, 11. März 2010, 20:45

Hallo Tobias, danke für den Hinweis. Hatte den Artikel vorher schon gelesen und fand ihn auch sehr aufschlussreich. War nur interessiert was ihr für Erfahrungen gemacht habt. *viele Grüße Angelina

11

Donnerstag, 11. März 2010, 20:56

Hallo, Sunflower,

allein das Wissen, dass es "da draussen" noch mehr gibt, die genauso fühlen, kämpfen, und manchmal auch verzweifeln, kann schon hilfreich sein. Schön, dass Dir Sehnsuchtshunger.de gut tut.

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Tobias

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12

Freitag, 12. März 2010, 06:19

Hallo Tobias, danke für den Hinweis. Hatte den Artikel vorher schon gelesen und fand ihn auch sehr aufschlussreich. War nur interessiert was ihr für Erfahrungen gemacht habt. *viele Grüße Angelina
achso ... na da sind wir ja jetzt mitten im Thema .. :suess:

13

Freitag, 12. März 2010, 08:15

Ich möchte nochmal Petrus zustimmen. Ich halte die Esssucht auch für die schlimmste Sucht, da man das Suchtmittel nicht weglassen kann. Ich wache manchmal morgens auf und wünsche mir ich bräuchte den ganzen Tag nichts zu essen. Wenn ich dann erst mal angefangen habe, zum Beispiel gefrühstückt, dann esse ich in schlechten Phasen den ganzen Tag so vor mich hin. Ich kann auch nicht damit aufhören und abends fühle ich mich richtig schlecht, habe Magenprobleme und hasse mich selbst. Bei mir ist es oft so dass ich nach einer Mahlzeit erst richtig den Druck verspüre weiter zu essen, obwohl mein Magen eigentlich voll ist.

Ich denke so wie es bei Alkoholikern nur "trockene Alkoholiker" gibt, so gibt es bestenfalls auch nur "abstinente Esssüchtige". Ich wäre sehr froh wenn ich diesen Zustand mal erreichen könnte. Ich habe immer mal gute Phasen in denen ich dann denke jetzt hast du es geschafft. Aber die Sucht kehrt zurück.
Ich denke ein großes Problem ist auch dass ich nur ganz abstinenet sein kann oder den ganzen Tag nur fressen muss. Ist vielleicht ein Grundsatzproblem. In einer Therapie hat man mir gesagt ich könne nur schwarz oder weiß und ich müßte grau lernen das wäre schon ein Erfolg.

mary
Es gibt einen Raum hinter richtig und falsch,
dort treffen wir uns

14

Freitag, 12. März 2010, 08:43

Liebe Angelina,

"von selbst" verschwindet eine Essstörung ganz sicher nicht. Ob es eine Heilung geben kann weiß ich nicht (auf jeden Fall schwinden die Chancen je länger man mit der Sucht lebt) ... für mich ist das aber auch nicht mehr so wichtig.

Ich bin gerade dabei herauszufinden warum ich fre**en "muss", warum ich mir so schade. Ich lerne in der Therapie (seit 1 1/2 Jahren) sehr viel über mich, meine Familie usw. Ich möchte lernen anders mit mir umzugehen .... authentisch zu sein .... mich wieder zu lieben.

Ich möchte lernen meine Essstörung als das zu sehen was sie ist: eine Freundein, die mir lange Jahre geholfen hat zu überleben. Das fällt mir sehr schwer, oft ertrage ich den Gedanken nicht mal. Aber ich spüre, dass das mein Weg ist .....

LG,

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

15

Freitag, 12. März 2010, 09:35

Seitdem ich mir wirklich klar gemacht habe,
daß ich mein Leben lang esssüchtig bleibe, konnte ich erst richtig fortkommen..
Meiner Meihnung nach,
sind "Abstinente "Essüchtige, auch der Gefahr ausgeliefert rückfällig zu werden,
wie ein Alkoholoker der an "versteckten "Alkohol, wie in Essen oder Praline gelangt.

Ich versuche meine Augenmerk auf Achtsamkeit und sich-selbst -zu vergeben zu lenken..
alles andere ist Flickwerk.

Und ich bin auch überzeugt ohne die vielen harten Wege und Rückfälle,
kommt man auch nicht zu so einer eigenen Erkenntnis.. leider..


Liebe Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
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Malin

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16

Freitag, 12. März 2010, 10:24

Mir dämmert auch immer mehr, dass es mich ein Leben lang begleitet, eine gute Therapeutin hatte mir dass zum Abschluss auf den Weg gegeben- hat sich bewahrheitet.Ich habe vor 12 Jahren endgültig aufgehört zu Rauchen, war nicht ganz leicht, aber Peanuts im Vergleich zur Esssucht. Auch diverse Phasen mit verschiedenen Drogenexperimenten und / oder zuviel Wein habe ich durch eine klare Entscheidung für meine Gesundheit und einen klaren Kopf relativ einfach beendet.
Und die Erfahrung mit dem Weglassen kenne ich von meiner Zuckersucht- den kann ich weglassen und abstinent leben. Aber das Essen an sich-immer Thema.
Malin

17

Freitag, 12. März 2010, 10:36

Wenn ich dann erst mal angefangen habe, zum Beispiel gefrühstückt, dann esse ich in schlechten Phasen den ganzen Tag so vor mich hin. Ich kann auch nicht damit aufhören und abends fühle ich mich richtig schlecht, habe Magenprobleme und hasse mich selbst. Bei mir ist es oft so dass ich nach einer Mahlzeit erst richtig den Druck verspüre weiter zu essen, obwohl mein Magen eigentlich voll ist.


Ja, so geht es mir auch, Mary. Ich könnte problemlos einen Tag lang NICHTS essen (war ja mal magersüchtig), aber einen Tag "normal" zu essen, DAS ist das Schwere.

Zitat

Ich denke ein großes Problem ist auch dass ich nur ganz abstinenet sein kann oder den ganzen Tag nur fressen muss.


Genau. Schwarz oder weiss, wie Du schon sagst. Nichts dazwischen. Wir müssen lernen, dass es auch Grautöne gibt, und zwar viiiiiel mehr als es Schwarz- oder Weisstöne gibt.

Gruss

Petrus
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sadness

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Freitag, 12. März 2010, 19:19

Eine gänzliche Heilung kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt Tage, da denke ich, ich habe es recht gut im Griff, aber das bedeutet ja auch, bestimmte Lebensmittel nicht zu essen / im Haus zu haben. Und schon ist es nicht das, was man unter "geheilt" versteht.
Was mir an guten (!) Tagen, an denen ich lediglich mal richtig Appetit auf Dies oder Das habe, schon sehr helfen würde, wären einfach kleinere Packungen. Inzwischen bin ich schon bereit, mehr für weniger drin zu bezahlen, aber in den seltensten Fällen gibt es Packungsgrößen unter 100g. Und diese 100g werden genauso alle wie z. B. 30g ...
Und wie oft hört man von nicht essgestörten Menschen die Aussage: Dort oder da habe ich ganz schön zugelangt, naja, mal zwei Tage weniger essen, dann geht es wieder ... Ich kann mir nicht vorstellen, dann nicht gleich wieder ein schlechtes Gewissen zu bekommen und darüber nachzudenken ... Und schon sitze ich wieder in der Falle.
Vielleicht ganz am Anfang einer ES, da kann es vielleicht klappen, wenn man gleich die nötige Hilfe bekommt. Aber - bei mir - nach über zwanzig Jahren ... Ich weiß doch gar nicht mehr, wie das geht. Und ich frage mich gerade, ob ich das jemals wußte ... :schief:
Einmal wissen, dieses bleibt für immer. Ist nicht Rausch, der schon die Nacht verklagt ...
Einmal wirklich fassen und nie wieder alles geben müssen, was man hält ...


(aus: "Am Fenster" - Hildegard Maria Rauchfuß)

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Freitag, 12. März 2010, 20:27

Wenn ich lese wielange hier manche schon mit einer ES leben, dann spüre ich wie mir das Angst macht, weil ich denke, dass auch ich irgendwann an diesem Punkt sein werde. Erschrecken tut mich auch, dass ich zwar "erst" seit 4 Jahren eine ES habe, aber das Gefühl habe sehr tief drin zu stecken und mir nicht wirklich vorstellen kann, da wieder ganz rauszukommen. Und so wenig ich es mir vorstellen kann, so sehr erschreckt es mich doch, denn es wirft einen Schatten auf das zukünftige Leben wie ich es mir immer vorgestellt habe....

Manchmal wünsche ich mir auch, ich hätte gleich bei den ersten Anzeichen gegengesteuert, aber damals war mir noch gar nicht bewusst, dass ich eine Esstörung haben könnte und vielleicht hätte ich es mir auch gar nicht eingestehen können.

Nichts desto trotz belasten mich viele andere Dinge mehr als die ES...und ich denke wenn ich mit diesen anderen Dingen zurechtkomme, wird sich auch die ES zurückbilden... Was bleiben muss, ist die Achtsamkeit, die hier schon viele angesprochen habe. Denn selbst wenn ich so glücklich bin, dass ich das Gefühl habe normal essen zu können, kann ich es dann eben doch nicht, wenn ich nicht aufpasse.

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Samstag, 13. März 2010, 07:48

Ich habe festgestellt, das Heilung das falsche Wort ist.
Ich glaube, weil es uns so im Mark erschüttert, das nicht hinter uns zu lassen, hat die ES erst diesen Stellenwert in unserem Leben bekommen, wenn wir die ES als etwas zu uns dazugehöriges betrachten würden, sozusagen als unsere Schwäche, würde es das nicht leichter machen?

Ich versuche mich in Menschen hinein zu versetzen, die keine ES haben. Mal ehrlich, wer kennt Menschen, die nicht hin und wieder essen "missbrauchen".
Warum gibt es soviele Zeitschriften, die besonders uns Frauen auf nur jede erdenkliche Weise einzureden versuchen, wir seien, so wie wir sind nicht ok.

Eine Diätassistentin sagte mir mal, das FA´s entstehen, wenn man sich Lebensmittel verbietet. Es gibt übergewichtige Menschen, die keine FA´s haben, die haben ihren Magen über einen langen Lebensweg einfach so vergrö´ßert, das sie immer hungriger werden und immer mehr Kalos zu sich nehmen. Da hilft manchmal eben nur ein Magenband, aber dann können sie ganz normal essen, weil sie nie FA´s hatten.
In der Therapie wird ganz klar unterschieden zwischen Menschen mit BED und Menschen, die sich über lange Jahre nur überessen haben.
Für Menschen mit BED könnte ein Magenband echt gefährlich sein, weil wir ja weiteressen, auch wenn uns schon alles weh tut. In der Hinsicht, könnte man uns zu den Bulimikern und SVVlern rechnen.

In meinen vielen Jahren, habe ich festgestellt, das ich zwar immer noch die FA´s haben, aber wenn ich an früher denke, sehe ich da echt Fortschritte. Ich kann jetzt teilweise einen FA schon unterbrechen. Ich habe skills, die ich anwenden kann und in der Regel kann ich Essen mittlerweile sogar geniessen.

Mich hat meine ESund all die probleme drumrum zu der Person gemacht, die ich heute bin. Und auch wenn ich mich nicht immer mag, ich hab Freunde, die das tun, egal ob ich nun FA´s habe oder nicht.
ich glaube JEDER Mensch hat Herausforderungen im Leben, die er meistern muss. Für den einen ist das sein cholerisches Temperament, für einen anderen seine unkontrollierten Wutanfälle.
Jeder Mensch hat eine Aufgabe, die ihn vernichten oder herausfordern kann und diese Entscheidung für uns haben wir doch schon mal getroffen. Wir wollen was ändern. ich glaube das zeichnet uns von den Hohlköpfen ab, :-= die immer nur anderen die Schuld geben, das in ihrem Leben was nicht klappt.

Wenn wir diese Energie für uns verwenden, was mag uns da alles gelingen. :freunde:

Katja