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Samstag, 16. Januar 2010, 15:28

Essstörung- die eigenen Kinder einweihen oder nicht?

Mach da mal nen neuen Thread auf...
Also, in letzter Zeit mach ich mir viele Gedanken um meine Tochter bzw. um mein negativ Beispiel (versuche es in Grenzen zu halten) in Bezug auf Essen... Hat jemand von euch Kinder? Und wenn ja - wie oder wann habt ihr euren Kids erklärt oder sie wissen lassen was für ein Problem ihr habt?
Ich baue natürlich keine FA`s vor meiner Tochter - aber sie ist natürlich clever und denkt sich vielleicht so oder so ihren Teil. Und sicher bekommt sie auch meine Stimmungsschwankungen mit obwohl ich versuche so viel wie möglich von ihr fern zu halten was meine Essstörung angeht.
Aber sie kommt mehr oder weniger bald in ein Alter (sie ist jetzt neun) wo sie auch schon mit dem Thema schlank sein oder zuviel drauf haben, Schönheitsidealen etc. konfrontiert wird... Will einfach nicht, dass sie die gleichen Schienen befährt wie ich damals.
Also wann mit ihr reden? Oder überhaupt mit ihr reden drüber? Und wenn, dann über meine Essstörung oder nur Essstörung im Allgemeinen?
Oder einfach nur versuchen so Vorbildhaft wie möglich zu handeln? Und garnicht groß reden...?
Will keine Lösung von euch aber ein paar Ratschläge wären toll. Was ich am Ende mache, dass muss ich schon selbst entscheiden und das weiss ich auch. Nur damits keine Missverständnisse gibt... ;)
liebe Grüße, triv.

2

Samstag, 16. Januar 2010, 16:20

Vorab: Ich habe natürlich keine Kinder und ich hoffe, ich schreibe nichts falsches.

Ich denke, es ist sinnvoll, Kinder in Essstörungen einzuweihen. Ich finde es im Allgemeinen sehr wichtig, den Kinder ganz viel Offenheit entgegenzubringen. Wenn man ihnen schon ganz früh immer viel Offenheit beibringt, wird ihnen das sicher helfen.
Bei mir ist da etwas schief gelaufen und ich kann mit niemandem über gar nichts sprechen, weil meine Eltern mit mir über gar nichts geredet haben. Aufklärung - ach das bekommt sie in der Schule erklärt, über Probleme reden - das kann sie mit ihrer Therapeutin...

Ich denke auch, dass Kinder gerade wenn sie klein sind, besser damit umgehen können als so manch ein Erwachsener. Dein Tochter würde das mit neun Jahren sicherlich verstehen und ich finde, wenn Du es ihr sagst und ihr ausgiebig und offen über Essstörungen, Schönheitsideale etc. reden könnt, dann ist sie sozusagen "vorbeugend aufgeklärt" und vielleicht hilft ihr all dieses Wissen, ein besseres Körpergefühl aufbauen zu können, mehr auf sich zu achten und sie ist sozusagn "vorgewarnt" und macht evtl. nicht denselben "Fehler" (naja, psychische Störungen kann man schlecht als Fehler benennen, aber ich meine eben so denselben Weg) wie Du. Einerseits.

Andererseits kann es natürlich sein, dass diese Konfrontation sie verwirrt und sie nicht weiß, wie sie damit umgehen soll. Oder sie macht sich viele Sorgen um Dich. Oder sie denkt sich "Viel Essen = schlecht und krank"...

Ich weiß nicht, was ich an Deiner Stelle tun würde. :S
Aber ich denke, bei mir würde die Offenheit Oberhand gewinnen.

Alles Liebe,
megrim.

3

Samstag, 16. Januar 2010, 16:52

Also ich habe gerade wegen meiner Lütten angefangen an mir zu arbeiten, weil ich nicht will das ich es ihr so extrem vor lebe!
Sie ist erst 3 Jahre, also brauch ich eigentlich noch nicht daran zu denken es ihr zu erklären!
Aber dennoch denke ich an die Zukunft und wie es sein wird, wenn sie mehr versteht!

