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Mittwoch, 7. Januar 2009, 20:49

gedankenanschübe??

nachdem ich mich ein bisschen in dem forum eingelesen habe, habe ich zur kenntnis genommen,dass öfter der ratschlag "überlege deine FA's auslösenden situationen" vorgekommen ist. nun gut, ich habe in mir selbst gewühlt..und bin zu der erkenntnis gekommen, dass es bei mir keine ausschlaggebenden situationen gibt. jetzt wollt ich euch mal um ein paar tipps aus eurem eigenen leben bitten, wie ihr versucht FA's zu umgehen..
mir geht es im moment ziemlich schlecht, hatte heute wiedermal ne fette FA, nach 3 tagen, wo ich kaum etwas gesessen hab und möcht im moment nicht mal außer haus gehen...
sorry wenn ich euch da zuquatsch, aber leider hält sich das verständnis meiner mitmenschen (wenn sie überhaupt davon wissen) in grenzen. insofern ist es ziemlich schwer allein klar zu kommen.. :(

2

Mittwoch, 7. Januar 2009, 20:58

Hallo lilith,

ich kenne die Auslöser meiner FA´s nur zum Teil, bzw. denke evtl. sie zu kennen.
Um eines FA entgegen zu wirken schaue ich in den Spiegel und frage das Spiegelbild, was fehlt Dir grade, dass Du meinst essen zu müssen?
Manchmal bekomme ich eine Antwort, machmal endet es in einem Heulanfall. Das ist bestimmt nicht toll, aber ich verausgabe mich dabei so, dass ich nurnoch ins Bett will und nicht mehr essen.

Also eine ausschlaggebende Situation brauch ich demnach auch nicht unbedingt, aber bei mir sind FA´s gerne zur Stelle, wenn ich mich nicht mit mir selbst auseinander setzen will...

Hilft Dir das?

kenni

3

Mittwoch, 7. Januar 2009, 21:17

auf jeden fall, danke.
würde deiner "alternative" gerne folgen, aber der spiegel wurde zu einem feind, mit dem ich mich nicht mehr konfrontieren kann/möchte..

*Marie*

unregistriert

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Mittwoch, 7. Januar 2009, 21:42

Hallo lilith,
mir gehts genauso - bei mir kann alles und nichts ein Auslöser sein..würde dir liebend gerne einen Tipp geben, den hab ich nur leider nicht..aber ich denk an dich und hoffe das morgen ein besserer Tag für dich kommt! :)

5

Mittwoch, 7. Januar 2009, 22:44

Hallo lillith, ich habe bei mir gemerkt, dass ich an aller erster Stelle erstmal die Angst vorm regelmäßigen Essen verlieren muss, denn genau das Nicht Essen und zwanghaftes Zusammenreißen und Einschränken hat mich in die nächste FA gedrängt. Und hier haben viele sehr gute Erfahrungen mit drei Mahlzeiten am Tag gemacht. Diesen Ratschlag nehme ich mir zu Herzen und versuche, mich daran zu halten. Das klappt nicht immer. Mir hilft es, wenn ich mir sage: Hey, du machst jetzt mal einen Tag lang Programm "drei Mahlzeiten" danach kannst du wieder wie du willst. Das hat mir den Druck genommen und ich merke, ich schaffe manchmal einige Tage, mich daran zu halten, was bei mir schon gut ist.
Das Auseinandersetzen mit den Auslösern ist eine andere Sache, sicher auch genauso wichtig. Ich habe allerdings festgestellt, dass es bei mir einfach schon sehr verselbständigt ist, ich brauche nicht immer einen wirklichen Anlass, deshalb helfen mir so kleine Regeln wie beschrieben oft besser, als das Grübeln nach dem Auslöser.
Das ist sicher bei jedem verschieden.
Liebe Grüsse, Mondscheinkatze

6

Donnerstag, 8. Januar 2009, 06:48

Liebe lilith,
für mich war der Schlüssel zunächst, die FAs "außer acht" zu lassen und generell auf meine Gefühle zu achten. Ich habe in einer Psychotherapie gelernt, dass ich Gefühle wie Wut und Angst unterdrücke, meistens mit Essen. Was dann konkret einen FA auslöst, kann sich entweder über den ganzen Tag angestaut haben, also viele Auslöser haben, oder aber einen scheinbar "kleinen" Grund haben. Ich erinnere mich an eine Party, wo ich sauer auf eine gute Freundin war, ohne es wirklich zu merken. Ich habe gewartet, bis sie auf die Party kommt und währenddessen die ganze Zeit gegessen ... Als sie dann kam, hatte ich Bauchschmerzen ...
Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen weiter? Ich hab jetzt grad nicht im Kopf, ob du eine Psychotherapie machst? Ohne hätte ich es jedenfalls nicht geschafft.

