Sie sind nicht angemeldet.

1

Donnerstag, 26. Februar 2009, 00:28

Versuchen "normal" zu werden?!

Hallöchen,


Also ich beschäftige mich erst seit ca 2 Jahren intensiv damit, irrgendwas dagegen zu tun, also seit ich beim Arzt war und der meinte, dass ich wenns so weitergeht keine 40 Jahre alt werde. Sehr nett zu nem 19-Jährigen, der noch nichtmal ne Freundin hatte sowas zu sagen, dass der schon das halbe Leben rum hat wenn er nix ändert.


Ich versuche gerade die Kurve zu kriegen und "normale" Mengen in "normalen" Abständen zu essen. Geht meistens bei mir leider nur 1 Woche gut. Und das auch nur wenn ich ~8Liter am Tag zusätzlich trinke. Oder zumindest mal über einen längeren Zeitraum.

Daher wollte ich wissen, ob jemand von euch Taktiken hat, wie er Vorräte "unangerührt" lässt. Hab mir z.B. gestern 30Müsliriegel geholt mit dem Vorsatz jetzt mal Kontrolle zu behalten und mir gesagt "jetzt jeden Tag 5 diese Woche...... 2 Stunden später waren alle 30 weg..... Und ich lag aufm Rücken.....

Ich hab schon einiges Versucht. das Motiv "Abnehmen" alleine reicht irrgendwie nicht. Hab mir sogar nen Poster von mir auf den Kühlschrank gestellt. Bringt nix, außer dass ich mich dann VOR wärend des FA's selbst sogar noch schlecht fühle und nicht nur danach. Heißt - ich habe keine Depressiven FAs, da ich diese auch habe, wenns mehr sehr gut geht. Meistens sogar nur dann Wenn ich Depression habe esse ich sogar eher gar nicht.

Soooo mal eine Punktuelle Auflistung von Methoden die ich Versucht habe, einige davon nicht erfolgreich und einige davon eher erfolgreich(leider mir Nebeneffekten)



Versucht bisher:

-Nen spezielles Ziel "neeee - du willst doch Sportlich sein - warst doch heut sogar 1 Stunde aufm Rad" wird geistig mir "ach, kannste morgen auch noch" beantwortet. => Methode bringt "mir" nur 1-2 Wochen lang was.

-Abschreckbilder von mir selbst sogar online als Poster bestellt. Bewirken nur das ich mich jedes mal wenn ich Esse schlecht fühle und ändern nix an dem Verhalten an sich. => Methode bringt "mir" nix

-Hobbies bringen nur kurz was. Also wärend man beschäftigt ist. Merke da geht des zurück. Obwohl ich beim PC-Zocken auch immer hatte. Daher bringt des auch wenig. => Methode bringt "mir" nix

-Viel Trinken.... Naja..... müsst ich wohl dann ewig machen..... 8Liter täglich und mein Heißhunger geht zurück. Weiß aber nicht ob der viele Süßstoff schädlich ist. => Methode bringt "mir" nix

-mal versuchen aufs Hungergefühl zu achten - guter Witz. mein Magen hat bereits so nen Volumen, dass ich ca 1Kg essen um überhaupt zu merken das was drin ist (daher fand ich diese Reportage gestern, wo die meinten XXL-Portionen sind shclimm für den Magen - wo die 1,2Kg nach einem Essen als "erschreckend" fanden....leicht schockierend, da bei mir unter 2-4Kg Nahrung nix geht (sind kenie Gewichtsangaben, nur Magenvolumen - Gesundheitliche Frage - wenn jemand weiß ob das bedenklich ist, oder noch im sicherem Bereich bitte sagen!!!)...) => Methode bringt "mir" nix

-Thinspiration (habe die paradoxerweise sogar ne Zeit lang beneidet und bewundert. Genau wie ich damals mal zu Magersüchtigen "aufgesehen habe"). => Hat sich durch Kenntnisse die ich mir über Ernährung angeignet habe erledigt. Finde das nu eher "furchtbar". Hab sogar nach einem Fressanfall nachgedacht mich zu erbrechen.... allerdings stand ich da überm Klo und dachte nur "omg was machst du jetzt denn noch -soweit kommts noch" => Methode bringt "mir" nix

-Mir zu sagen, dass es psychisch Krank ist was ich mache. Bringt nur was, wenn man es wirklich durchziehen kann. Meistens kommt dann im Unterbewusstsein ne Stimme die sagt "ach, das is kein Anfall, das is jetzt noch nen Tag, da du gestern ja auch net besonders normal warst und ab morgen ziehste wieder alles ganz normal durch.

-Ernährungsformen geändert. Weil einige sagen Kohlenhydratreicher = weniger heißhunger = stimmt bei mir nicht. => Methode bringt "mir" nix

-Sich dauernd zu sagen, dass "man so unansehnlich ist, dass man einfach keine Fetten/Zuckerlebensmittel verdient hat, weil man so abartig aussieht, dass sich so sowieso keine Frau ohne Fett-Fetisch sich für einen interessiert." => kam mir dabei so richtig "Psycho" vor. Habs gelassen, weil ich mich, wenn ich des weiter dauernd selbst laut gedacht hätte mich mit extremsten Depressionen einweisen lassen hätte können. => das bringt mal absolut nix!





Was bei mir funktioniert hat, ich jedoch nicht länger machen will:

-Nix im Haus haben, Teilweise sogar extra immer nur 30-50 Euro vom Konto abheben, und schnell ausgeben beim Einkauf - oder mit Karte zahlen, damit ich für dne Pizzaservice ebenfalls erst nochmal zum Geldautomaten fahren müsste. Aber das kann ja kein Dauerzustand bleiben, dass ich in meiner Wohnung nur 2 Tage Vorrat und nie Geld im Portemonnaie damit ich mir nix spontan zu Essen kaufe.

-KohlenhydratFREIE Ernährung. Also Atkings Phase 1. NAch 5 Tagen hat der Körper sich dran gewöhnt und wenn man nur Käse,Paranüssen,Putenfleisch und Getränke mit 0KH/Kcal zu sich nimmt, fühlt man keinerlei bzw kaum Bedürfnis nach nem Fressanfall. Auch die Blutwerte wurden besser. Extra beim Arzt checken lassen wegen cholesterin. ging sogar trotz nur Käse-Pute-Nüsse runter. Allerdings muss ich im Studium viel Denken..... und das schlägt irrgendwie aufs Hirn.... Konnte mich kaum konzentrieren...... Also an sich körperplich TOP - aber ich pack so mein Studium nicht. Daher hab ich damit nach 5 Monaten (in diesen 4 Monaten nur 2 FAs gehabt - absolut ungeschlagener Rekord bei mir. Selbst als ich kein Geld im Portemonaie hatte bin ich öfter zum Geldautomaten und danach zu McDrive gefahren(jede 1-2. Woche) als da FA gehabt)





=> Eure Vorschläge bzw Methoden die "teilweise" klappen(das es keine Ultra-Methoden gibt die ewig funktioneiren ist mir klar - würde nur gerne auch was anderes mal ausprobieren!!!) würde ich gerne hören.



Achja Rechtliche, falls irrgendwer wieder mal was falsch versteht....:


1. Ich spreche hier nur von rein individuell persönlichen Erfahrungen meinerseits!!! Also sich bitte Niemand angegriffen fühlen!!!!! Oder irrgendwas rauspicken was schlecht, unfreundlich oder sonstwie klingt!!! Ich habe keinerlei Abneigung gegen jegliche Art von menschen sowohl Hautfarbig,Psychsich als auch Körperlich!!!!


2.Wenn es schon genau so einen Thread gibt, bitte den Post enifach dahin verschieben @ Admin. Habe leider nicht gefunden.



PS: Entschuldigt die Rechtschreibfehler und die Unübersichtlichkeit - ist spät und wollte das schnell(*eben auf uhr guck - oh waren doch 55Minuten für dne Post*) noch schreiben, da ich hoffe, dass morgen schon hier 1-2 Antworten stehen =P

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Rolfe« (26. Februar 2009, 00:52)


2

Donnerstag, 26. Februar 2009, 05:29

Das kommt mir bekannt vor

Ich bin auch jemand der schon alles versucht hat.
Diese und jene Methode. Klar solche Sachen helfen bei Binge nicht weiter.
Aber selbst in der Therapie und der ersten Reha habe ich mit Ablenkung versucht.
Aber für mich gibt es keinen Weg raus. Ich habe das Gefühl dass ich mit einem Lastkran irgendwann aus dem Haus gehoben werden muss.
Sorry, ich will niemanden demotivieren. Aber ich habe die Hoffnung augegeben.

3

Sonntag, 1. März 2009, 10:52

Guten morgen!

Also Diäten solltest du dir lieber abschmincken... Die haben mich genau hierher gebracht!! Unteranderem war da auch KH arme Kost dabei, die klappt super, genau 1 Woche, und dann "fresse" ich 2 Wochen nur noch KH's... Hab das zwar auch gelesen das davon alles besser werden sollte, aber das ist denke von Körper zu Körper unterschiedlich, die einen brauchen 3 Mahlzeiten am Tag, ich komme damit nicht klar, brauche 5...

Wieso kaufts du 30 Müsliriegel? Um Dir zu zeigen das du es schaffst?? Kauf dir lieber nur 1, oder ne kleine Packung, und genieße sie dann, solchn Versuchungen stand zu halten ist verdammt schwer!

Ich kann dir dazu vielleicht mal Paul McKenna empfehlen, oder das Buch "Essen als Ersatz", um einfach vielleicht erstmal wieder zu "erlernen" worauf du überhaupt Hunger hast, und es dann auch genießen kannst! Alles andere, wie ohne Zucker oder ohne KH's führt bei mir eigentlich nur in FA's!

Und veruschs lieber erstmal mit ne halbe Stunde spazieren gehen als mit 1 h Rad, hab nun seit Wochen auch nichts mehr getan und gestern auf meinen Stepper, schon 30 min, ganz locker, wenn ich gleich ne Stunde drauf gegangen wäre, hätte ich wieso keinen Bock mehr gehabt!

Auch wenn dir das vielleicht schon jemand geraten hat, denk mal über eine Therapie nach, ich bin auch auf dem Wege der Besserung, zumindestens meistens... Und genau das "meistens" ist es wo ich froh darüber bin das mich jemand "auffängt", mir nen kleinen Schubs gibt und es weiter geht!

Liebe Grüße Kariba

Bienchen

unregistriert

4

Sonntag, 1. März 2009, 12:22

Hallo!

Was mir viel geholfen hat:
1. Nix im Haus haben, was leicht FAs auslöst. Bei mir sind das z.B. süße Sachen
2. Essrhytmus reinbringen. Wie ich es gemacht hab: 3 Hauptmahlzeiten und 2 Zwischenmahlzeiten. Am Abend vorher schon die genau Uhrzeit geplant und dann so weit es ging durchgehalten. Ich glaub nie länger als 4 Stunden (?) Pause durften zwischen den einzelnen Mahlzeiten sein. Kann aber auch sein, dass dir 3 Mahlzeiten reichen. Einfach mal ausprobieren.
3. An mir selbst arbeiten, arbeiten, arbeiten. Selbstbewusstein und -achtung aufbauen, Gefühle aushalten.....

Machst du eine Therapie?

Lieben Gruß

5

Sonntag, 1. März 2009, 15:01

Wieso kaufts du 30 Müsliriegel? Um Dir zu zeigen das du es schaffst?? Kauf dir lieber nur 1, oder ne kleine Packung, und genieße sie dann, solchn Versuchungen stand zu halten ist verdammt schwer!


Ich hatte die dumme Idee, mir selbst eine "extra-Herausforderung" zu stellen etwas im Haus zu haben was ich nicht anrühren darf. Hab doch schon gesagt - nicht empfehlenswert, war nach 2Stunden schon abgehakt und als "never do it again" abgespeichert.

Auch wenn dir das vielleicht schon jemand geraten hat, denk mal über eine Therapie nach, ich bin auch auf dem Wege der Besserung, zumindestens meistens... Und genau das "meistens" ist es wo ich froh darüber bin das mich jemand "auffängt", mir nen kleinen Schubs gibt und es weiter geht!


schon drüber nachgedacht, schon öfters empfohlen bekommen. Habe mir aber vorgenommen es erstmal 3 Jahre selbst zu versuchen. Bisher mit "realtiv" guten Erfolgen. Also von jeden bis jeden 2. Tag FA nu auf "jeden 3-6.Tag". Versuche die Zeitspanne zwischen den FAs zu maximieren und die FA-Tage zu minimieren. Bin gespannt wie weit das noch klappt. Falls sich des in den nächsten 1-2Jahren nicht weiter bessert werd ich ganz sicher doch mal Therapie versuchen.

6

Montag, 2. März 2009, 14:47

Ich würde dir eine Therapie empfehlen
eine Essstörung ist ein ernstzunehmendes Thema

Tipps und Tricks sind immer schön und gut
nur werden sie das Problem nicht lösen.
Und das Problem ist nicht das Essen ;)

also mein tipp ist:
mal einen anderen Weg beschreiten fernab von jeglichen Diäten

7

Montag, 2. März 2009, 17:14

Habe mir aber vorgenommen es erstmal 3 Jahre selbst zu versuchen


Mir wäre diese Zeit zu schade.... Besonders in Anbetracht der Tatsache das du vielleicht bis dahin schon längst "geheilt" sein könntest...

8

Dienstag, 3. März 2009, 15:22

Hallo Rolfe, mir fällt auch auf, dass du dir unheimlich viele Wege überlegst, wie du dein Eßverhalten ändern könntest und denkst wahrscheinlich permanent ans Essen. Jetzt wäre noch ein Weg gut, nicht mehr soviel ans Essen zu denken, ich glaube, dass ist die Kunst der "Normalen". Sie denken einfach nicht permanent ans Essen, wieviel, wovon, usw. Sie essen in der Regel, wenn sie Hunger haben und hören auf, wenn sie satt sind. Ansonsten spielt Essen eben eher eine nebensächliche Rolle. Das müssen wir finden, einen Weg, unser Leben auszufüllen, ohne uns zu überfüllen. Das ist zumindest mein Gefühl.
Ganz liebe Grüße, Mondscheinkatze

9

Mittwoch, 4. März 2009, 12:12

Hallo Rolfe, mir fällt auch auf, dass du dir unheimlich viele Wege überlegst, wie du dein Eßverhalten ändern könntest und denkst wahrscheinlich permanent ans Essen. Jetzt wäre noch ein Weg gut, nicht mehr soviel ans Essen zu denken, ich glaube, dass ist die Kunst der "Normalen". Sie denken einfach nicht permanent ans Essen, wieviel, wovon, usw. Sie essen in der Regel, wenn sie Hunger haben und hören auf, wenn sie satt sind.


Hallo,

Ja das mit dem "wenn sie satt sind" kann ich allerdings knicken. Und JA, mit dem "permanent" ans Essen denken hast du absolut recht. Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich versuch es gerade zu automatisieren, also das die Mahlzeiten einfach automatisch zu den Zeitpunkten eingenommen werden und ich nicht mehr dran denke, was, wieviel und wann, sondern es einfach als "gegeben" nehme. Jetzt gerade 9 Tage FA-Frei (merke, der innere "Drang" wird von Tag zu Tag intensiver - hab schon beim Autofahren gezittert als ich McDonalds Zeichen gesehen habe....) und habe damit diese Woche gerade meinen neuen Rekord aufgestellt.



@kariba: Also mir ist die Zeit nicht zu schade. Ich will auch gar nicht geheilt sein, weil ich der Meinung bin, dass ich das eh nie wieder weg kriege. Ich hoffe nur, dass ich so leben kann, dass keiner es merkt und es meine Gesundheit nicht beeinflusst. Also Diabetis habe ich glaube ich schon "leicht". Muss mal zum Arzt checken lassen. Bluthochdruck ebenfalls leicht. Und des muss halt weg!! Ich mag meine FAs sogar. Ich fühl mich, wenn ich ihn mir erlaube, dabei und danach sehr gut. Besser als Sex wenn das Völlegefühl kommt. Wahrscheinlich gehts nicht nur mir so und deswegen ist das ja so eine heftige "Macke" die hier ja wohl alle/die meisten - is ja schließlich Forum dafür ^^? haben.

10

Mittwoch, 4. März 2009, 12:25

Ich habe das dringende Bedürfnis es noch einmal klar zu formulieren.
Binge Eating Disorder ist eine psychosomatische Störung und keine Macke.
Eine die, wie ich finde, einer Therapie Bedarf.
Und zwar nicht um "normal" zu werden (was ist das schon?)
sondern um zu schauen warum es einem nicht gut geht.
Und niemand der eine Essstörung hat kann mir erzählen das es ihm gut geht.

Mir stößt auf, dass du aus deinem Fa-frei sowas Leistungsorientiertes machst.
Kann sein, das ich das hier missverstehe, aber es wirkt eher so auf mich, dass du dich arrangieren willst
und solang du keine FAs hast, hast du kein Problem.

11

Mittwoch, 4. März 2009, 13:15

Ich habe das dringende Bedürfnis es noch einmal klar zu formulieren.
Binge Eating Disorder ist eine psychosomatische Störung und keine Macke.
Eine die, wie ich finde, einer Therapie Bedarf.
Und zwar nicht um "normal" zu werden (was ist das schon?)
sondern um zu schauen warum es einem nicht gut geht.
Und niemand der eine Essstörung hat kann mir erzählen das es ihm gut geht.

Mir stößt auf, dass du aus deinem Fa-frei sowas Leistungsorientiertes machst.
Kann sein, das ich das hier missverstehe, aber es wirkt eher so auf mich, dass du dich arrangieren willst
und solang du keine FAs hast, hast du kein Problem.


Absolute Zustimmung, Dai!

Manchmal reisst hier im Forum eine Art "Verharmlosung" ein. Wer zu dick ist oder hin und wieder zu viel isst, der hat noch längst keine Esssucht/BED!!! BED ist Sucht, schwer zu kontrollierende Sucht, wie Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit. Und das sind schwere Krankheiten! Kein Krebskranker käme auf die Idee, "es erst einmal zu versuchen"; kein Mensch, der einen Herzinfarkt erlitten hat, kommt auf die Idee, erst mal ein paar Monate zu versuchen, selbst wieder auf die Beine zu kommen. Keinem Alkoholiker nähme man es ab, es "alleine" zu schaffen.

Rolfe,

wenn Du als so junger Mensch durch das Überessen bereits Bluthochdruck und Diabetes hast oder nahe dran bist, würde ich keine 3 Jahre mehr warten, bevor ich in Therapie ginge. Ich hatte in meiner Anfangsphase der Essstörung auch "nur" etwas Hochdruck, mittlerweile habe ich zwei Herzinfarkte hinter mir und ich bin insulin-pflichtiger Diabetiker und zwar als Folge meiner Essstörung, die ich seit 30 (dreissig!) Jahren (!!!) habe. Hätte ich vor 28 oder 25 Jahren mit entsprechenden Therapien begonnen, wäre es vermutlich nie so weit gekommen.

Ihr solltet Euch klar machen, dass das hier kein Diät-Forum ist, hier geht es bei einigen (!) um Leben und Tod.

Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

12

Mittwoch, 4. März 2009, 17:54

Hej Rolfe,

ich empfinde Deine Herangehensweise als irgendwie befremdlich, gefährlich sogar. Es schlägt mir so viel Druck aus Deinen Zeilen entgegen dass ich grosse Mühe habe, mich darauf einzulassen. Die ausführlich beschriebenen und bewerteten Methoden in Deinem ersten Post dieses Threads kommen sehr zack-zack 'rüber, wie im Stechschritt, und selbst Deine Erwartung in unsere Reaktionen war mit einem "Termin" verbunden. --- Zu den wie gewünscht erhaltenen Tipps hast Du für einige eine Erklärung, warum das für Dich nicht der passende Weg ist und für die anderen ist es Dir noch zu früh, möchtest Du lieber noch 'n paar Jahre experimentieren :schock: ... das macht mich glatt sprachlos. Wenn aus dem, was Du sozusagen zwischen den Zeilen mitteilst, nicht das tatsächliche Ausmass Deiner Lage so deutlich herauslesbar wäre, würde ich mich beinahe verar :zensiert: t fühlen. Doch Dein Ins-Zittern-Geraten angesichts des McD-Zeichens spricht da 'ne deutlichere Sprache.

Mangelnde Krankheitseinsicht zählt zu den wesentlichen Symptomen einer Essstörung, ebenso ein ausserordentlich stark leistungsorientiertes Handeln --- und mich macht sehr betroffen, wie stark Du das quasi kultiviert zu haben scheinst. Da hast Du, z.B., offenbar eine Methode der Ernährungsumstellung für Dich gefunden, die Dich weitestgehend von FA'n befreit und Du gibst sie wegen Deines Studiums auf. Das kann ich ein Stück weit verstehen ... doch ich vermisse den Teil, in dem Du zuvor versucht hast, Deine Ansprüche an den "Studenten Rolfe" zu ändern, um dem "ES-beladenen Rolfe" eine Chance zu geben. Vielleicht wäre es gegangen, nur nicht mehr als einer der Besten unter den Studierenden ...?

Ich hatte mal vor Jahren ein Moped, dem ich den Kickstarter abgebrochen habe - weil ich immer und immer wieder getreten und versucht habe zu starten - ohne mal nachzuschauen, ob es einen Grund dafür gibt, dass das Fahrzeug gerade nicht starten kann und ohne auf die Signale zu achten, mit denen sich das Maschinchen längst "mitgeteilt" hatte. Ich wünsche Dir sehr, dass Du aufhören kannst zu treten und einen guten Weg für den Umgang mit Deiner ES findest, bevor Dir der Starter an Deiner "Maschine" abbricht, Rolfe. Denn anders als an meinem kleinen Moped lässt sich bei lebenden Organismen der Starter nicht einfach auswechseln ... Alles Gute, Lil.

13

Mittwoch, 4. März 2009, 18:06

DAs Bild mit dem Moped und dem Starter finde ich total passend! Bei mir ist der Starter schon abgebrochen und nun lässt sich die Zerstörung nur noch eindämmen und nicht mehr reparieren. Diabetes ist leider nicht heilbar, Bluthochdruck geht auch nur mit Medikamenten runter bei mir.
Ich wünsche Dir, dass Du es früher schaffst aus diesem Teufelskreis auszubrechen als ich. Ich bin jetzt 40 und lebe mit der täglichen Angst, dass mein Körper irgendwann nicht mehr mitmacht. Und ich bin ein sehr disziplinierter, leistungsorientierter und willensstarker Mensch. Wenn es mit Disziplin, Willenststärke und Leistung möglich wäre seine ES loszuwerden, dann hätte ich schon lange keine mehr. Weißt Du was ich meine?
Woran es immer gemangelt hat war, mich selbst ernst zu nehmen und auf meine "Motorengeräusche" und das eine oder andere Klappern zu hören...

Deine FA-freie Phase freut mich sehr! Jeder freie Tag ist ein guter Tag! Aber geh frühzeitig zum Arzt.

Lieben Gruß
lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

Daisy Doe

unregistriert

14

Mittwoch, 4. März 2009, 19:20

Ich wiederhole hiermit zwar lediglich, was einige vor mir bereits ausgeführt haben, aber ich denke, das ist der "Casus Knacktus":

Das essen ist nicht die Ursache, sonder nur das Symptom deiner Probleme.



Und die Ursachen lassen sich äußerst schwer in einer Selbstanalyse ausfindig machen. Wie auch, die Krankheit versucht dich zu schützen. Bizarr, aber es ist die Art der Psyche möglicherweise schmerzhafte Erfarungen/Erkenntnisse zu verdecken/ verdrängen. Man frisst seine Probleme im warsten Sinne des Wortes in sie hinein, nur ohne sie richtig zu verdauen. Das bringt dann folglich Verstopfung.

Was ich hier metaphorisch versucht habe dir näherzubringen ist die Notwendigkeit professioneller Hilfe, die keineswegs eine Schande ist, sonder von äußerster Mut und Willensstärke zeugt, seine eigenen Probleme angehen zu wollen.

LG Daisy

15

Donnerstag, 5. März 2009, 01:52

@ Lily: Du hast da schon Recht. Glaube auch das ich mich in Therapie begeben werde bzw langsam nach einem Platz ausschau halte.... So viele Menschen können einfach nicht falsch liegen. Wurde mir ja auch bereits von Verwandten empfohlen.

Und ja, das mit dem Leistungsdruck ist bei mir irrgenwie sehr stark ausgeprägt.... Generell und überhaupt.... eigentlich jedes mal wenn ich mir was vornehme, wird das auf einmal das einzige nud wichtigste Ziel überhaupt. Egal wie, egal wann egal wo..... Denke von den 18 Stunden die ich am Tag wach bin fast 17 Stunden ans Essen bzw eher ans "zügeln"..... was glaube ich langsam nicht wirklich "normale" Bahnen zieht. Wird auch von Tag zu Tag schlimmer. Alleine die Tatsache, dass man Nachts 2x aufwacht und nur daran denkt, was an Essen im Haus ist macht mir selbst schon Angst. Weiß jemand, ob man direkt so zu einem Psychologen gehen kann und die gesetzliche KK das übernimmt?? Ich glaube ich sollte generell mal öfter zu Ärzten gehen. Diabetis muss ich unbedingt auch mal checken lassen. Weil merke starke unterschiede nach Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel Schwindelgefühle,Kopfschmerzen etc. auch dabei wenn der Umschwung von zucker auf keni etc. Durst auch extrem.... Naja soll Arzt lieber testen.... Hab immer noch diese indirekte Angst, dass wirklich was nicht stimmt und gehe meist lieber gar nicht hin als ne schlechte Nachricht abzuholen.

@Dailatha:

Ja, hast des schon richtig verstanden, ich dachte mir, dass man eventuell damit Leben und sich damit arrangieren könnte. Aber glaube langsam das des auf Dauer nur unnötiges, und vermeidbares selbstquälen wird....

16

Donnerstag, 5. März 2009, 07:01

Zitat von Rolfe

Zitat

Glaube auch das ich mich in Therapie begeben werde bzw langsam nach einem Platz ausschau halte....

... bin ehrlich froh, das zu lesen, Rolfe. Laie_95

Nordlicht

unregistriert

17

Donnerstag, 5. März 2009, 10:48

[...]Weiß jemand, ob man direkt so zu einem Psychologen gehen kann und die gesetzliche KK das übernimmt?? Ich glaube ich sollte generell mal öfter zu Ärzten gehen. Diabetis muss ich unbedingt auch mal checken lassen. Weil merke starke unterschiede nach Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel Schwindelgefühle,Kopfschmerzen etc. auch dabei wenn der Umschwung von zucker auf keni etc. Durst auch extrem.... Naja soll Arzt lieber testen.... Hab immer noch diese indirekte Angst, dass wirklich was nicht stimmt und gehe meist lieber gar nicht hin als ne schlechte Nachricht abzuholen.

hallo,

theoretisch sollte das machbar sein. Wenn du dich direkt von deinem Hausarzt überweisen läßt, den du ja so wie ich verstanden habe auch aufsuchen willst, mußt du aber nicht noch einmal Praxisgebühr zahlen. Es kann natürlich sein, dass du auf deine Therapie einige Zeit warten mußt.

Mit dem, was du beim Zuckerkonsum bemerkst, weiß ich nciht ob das Diabetes mellitus ist, denn da kenne ich mich nicht so gut mit aus. Was es auch sein kann ist eine Fruktoseunverträglichkeit, auch wenn es weniger wahrscheinlich ist, da du ja explizit sagst, dass es sich um zuckerhaltige Sachen handelt - vor allem hat man meist auch Verdauungsstörungen bei so einer Unverträglichkeit. Und Symptome treten auch mehr oder weniger auf bei Obst- und Gemüsesorten, nicht nur bei Zuckerkonsum. Hast du schon mal versucht, den Zucker für einen Zeitraum komplett wegzulassen und stattdessen ein wenig Obst zu essen und ging es dir besser damit?

Ich finde es auch gut, dass du dich um einen Arzttermin kümmern willst. Sowas ist nicht immer leicht.

Gruß

Nordlicht

18

Donnerstag, 5. März 2009, 14:23

Lieber Rolfe,

als gesetzlich Versicherter brauchst du eine Überweisung vom Arzt für eine Psychotherapie. Das könnte man notfalls "umgehen", indem du dem (Psychologischen) Psychotherapeuten die Praxisgebühr zahlst. Aber sobald die Therapie bei der Krankenkasse beantragt wird (nach fünf verhaltenstherapeutischen bzw. acht tiefenpsychologisch/analytischen) Sitzungen, musst du einen Konsiliarbericht vom Hausarzt bekommen, der abklärt, ob organische Ursachen für die psychische Störung vorliegen (z.B. machen Diabetes oder eine Schilddrüsenerkrankung auch depressive Symptome).

Aber all das wird dir dein(e) zukünftiger Therapeut(in) sicher gerne noch mal ausführlich erklären ;)

LG

laverne (die gerade für ihre Psychotherapie-Prüfung lernt 8-) )
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

19

Freitag, 6. März 2009, 20:07

Lieber Rolfe,

Ich habe jetzt nicht alle Antworten auf Deine Beiträge im Einzelnen gelesen..
Ich möchte Dir aber gerne was nahelegen.
Ich war um 2002 in einer Binge Eating Klinik stationär bis teilstationär und das war meine Rettung.
Von da an hat es auch sehr lange Jahre gedauert, bis ich in der Lage wardas lebensnotwetige Wekzeuge für mich effektiv zu nutzen.
Das Geplänkele vorher hat mir leider nur wetvolle Zeit gekostet und keinen Zentimeter weitergebracht.
Wenn ich Deinen Beschreibungen lese, möchte ich Dir u.a. auch als Krankenschwester nahelegen, ärztlich betreuen zu lassen. Auch diese ernorme Flüssigkeitzufuhr finde ich bedenklich. Du scheinst noch ziemlich jung zu sein, ich schätze Anfang 20? und Dein Körper braucht dringend Hilfe (eventuelle medikamente etc...) vielleicht auch noch andere Dinge, auch wenn ich gleich zerrissen werden sollte, aber ZUR UNTERSTÜTZUNG evntl ein Magenband? Aber das NUR begleitend!!! Mir ist bekannt daß Magenbänder oder ähnliches bei Binge kontaindiziert sind, aber bei dem ernorman Magenvolume fände ich es sinnvoll. Um eine Therapie wirst Du leider dann immer noch nicht herumkommen, ansonsten kann man das Magenband auch vergessen.

Dann noch einen andere Sache, versuche vielleicht in erste Linie einen Weg zu finden um die ANGST vor einem Essanfall zu mindern. Daran habe ich für mich als erstes gearbeitet. Erst als ich die Angst vor der Angst bezwungen habe ging es vorwärts.

Liebe Grüße und viel Erfolg
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

heartattack07

unregistriert

20

Samstag, 7. März 2009, 12:57

Was ist normal?

Was ist...wer ißt schon normal? :o

Nur mal eben so meinen Senf dazu geben möchte... bin neu hier und habe noch nix gepostet!

Normal?
Ein "mit sich" zufriedener Zustand?
Oder ein Zustand, den andere für normal empfinden?

$-z ... ich bin wie ich bin.... und das ist alles andere, aber nicht normal!
Mal mehr, mal weniger zufrieden mit dem, was ich bin, wer ich bin...
Andere?
Gehen mir eigentlich am A.... vorbei, obwohl ich ohne "andere" nicht kann---müssen mich eben so nehmen, wie ich bin!

Kann mich selbst kaum so nehmen, wie ich bin... :ihgitt:

Was ist normal?
Wer ißt normal?

lg :crygirl: