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Schwerelos

unregistriert

1

Sonntag, 17. Januar 2010, 07:22

Körperschemastörung

Da die alten Threads zum Thema irgendwie abgedriftet sind, hab ich mich doch entschieden, nochmal einen neuen dazu zu eröffnen.

Ich lese oft von Essgestörten, dass sie sich viel dicker wahrnehmen als sie sind. Kommt bei mir auch mal vor an schlechten Tagen, aber viel mehr macht mir etwas anderes zu schaffen. Wenn ich abnehme, komme ich an einen Punkt, an dem ich mich so dünn fühle, dass ich denke, nee, weiter geht's einfach nicht. Das habe ich zum ersten Mal bemerkt als ich während der Therapie aus dem dreistelligen in den zweistelligen Kilobereich kam (ich hoffe die Angabe so ist ok, aber mir geht's nur drum deutlich zu machen, dass ich schon recht übergewichtig bin und nicht im "Normalgewichtsbereich"). Bzw. kurz davor. Da ging nichts mehr weiter und ich hatte das Gefühl ich muss mich erstmal wieder an mein Spiegelbild gewöhnen. Ich fühlte mich rundum wohl mit der Veränderung, tue es immer noch und bin jetzt auch ungefähr in diesem Kilobereich geblieben. Also hab nicht wieder alles drauf.

Aber bei der letzten Abnahme ging es wieder etwas weiter runter und ich kam an nen Punkt, wo ich im Spiegel überhaupt nicht mehr eins mit mir werden konnte. Meine Hosen waren zu groß und ich erinnere mich an eine Situation im Sportstudio, wo ich vor einem riesigen Spiegel in der Umkleide stand und meine Beine furchtbar dünn fand. Ich hatte den Gedanken "Oh Gott, wo soll ich denn noch abnehmen, dann bin ich ja weg!". Das ist völlig absurd, aus ärztlicher Sicht war ich immer noch stark übergewichtig. Aber ich fühlte mich richtig richtig dünn und hatte das Gefühl, da ist überhaupt nix mehr an Substanz, was ich noch abnehmen könnte.

Kennt irgendjemand solche Gefühle? Mir war ziemlich früh in der Therapie bewußt, dass ich was für mein Körpergefühl tun möchte. Ich habe Autogenes Training gelernt, habe PMR gemacht, "Wohlfühl- und Genusstraining" (Gedanken- und Körperreisen, Achtsamkeitsübungen) und nicht zuletzt Sport für mich entdeckt. Das alles hat mir viel gebracht. Trotzdem kam ich wieder an diesen oben beschriebenen Punkt. Im Moment leide ich darunter wieder bei diesem Gewicht nach der Therapie angelangt zu sein. Ich fühle mich wieder "normal" oder "richtig" mit meinem Körper, aber da ich das Weniger an Gewicht beim Sport extrem stark und positiv wahrgenommen habe, finde ich es jetzt einfach schrecklich wieder mehr zu haben ;( das ist irgendwie ambivalent. Ich muss aber sagen, ich war noch nie "normal schlank", schon als Kind immer übergewichtig. Deswegen weiß ich überhaupt nicht wie sich "Normalgewicht" anfühlt. Bzw. als ich es als Kind fast noch hatte, fühlte ich mich dicker als heute. Total bescheuert...

Was macht ihr für ein positives Körpergefühl? Macht ihr irgendwelche Übungen? Mit was habt ihr gute Erfahrungen gemacht, was hat euch weitergebracht? Kennt ihr das was ich beschrieben habe auch so? Natürlich habe ich auch Tage, wo ich mich dick fühle, aber das liegt meist eher an unbequemen Klamotten. Meist fühle ich mich schlank. Selbst wenn ich in den Spiegel gucke. Aber nur zu Hause komischer Weise. Unterwegs in Spiegeln oder bei anderen zu Hause und in Schaufenstern denk ich mir wie oft "das kann doch gar nicht sein, dass ich so aussehe..." Und am schlimmsten sind Fotos :schock: da frag ich mich manchmal echt wie ich mich trauen kann so raus zu gehen...

Coccinelle

unregistriert

2

Sonntag, 17. Januar 2010, 07:58

Hallo,
zunächst einmal: Ich finde das überhaupt nicht bescheuert. Wenn ich deine Schilderungen mit meinen Gedanken und Gefühlen vergleiche, dann erkenne ich mich darin wieder. Und so wie du das schilderst, bildet das alles eine sehr logische Kette. Vielleicht nicht rational-logisch aber doch "emotional-logisch" (falls es soetwas gibt) oder besser es bildet alles einen Zusammenhang.
Mein Körpergefühl ist jedenfalls auch nicht vorhanden. Egal ob ich in einer dicken oder dünnen Phase bin; mein Gefühl ist immer gleich. Ich fühle mich dick, um nicht zu sagen abstoßend-fett. Aber dennoch kommt dann in den dünnen Phase hinzu, das ich mich "nackt" fühle.

Ich versuche auch immer regelmäßig Sport zu machen. Am liebsten gehe ich Joggen. Das finde ich total schön, weil ich da einfach Laufe. Ich setzte mir nur ein Zeitlimit (z.B. 45 Minuten). Ansonsten laufe ich ohne Ziel los. Und die symbolische Bedeutung ist für mich da ganz wichtig: Alles hinter sich lassen, ohne Ziel drauflos. Dadurch nehme ich meinen Körper immer etwas besser wahr. Das Gefühl verschwindet zwar nach ein paar Stunden, aber immer noch besser als gar nichts.

Jetzt habe ich mich zum Autogenen Training angemeldet. Davon erhoffe ich mir auch Besserung.

Mein kleines Abend-Ritual hat jedoch den wirklich positiven Effekt gebracht: Ich creme mich jeden Abend ein. Und versuche dabei wahrzunehmen, wie mein Körper sich anfühlt und vor allen wo er endet. Wenn ich wirklich so unendlich-fett wäre, wie ich glaube, dann würde ich unendlich-viel Creme brauchen. Aber das tue ich gar nicht :) Das ist für mich ein richtiges Highlight.
Naja, vielleicht klingt das für andere blöd, aber mir hilft das.

Grüße,
Coccinelle

Schwerelos

unregistriert

3

Sonntag, 17. Januar 2010, 08:25

Mein kleines Abend-Ritual hat jedoch den wirklich positiven Effekt gebracht: Ich creme mich jeden Abend ein. Und versuche dabei wahrzunehmen, wie mein Körper sich anfühlt und vor allen wo er endet. Wenn ich wirklich so unendlich-fett wäre, wie ich glaube, dann würde ich unendlich-viel Creme brauchen. Aber das tue ich gar nicht :) Das ist für mich ein richtiges Highlight.
Naja, vielleicht klingt das für andere blöd, aber mir hilft das.

Hallo Coccinelle,

das ist ne gute Idee. Echt. Ich drücke mich immer total vorm Eincremen... dabei hab ich eine total trockene Haut. Ich dusche eh schon jeden Tag und wenn ich Sport mache eben nochmal zusätzlich und manchmal auch nur so, wenn's mir schlecht geht, weil's einfach gut tut. Dann eben auch ziemlich heiß, aber DANN creme ich mich zumindest auch ein. Vielleicht sollte ich das auch mal versuchen als Ritual zu übernehmen. Meine Hände und Füße zum Beispiel creme ich fast jeden Abend ein. Eigentlich gemein meinen Körper dabei auszusparen ;)

Jedenfalls klingt das für mich gar nicht blöd. Auch zu merken, dass man eben nicht unendlich dick ist. Wobei ich das Gefühl ja eigentlich eh nicht (mehr) habe, sondern das Gegenteil. Aber dann sehe ich dabei vielleicht, dass ich eine bestimmte Menge Creme verbrauche und nicht die Angst haben muss zu verswchwinden 8|

Das erinnert mich schon wieder an das Buch "Essen als Ersatz" (war mein letztes und scheinbar ist da doch viel hängen geblieben) Man soll sich dort einfach mal von dem, was man gern isst und sich aber "verbietet" so viel einkaufen wie man überhaupt nicht essen könnte. Und dann mal essen bis man wirklich nicht mehr kann und mag und merken, es gibt ein Ende. Man wird nicht die ganze Welt verschlingen. Irgendwann kann man nicht noch mehr essen. Leider bewirkte das bei mir gar nichts so positives. Ich fand es eher erschreckend und beängstigend an den Punkt zu kommen, wo das Essen eben nix mehr bringt. Aber okay, das passt themtisch überhaupt nicht mehr in diesen Thread...

Wenn andere vom Joggen erzählen, fasziniert mich immer wieder ... aber im Winter mit meinem Gewicht bleibt mir leider wieder nur das Sportstudio... :(

Lieben Gruß... Schwerelos

Coccinelle

unregistriert

4

Sonntag, 17. Januar 2010, 09:33

Man wird nicht die ganze Welt verschlingen. Irgendwann kann man nicht noch mehr essen.
Hallo,
ja das Buch habe ich auch gelesen und diese Stelle hat mich natürlich sehr fasziniert. Dann habe ich das ausprobiert und musste feststellen, dasses für mich nicht funktioniert. Ich hab so lange gegessen, bis ich Kotzen musste. Und danach konnte ich auch noch weiteressen... das war so fies... Klar weiß ich das es sicher irgendwannn nicht mehr geht, aber dieser Weg ist nicht der richtige Weg für mich um das herauszufinden...

Aber nochmal zum Körper zurück: In dem Buch wird ja erklärt, dass man zur Massage gehen soll. Aber das ist für mich echt keine Option. Nackt vor fremden Menschen...

Grüße,
Coccinelle

5

Sonntag, 17. Januar 2010, 09:34

Liebe Schwerelos,

kann es sein, dass Du den Schutz brauchst?
Dem Schutz nicht so "dünnhäutig" zu sein, sondern stark und robust.
Wie ist es mit schwach sein, Dich spüren, etwas an Dich ranlassen?

Nur so meine Gedanken, die mir beim Lesen kamen.

Ich kenne das, wenn ich abnehme, das versetzte mich in meinen Diätzeiten ab einem bestimmten Punkt in Panik, obwohl ich ein realistisches Bild gesehen habe im Spiegel...
und die Gründe waren die oben genannten. Bloß nichts spüren, nicht schwach sein, nichts an mich ranlassen.

lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

6

Sonntag, 17. Januar 2010, 09:43

Coccinelle, das mit der Creme finde ich super und halte das für eine wertvolle Methode, seinen Körper wahrzunehmen, sich ihm positiv anzunäheren ( sich eincremen: sich pflegen: sich etwas gutes tun)- und wie Du schon sagst, zu spüren, wo der Körper anfängt und aufhört.





Körperwahrnehmungsstörungen habe ich auch- aber leider anders als Schwerelos es beschreibt. Ich komme mir meistens zu dick vor und habe starke Komplexe, bilde mir eigentlich immer ein, dass alle mich anstarren und mich abstoßend finden.

Besonders macht mir zu schaffen, dass ich das Gefühl habe, Leute, die ich regelmäßig sehe, bemerken meine ständigen Gewichtsschwankungen, da schäme ich mich total und wüsste keine Erklärung.



Im Spiegel sehe ich eigentlich immer nur einen abstoßenden pummeligen Körper mit komischen Konturen, die nicht zueinander passen.

An der Kleidung merke ich zwar oft drastisch meine Gewichtsunterschiede, aber irgendwie verändert sich das Spiegelbild nicht dazu.

Manchmal fällt es mir auf, wenn ich Fotos von mir ansehe und einen direken Vergleich vor mir habe. Aber zufrieden macht mich das nicht.

Ich glaube fast, ich kann überhaupt nicht an einen Punkt gelangen, an dem ich jemals sagen kann: jetzt ist es genau richtig.

Ich werde immer etwas finden.

Kennt ihr das?

7

Sonntag, 17. Januar 2010, 10:57

Ich glaube fast, ich kann überhaupt nicht an einen Punkt gelangen, an dem ich jemals sagen kann: jetzt ist es genau richtig.

Ich werde immer etwas finden.

Kennt ihr das?
Ja, das kenne ich.

"Wer sucht, der findet"

Es wird niemals so sein, dass man nichts mehr findet. Niemand ist gänzlich perfekt, das ist einfach so. ES GIBT KEIN PERFEKT. Deshalb wird jeder immer etwas finden, solang er sucht.
Glücklich wird man also nicht dadurch, dass man nichts mehr findet, sondern dadurch, dass man nicht mehr sucht.
Dieses Suchen nach Fehlern ist reinste Paranoia und fördert bloß die ES und die Körperschemastörung.
Und wenn man doch nicht mit dem Suchen aufhören kann (weil das Suchen eine Sucht ist), dann sollte man sich mit dem, was man findet, nicht auf Kriegsfuß stellen, dann das bedeutet, gegen sich selbst zu kämpfen. Und welchen Zweck hat es schon, gegen sich selbst zu Kämpfen?
kann es sein, dass Du den Schutz brauchst?
Dem Schutz nicht so "dünnhäutig" zu sein, sondern stark und robust.
Wie ist es mit schwach sein, Dich spüren, etwas an Dich ranlassen?

Nur so meine Gedanken, die mir beim Lesen kamen.
Ja, das waren auch meine Gedanken. Das Essen wird genutzt um Gefühle mehr oder weniger zu "verarbeiten", drastisch gesagt zu verdrängen. Wenn das Essen (bzw. das Gewicht) dann weniger wird, fühlt man sich entblößt und muss lernen, mit den Emotionen die man hat, anders umzugehen. Das kann im ersten Moment überfordern und man wünscht sich die "Schutzschicht" wieder zurück.



Ich habe auch eine Körperschemastörung. Innerhalb von wenigen Minuten sehe ich manchmal zwei komplett unterschiedliche Personen im Spiegel - die, die ich wirklich bin und eine Person, mit merkwürdigen Proportionen - scheinbar zu dick.
Was mir hilft - wie schon genannt - ist Sport. Sport vermittelt mir wirklich eine positivere Wahrnehmung und rettet mich nicht zuletzt aus depressiven Löchern. Wenn ich mal wieder in einer Sport-Phase bin - so wie i.M. - dann kann ich mich manchmal wirklich mit meinem Körperbild anfreunden. : )

Liebe Grüße,
megrim.

Schwerelos

unregistriert

8

Sonntag, 17. Januar 2010, 13:46

Aber nochmal zum Körper zurück: In dem Buch wird ja erklärt, dass man zur Massage gehen soll. Aber das ist für mich echt keine Option. Nackt vor fremden Menschen...

Ja... stimmt. Ich war mit meinem Höchstgewicht mal mit meiner Mutter in einem Wellnesshotel. Wir hatten ein riesiges Komplettpaket, wo alles mögliche an Massagen, Packungen und was weiß ich inklusive war. Es war der reinste Horror... heute finde ich das sehr schade, dass ich es damals nicht genießen konnte, heute würde ich das tun oder zumindest das, was ich nicht möchte, eben auslassen. Damals aber konnte ich noch überhaupt keine Grenzen für mich setzen und habe auch eine Ganzkörpermassage über mich ergehen lassen. Und eigentlich nur gelitten. Total schlimm, ich frage mich heute noch, was die Masseurin gedacht hat *schäääm* (es gibt keinen Rot-werd-Smilie?) noch schlimmer war, dass es keine medizinische Massage war, wo man durchgeknetet wird, sondern eine "Wellness-Massage", quasi ganz sanft, bei ruhiger Musik ect... schlimm. Einfach nur schlimm... ;(

Nein, das wäre für mich auch keine Option. Höchstens Selbstmassage, manchmal massiere ich meine Füße (abends beim Eincremen) oder klopfe mich ab. Aber das ist wohl nicht das gleiche. Tut aber gut :*)
kann es sein, dass Du den Schutz brauchst?
Dem Schutz nicht so "dünnhäutig" zu sein, sondern stark und robust.
Wie ist es mit schwach sein, Dich spüren, etwas an Dich ranlassen?
Hm, ja. Das trifft es schon irgendwie. Für das was ich bisher an "Heilung" für mich erreicht habe, trifft das denk ich auch zu. Aber nun bin ich an einem Punkt, wo ich in der Hinsicht nicht weiter weiß. Mein Selbstvertrauen ist schon viel viel größer seit der Therapie und seit ich Sport mache. Ich bin irgendwie bewußter im Hier und Jetzt und auch direkter in meiner Art geworden. Dass ich eben Dinge anspreche, die mich beschäftigen oder stören. Deswegen frage ich mich, was muss denn noch passieren? Warum brauche ich immer noch diesen Schutz? Ja, die Frage kann ich mir nur selbst beantworten, aber ich hab das Gefühl nicht weiter zu kommen... vielleicht sollte ich doch wieder mit einer Therapie beginnen :S
Besonders macht mir zu schaffen, dass ich das Gefühl habe, Leute, die ich regelmäßig sehe, bemerken meine ständigen Gewichtsschwankungen, da schäme ich mich total und wüsste keine Erklärung.
Jaa... das kenne ich... ich find's vor allem schlimm, wenn man ne Weile abgenommen hat, so dass es manche von sich aus merken. Und dann finden das alle total klasse, fragen, ob man sich denn besser fühlt, ist ja toll... bla bla... und wenn man das dann wieder zunimmt... Da schäme ich mich momentan auch total für, meine Kondition im Training war schon so gut geworden und ich bin insgesamt echt besser geworden. Und momentan loose ich da irgendwie nur noch ab. Aber was soll ich denn sagen? Ja sorry Trainer, aber ich hab wieder xx kg zugenommen und nu geht's halt nicht mehr so...? Schlimm... :negativ:

9

Donnerstag, 21. Januar 2010, 09:33

Ich weiß nicht wohin ich es schreiben soll.... bin gerade furchtbar traurig und habe seit langem einfach mal wieder geweint.

Das Verhältnis zu meinem Körper ist so zerrüttet.... Ich empfinde regelrecht Ekel, ich möchte meinen Körper nicht fühlen müssen.

Ich kann ihn einfach nicht annehmen wie er ist. Mein Körpergefühl heute ist so schlimm, dass mir die Tränen kamen.

Am liebsten möchte ich heute im Bett bleiben, mich zusammenkauern und die Augen schließen.

Aber das habe ich gestern schon gemacht.

Es muss ja weiter gehen.

10

Donnerstag, 21. Januar 2010, 10:15

Mensch Dana ... das tut mir Leid ... empathy
Ich glaube, das "ich will nicht fühlen müssen" ist ein ganz wichtiger Schlüssel zu unserer Sucht. Mach kleine Schritte und für heute - sei ein bisschen lieb zu dir, wenn du kannst.
GLG
laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

11

Donnerstag, 21. Januar 2010, 10:28

Danke laverne, es tut wirklich gut wenn man diese Gefühle einfach jemandem mitteilen kann, der einen versteht.

12

Donnerstag, 21. Januar 2010, 10:44

Hallo, Dana,

diesen Ekel vor dem eigenen Körper kenne ich auch, ja, das ging in meinem Leben schon so weit, dass ich alle Spiegel in der Wohnung abgehängt habe. So "schlimm" ist es nicht mehr, glücklicherweise, aber dieses sich am liebsten im Bett verstecken Mögen, ja, das kenne ich ZU gut...

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

13

Donnerstag, 21. Januar 2010, 11:27

Arme Dana,
das tut mir leid. Das sind doch immer solche Phasen bei uns... Und manchmal ist es dann wieder ganz schlimm. Aber es geht irgendwann auch wieder bergauf. Bis dahin versuch wirklich lieb zu Dir zu sein. Du bist krank und Du kannst nichts dafür und Dein armer Körper auch nicht... Ich weiß, das hilft jetzt vermutlich alles nichts, aber diese Tage vergehen wieder und dann geht es Dir wieder besser.

Fühl Dich gedrückt!
:keks:

14

Donnerstag, 21. Januar 2010, 15:53

Ich danke Euch für Eure lieben Worte! :*)

Loreley

unregistriert

15

Donnerstag, 4. Februar 2010, 10:03

Was mir noch einfällt zu einem positiveren Körpergefühl ist die bewusste Sinneswahrnehmung.

Wenn der Körper "schlecht" ist ist es gut, positive Dinge wahrzunehmen. Leise angenehme Töne zu hören, würzige Waldluft zu atmen und zu riechen, schöne Bilder zu betrachten, ganz bewusst und langsam zu schmecken. Der Bereich "Haut": streicheln (lassen), bürsten, massieren, angenehme Stoffe tragen, parfümierte Bodylotions, im Sommer am Strand im Sand eingraben (kommt vielleicht etwas peinlich rüber :rolleyes:). Sauna und Wechselduschen. Mit Schnee einreiben. Alles führt dazu zu begreifen, wo man anfängt und wo man aufhört.

16

Sonntag, 7. Februar 2010, 09:11

Dazu fällt mir auf, wie lieblos ich eigentlich derzeit mit meinem Körper umgehe. Im Grunde beachte ich ihn überhaupt nicht. Seit Ewigkeiten dusche ich nur noch, zeitsparender, weil ich immer das Gefühl habe, auf dem Sprung sein zu müssen. Berührungen mag ich nur noch bis zu einem gewissen Punkt von meinem Partner, weil er doch nicht die ganzen neuen Kilos fühlen soll. Naja und wann fühle ich mich derzeit überhaupt noch? Wenn ich E*att*cken habe. Das fühle ich ihn, dann tut er weh! Und danach bemühe ich mich wieder, ihn so wenig wie möglich zu beachten, weil er ja so unschön ist und nach diesen Ausfällen ja noch viel viel unschöner. Oh Mensch, das ist manchmal ein Teufelskreis.
Ich merke gerade ganz deutlich, ich muß liebevoller mit mir umgehen!
Mondscheinkatze

17

Sonntag, 7. Februar 2010, 09:16

Liebe MoCat,
was mir im Moment hilft, um Körpergefühl zu haben, ist jede Form von sportlicher Betätigung ... dabei und danach fühle ich so richtig jede Sehne, jeden Muskel ... und das Duschen macht auch wieder Spaß ... Yoga habe ich auch schon mehrfach empfohlen bekommen. Irgendwie würde ich das gern mal ausprobieren, vielleicht wär's auch was für dich?
LG
Laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

18

Sonntag, 7. Februar 2010, 09:23

Ja, auf jeden Fall. Hatte ja vor einer Weile eine Phase, in der ich mich getraut habe, ins Schwimmbad zu gehen. Das tat mir so gut. Jetzt scheint es mir wieder total abwegig, mich dort zu zeigen. Wie schade eigentlich. Dann setze ich mir immer diese irrsinnigen Ziele: Wenn du * Kilo weniger hast, dann gehst du. Das ist so dumm, ist das Gleiche, als würde ich sagen: ich darf mich gut fühlen, wenn ich * Kilo weniger habe.
Sport ist eine sehr sehr gute Idee, Laverne. Ich hoffe, dass ich das endlich mal konsequent durchziehen kann. Die äußeren Umstände sind bei mir oft ein Hindernis,..aber ja nicht unüberwindbar.

19

Sonntag, 7. Februar 2010, 09:45

Ich merke gerade ganz deutlich, ich muß liebevoller mit mir umgehen!

Ich hoffe, dass ich das endlich mal konsequent durchziehen kann.



Hallo Mondschein,
mir fällt an den Sätzen auf, dass Du da sehr unerbittelich und streng mit Dir bist, was ich von mir selbst nur all zu gut kenne *seufz*

Du MUSST nicht liebevoll zu Dir sein! Das klingt gleich so nach Strenge und "jetzt mach aber mal" und das ist das Gegenteil von liebevoll. Aber du hast es verdient liebevoll behandelt zu werden, das fällt Dir aber aufgrund Deiner Geschichte schwer. Versuche es ab und an, übe es und sei Dir nicht zu böse, wenn es nicht klappt. Sei nachsichtig mit Dir.

und wieso konsequent durchziehen. Das fühlt sich gleich so riesig an, so schwierig. Vielleicht schaffst Du es heute nicht, aber morgen? Nimm Dir nicht zuviel vor, sondern eine kleinere Sachen, die Du dann langsam steigern kannst. Ich habe mir jetzt einen festen Anker die Woche gesetzt, Mittwochs Yoga, komme da was wolle und wann immer es meine Zeit erlaubt Spaziergänge. Und wenn im Moment Schwimmen nicht geht, dann was anderes. Das ist ein Leitsatz von mir geworden: Wenn das nicht geht, dann geht was anderes! Ein Schritt nach dem anderen und GEDULD!

Ich hoffe ich habe jetzt nicht zu sehr von mir auf Dich geschlossen, vielleicht ist es bei Dir auch ganz anders, dann streich das Geschriebene...

Ich umarme Dich mal vorsichtig
lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

20

Sonntag, 7. Februar 2010, 09:51

Liebe MoCat,
das mit dem Schwimmen kenne ich gut! Die Crux ist ja, dass das gute Körpergefühl erst mit dem Sport kommt und nicht umgekehrt. Ich gehe in unregelmäßigen Abständen mit einer (auch übergewichtigen) Freundin schwimmen, das ist ein guter Motivator! Belohne mich meist hinterher mit Sauna, das macht die Überwindung kleiner. Und da ich im Moment auch in kein Fitness-Studio mag, mache ich Aerobic auf DVD zu Hause. Das tut sehr gut, hätte ich gar nicht gedacht ...
Ich drück dich auch mal!
LG
Laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)