hm... schwer zu sagen, ob es sinnvoll ist.
Zum einen ist nichts so wertvoll wie als Angehöriger von Betroffenen hören zu können, wie sich die Hintergründe einer Krankheit gestalten, die in erster Linie im Kopf stattfindet, wo man ja bekanntlich nicht reingucken kann...
zum anderen ist da die Frage, ob die Angehörigen mit diesen manchmal harten Realitäten umgehen können, ob sie dies akzeptieren können - nicht jeder kann das.
Letzten Endes ist das aber immer wieder so, nicht nur bei
BED, auch bei *beliebige Sucht bitte einsetzen*. Das krasseste Beipiel ist doch die "Sucht" nach dem Sterben, auch Suizidwunsch genannt. Da findet man häufiger auch Angehörigenbereiche. Nicht jedem bringt so ein Bereich etwas. Nicht jedem hilft es, den Süchtigen zu verstehen, auch wenn er sich mit Betroffenen austauscht. Das liegt aber glaube ich mit daran, dass wir alle unterschiedlich sind.
Die oben zitierte E-Mail kann durchaus von jemand stammen, der ein wirklich spezielles Problem hat und deshalb immer wieder der "Exot" sein wird. Mit 11 Jahren schon
BED entwickelt zu haben, ok. Da frage ich mich, was in dem Fall der Grund dafür ist und würde mich, auch wenn ich nicht Mutter bin, mit ihr gern unterhalten. Vielleicht ist es auch gar kein so spezielles Problem und sie mag nur nicht akzeptieren, was sie immer wieder hört, weil es eben um ihr Kind geht. Ich stell mir das schwierig vor, sowas als Eltern anzunehmen, damit umzugehen und zu leben, vor allem, weil man vom eigenen Verständnis her ja "nicht wirklich helfen kann". Wodurch man hilft, auf der Gefühlsebene, scheint für jemanden, der kein
BED hat, erstmal nichts mit dem Essen zu tun zu haben. Aber ich fang schon wieder an zu reden...
Fazit von mir persönlich: wenn es mit der Forenphilosophie im Einklang steht (also: Selbsthilfe nicht nur für Betroffene sondern auch für Angehörige) würde ich es befürworten. Dass es nicht jedem helfen kann, ist zu erwarten, aber es gibt ja nichts, was perfekt ist.
Gruß
Nordlicht