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Finchen

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81

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 08:39

Seelenhunger, bei mir war es eigentlich wie bei dir. Meine beste Freundin hat mich unterstützt und meine Mutter ignoriert es. Ich finde es schlimm. Eigentlich sollte ja die gerade die Familie zu einem halten. Ich werde mir zukünftig auch ganz genau überlegen, wem ich was erzähle. Auch wenn ich eigentlich gerne offener damit umgehen könnte, habe ich inzwischen Angst davor.

Liebe Grüße

Malin

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82

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 08:46

Ihr lieben,
ich gehe da auch nicht ins detail. Mein neurologe sagte sogar ganz offen, er kenne sich mit essstörungen nicht aus, was will man da von der "normalbevölkerung" erwarten. BED ist auch noch die unbekannteste- wenn auch sehr verbreitete form. Ich bekenne mich zu meiner ES indem ich sage:"Ich nehme entweder ab oder zu, dass ist für mich eine essstörung". Keine detail, wie gesagt,
Gruß
Malin

Petrus

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83

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 09:04

Guten Morgen, Seelenhunger.

Ich gehe sehr offensiv mit meiner Störung um. Alle meine Freunde wissen es, selbstverständlich weiss es meine Frau, und der eine oder andere Bekannte, von dem ich glaube, er sollte es wissen, weiss es auch. Allerdings sage ich das nicht jedem. Wenn ich von vornherein sicher sein kann, dass derjenige das sowieso nicht versteht, dem sage ich es auch nicht. Ich bin kein missionarischer Kämpfer in Sachen Essstörung, das kostet mich viel zu viel Kraft, die ich nicht mehr habe.

Aber: Meiner Mutter (die vor 11 Jahren gestorben ist und ihre letzten 10 Jahre bei meiner Frau und mir lebte) habe ich es NICHT gesagt. Sie hätte es erstens nicht wirklich verstanden, und zweitens wollte ich sie schützen, denn sie hätte die "Schuld" bei sich gesucht, und das hätte uns beiden nichts gebracht. Mein Übergewicht schob sie immer "auf Familiengene" (die Familie meines Vaters ist durchweg übergewichtig, und ich vermute, da waren auch einige Binger dabei), und das war in Ordnung so. Wie soll sie denn verstehen, dass man ESS-süchtig sein kann, wo die meisten Ärzte etc. das noch nicht einmal verstehen, von denen man eigentlich annehmen sollte, dass sie zumindest von Binge-Eating schon mal was gehört haben müssten...

Also: ich denke, man sollte einerseits offensiv damit umgehen, andererseits aber vorher abwägen, ob der andere überhaupt in der Lage ist, das zu verstehen. Bei Deiner Mutter könnte ich mir vorstellen, dass sie sich schuldig fühlt oder dass Du ihr (direkt oder indirekt) die Schuld zuweist, und darum auf "dicht" umschaltet, d.h. dass sie das alles ignorieren will. Ich würde das respektieren, würde es mir aber verbieten, dass sie meine Einkaufstaschen kontrolliert. Das geht nicht.

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Miss Jim

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84

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 21:12

Hallo zusammen

mir ist aufgefallen, dass ich über die Magersucht besser reden kann(bei Fremden), weil sie schon vorbei ist... Übers bingen rede ich so richtig ausführlich(mit Gefühlen etc) eigentlich nur mit meiner Mami (auch sie hat ne ES) und meinen Therapeutinnen, teilweise auch mit einer meiner Kolleginnen (auch sie hatte ne ES), mein Vater und die eine Grossmutter weiss von mir davon und akzeptierens und verstehens (teilweise) sicher auch. "helfen" tut mir aber von den Verwandten nicht, was eigentlich schon genug hilfe ist, wenn sie nichts machen und "falsche" hilfe geben (wie zb doofe tipps,a la du musst halt... oder so).
Die Familie meines Chefs weiss, dass ich in Therapie bin und ein komisches Essverhalten habe/hatte, soviel ist ok, mit mehr möchte ich sie nicht belasten.

Schlussendlich muss sich jeder mit seiner lösung selbst wohlfühlen...

Gute Nacht;)

Miss Jim

NewRealLife

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85

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 21:14

Hallo!

