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Montag, 25. Mai 2009, 09:36

Depressionen wegen Esstörung...

...oder Essstörung wegen Depressionen?

Hallo

für meinen Bruder war die Sache klar, das Übergewicht ist die Krankheit, die man gefälligst mit Diät und Sport behandeln muß, die Depressinen sind nur ein Symthom. Ok, der Mann ist Techniker und wußte es vielleicht nicht besser, vielleicht war es für ihn auch einfacher mich als Dicke, die es nicht anders will abzustempeln, als sich gedanken darüber zu machen warum ich wohl Depressionen habe.

Nach zwei Therapien sehe ich das umgekehrt: Die Depressionen sind die Krankheit, eine Krankheit, die ich mein Leben lang habe und haben werde, die Essstörung ist eine Folge der Depressionen. Wenn es mir gut geht habe och auch die Essstörung im Griff, sind die Depressionen stärker, gerät auch die Essstörung außer Kontrolle.

...oder Essstörung wegen Depressionen?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tobias« (25. Mai 2009, 14:23)


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Montag, 25. Mai 2009, 11:29

Sucht hat immer auch etwas mit Depression zu tun, Ilona. Ich kenne keinen Süchtigen, der nicht auch depressiv ist. Insofern sind beide Krankheiten gekoppelt. Was zuerst da war, weiss ich nicht generell. Bei mir war es sicherlich die Depression, die ich schon als Kind von 6 Jahren hatte. Damals war ich noch nicht essgestört, das kam erst viel viel später. Aber ich kenne auch Esssüchtige, die noch nie eine offenkundige (!) Depression hatten. Aber das mag täuschen, wir Esssüchtigen sind ja Meister im Täuschen, Verstecken.

Womit behandelt denn Dein Bruder Alkoholismus? Auch mit Sport und Diät? Die Leute scheinen nicht zu raffen, dass ESSSUCHT der Alkoholsucht sehr sehr ähnlich ist (aber selbst Esssüchtige wehren sich in ihrer ersten Sucht-Phase oft noch vehement gegen diesen Zusammenhang, ich habe auch Jahre dafür gebraucht, um das zu akzeptieren), beides sind KRANKHEITEN und keine Sache des "lockeren Willens"...

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

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Montag, 25. Mai 2009, 11:37

Hm ^^ ich sehe das ganze nochmal anders ^^
Sowohl depressive Phasen als auch meine Essstörung
habe ich aufgrund meiner Vergangenheit.

Richtig ausgeprägt ist die Essstörung, also die sichtbarste Folge.
Aber auch Beziehungsstörungen sind ja elementar und bedingen depressive Phasen und FAs.

Ich finde alles gehört zusammen und bedingt sich gegenseitig.
Wie vielfältig gestört man letztendlich durch einschneidende Erlebnisse wird,
hängt natürlich von der Person an sich ab.

Hm Also das Essen an sich ist natürlich schon ein Symptom,
aber ich habe noch keinen Essgestörten erlebt,
der nicht in gewisser weise auch Beziehungsgestört war.
Also rede ich wohl mehr von Störungen als von Krankheiten...
Es gibt aber sicher auch genügend Fälle wo die Depression vor der Essstörung kam.

Ich habe aber z.b keine Depression,
ich hatte maximal depressive Phasen als Teil meiner Verarbeitung
Da ist schon ein großer Unterschied.

Naja das mit Alkoholsucht und Esssucht kann ich nur teilweise nachvollziehen.
Also ich werde schon ewig gefährdet sein Essanfälle wieder zu bekommen,
aber ein Biß Schokolade, macht mich nicht gleich wieder essgestört

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dailaitha« (25. Mai 2009, 11:37)


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Montag, 25. Mai 2009, 12:48

Ich kann von mir sagen, dass ich keine Depressionen habe/hatte. Vielleicht todtraurige Phasen (1, 2 Tage), aber nicht diese Symptome die viele beschreiben. Antriebslosigkeit, nicht aus dem Bett kommen etc.

Ich war einfach traurig - ganz normal traurig.

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Montag, 25. Mai 2009, 12:50

Die Leute scheinen nicht zu raffen, dass ESSSUCHT der Alkoholsucht sehr sehr ähnlich ist (aber selbst Esssüchtige wehren sich in ihrer ersten Sucht-Phase oft noch vehement gegen diesen Zusammenhang, ich habe auch Jahre dafür gebraucht, um das zu akzeptieren), beides sind KRANKHEITEN und keine Sache des "lockeren Willens"...


Wie gesagt - wir haben das Thema ja bestimmt so einmal die Woche.

