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Dienstag, 2. Februar 2010, 22:05

Nach einem Hoch, wieder im tiefen Tief

Sorry, muss mich hier ausheulen, kann mit niemandem sonst drüber sprechen...

Nachdem ich vor Weihnachten mit meinem Mann erstmals intensiv über mein Problem gesprochen habe, ihn gebeten habe, alles Essen, was ich in ein Heft schreibe, abends zu lesen, erreichte ich erstmal ein wochenlanges Hoch. Nur 3x täglich zu essen war auf einmal einfach, kaum was Süßes auch. Meinem Bauch gings super (habe Fructosemalabsorption), habe sogar meine Waage weggeschmissen, mir geschworen, nur noch nach meinem Wohlfühlgewicht zu leben, nicht mehr nach Zahlen, die die Waage anzeigt.

Dann dachte ich, ich will dazu etwas abnehmen, also Abends auf Kohlenhydrate verzichtet, was mir seeehr schwer fiel. Eure Warnungen in meinem anderen Thread überlas ich, glaubte, bei mir klappt es auf diesem Weg. Habe dann 2 Tage die Woche eingebaut, an denen ich Kohlenhydrate essen "durfte", diese Tage wurden dann automatisch zu "Fresstagen". Außerdem musste ich laut dem Essensplan viel Gemüse essen, was ich wegen der Fructose aber Tag für Tag weniger vertrug. Also jeden Abend Magenkrämpfe.

Letzte Woche dann meine Entscheidung, wieder weniger Gemüse zu essen, abends wieder Brot usw.

Seitdem jeden Tag FAs. Heute so schlimm wie lange nicht, ständig auch der Gedanke ans Kotzen.

Versuche seit Dezember einen neuen Therapieplatz zu bekommen, gestern wieder ein Anruf bei einer Ärztin, die mich auf der Warteliste hat: Ende Feb nochmal anrufen. Und somit das Gefühl: Allein schaff ichs eh nicht, Hilfe ist nicht in Aussicht.

Mein Mann denkt wahrscheinlich, ich bin "geheilt", hat mich nach wochenlanger "Betreuung" und meinen Versicherungen, bei mir sei alles bestens, schon lange nicht mehr nach meinem Zustand gefragt...

Bin momentan so wahnsinnig enttäuscht von allen Freundinnen. Keine hat (nimmt) sich Zeit, ruft an usw.

Gerade hab ich die Facharbeit von Frau Klein gelesen, darin mein Zitat bzgl. meiner Kindheit, hab mich so erschreckt, zu erkennen, daß ich krank bin.

Danke fürs Zuhören.

Tobias

Administrator

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Beruf: gel. Bürokaufmann

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2

Mittwoch, 3. Februar 2010, 06:35

Guten Morgen CM, spontan würde ich Dich jetzt erstmal in den Arm nehmen und dich drücken! Ich hoffe das Du die Situation erstmal so nehmen kannst, so scheiße wie Sie gerade auch gerade ist .... ohne Gegenmaßnahmen "einzuleiten" ... Gibt es die Möglichkeit Dir in einer Instituts Ambulanz für Psychosomatik erstmal Hilfe zu holen um Dich aus dieser Drucksituation zu befreien ...zumindest zu erleichtern? Liebevolle Grüße Tobias

3

Mittwoch, 3. Februar 2010, 07:03

Oh CM ... tut mir sehr Leid ... ;( Ich kenne das sehr, sehr gut. Immer wieder die Hoffnung, mit einer neuen "Strategie" den "Kampf zu gewinnen". Und die Enttäuschung und der "Rebound", wenn's dann nicht klappt ... Vielleicht kannst du mit deinem Mann darüber sprechen? Rückfälle gehören, leider, leider, zu unserer Sucht dazu ... Fühl dich mal umarmt ... empathy
LG
Laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

4

Mittwoch, 3. Februar 2010, 09:25

Ach, das tut mir leid ;(
Aber natürlich hat laverne recht und es ist jetzt keinesfalls alles verloren! Das war ein Rückfall, den Du im Grunde selber eingeleitet hast. Das heißt für mich aber auch, dass Du ihn beim nächsten Mal vermeiden kannst, denn jetzt weißt Du, dass es Quatsch war wieder an der Ernährung zu drehen, die doch eigentlich super war...

Kopf hoch. Du kriegst das wieder hin! Mach Dir bewusst, dass Du aus Deinen Fehlern lernen kannst und auch musst und dass es gut ist, dass Du jetzt weißt, dass es so eben nicht geklappt hat. Aber sonst ging es Dir doch so gut. Versuch so schnell wie möglich wieder dahin zurückzukommen.

Und am besten rufst Du Deine Freundinnen an und bittest sie um Unterstützung, vielleicht wissen sie einfach nicht, dass es Dir gerade nicht gut geht...

Alles Gute :*)

5

Mittwoch, 3. Februar 2010, 11:38

Liebe CM,

mir tuts auch leid, dass du einen Rückfall hattest. Aber es ist "nur" ein Rückfall - wenn du kannst mach nicht mehr daraus. Es wäre ja völlig illusorisch zu glauben, dass es DEN Weg gibt und dass wir dann alle unsere Probleme die Sucht betreffend im Griff haben. Rückfälle sind erlaubt, sind normal, sind vielleicht auch wichtig.

Ich wünsche dir die Kraft bei dir zu bleiben, den Kontakt zu dir nicht zu verlieren und weiterzumachen .... auch wenn du gefallen bist.

Ganz liebe Grüße,

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

6

Mittwoch, 3. Februar 2010, 12:20

Hallo Cm,
tut mir echt leid mit Deinem Rückfall..
Mir sind da zwei Dinge ins Auge gestochen,
wobei ich mir vorstellen kann,
daß alles zusammengebrochen ist..
Denn so würde es mir ergehen.

Mag ja anfangs sehr gut geklappt haben, Deinen Mann mit ins Boot genommen zu haben..
nun, Deine Enschränkungen von KH sehe ich als absoluten Auslöser..
leider kommt jetzt erschwerdend hinzu, daß Du Deinem Mann gegenüber in Erklärnot bist
und lässt den Karren damit weiter rollen..

Für mich habe ich gute Erfolge erzielt als ich all meine Leiben und Unlieben aus meiner ES verbannt habe.
Selbst Leute mit ins Boot zu holen die selbst eine ES haben, ist immer ein zusätzlicher Druck..
da wird der beste Verstärker leider auch zum großen Druckpunkt..

Lieeb Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

7

Mittwoch, 3. Februar 2010, 13:55

Ihr seid echt lieb, danke für die lieben Worte !!!!

Heut gehts mir bislang besser (ist ja auch erst Nachmittag ;) ), aber gestern abend nach der ganzen Fresserei gings mir echt besch...
@Tobias:

Zitat

Gibt es die Möglichkeit Dir in einer Instituts Ambulanz für Psychosomatik erstmal Hilfe zu holen um Dich aus dieser Drucksituation zu befreien ...zumindest zu erleichtern?

Soo krank fühle ich mich zum einen nicht (auch wenn es vielleicht besser wäre), auf der anderen Seite hab ich so schlechte Erfahrungen mit sämtlichen Ärzten gemacht, daß ich da keinen Nerv habe, etwas zu suchen. Aber danke für Deine Antwort !



@Yrla: Ja, da hast Du Recht. Ich fühle mich noch mehr unter Druck gesetzt, weil es mein Mann weiß. Auf der anderen Seite weiß ich, daß ich eine gewisse "Kontrolle" brauche. Aber je mehr Leuten man es erzählt, hilft es nicht unbedingt weiter. Ich habe es außer einer Freundin sonst niemand erzählt. Und zum reden habe ich ja Euch :thumbsup: !!!

Ja, Ihr habt Recht, ich muss es als Rückfall sehen und nicht als Katastrophe, werde keinerlei Diät versuchen, sondern mich wieder auf 3x tägliches Essen beschränken (Klingt doch ganz einfach :D ).

Ob ich meinem Mann heute abend was sagen soll, weiß ich noch nicht, denn bringen tut es mir eigentlich nicht wirklich was...