Ich hab mit der Offenheit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Vielleicht ignoriere ich den Rest aber auch einfach, denn wenn müssen das Menschen sein die mir nicht sonderlich nahe stehen.
Ich bin damals mit einem Burn Out zusammengebrochen, da war eine ES noch ganz unbekannt, ich war schön schlank und konnte einfach nicht mehr. Mir schwante aber schon sowas, weil ich das Essen wirklich nicht lassen konnte. Als ich dann nach 11 Wochen aus der Klinik kam war ich wegen meiner Angststörung so unter Angsthemmern, dass ich immer aufpassen musste nicht jedem alles zu erzählen, die Angst was mein Gegenüber damit macht, die war völlig abhanden gekommen. Und meine Erfahrung war - dass die meisten positiv erschrocken waren. Also ich hab mich meistens noch zusammenreißen können die Details und die Ursachen jedem zu erzählen. Endeffekt? Mein neuer Arbeitgeber hat mich trotzdem genommen, obwohl ich gleich gesagt hab ich bin in Nachbehandlung und das muss irgendwie weiterlaufen (woher ich den Mut im Vorstellungsgespräch genommen hab, weiß vielleicht der Liebe Gott, heute wäre mir das viel zu riskant!), habe neue Freunde und meine anderen lockeren Bekanntschaften sind echte, tiefe Freundschaften geworden. Und ich habe meiner Verwandschaft ermöglicht zu ihrer ES zu stehen.
Heute denke ich genau drüber nach, hab meinem neuen Team nichts gesagt warum ich diese Arztbesuche habe (Thera ist auch Ärztin). Geht auch. Kein Geläster, nichts. Und wenns einer rausbekommt werd ich auch eine Lösung finden. Ich bin da sehr zuversichtlich und schäme mich nicht meiner ES. Trotzdem muss es nicht jeder wissen. Aber da wo es wichtig ist, warum auch immer, werd ich es tun. Ob ich nun im Fitnessstudio bitten möchte mich auf übermäßigen Sport hingewiesen werden möchte oder ob ich meinem Teamleiter doch noch mal erklären muss warum das Wahrnehmen meiner Termine nicht nur für mich wichtig ist. Einzelfallentscheidung, aber bisher nichts negatives. Aber Mut gehört dazu. Ohne meine ADs die mich damals da reingebracht haben würde ich vielleicht auch anders denken.. :S

Liebe Grüße,
NRL

86

Samstag, 23. Oktober 2010, 08:46

Mit meiner Frau kann kann ich sehr gut darüber reden, die kann vieles nachvollziehen. Bei Freunden und meinem weiteren Umfeld sieht ews schon schwieriger aus. Ettliche geben sich wirklich Mühe aber das was son in einem vorgeht nachzuvollziehen ist schon schwerer. Hatte vor Jahren schonmal xx KG abgenommen, ich denke damals war es nur zuviel essen und trinken. Viele verweisen mich darauf das ich das schonmal geschafft habe. Aber jetzt mit der BED am Hals greifen die Dinge nicht die damals halfen, zumal ich seinerzeit noch Rauer war und immer wenn ich Appetit oder/und Hunger hatte einfach eine rauchte, klappt prima. Hehe und ich war körperlich besser zuwege (ist ja auch schon 15 Jahre her). bBer ich schweife wieder mal ab. Grundsätzlich ist es ähnlich wie wenn ich über meine Depressionen rede, viel guter Wille bei den anderen, aber es kann vieles von ihnen nicht gegriffen werden.(wie auch, ging mir ja auch mal nicht anders weil ich unwissend und voller ignoranter blöder Vorurteile war und das runtergespielt habe und nicht ernstgenommen habe).

Ansonsten verlass ich mich auf Deinen Bauch, dann liegste gut.

LG

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »lols« (23. Oktober 2010, 08:46)


lols

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87

Samstag, 23. Oktober 2010, 08:48

Lieber Icke,

habe Deinen Beitrag editiert.
Bitte verzichte doch möglichst auf Gewichtsangaben (s. Forenregeln) oder verweise darauf mit einer Triggerwarnung.
Danke
LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

88

Samstag, 23. Oktober 2010, 09:00

Erneut sorry

... muß mich daran echt erst gewöhnen. Ich selber habe da keine Probs mit. Klar aber besser so ohne. Werde mir Mühe geben (auch wenn es schon das 2. mal ist).

:sleeping: bin eine echte Schlafmütze ...

Petrus

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89

Samstag, 23. Oktober 2010, 09:51

Ach, Icke, das passiert mir sogar noch manchmal, und bin hier der Oldie...

Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
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