LG
laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

7

Donnerstag, 8. Januar 2009, 08:24

Liebe Lilith,

bei mir hat es eine Weile gedauert, bis ich soweit in mich reinhorchen konnte, dass ich erkennen konnte, was die FAs auslöst. Ich hatte über die Jahre verlernt auf mich und meine Bedürfnisse zu hören. Das habe ich in der Therapie wieder gelernt.
Auslöser sind bei mir hauptsächlich: Stress und Erschöpfung, mich einsam fühlen, nicht ausgesprochene Konflikte, lange war es auch unterdrückte Wut (habe da inzwischen andere Wege gefunden).
Aber auch banale Langeweile oder Gewohnheit (abends immer was Süßes vor der Glotze) könenn zu einem FA führen, wobei ich dann eher permanent überesse und nicht so Wahnsinnsmengen in kurzer Zeit in mich reinstopfe. Auch nicht typisch BED, aber verursacht ebenso Schuldgefühle und gesundheitliche Probleme.

Aber wie die anderen hier z.T. schon gesagt haben, es ist eine sehr individuelle Geschichte.

LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

8

Donnerstag, 8. Januar 2009, 09:04

Zitat

aber der spiegel wurde zu einem feind, mit dem ich mich nicht mehr konfrontieren kann/möchte..



Hej Lilith,

da kann ich Dich gut verstehen, geht mir auch ganz oft so.

Mir persönlich hilft es nicht so sehr, zu wissen, warum ich jetzt einen FA habe. Das macht das Bohren und Beissen in der Magengegend nicht weg und auch nicht das Kniezittern, den Ausfall jeglicher Konzentrationsfähigkeit auf andere Dinge/Themen, das Gefühl, dem ausgeliefert zu sein usw.. Für mich gilt: schau', dass du es gar nicht erst zu einem FA kommen lässt; d.h., keine "Mal-sehen-wieviele-Stunden-ich-es-aushalten-kann-nichts-zu-essen"-Aktionen, z.B.. Oder: nur essen, weil ich Hunger habe, nicht weil jetzt XX-Uhr und Mittagszeit ist.

Wenn es mir eine Zeit lang gelungen ist, so nahe an mir dran zu bleiben, kann ich auch mal wieder vor den Spiegel gehen und mir wenigstens das ansehen, was ich akzeptabel an mir finde. Augen z.B. - und die mal wieder mit ein bisschen Farbe betonen. Das stärken, was o.k. ist.

... ist nicht der Stein der Weisen und ein ebenso zerbrechlicher Weg, wie viele andere (sonst könnte ich unter der Rubrik "geschafft, ES war gestern" posten :( ) ... LG, Lily

BTW: wie bist Du auf Deinen Nick gekommen, siehst Du etwa auch so gern Frasier?

9

Donnerstag, 8. Januar 2009, 09:44

Guten morgen Lilith,

mir gings am Anfang genauso wie dir! Essen war essen, und ich mußte in meiner Therapie anfangen einfach aufzuschreiben , ein TB führen und da immer rein schreiben, wie der Tag so ist, was mich beschäftigt in dem Moment, was ich fühle wenn ich einen FA bekomme, und wie es mir danach geht, und irgenwann konnte ich ein richtiges Muster erkennen (zumindestens meistens, ausnahmen bestätigen ja immer die regel...), aber so habe ich gemerkt das ich anfange zu essen wenn ich langeweile oder Streß auf der Arbeit habe, gerade dann wenn richtig Druck auf mir liegt, oder wenn ich alleine Zuhause bin, und ich mich dann alleine fühle, oder Streß mit jemanden, ganz extrem ist es mir aufgefallen wo ich eine kleine Auseinandersetzung mit meinem Freund hatte, und daraufhin der erste Weg zum essen war....

Nun bin ich langsam dann dabei diese Situationen anders anzugehen, in der Firma habe ich mir eine Notfallkiste gepackt, wenn ich weiß das ich Abends alleine bin, gönne ich mir einen Beauty Abend und versuche die Zeit irgendwie zu genießen, allerdings gibts dann auch Momente wo ich versuche meinem FA nicht nachzugeben wo ich mir dann vorkomme wie ein Junkie auf Entzug...

LG Kariba

10

Donnerstag, 8. Januar 2009, 15:31

Ich kann mich hier einigen anschließen.

Ich selber brauche oft gar keinen "Auslöser" - ich esse dann aus Gewohnheit, weil mein "Diättag" nicht so perfekt war, wie ich es gerne hätte. Weil ich 1 Stück Obst zuviel gegessen habe etc. Desweiteren merke ich, dass ich nie wirklich einen Tag in meinem Leben hatte, an dem ich aus "hunger" gegessen habe, sondern alle Mahlzeiten waren/sind durchdacht, geplant etc. Das ist natürlich auch so ein Punkt, warum ich immer wieder FA bekomme.

Was für mich aber der schwierigste Punkt ist:

Sobald ein FA naht erscheint es mir persönlich immer einfacher im nachzugeben, weil dann das Kopfkino (soll ich - soll ich nicht) endlich aufhört. Ich kann mich weiter auf die Uni konzentrieren, relaxen, arbeiten etc. Ich fühle mich beim Essen dann im ersten Moment völlig erlöst von den ganzen seelischen Strapazen, die eben noch in meinem Kopf waren.

Tut mir leid, dass ich nicht wirklich einen Tip habe.

11

Donnerstag, 8. Januar 2009, 15:42

Liebe NoMore,
ich musste gerade bei deinem Beitrag mehrmals zustimmend nicken! Genau so geht es mir auch: Das Essen ist halt die am längsten geübte, kurzfristig einfache Lösung. Wirklich immer bei sich zu sein und auf sich zu achten ist sooo viel anstrengender und unangenehmer! Aber - ich weiß, ich wiederhole mich :D - lohnenswert!
LG
laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

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Donnerstag, 8. Januar 2009, 18:14

mhm..vielen dank euch allen für eure antworten.. :)
eine zeit lang dachte ich, dass meine FA's etwas mit belohnung zu tun haben, da sie vorwiegend am wochenende waren. frei nach dem prinzip 5 tage überstanden, jetzt darfst du dir was "gönnen".. aber irgendwann waren sie dann auch unter der woche und es war kein striktes muster mehr zu erkennen..
heute gings mir bezüglich des essens schon besser, psychisch aber total schlecht (konsequenz), wenigstens hatte ich keine FA!
es vermittet mir aber ein total positives gefühl zu lesen, dass ich nicht allein bin!
@lily: lilith war eine göttin aus sumer, der aber zu einer dämonin wurde!

13

Donnerstag, 8. Januar 2009, 20:19

Bei mir war Essen früher Trotz und Trost, das Spektrum wurde aber irgendwann immer grösser. Wenn man erstmal merkt, dass etwas einem kurzfristig "gut tut", dann macht man es irgendwann bei dem kleinsten Ärger/Langeweile/Freude etc. Ich denke das kann man mit Drogensucht vergleichen...

14

Freitag, 9. Januar 2009, 10:54

RE: gedankenanschübe??

und bin zu der erkenntnis gekommen, dass es bei mir keine ausschlaggebenden situationen gibt.


Hallo, Lilith,

so ist es bei mir auch. Sicherlich hat es diese Auslöser in meiner Vergangenheit mal gegeben. Aber je länger diese Sucht dauert, umso unschärfer wird das alles, und irgendwann hat sich das verselbständigt und dann "braucht" es so etwas nicht mehr. Oder genauer: ALLES wird zum Auslöser...

Schönen Gruss und willkommen hier (sofern ich das noch nicht geschrieben habe)

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

15

Samstag, 10. Januar 2009, 15:23

ich bin davon überzeugt das es immer einen Grund für einen FA gibt
nur muss er nicht beeindruckend groß sein oder immer wieder überraschend neu^^

Das einzelne analysieren der FAs war quasi für mich der Anfang Antennen für mich und meine Bedürfnisse zu bekommen.
Dadurch wurde es einfacher ein Verständnis für mich insgesamt zu erlangen. Wenn man an diesem Punkt ist braucht man auch nicht mehr jeden FA analysieren.

einen Therapieprozess sehe ich irgendwo auch als sensibilisierung für die eigenen Bedürfnisse
Man ist oft und gerne blind

Bist du in Therapie?

16

Sonntag, 11. Januar 2009, 07:58


Bist du in Therapie?


Wen meinst Du, jetzt, Dai? Mich?

(off topic: Ich habe eine grosse Bitte an Dich: Könntest Du wenigstens kurz den Namen nennen, den Du gerade ansprichst, ich weiss oft WIRKLICH nicht, auf wen Du antwortest, muss dann mehrere vorherige Postings neu lesen um zu verstehen, auf wen Du grade reagierst)

Nein, ich bin nicht mehr in Therapie. Ca. 15 Jahre sind genug, ich mag nicht mehr. Zumindest zur Zeit nicht.

Und ja, natürlich gibt es "letztendlich" einen Auslöser. Aber im Laufe vieljähriger Essprobleme treten die immer mehr in den Hintergrund, vermischen sich, verwischen sich und irgendwann kann man nicht mehr sagen: "DAS war's". Das ist MEINE Erfahrung.

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker