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Tobias

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1

Mittwoch, 4. März 2009, 21:29

Junge, 11 Essgestört-BED und eine Email...

Hallo,

heute abend erhielt ich eine Email und ich habe das Bedürfniss dieses Email hier anoym einzustellen. Mich hat hier persönlich die Email getroffen und Nachdenklich gestimmt.

Zitat

Ich frage mich, ob Ihr Forum für mich sinnvoll ist. Ich bin Mutter eines 11-jährigen Jungen mit binge eating. Wenn es bei Ihnen also keine Elternecke und bitte nicht nur für Eltern weiblicher Teenies gibt, bin ich bei Ihnen so falsch wie in allen Selbsthilfegruppen und Foren, die ich bis jetzt angetroffen habe.
Nichts für ungut, ich habe es mir nicht ausgesucht, aber die mit dem ganz gesonders exotischem Problem möchte ich nicht schon wieder sein, und mit den ganz allgemein gültigen Ratschlägen über Eßstörung und Angehörigen bin ich so ziemlich durch, da habe ich nicht mehr viel von.
[font='&quot']Mit freundlichen Grüßen[/font]
...ich bin ausdrücklich bereit, hier einen themenbereich einzurichten. nur möchte ich das unter abwägung der "nachfrage von betroffenen eltern" und dieses forum nicht wieder zu unübersichtlich wird.

2

Donnerstag, 5. März 2009, 07:05

Hallo Tobi,

meine beiden Töchter haben auch kein normales Essverhalten. Für mich wäre eine "Eltern-Ecke" also nicht schlecht. Bin gespannt was die anderen meinen.

LG,

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

3

Donnerstag, 5. März 2009, 07:52

... hmm, ich weiss nicht recht, Tobi. Eine Elternecke finde ich im Grunde voll in Ordnung, BED hat halt viele Seiten, doch ich konnte nicht herauslesen, was diese Mama tatsächlich will. Nur, was sie nicht will

Zitat

(...) und bitte nicht nur für Eltern weiblicher Teenies (...)

Zitat

(...)die mit dem ganz gesonders exotischem Problem möchte ich nicht schon wieder sein(...)

Zitat

(...) und mit den ganz allgemein gültigen Ratschlägen über Eßstörung und Angehörigen bin ich so ziemlich durch (...)

Ich habe zwar auch Erfahrung als Mutter eines essgestörten Kindes (und wir haben uns da sehr individuell und mühsam, aber auch erfolgreich durchgekämpft), doch eben nur mit einer Tochter.

Wenn ihr das ganz normale auf- und ernst genommen Werden in unserem Forum nicht dagegen hilft, sich immer als die mit dem besonders exotischen Problem zu fühlen und mit den "allgemein gültigen Ratschlägen" nix anfangen zu können, wüsste ich nicht so recht, wie ich/wir ihr helfen könnten.

Wie ist denn der Kontakt zu ihr zustande gekommen? Vielleicht mag sie ja noch mal näher benennen, was genau sie erwartet? Sie scheint ja schon einige Foren "durch" zu haben, ohne auf das passende gestossen zu sein. Vielleicht gibt es das noch gar nicht und man müsste quasi eines kreieren? Oder halt sehen, was sich aus den Erfahrungen und der Anteilnahme anderer User so heraus holen lässt ... wir bzw. einige von uns sind ja schliesslich auch mal essgestörte Kinder, sogar Jungs!, gewesen und könnten ggf. sagen, was damals hilfreich gewesen wäre ... ?

4

Donnerstag, 5. März 2009, 08:27

Guten morgen,

also ich finde eine Elternecke gut, wer sich da austauschen möchte kann das tun! Und ich will mich da zwar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich denke BED, ob männlein oder weiblein, macht das ein Unterschied? Vielleicht was die Auslöser angehen, aber ich sage mal der Prozess, und das Verhalten ist doch gleich, und der "Lösungsweg", oder seh ich das falsch?

Ich denke das ganz exotische Problem ist wahrscheinlich eher aus der Vergangehit oder geht in eine andere Richtung, so würde ich den Text jetzt lesen....

Also ich denke da es bei vielen ja schon in der Kindheit angefangen hat, kann man vielleicht auch eher so versuchen Eltern zu Unterstützen das diese nicht die Fehler begehen die bei vielen von uns begangen wurden....

5

Donnerstag, 5. März 2009, 09:59

Hmmmmmmm.......

Zwei Gedanken:

Meiner Meinung nach müsste diese Elternecke dann aber von einer/einem NICHT-Betroffenen moderiert werden. Ich denke, wir User hier (einschliesslich der Moderatoren) sind Betroffene, und dies ist eine Art Selbsthilfe-Gruppe.

Zweitens: Ich halte es für nicht sinnvoll, dass diese Menschen dann hier mitlesen könnten und wir dort mitlesen könnten. Angehörige und Betroffene haben völlig verschiedene Blick-Winkel und auch verschiedene Ziele. Ich z.B. möchte von einer Mutter eines Betroffenen unter Umständen keine Ratschläge lesen, und die Mutter eines betroffenen Kindes möchte sicherlich nicht hören, wenn ich ihr sage "Der Esssüchtige muss meiner Meinung nach erstmal auf die Schn*** fallen, um Krankheitseinsicht zu bekommen". Das hält eine Mutter vermutlich nicht aus. Das sollen nur BEISPIELE sein für Probleme, die auftreten könnten. Wie will man diese beiden Bereiche strikt trennen? Geht das foren-technisch?

Und ganz generell: Ich weiss nicht, ob wir uns nicht übernehmen, und vielleicht sogar das Forum verwässern (?), wenn hier andere "Gruppen" aufgenommen werden... Bei den Anonymen Alkoholikern gibt es auch Gruppen und Foren für Angehörige, aber das sind dann eigenständige Foren/Gruppen, die nicht unter Verantwortung von AA stehen...

Sehr skeptische Grüsse

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Nordlicht

unregistriert

6

Donnerstag, 5. März 2009, 11:41

hm... schwer zu sagen, ob es sinnvoll ist.

Zum einen ist nichts so wertvoll wie als Angehöriger von Betroffenen hören zu können, wie sich die Hintergründe einer Krankheit gestalten, die in erster Linie im Kopf stattfindet, wo man ja bekanntlich nicht reingucken kann...

zum anderen ist da die Frage, ob die Angehörigen mit diesen manchmal harten Realitäten umgehen können, ob sie dies akzeptieren können - nicht jeder kann das.

Letzten Endes ist das aber immer wieder so, nicht nur bei BED, auch bei *beliebige Sucht bitte einsetzen*. Das krasseste Beipiel ist doch die "Sucht" nach dem Sterben, auch Suizidwunsch genannt. Da findet man häufiger auch Angehörigenbereiche. Nicht jedem bringt so ein Bereich etwas. Nicht jedem hilft es, den Süchtigen zu verstehen, auch wenn er sich mit Betroffenen austauscht. Das liegt aber glaube ich mit daran, dass wir alle unterschiedlich sind.

Die oben zitierte E-Mail kann durchaus von jemand stammen, der ein wirklich spezielles Problem hat und deshalb immer wieder der "Exot" sein wird. Mit 11 Jahren schon BED entwickelt zu haben, ok. Da frage ich mich, was in dem Fall der Grund dafür ist und würde mich, auch wenn ich nicht Mutter bin, mit ihr gern unterhalten. Vielleicht ist es auch gar kein so spezielles Problem und sie mag nur nicht akzeptieren, was sie immer wieder hört, weil es eben um ihr Kind geht. Ich stell mir das schwierig vor, sowas als Eltern anzunehmen, damit umzugehen und zu leben, vor allem, weil man vom eigenen Verständnis her ja "nicht wirklich helfen kann". Wodurch man hilft, auf der Gefühlsebene, scheint für jemanden, der kein BED hat, erstmal nichts mit dem Essen zu tun zu haben. Aber ich fang schon wieder an zu reden...

Fazit von mir persönlich: wenn es mit der Forenphilosophie im Einklang steht (also: Selbsthilfe nicht nur für Betroffene sondern auch für Angehörige) würde ich es befürworten. Dass es nicht jedem helfen kann, ist zu erwarten, aber es gibt ja nichts, was perfekt ist.



Gruß

Nordlicht

7

Donnerstag, 5. März 2009, 14:35

eierlegende Wollmilchsau?

Lieber Tobi (liebe alle),

ich denke, so ein Forum ist immer ein gewisser Kompromiss. Man kann und wird nicht alle treffen, ansprechen, erreichen, für die es wichtig und richtig wäre. Ich empfinde schon den "Spagat" zwischen atypischer Bulimie und BED als schwierig. Ich bin auch der Meinung, dass Angehörige von Essgestörten sicherlich ganz andere Bedürfnisse haben als die Betroffenen selbst. Bei meinen eigenen Angehörigen merke ich immer wieder im Hinterkopf die "Schuldfrage": Sind meine Eltern/meine Familie "schuld" an meiner Störung? Und manchmal tut es im Kreise der Betroffenen ja auch gut zu sagen "meine Mutter hat dieses/jenes falsch gemacht". Das ist für einen Angehörigen aber sicherlich schwierig zu hören. Einerseits finde ich es bemerkenswert und engagiert, dass diese Mutter ihren Sohn durch Teilnahme an einem Forum besser verstehen möchte. Aber für mich macht das ein zu großes Fass auf. Mit Sicherheit gibt es Angehörigen-Foren, wo sie mehr und bessere Unterstützung findet.

Viele Grüße

laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

8

Donnerstag, 5. März 2009, 14:58

RE: eierlegende Wollmilchsau?

Bei meinen eigenen Angehörigen merke ich immer wieder im Hinterkopf die "Schuldfrage": Sind meine Eltern/meine Familie "schuld" an meiner Störung?


Liebe Laverne,

genau das sehe ich auch. Hinzu kommt, dass es auch eine "umgekehrte" Schuldzuweisung gibt. Selbst von mir WOHLMEINENDEN Freunden habe ich schon gehört "Nun reiss Dich dich doch mal zusammen, man muss doch in der Lage sein, sein Überessen zu kontrollieren". Dann fühle ICH mich schuldig. Und ich habe keine Lust, hier im Forum in irgendeiner Form das zu lesen oder zu hören, genau wie ich weiterhin ohne schlechte Gewissen sagen möchte, dass bei einem 11jährigen Essgestörten GANZ viel in der Familie schief gelaufen sein MUSS, ohne dass ich dafür von 20 Müttern gelyncht werde...

Lieber Tobias,

Du kannst der Frau (wenn Du es magst) ja anbieten, ihr dabei zu helfen, ein eigenes Forum aufzubauen. Oder gib ihr Ratschläge, wie man das macht. Aber je mehr ich darüber nachdenke, umso unruhiger werde ich bei dem Gedanken, dass hier Angehörige "mitmischen" (in welcher Form auch immer).

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Tobias

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9

Donnerstag, 5. März 2009, 15:21

Blitzreaktion

da ich gerade zwischen 20 berwerbungen, hartz4 antrag und mit der unterhaltsvorschusskasse ... hart rundern muss ... und noch nix gessen habe ... melde ich mich gleich nach dem essen melden ...

und ich kann jetzt schon sagen, das thema wird hier nicht im forum bleiben ...

... ein tobi gerade mal durchschnaufen und wat essen muss !!

Tobias

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10

Donnerstag, 5. März 2009, 16:25

Rückmeldung

Hallo Ihr lieben,

Ich habe mir heute nochmal meine Gedanken gemacht und eine Rückmeldung von der Person bekommen die mir die E-Mail geschrieben hat. Ihre Zeilen waren als Anfrage gedacht ob das Forum Sehnsuchtshunger auch in diesem Bereich aktiv ist. Ich persönlich hatte diese E-Mail falsch verstanden und überstürzt reagiert und einen neuen Bereich geöffnet.

Heute Morgen ist mir bewusst geworden dass das Thema Binge Eating zu groß ist um hier alles bearbeiten zu können. Ich kann mich daher Petrus seiner Meinung im groben anschließen.Ich denke dass es hier ein gesondertes Forum geben muss.
Deswegen habe ich den Eltern Kind Bereich wieder geschlossen. Vielleicht werde ich auch noch ein neues Forum ins Leben rufen, allerdings nur mit ganz kleinen Maßstäben. Und vielleicht findet sich ja auch jeman dessen weiter betreuen wird. ich persönlich habe das Gefühl das in diesem Bereich die Zeit gereift ist für Angehörige aktiv zu werden. Das Forum wird allerdings in keinem direkten Zusammenhang mit Sehnsuchtshunger.DE stehen.

Ich danke euch für die Rückmeldungen wie mir sehr wichtig sind. Diese Rückmeldungen helfen dabei mich zu orientieren.

Viele Grüße


Tobias

Nachtstern

unregistriert

11

Freitag, 6. März 2009, 10:02

Vielleicht als Anregung. Die Mutter hat ja nur gesagt, sie braucht ein Forum. Verständlich. Aber was ist mit dem Kind?

Ich glaube das größere Problem neben dem Problem der Mutter kein passendes Forum für Fragen und Probleme zu haben, ist, dass sie nie sagte "Mein Kind braucht wen mit dem er darüber reden kann, mein Kind braucht ein Forum um zu begreifen was los ist und auch darüber zu reden um es zu begreifen". Ich weiß nicht aber gibt es hier einen Jugendbereich oder einen direkten Hinweis, das halt auch 11 jährige Jungs hier mal reden können?

Das wäre vlt ne Idee, dass man der Mutter nicht nur hilft einen Platz zu finden, sondern ihr zusätzlich zu raten (nur wenn es nicht schon so ist, dass der Junge neben der Therapie die er vlt macht nen Platz zum reden hat) ihm hier einen anzubieten. Denn von einer Freundin mit verschiedenen Problemen im Bereich "Essen" und "Psyche allgemein" die Mutter, die sah auch nur "omg, ich brauche Hilfe dabei" hat aber ihrer Tochter immer wieder die Foren, die Freunde etc verboten die ihr helfen wollten "die ziehen dich nur rein". Es wäre mir wichtig zu wissen ob der Junge nen Anlaufpunkt hat.

Ansonsten /sign das man ihr außerhalb hilft.