Ich denke es kann ein Kind sehr belasten wenn es sieht oder spürt das etwas nicht stimmt und es nicht zuordnen kann!
Daher denke ich das es vielleicht doch gut ist mit ihr darüber zu sprechen!
Dabei sehr viel Zeit nehmen und zeigen das man immer da ist, wenn Fragen sind oder sonst etwas!

Ich hoffe dann das es (wie megrim schon schrieb) vielleicht eher hilft sie gesund mit dem Thema Essen, Körper und Gewicht und den Umgang mit andren Menschen umzugehen!?! Ob es so wird, ob es hilft keine Ahnung...ob es besser wäre nichts zu sagen, wer weiß???

4

Samstag, 16. Januar 2010, 17:14

Danke schonmal für eure Antworten. Lass es mir noch weiter durch den Kopf gehen lasse es reifen.
Vielleicht schreiben andere auch noch Ratschläge dazu. Es ist hier wohl wie bei vielem im Leben...
es gibt kein richtig und falsch ...
Man kann nur versuchen sein bestes zu tun und hoffen, dass es auch so ankommt... und keine Lawinen auslöst.
Kein Mensch ist perfekt. Jeder macht fehler, auch wenn er das vielleicht garnicht beabsichtigt hat. :|

5

Samstag, 16. Januar 2010, 18:39

Also ich hab zwei Kinder, 6 und fast 8 Jahre alt.

Ich finde, man sollte das individuell entscheiden. Man kann Kinder mit sowas auch sehr belasten. Sie sollten alt und reif genug sein.



Bis jetzt habe ich nicht vor, mit ihnen darüber zu sprechen. Ich versuche es einfach durch meine Erziehung zu kompensieren. Die beiden wissen, was gesunde Ernährung ist. Ich koche gesund und frisch, ab und zu darf es dann auch mal was "ungesundes" wie selbstgemachte Pizza geben. Und auch mit der Nascherei mach ich es so. Sie dürfen naschen, aber nicht zu viel.

Und ich würde nie vor meinen Kindern fr*ssen. Ich bin übergewichtig und sie wissen auch, dass das nicht gesund ist. Bei uns musste immer aufgegessen werden. Das brauchen meine Kinder nicht. Wenn sie satt sind, sind sie satt.

Ich denke, dass man das so auch irgendwie auffangen kann. Ich vesuche mit dem Theme "Essen" so "normal" wie möglich umzugehen. Es wird nichts verherrlicht und nichts verteufelt. Es dreht sich nicht alles ums Thema Essen, Gewicht, Figur usw.

Bisher meine ich, dass es ganz gut läuft und sie ein normales Verhältnis dazu haben. Ich hoffe, dass es auch so bleibt, wenn sie in die Pubertät kommen.



Ayla

6

Samstag, 16. Januar 2010, 19:01

Ich habe zwei Jungen 9 und 10.
Die haben oft Süßes geschenkt bekommen und ich die Böse Mama hab es ihnen weg gegessen, die waren dann ganz schön sauer :diablo:
So mußte ich ihnen mit ca.4Jahren schon klar machen das sie ihre Süßigkeiten aufräumen müßen weil die Mama die sonst auf isst.
Aber ich erklärte ihnen nicht nur die ES (kindgrecht so gut es ging) sondenr auch die Folgen wie Antriebslosigkeit, Traurigkeit, Unzufriedenheit usw.

Ich weiß nicht ob das richtig oder falsch war, für mich war´s die Lösung.
So hatte ich viel weniger Schuldgefühle und denn daraus folgende Druck.


Enschuldigt für den Wirrwarr, kann leider meine Gedanken nicht so gut wieder geben ;(

7

Samstag, 16. Januar 2010, 19:06

Liebe Rosi,

das meinte ich ja - man muss es individuell entscheiden. In erziehungsfragen gibt es meiner Meinung nach kein Patentrezept. Eltern, Kinder, Lebensumstände... alles ist immer anders als bei anderen.

Manchmal muss man eben doch auf das bauchgefühl hören.... ;)



LG, Ayla

8

Samstag, 16. Januar 2010, 19:32

Interessante Frage ....

meine Töchter (18 und 22 Jahre alt) wissen beide, dass ich mit dem Essen große Probleme hab und in Therapie bin. Details wissen sie nicht ... unser Verhältnis ist eigentlich so, dass wir ziemlich offen über Dinge sprechen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie gar nicht SO genau alles wissen wollen.

Dass ich mich triggernde Nahrungsmittel aufesse wenn sie mir in die Hände fallen ist bekannt. Dass es bei uns kaum jemals Süßigkeiten gibt liegt daran, dass ich alles aufesse - auch bekannt.
Meine Töchter haben kein normales Essverhalten (sind beide übergewichtig, die Große sogar im dreistelligen Bereich).

Als mein Sohn (6 Jahre) geboren wurde war mir schon sehr bewußt, dass ich essgestört bin. Ich habe bei ihm von Anfang an extrem auf gesunde Ernährung geachtet (das war bei meinen Töchter noch nicht so). Er ist (NOCH) total schlank, sein Essverhalten ist OK .... mal abwarten was noch draus wird.

LG,
Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

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9

Samstag, 16. Januar 2010, 20:22

Vor solch einer Beichte scheue ich mich echt. Meine Tochter (23) weiß es nicht, und wenn wir über das Thema Essen mal reden, und ich denke: Jetzt könntest du dich mal aufraffen ... dann schäme ich mich viel zu sehr, mich so wenig im Griff zu haben. :fertig: Bei ihr (wie überhaupt bei anderen als Gast) kann ich mein Essverhalten auch immer gut steuern.
Mein Sohn (13) kriegt schon manchmal eine Tüte oder Packung Süßkram mit den Worten: Hier, nimm bloß, sonst esse ich alles auf :ihgitt: ... in die Hand gedrückt. Er kann aufhören, wenn er satt ist, und Zeug wochenlang liegen haben!
Er stellt fest, dass ich manchmal viel weniger esse, und trotzdem weit entfernt von "schlank" bin.
Ich möchte meine Kinder auch nicht belasten, habe auch Angst, wenn ihr Essverhalten mal entgleist (was ja wie z.B. Weihnachten passieren kann), das sie dann gleich in Angst leben (Sch***e, habe ich das "geerbt"?).

Sollte sich einmal eine Frage oder ein Zeitpunkt ergeben, werde ich wohl reinen Wein einschenken, doch so aus dem "Nichts" heraus nicht.
-Ein (anderes) Beispiel ergab sich so erst vorigen Monat, als der Tag war, an dem für Sternenkinder eine Kerze ins Fenster gestellt wird. Ich habe immer schon überlegt, ob und wie ich ihm das einmal sage, das ich von seinem Vater ein Kind verloren hatte. So kamen wir ganz zwanglos zufällig ins Gespräch und ich antwortete auf seine Fragen offen.-
So möchte ich das auch auf mich / uns zukommen lassen mit meiner ES.

Ich denke, Kinder können Krankheiten ihrer Eltern immer nur schlecht verdauen. Ich selbst bin übrigens mit vielen "Störungen" meiner Mutter, psychisch und physisch, aufgewachsen. Es hat mir Angst gemacht, später dann war ich manchmal verärgert, weil es das Thema Nr. 1 war und ist.

Den Worten von Ayla stimme ich voll zu. Und @ rosi, es würde mich interessieren, wie Deine Kinder jetzt mit dem Wissen um die ES und mit dem Thema umgehen, nachdem sie schon lange damit leben?
Einmal wissen, dieses bleibt für immer. Ist nicht Rausch, der schon die Nacht verklagt ...
Einmal wirklich fassen und nie wieder alles geben müssen, was man hält ...


(aus: "Am Fenster" - Hildegard Maria Rauchfuß)

Schneeflocke82

unregistriert

10

Sonntag, 17. Januar 2010, 07:56

Ich bin der Meinung, das man erst ab einem Gewissen alter es den Kinder sagen soll. Ich denke 9 Jahre ist einfach zufrüh.
Ab 16 denke ich, kann man es erzählen. Schließe mich Ayla an.

Liebe Grüße

Schneeflocke 82

11

Sonntag, 17. Januar 2010, 08:18

Ich habe keine Kinder, aber ich habe viele Jahre mit Kindern gearbeitet (Kindergärten, Kinderhorte, Heime, Beratungsstellen).

Und da war meine Erfahrung, dass Kinder viel mehr spüren und ahnen als die Erwachsenen gemeinhin so denken. Und nichts ist für ein Kind belastender, irgendwelche sorgenvolle Gedanken oder gar Ängste zu haben, sie aber nicht zuordnen zu können oder gar sich selbst für die "Probleme" verantwortlich zu machen.

Wenn ich ein Kind und auch nur ansatzweise den "Verdacht" hätte, dass mein Kind denkt, etwas sei mit mir nicht in Ordnung, würde ich kindgemäss mit dem Kind darüber reden, auch wenn es noch sehr jung wäre. Wenn ich aber tief in mich hineinhören würde und das Gefühl hätte, dass das Kind von all dem wirklich nichts spürt und unbeschwert ist, würde ich ihm nichts sagen, jedenfalls nicht, bevor es selbst darüber reflektieren kann. Eine Jahresangabe kann ich da gar nicht geben, das muss individuell entschieden werden. Ich selbst war mit 17 noch so naiv und kindlich, während andere 17jährige bereits selbst Kinder hatten...

Aber das wäre MEINE Entscheidung. Im konkreten Fall kann das letztendlich nur jeder für sich selbst entscheiden.

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

12

Sonntag, 17. Januar 2010, 08:24

interessante Antworten - Danke.
Hab jetzt nochmal drüber nachgedacht wie meine eigenen Eltern die ja beide Esss gestört sind es bei mir gehandhabt haben.
Mein Vater war stark übergewichtig. Ich hab ihn immer nur in den Schulferien gesehen. Und er hat immer gefressen - riesen Mengen.
Auch vor mir. Hin und wieder sagte er wohl er sei zu dick - aber sonst gabs keine Erklärungen zum Essverhalten oder Ratschläge es anders zu machen als er oder sonst was. Es wurde also nicht drüber geredet.
Meine Mutter hingegen - die sowieso immer über schlank war (und immer schon viel filigraner und auch schlanker gebaut als ich)
hat oft Tage und Wochen und Monate von nix anderem geredet als dass sie zu dick ist und abnehmen will.
Sie hat Diäten gemacht noch und nöcher und Lightprodukte gekauft und ständig ihren Bauch im Spiegel betrachtet ob sie denn zugenommen hat...
Das hab mich total runtergezogen, denn ich hab ja damals schon gesehen, dass sie viel dünner ist als ich - und wenn sie sich selbst fett findet...
was denkt sie dann über mich... Also hab ich mit 12 angefangen ihre bekloppten Diäten mitzumachen obwohl ich wohl völlig normal gewichtig war - höchstens ein klein wenig aber wirklich wenig zu viel drauf hatte. Meine Mutter war total begeistert, dass ich ihre Diäten mitmache...
Da hat mein Teufelskreislauf dann begonnen. Am Anfang war ich total begeistert davon abzunehmen. Also hab ich immer weniger gegessen und meine Mutter hat mich gelobt, wie toll und schlank ich doch aussehe. Leider hat sie wohl auch ein völlig verzogenes Bild von dem was eigentlich gut ist... Die Falle hat zugeschnappt und ich steckte seit dem ganz tief in der Essstörung. Erst die Magersuchtsphase, dann Bulimie, dann Atypische Bulimie, dann BED...

Sooo, nun ich will weder das tun was mein Vater getan hat... also mein Kind auf dem "Trockenen" sitzen lassen, mit dem Wissen, dass was nicht stimmt aber nie drüber reden. Aber natürlich bin ich auch kein bisschen wie meine Mutter. Ich würde mein Kind nie in meinen Wahn mit reinziehn zumal ich ja nun schon weiss wie schlimm dieser Wahn wirklich ist...
Vielleicht kann ich meine Tochter ja ab nem gewissen Alter mit all meinem Wissen über Essstörungen, schlimmen Diäten und all dem Kram
gut beraten... Falls nötig wird. Bisher ist sie noch ganz normal gewichtig und hat auch einen unverkrampften Umgang mit Essen. Ich hoffe das bleibt so...

Danke für eure Gedanken und Erfahrungen!
lg, triv.

13

Sonntag, 17. Januar 2010, 08:27

Mein Vater war stark übergewichtig. Ich hab ihn immer nur in den Schulferien gesehen. Und er hat immer gefressen - riesen Mengen.
Auch vor mir. Hin und wieder sagte er wohl er sei zu dick - aber sonst gabs keine Erklärungen zum Essverhalten oder Ratschläge es anders zu machen als er oder sonst was. Es wurde also nicht drüber geredet.
Meine Mutter hingegen - die sowieso immer über schlank war (und immer schon viel filigraner und auch schlanker gebaut als ich)
hat oft Tage und Wochen und Monate von nix anderem geredet als dass sie zu dick ist und abnehmen will.
Sie hat Diäten gemacht noch und nöcher und Lightprodukte gekauft und ständig ihren Bauch im Spiegel betrachtet ob sie denn zugenommen hat...


Hallo Triv,

ich denke, dass sich deine Eltern beide nicht bewußt waren, dass sie essgestört sind. Bei mir hat das auch lange gedauert. Vielleicht ist das mit ein Grund warum meine Töchter essgestört sind und mein Sohn nicht. Als er geboren wurde hatte ich das Bewußtsein schon ... ich konnte deshalb - was das Essen betrifft - viel achtsamer mit ihm umgehen, habe viel mehr auf seine Ernährung geachtet. Denn wenn du selbst nicht "weißt", dass du essgestört bist ist die Gefahr dass du die Sucht an deine Kinder "weitergibst" sehr groß (denke ich jedenfalls).

LG,
Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

14

Sonntag, 17. Januar 2010, 08:43

@Sonja, doch klinkt ganz logisch so. Da ich mir auch schon sehr lange sehr bewusst bin, dass ich eine Essstörung habe hoffe ich einfach
behutsam und aufmerksam genug mit meiner Tochter umzugehen um ihr so eine Leidensgeschichte zu ersparen...
Unter anderem deshalb hab ich ja auch viel in Angriff genommen um was zu ändern (Klinik-Aufenthalt, Therapie, Selbsthilfegruppe) klar hab ichs nicht ausschließlich für meine Tochter gemacht... aber doch auch für sie. Für mich selbst will ichs natürlich auch schaffen. Wer will schon für immer so leben... ?!?

15

Sonntag, 17. Januar 2010, 13:16

Liebe Triv,

da hast du schon eine Menge geleistet .... für dich UND für deine Kinder.

GLG,
Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

16

Sonntag, 17. Januar 2010, 13:22

Solange meine Kinder nicht merken, dass ich eine Eßstörung habe, würde ich sie mit Sicherheit nicht mit meinem Kummer belasten. Wenn sie etwas merken,w ürde ich ihnen vermitteln, ich habe zwar ein Problem, aber ich kann damit umgehen.
Ich selbst habe di e Erfahrung gemacht, dass mich die Probleme meiner Eltern,d ie sie mir im Alter von 16 Jahren erzählt haben,w eil sie meinten, ich bin alt genug und ich habe ein freundschaftliches Verhältnis zu ihnen, so sehr belastet haben, dass es mir selbst dadurch immer schlechter ging.
Wenn Kinder erwachsen sind, ist das etwas anderes, aber solange sie mit mir utner einem Dach leben, würde ich definitiv meine Probleme bei mir lassen.
Aylas Weg finde ich sehr gut. Ich glaube sowieso, dass vorleben das Entscheidende ist. Und Prävention, indem man ihnen Wege aufzeigt, anders Probleme zu bewältigen, als durch das Essen. Sport, Bewegung, Tagebuch führen, Entspannung, etc.
LG, Mo-cat

17

Sonntag, 17. Januar 2010, 14:43

Wir gehen hier Zuhause sehr offensive mit unseren Stärken und Schwächen um.
Meine Kinder und ich haben alle drei AD(H)S und sind sowieso sehr feinfühlig..
Ihnen was vor zu machen würde alles nur noch schlimmer machen und sie verunsichern..
Wir nehmen es mit Humor.. wenigstens wir versuchen es...


Liebe Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

18

Freitag, 22. Januar 2010, 09:48

Das ist ein Thema welches mich auch beschäftigt!

Ich habe zum Glück zwei Jungs, ich weiss nicht warum, aber ich denke Jungen sind etwas weniger anfällig für solche Störungen... (vielleicht ein Trugschluss?)

Sie sind noch sehr klein (3 und 5) also rede ich jetzt nicht drüber, aber ich denke an dem Tag wo Fragen auftauchen sollten, werde ich schon offen mit Ihnen reden. Ich denke vielleicht zeigt Ihnen diese Offenheit dass Sie mit Ihren Problemen zu mir kommen kônnen, falls Sie jemals in solch eine Lage kommen sollten...

Persönlich denke ich auch, dass meine Kinder gerne meine Schwächen sehen dürfen, denn sie sollen auch lernen dass Ihre Eltern genau wie alle anderen und sie selbt ihre Schwächen und Stärken haben.
Ich denke dass macht einen stärker...

19

Freitag, 22. Januar 2010, 17:36

Liebe Moeni,

ich denke von der Statistik her sind echt Jungs weniger betroffen von Essstörungen als Mädels aber wie so
die dunkel Ziffern liegen kann ich nicht sagen.
Das was du über die Schwächen von Eltern geschrieben hast fand ich ganz gut.

Irgendwo weiter vorne im Thread hatte Petrus -wenn ich mich richtig entsinne- so was geschrieben wie, dass
er das nach Gefühl entscheiden würde - was das Beste fürs Kind ist. Und ich denke so werde ich das auch machen.
Momentan ist so wie ich es jetzt fühle, ist noch nicht der richtige Zeitpunkt für meine Tochter solche Dinge zu erfahren.
Sie hat auch sonst noch keine Berührung mit Essstörung und auch selbst keine Probleme...
Aber ich werds abwarten und sehen und fühlen was sie braucht.
Und vielleicht (hoffentlich nicht) falls sie eines Tages meine hilfe braucht wegen Essproblemen kann ich ihr sicher helfen
mit meinem Wissen und meiner Erfahrung und dann werd ichs ihr auch erzählen wies bei mir ist oder zu dem Zeitpunkt ist das "ist" dann hoffentlich ein "war" geworden...

So hab ich das jetzt erstmal vorerst für mich entschieden. Bis sich was anderes besser anfühlt... ;)

Nochmal ganz lieben Dank für eure Rückmeldungen... :sehrgut:

20

Freitag, 22. Januar 2010, 18:06

Ich habe zum Glück zwei Jungs, ich weiss nicht warum, aber ich denke Jungen sind etwas weniger anfällig für solche Störungen... (vielleicht ein Trugschluss?)


Ja, es gibt wohl mehr Mädchen/Frauen mit Essstörungen. Allerdings glaube ich, dass viele betroffene Männer sich nicht outen, weder beim Arzt noch ihren Familien gegenüber. Man sieht das ja hier am Forum. Immer wieder melden sich hier Männer an, schreiben eins, zwei Beiträge, dann sind sie weg. Lediglich Tobias und ich sind hier langzeitig, alle anderen "fliehen" nach kurzer Zeit. Vielleicht fliehen sie vor ihrer eigenen Courage.

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker