Sie sind nicht angemeldet.

[Sonstiges] Gedanken

1

Dienstag, 7. Juli 2009, 02:15

Gedanken

Jeden Tag denke ich mir, was ich noch alles erledigen will. Komme ich nach Hause, mache ich nichts. Ich kann irgendwie nicht. Das habe ich mir über die Jahre quasi abgewöhnt. Nur unter extremem Zeitdruck tue ich dann doch mal was, oder wenn ich mich wirklich in die Bibliothek setzte.
Und eben dachte ich: Isst man nicht auch darum? So war es bei mir schon, als ich noch ein Teenager und übergewichtig war. Weil ich abends immer vollgefressen war, konnte ich nicht ausgehen. Meine Freundinnen wollten mich immer mitnehmen, aber ich bin über einen langen Zeitraum hinweg grundsätzlich nicht mitgegangen. Ich hatte einfach Angst, zu versagen. Und so ist es heute das gleiche, wenn es jetzt auch um andere Dinge geht: Durch das Essen lähme ich mich selbst. Dann setzte ich mich vor den PC und schaue mir schöne Bilder an und sage mir "Jaja, bald raffe ich mich auf und dann führ ich auch ein tolles Leben. Morgen oder so." Ich hab doch eigentlich einfach Angst vor der Konfrontation mit Anforderungen.

2

Dienstag, 7. Juli 2009, 05:48

Hallo Empire,

mir geht es oft echt genauso.... - schreibe mir jeden Tag listenweise auf was ich alles erledigen "müsste".... und mache dann einfach mal gar nicht (selbst email beantworten find ich einfach zu anstrengend oder habe dazu keine lust).... dann vertrödelt man den tag und ärgert sich hinterher darüber, nix produktives getan zu haben....

gerade wenn man dann klausuren hat die anstehen und man immernoch nix macht und statt dessen eben eher die zeit vor dem pc vertut.... gerade dann denke ich mir oft im rückblick.... "wäre es nicht viel toller gewesen, wenn du statt deinen tag so zu verschwenden - Dir mal bewusst für 2-3 h etwas gutes getan hättest.... eines der dinge, die man eben so selten tut wie ins kino gehn, einfach nur mit freunden "abhängen", für mich zählt auch die stadt zu erkunden dazu-bin letzten oktober umgezogen und kenne mich hier immernoch zu wenig aus...".... ich finde es unheimlich schwierig im leben eine balance zu finden, zwischen den dingen die man nun mal eben tun muss (lernen, in die uni gehn etc) und der freizeit.... nehme mir jedes semester wieder vor, meine freizeit "bewusster" zu leben, dann dinge zu tun, die mir wirklcih freude bereiten etc... denke mir immer, wenn man bewusst schönes erlebt, dann setzt man sich vielleicht auch öfter mal hin und tut eben die pflicht ;) ---

du sprichst mir echt aus der seele bzw das was du ansprichst, beschäftigt mich in letzter zeit sehr.... überlegen ob nicht die uni bzw das "immer-wieder-aufschieben-der-pflicht" nicht viel mit meinem essen auch zutun hat... und manchmal glaub ich echt, man macht es sich ganz schön einfach, und hat einfach eine "tolle" ausrede, wenn man sich mal wieder voll gefressen hat und dann eben nciht in die bib kann um zu lernen, schlafen "muss" oder so einfach nicht mit seinen freunde weggehn kann.

bin aber gerade stark dabei, dagegen zu steuern - nun doch aktiv immerwieder dinge meiner liste zu erledigen (Die listen nicht zulang werden zu lassen) , wenigstens die hälfte des tages produktiv zu sein..

kann mich nämlcih noch daran erinnern, dass ich früher das gefühl geliebt habe, dinge zu erledigen, einfach abhaken zu können.... und genau da werde ich auch wieder hinkommen... (sorry, manchmal packt mich zur zeit der optimismus )



also ich weiß, is jetzt n blöder standard-tipp: aber raff dich auf und versuchs erst mal mit kleinen schritten.... vielleicht auch die hälfte des tages dinge zu erledigen (dinge die man ewig vor sich her geschoben hat, einfach mal anzupacken... kann nur sagen, ist sehr befreiend), und dann die andere hälfte einfach wieder zu vertrödeln... sobald man damit angefangen hat, kommt man irgendwann wieder raus aus seiner lethargie...

schick Dir viele Grüße empathy

Mizuko

3

Dienstag, 7. Juli 2009, 07:39

Da erkenn ich mich auch drin wieder. Wenn ich mal schlank bin...dann mach ich all die schönen Dinge...

Meine Familie hat mich oft genervt. Geh doch mal weg, mach doch mal was etc. Mittlerweile tu ich das auch, aber es ist wie ein Teufelskreis. Ich fühl mich unwohl, geh nicht weg und daheim ist mir langweilig und ich esse.

4

Dienstag, 7. Juli 2009, 08:20

Ich behaupte einfach mal das dies die Laster unsrer Generation sind.
Also ich kenne kaum noch Leute die anständig mit Anstrengung und Motivation umgehen können.
aufschieben ist Jugend/Generationssport.

Mir geht es ganz genauso, allerdings schaffe ich es mittlerweile an ein paar Stellen das zu überwinden.
Denn ich denke das hat eher was mit "ich will nicht" als "ich kann nicht" zu tun.
Und manche Widerstände, warum ich mich nicht so ins Leben schmeiße, muss man sich natürlich genau anschauen.
Aber an andrer Ecke, möchte ich ja gut für mich Sorgen, und da gehört numal auch zu dem Kleinklind in mir
beizubringen, was Kontinuität ist.

und das is sau schwer -.-
ich hoffe einfach mal, das sich mein aufraffen irgendwann so häuft, dass es einfach in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Also Spaß macht einem sowas dann ja trotzdem nich.
Und für mein Leben wünsch ich mir, dass ich loslassen kann von den alten Ängsten.

5

Dienstag, 7. Juli 2009, 09:59

Oh ja, loslassen - das ist so eines meiner zentralen Probleme. Auch von der ES loslassen, ist so ein - eigentlich total paradoxes - Problem...
Irgendwie hat jeder von uns mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Ängsten zu tun. Hm, ist letztlich bei allen ein dahinter steckendes Problem... Wie kommt das? *nachdenklich*
Hab mir gerade ein Buch gekauft, um genau das bei mir stärker zu thematisieren: "Susan Jeffers: Selbstvertrauen gewinnen - Die Angst vor der Angst verlieren".
Meine Therapeutin von früher hat bei mir die "Angst vor der Angst" als mein zentrales Steckenpferd erarbeitet. Hat jemand von euch auch damit zu tun?

6

Dienstag, 7. Juli 2009, 10:51

Bei mir ist es auch oft so (in Phasen von schlimmen FA), dass ich vor lauter Beschäftigung mit dem Essen und Kampf gegen das Überessen überhaupt keine ZEIT für all die anderen Dinge habe. Ich bin dann oft fassungslos, dass ich tagelang NICHTS tue (also nichts anderes) weil ich mich ausschließlich mit Fressen beschäftige.

Wie furchtbar!

LG,
Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

7

Dienstag, 7. Juli 2009, 11:22

Ich hab früher oft Fress-Wo-enden gehabt. Und dachte "Ach machst es Dir richtig schön gemütlich und isst das ganze Wo-ende." Im Endeffekt hab ich 3 Tage im selben Schlafanzug vorm PC gehockt und nach 1000 Diäten gegoogelt, die ich ab Montag machen könnte.