Ich seh zwar auch einen Zusammenhang zwischen den ganzen Suchtmustern , aber Alkohol und Essen ist meiner Meinung nach nicht dasselbe. Alkohol darf man nie mehr, Essen muss ich immer.

Welcher Alkoholiker ist trocken, indem er Mittelwege findet? Keiner!

Wir müssen aber Mittelwege finden. Wir müssen lernen, dass zwischen Schwarz und Weiss etwas ist.

6

Montag, 25. Mai 2009, 14:15



Wie gesagt - wir haben das Thema ja bestimmt so einmal die Woche.

Ich seh zwar auch einen Zusammenhang zwischen den ganzen Suchtmustern , aber Alkohol und Essen ist meiner Meinung nach nicht dasselbe. Alkohol darf man nie mehr, Essen muss ich immer.


Das ist richtig. Aber man wird als Esssüchtiger (und ich rede nur von ESSSUCHT) nie "normal" und gelassen und locker und unkontrolliert essen können, ohne in Gefahr zu geraten. Das ist sogar noch schwerer/schlimmer als Alkoholismus. Der Alkoholiker muss "einfach" nur seinen Stoff weglassen. WIR müssen lernen, mit ihm kontrolliert umzugehen.

Ich empfehle sehr, die Bücher der Overeaters Anonymous zu lesen, da gehen einem oft die Augen auf. Übrigens empfehlen die OA genauso die Literatur der Anonymen Alkoholiker, nämlich WEIL es da ganz enge Gemeinsamkeiten gibt. Aber ich weiss von mir selbst, wieviele Jahre ich mich vehement gegen diese Erkenntnis gewehrt hat.

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Petrus« (25. Mai 2009, 14:15)


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Montag, 25. Mai 2009, 15:25


Aber ich weiss von mir selbst, wieviele Jahre ich mich vehement gegen diese Erkenntnis gewehrt hat.


Ich weiß Deine Meinung immer sehr zu schätzen Petrus. Mich stört nur manchmal - ich hoffe, ich darf das sagen, ohne dass Du mir böse bist - dieser Satz. Es hört sich so an, als sei das die Erkenntnis, die für jeden gilt. Als wäre das sozusagen der Punkt, an den wir alle noch kommen müssten.

Ich denke hier hat jeder ein anderes Muster seiner Sucht/Erkrankung. Für mich hört sich das manchmal etwas "aussichtslos" an und entmutigend.

Aber ich hoffe, dass Du mir jetzt für meine Ehrlichkeit nicht böse bist. :o

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »NoMore« (25. Mai 2009, 15:25)


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Montag, 25. Mai 2009, 16:11


Aber ich weiss von mir selbst, wieviele Jahre ich mich vehement gegen diese Erkenntnis gewehrt hat.


Ich weiß Deine Meinung immer sehr zu schätzen Petrus. Mich stört nur manchmal - ich hoffe, ich darf das sagen, ohne dass Du mir böse bist - dieser Satz. Es hört sich so an, als sei das die Erkenntnis, die für jeden gilt. Als wäre das sozusagen der Punkt, an den wir alle noch kommen müssten.

Ich denke hier hat jeder ein anderes Muster seiner Sucht/Erkrankung. Für mich hört sich das manchmal etwas "aussichtslos" an und entmutigend.

Aber ich hoffe, dass Du mir jetzt für meine Ehrlichkeit nicht böse bist. :o


Nein, ich bin Dir nicht böse, NoMore.

Ich bin nur ganz und gar anderer Meinung, jedenfalls in diesem Punkt.

Ich halte Esssucht (und wie gesagt, ich rede NICHT von "Binge-Eating-Disorder", sondern knallhart von Esssucht) allerdings in der Tat für "unheilbar" in dem Sinne, dass man niemals eine normale Beziehung zum Essen haben wird, so wie jeder andere "normale" Mensch auch. Ich weiss, dass es Vorstufen oder von mir aus auch Zustände am ANFANG dieser Sucht gibt, wo man vielleicht (!) noch den Dreh bekommt, und den letzten Schritt in die Sucht NICHT macht. Du ahnst vermutlich nicht, wie sehr es mich freuen würde, wenn das jedem von Euch, jedem von uns, widerführe.

Aber ich bin nicht mehr am Anfang und einige andere hier auch nicht. Ich habe hier in den Jahren, in denen ich hier mitmache, so viele an dem Konstrukt "Heilung" scheitern gesehen, das mich das richtig schmerzt. Kontrolle ist möglich, sicherlich, selbst bei mir ist das noch drin. Aber Kontrolle kostet nun einmal lebenslange Achtsamkeit, und davon bin ich wirklich überzeugt, bei aller Unterschiedlichkeit der Suchtgeschichten und Suchtarten, die hier im Forum vertreten sind. Eine "Heilung" wäre für mich erst dann gegeben, wenn der- oder diejenige über JAHRE ohne Rückfall und ohne grosse Probleme "abstinent" vom Überessen sein kann. Ich habe in diesem Forum noch keinen solchen Menschen erlebt, sondern vielmehr viele Menschen, die an dieser Idee der Heilung so schrecklich und schmerzhaft gescheitert sind, weil dieses Ziel einfach zu "hoch" für sie war. Vielleicht hätten sie es geschafft, wenn Kontrolle ihr Ziel gewesen wäre. Aber sie wollten "Heilung" und an diesem Konstrukt zweifele ich nun einmal...

Ich weiss, dass ich mit dieser harten Meinung hier bei manchen gewisse Augenverdreher hervorrufe ("Ach, der schon wieder mit seinem Alkohol...") oder auch Kopfschütteln und sogar Aggressionen hervorrufe. Aber ich vertrete nun einmal meine Meinung, aus eigener leidvoller Erfahrung, aus der Erfahrung von mehreren Jahren Forenarbeit in diesen Forum als auch aus meiner beruflichen Erfahrung heraus, denn ich habe auch einige Jahre mit Süchtigen aller Art gearbeitet.

Liebe Grüsse

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

9

Montag, 25. Mai 2009, 16:20

Ich habe in diesem Forum noch keinen solchen Menschen erlebt, sondern vielmehr viele Menschen, die an dieser Idee der Heilung so schrecklich und schmerzhaft gescheitert sind, weil dieses Ziel einfach zu "hoch" für sie war.
Mir fallen hier spontan zwei Personen ein, die meiner Meinung nach geheilt sind im Sinne von - sie haben keine Symptome mehr.

Man darf auch nicht vergessen, dass sich Menschen eher in ihrem Leid an ein Forum wenden, als wenn es ihnen gut geht.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »NoMore« (25. Mai 2009, 16:20)


10

Montag, 25. Mai 2009, 16:40

Ich habe in diesem Forum noch keinen solchen Menschen erlebt, sondern vielmehr viele Menschen, die an dieser Idee der Heilung so schrecklich und schmerzhaft gescheitert sind, weil dieses Ziel einfach zu "hoch" für sie war.
Mir fallen hier spontan zwei Personen ein, die meiner Meinung nach geheilt sind im Sinne von - sie haben keine Symptome mehr.


Hier in diesem Forum? Kaum möglich, denn von Heilung sollte man erst nach 5 Jahren Symptomfreiheit sprechen. Aber lassen wir das. Ich freue mich, wenn jemand glaubt, er sei geheilt und wünsche ihm, dass er nie die Enttäuschungen erlebt, die viele andere in diesem Forum schon erlebt haben.

Schönen Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Petrus« (25. Mai 2009, 16:40)


11

Montag, 25. Mai 2009, 21:04

Ich sehe das nicht so pessimistisch ^^
ich habe auch keien Angst zu Fallen, das darf ich ^^
dann bin ich in meinen Augen nicht gescheitert.

Einzig schlimm fänd ichs, wenn ich all das was ich erlernt habe vergessen würde.
ergo: nicht mehr aufstehen würde.
ich habe nicht die Erwartung jetzt schon für alles gewappnet zu sein
und ich habe auch nicht die Erwartung erlöst zu werden von meinen FAs

im Moment fühle ich mich prima ^^
zwar gestresst, aber gelassener. Ich denke nichtmehr 80% des Tages an Essen ^^

12

Montag, 25. Mai 2009, 21:24

Ja, Dai,

fallen darf ich auch, das ist für mich in Ordnung. Ich will nur immer wieder aufstehen (können)...

Siehst Du Dich als "geheilt" an? Glaubst Du an (D)eine Heilung im Sinne von "ganz normalem Essen ohne Gefahr eines Rückfalls" (oder eines Fallens ganz allgemein)?

Schönen Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

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Dienstag, 26. Mai 2009, 00:08

Ja ich glaube daran normal Essen zu können ohne direkt rückfällig zu werden.
Und teilweise gelingt mir das auch schon.

Aber ich sehe mich nicht als geheilt an (mag das Wort im übrigen auch gar nicht)

Ich habe es geschafft, dass mir mein Essen bewusst geworden ist,
ich kann öfter Essen genießen und ich schaffe es von meinen Lieblingssachen weniger Stücke zu essen als vorher.
Es nähert sich alles sehr sehr langsam an.

Ich gebe mir da auch alle Zeit der Welt ^^, denn mir geht es ja an sich auch vieeel besser warum also Eile.
Das große M ist für mich auch eine Sache nach der ich quasi süchtig war.
Da habe ich begonnen mich Stück für Stück zu entwöhnen.

Vielleicht mag es euch enttäuschen ^^
aber ich gehe bewusst noch einmal die Woche dorthin und gönne mir das
(mir schmeckt das)
So langsam kann ich die Zügel auch da lockerer lassen und mein Ziel ist es immer seltener hinzugehen.
Bzw unabhängig zu sein.

Und wenn die Zeit reif ist, werde ich es auch schaffen regelmäßiger zu Essen.
Daran glaube ich fest.

Im Moment ist es zumindest um Ellen besser als vor ein paar Jahren.
ich kann Essen teilweise richtig genießen und süßigkeiten Essen ohne eine Gier danach zu haben
und nicht mehr aufhören zu können.
Auch denke ich nicht mehr 80% am Tag ans Essen und unter akuten Essanfällen leide ich auch nicht mehr.

Das was noch nciht optimal ist, ist mir bewusst und ich gestatte es mir.
Das heißt nicht, dass ich aus den Augen verliere wo ich hin möchte ^^

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dailaitha« (26. Mai 2009, 00:08)


14

Dienstag, 26. Mai 2009, 07:01

Hallo, Dai,

letztendlich heisst das aber doch, dass Du weiterhin ACHTSAM bist. Und das sehe ich auch so. Man kann die Sucht unter Umständen kontrollieren, wenn man achtsam ist. Nicht mehr, nicht weniger.

Lieben Gruss und alles Gute für Deinen Weg, den ich klasse finde.

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

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Dienstag, 26. Mai 2009, 07:25

Vielleicht mag es euch enttäuschen ^^
aber ich gehe bewusst noch einmal die Woche dorthin und gönne mir das
(mir schmeckt das)
So langsam kann ich die Zügel auch da lockerer lassen und mein Ziel ist es immer seltener hinzugehen.
Bzw unabhängig zu sein.


Das finde ich überhaupt nicht enttäuschend. Ich finds klasse! Alles andere wäre auch schon wieder Diät ;)

Mir fehlt hier im Forum einfach der Optimismus. Ich habe nicht die Illusion jemals "geheilt" zu sein im Sinne von - wie ein Schlanker leben. Trotzdem seh ich hier immer dieses tiefe Schwarz und selten Weiss. Deshalb freu ich mich auch so über den Mut zur Hoffnung Thread. Man traut sich ja schon kaum von seinen Erfolgen zu erzählen, weil es dann heisst "Naja warte mal ab - in einigen Monaten hats Dich wieder." Wir sind süchtig und zwar unser Leben lang. Und? Für mich fängt Erfolg mit kleinen Erfolgen an...

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Dienstag, 26. Mai 2009, 07:51

Zitat

Mir fehlt hier im Forum einfach der Optimismus. Ich habe nicht die Illusion jemals "geheilt" zu sein im Sinne von - wie ein Schlanker leben. Trotzdem seh ich hier immer dieses tiefe Schwarz und selten Weiss. Deshalb freu ich mich auch so über den Mut zur Hoffnung Thread. Man traut sich ja schon kaum von seinen Erfolgen zu erzählen, weil es dann heisst "Naja warte mal ab - in einigen Monaten hats Dich wieder." Wir sind süchtig und zwar unser Leben lang. Und? Für mich fängt Erfolg mit kleinen Erfolgen an...


NoMore,

möchtest Du, dass ich zukünftig auf Deine Beiträge nicht mehr reagiere, um Dich vor meinem Pessimismus zu verschonen? Kann ich machen, wenn Du das möchtest, und ich bin auch nicht sauer darüber. Ich will niemanden entmutigen. Aber Optimismus wirst Du von einem Menschen, der sich fast zu Tode gefressen und der lebensgefährliche Folgeerkrankungen der Fresserei zu tragen hat (zwei Herzinfarkte, Diabetes, Augenprobleme, Gelenkprobleme, die ganze Palette dessen, was ein lange übergewichtiger Mensch zu tragen hat), nicht erwarten können. Tut mir ja leid, aber das ist nicht drin. Für Optimismus sind andere da. Meinen Pessimismus musst Du aushalten lernen oder mich bitten, Dir aus dem Weg zu gehen. Ich bin dazu bereit, wenn auch ungern, weil ich denke, dass man auch solche Positionen wie die meine aushalten sollte.

Schönen Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Petrus« (26. Mai 2009, 07:51)


17

Dienstag, 26. Mai 2009, 07:58

Nein ich möchte nicht, dass Du mir oder ich Dir aus dem Weg gehst. Ich denke ich muss meine Einstellung dazu ändern. Ich mag nur diese "an den Punkt müsst ihr alle erstmal kommen" Postings nicht. Denn das impliziert, dass es nur diesen einen Weg gibt. Und das stimmt nicht.

18

Dienstag, 26. Mai 2009, 08:36

Ich bin achtsam ^^ aber ich habe keine Angst
und folglich keinen permanenten Druck oder Streß deswegen
Spaß am Essen habe ich jetzt schon wieder
und ich denke auch, dass ich irgendwann dann
optimal für mich
Essen kann ^^

Ja ich bin auch hier um Mut zu machen ^^
und ich habe glücklicherweise auch etwas um Mut zu machen.

Als du das Wort Heilung aussprachst ist mir ehrlich gesagt $-z
Das Herz in die Hose gerutscht ^^
Heilung (war nich so gemeint) hat für mich immer die Bedeutung von endgültig.

Das würde heißen, dass ich keinen Rückfall mehr haben darf *lach*
weil ich eine "geheilte" bin :D
Aber mal ganz ehrlich?
Meine Seele ist so fragil, ich weiß nicht was passieren wird, wenn mein Vater stirbt.
Oder meine Oma? (davor habe ich fürchterliche Angst, weil wenn beide Tod sind bin ich allein übrig aus meiner Familie)
Ich weiß nicht, was passiert wenn ich mal heirate...
oder wenn ich ein Kind bekomme?
Oder wenn mein Kind ein Teenie wird?
Das kann alles heikel werden...
ich könne aber auch arbeitslos werden oder sein...
ich könnte überhaupt keinen Spaß mehr an meinem job haben...
ich könnte betrogen werden.

Versteht ihr ^^ das ist mir nicht unbewusst, aber ich lasse nicht zu!
Das es mich Be-lastet. Im Moment geht es mir gut und ich habe es schoneinmal raus geschafft.
Ich habe viel gelernt und erst wenn ich das alles vergessen habe!
Und mir nicht gestatte schwach zu sein, oder mir nochmal Hilfe zu nehmen.
Dann hab ich verloren

Ich bin zuversichtlich! Trotz, oder gerade wegen der Dinge die in meinem Leben noch schwierig werden

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dailaitha« (26. Mai 2009, 08:36)


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Dienstag, 26. Mai 2009, 08:41

Ein sehr schönes Posting Dai.

Das erinnert mich irgendwie gleich an den Spruch "Lebe für den Augenblick". Erstmal nicht so endgültig planen, denken. Jeden Tag für sich sehen und geniesen.

20

Dienstag, 26. Mai 2009, 09:03

Hallo,

der Ausdruck achtsam sein gefällt mir. Ich denke man muß keine Angst haben, weil es ja auch nicht das schlimmste ist wenn man mal einen kleinen Rückfalll erleidet. - Dieser Gedanke nimmt mir die Angst und den Druck. Ich achte generell auf mich, nicht nur beim Essen, auch achte darauf mich nicht zu überfordern, möglichst nur mir mit Menschen zu verkehren die mir gut tun usw. Ich achte auf mich und wenn es trotzdem passiert, sei es ein EA oder ein depressiver Tag (und damit meine ich wirklich schlecht) war es eben so und ich lebe Morgen normal weiter.

Ich denke das Wichtigste für mich ist aus dieser Spirale aus negativen Gedanken, Schuldgefühlen, Sichselbstverbieten und -bestrafen heraus zu sein. FDavon habe ich mich befreit und in diesem Punkt würde ich von Heilung sprechen.

An eine vollstä#ndige Heilung glaube ich ehrlich gesagt bei mir nicht, ich werde immer zumindest gefährdeter sein als andere. Ich hatte eine Zeit in meinem Leben wo die Essstörung wirklich eine kurze Zeit lang überhaupt keine Rolle mehr spielte. Aber dann kamen wieder Probleme, Depressionen und somit auch die Essstörung zurück.

Generell denke ich aber, jeder kann nur für sich sprechen, aus seinen eigenen Erfahrungen heraus. Und wenn jemand das gefühl hat er ist geheilt würde ich ihm das niemals absprechen. Nur leise warnen, daß es nicht für immer sein muß.

Noch zum Weg: jeder muß seinen eigenen Weg finden. Wie weit jeder auf seinem Weg ist kann nur er selbst beurteilen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ilona« (26. Mai 2009, 09:03)