Da die alten Threads zum Thema irgendwie abgedriftet sind, hab ich mich doch entschieden, nochmal einen neuen dazu zu eröffnen.
Ich lese oft von Essgestörten, dass sie sich viel dicker wahrnehmen als sie sind. Kommt bei mir auch mal vor an schlechten Tagen, aber viel mehr macht mir etwas anderes zu schaffen. Wenn ich abnehme, komme ich an einen Punkt, an dem ich mich so dünn fühle, dass ich denke, nee, weiter geht's einfach nicht. Das habe ich zum ersten Mal bemerkt als ich während der
Therapie aus dem dreistelligen in den zweistelligen Kilobereich kam (ich hoffe die Angabe so ist ok, aber mir geht's nur drum deutlich zu machen, dass ich schon recht übergewichtig bin und nicht im "Normalgewichtsbereich"). Bzw. kurz davor. Da ging nichts mehr weiter und ich hatte das Gefühl ich muss mich erstmal wieder an mein Spiegelbild gewöhnen. Ich fühlte mich rundum wohl mit der Veränderung, tue es immer noch und bin jetzt auch ungefähr in diesem Kilobereich geblieben. Also hab nicht wieder alles drauf.
Aber bei der letzten Abnahme ging es wieder etwas weiter runter und ich kam an nen Punkt, wo ich im Spiegel überhaupt nicht mehr eins mit mir werden konnte. Meine Hosen waren zu groß und ich erinnere mich an eine Situation im Sportstudio, wo ich vor einem riesigen Spiegel in der Umkleide stand und meine Beine furchtbar dünn fand. Ich hatte den Gedanken "Oh Gott, wo soll ich denn noch abnehmen, dann bin ich ja weg!". Das ist völlig absurd, aus ärztlicher Sicht war ich immer noch stark übergewichtig. Aber ich fühlte mich richtig richtig dünn und hatte das Gefühl, da ist überhaupt nix mehr an Substanz, was ich noch abnehmen könnte.
Kennt irgendjemand solche Gefühle? Mir war ziemlich früh in der
Therapie bewußt, dass ich was für mein Körpergefühl tun möchte. Ich habe Autogenes Training gelernt, habe PMR gemacht, "Wohlfühl- und Genusstraining" (Gedanken- und Körperreisen, Achtsamkeitsübungen) und nicht zuletzt Sport für mich entdeckt. Das alles hat mir viel gebracht. Trotzdem kam ich wieder an diesen oben beschriebenen Punkt. Im Moment leide ich darunter wieder bei diesem Gewicht nach der
Therapie angelangt zu sein. Ich fühle mich wieder "normal" oder "richtig" mit meinem Körper, aber da ich das Weniger an Gewicht beim Sport extrem stark und positiv wahrgenommen habe, finde ich es jetzt einfach schrecklich wieder mehr zu haben

das ist irgendwie ambivalent. Ich muss aber sagen, ich war noch nie "normal schlank", schon als Kind immer übergewichtig. Deswegen weiß ich überhaupt nicht wie sich "Normalgewicht" anfühlt. Bzw. als ich es als Kind fast noch hatte, fühlte ich mich dicker als heute. Total bescheuert...
Was macht ihr für ein positives Körpergefühl? Macht ihr irgendwelche Übungen? Mit was habt ihr gute Erfahrungen gemacht, was hat euch weitergebracht? Kennt ihr das was ich beschrieben habe auch so? Natürlich habe ich auch Tage, wo ich mich dick fühle, aber das liegt meist eher an unbequemen Klamotten. Meist fühle ich mich schlank. Selbst wenn ich in den Spiegel gucke. Aber nur zu Hause komischer Weise. Unterwegs in Spiegeln oder bei anderen zu Hause und in Schaufenstern denk ich mir wie oft "das kann doch gar nicht sein, dass ich so aussehe..." Und am schlimmsten sind Fotos

da frag ich mich manchmal echt wie ich mich trauen kann so raus zu gehen...