8

Dienstag, 7. Juli 2009, 11:33

wie gut ich mich in all dem wiedererkenne... wenn ich in einem FA stecke habe ich das Gefühl das zugeführte Essen raubt mir sämtliche Energie statt mir welche zu geben. Ich bin dann auch völlig gelähmt und mit den kleinsten Dingen überfordert... es kostet mich dann fast unmenschliche Anstrengung nur das allernötigste zu machen bzw. zu funktionieren und das wirklich traurige ist dass ich dann einfach keine Kraft finde etwas zu tun was mir WIRKLICH gut tut... ich kann dann einfach nur fressen... und dann geht´s noch schlechter. Zum Glück kommt bei mir immer irgendwann der Punkt wo´s wieder umschwenkt... wo ich dann einfach auch merke dass diese Lähmung weggeht, wo ich wieder Freude finde am Leben auch an den Dingen die mir sonst oft nur als lästige Pflicht erscheinen... und ich geb´ einfach die Hoffnung nicht auf dass ich mich irgendwann nicht mehr durch FA´s meiner Lebenszeit berauben lasse... denn irngendwie fühlt es sich für mich so an... verlorene Zeit

ganz liebe Grüße
Eule

9

Dienstag, 7. Juli 2009, 11:34

Denn ich denke das hat eher was mit "ich will nicht" als "ich kann nicht" zu tun.
Und manche Widerstände, warum ich mich nicht so ins Leben schmeiße, muss man sich natürlich genau anschauen.
Aber an andrer Ecke, möchte ich ja gut für mich Sorgen, und da gehört numal auch zu dem Kleinklind in mir
beizubringen, was Kontinuität ist.




Es fühlt sich finde ich so oft wie ich kann nicht an, und manchmal findet man dann ein ich will nicht raus.
und manchmal ist es ein verständliches ich kann nicht, was ich aber nicht erkenne und mich dafür hasse und schäme, obwohl ich wirklich nicht kann.
Das alles voneinander zu unterscheiden und sich an den richtigen Stellen in den Arsch treten, aber an den richtigen auch Nachsicht mit sich üben und fünfe gerade sein lassen.

und das is sau schwer -.-


Oh ja!

Im Endeffekt hab ich 3 Tage im selben Schlafanzug vorm PC gehockt und nach 1000 Diäten gegoogelt, die ich ab Montag machen könnte.


Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es doch echt komisch, tragisch-komisch! Wie absurd und wie gut ich das kenne!

lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

10

Mittwoch, 8. Juli 2009, 13:11

Ja, wenn man erstmal anfinge, was zu tun, und merken würde, wie gut man sich demnach fühlt, käme man relativ leicht "wieder rein".

Bei mir ist es aber, und das gibt mir wirklich zu denken, auch so, dass ich oft denke, ich will kein fleißiger Mensch sein. Ich habe dabei immer gleich bestimmte Personen im Kopf, sagen wir, Leute an der Uni, die immer alles wissen und sich anderen gegenüber herablassend aufführen.
Dadurch, dass ich dann nichts mache, schade ich mir selbst, ich weiß. Ach, dieses blöde Denken in Extremen... "Entweder Super-Streber oder der totale Versager, dann lieber der Versager." Ich weiß gar nicht genau, woher das bei mir kommt.
Ich glaube dieses Denken in Extremen, bzw. Perfektionismus wurde in einem anderen Thread auch schon mal aufgegriffen. Vielleicht auch ein allgemeines Problem.

11

Samstag, 11. Juli 2009, 22:06

Hihi, ich kann mich auch dazustellen..
Wenn ich meine "freien" Tage und Minuten habe gehts nmir genauso..
Im Urlaub wäre ich auch lieber im Ferienhaus geblieben und wollte nur gammeln, aber da war ich froh daß mein Mann frischen Wind reinbließ und wenn ich dann auf Touren war, war alles supertoll..
Sich selbst nicht zu motivieren ist ein großes Thema bei mir..
Ich versuche mich an einfache Pläne zu halten und wenn es nur das morgendliche duschen und Schminken ist und ich mich anziehe, egal ob ich was vor habe oder nicht.
Da habe ich gleich ein ganz anderes Körpergefühl, bin dan auch viel beweglicher.....

Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip: