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[Sonstiges] Antidepressiva

21

Donnerstag, 8. April 2010, 07:29

Liebe Lux,

ich kenne mich mit Psychopharmaka nicht gut aus, dies mal nur vorweg.
Mir wäre allerdings kein solches "Wundermedikament" bekannt.

Ich glaube, dass es in bestimmten Situationen schon wichtig ist, sich auf solche Medikamente einzulassen, beispielsweise, wenn man wirklich nicht mehr in der Lage ist seinen Alltag in den Griff zu bekommen, bei starker Antriebsschäche, Angststörungen usw. Dennoch sollte man sich aber glaube ich bewusst sein, dass der starke Wunsch nach einer Hilfe durch Medikamente wieder ein Zeichen dafür sein könnte, dass man nicht bereit ist, die Sache in die eigenen Hände zu nehmen, es anzupacken, sondern im kindlichen Wunsch nach unkomplizierter Hilfe zergeht. Das war und ist zumindest bei mir so. Ich muss mir immer mal wieder ganz bewusst machen, dass ich mein Leben selber in der Hand habe, so beschwerlich das auch manchmal ist und so unmöglich es mir manchmal erscheint. Mir hilft das dann auch, wieder einen Schritt nach vorne zu machen...

Liebe Grüße,
N811e

22

Donnerstag, 8. April 2010, 08:43

Liebe Lux -

erstmal auch ein herzliches Willkommen von mir (spar ich mir einen Thread :D )

ich habe Erfahrungen mit ADs - ging bei mir insg. über 5 Jahre.

Ein Medi gegen Gedankenkreisel oder Essensdruck zu finden gibt es nicht. Letzendlich können sie zb Depressionen abmildern, die FAs auslösen, dadurch hat man dann eventuell weniger FAs ...oder wenn die FAs z.T. durch Antriebslosigkeit kommen, gibt es Medis die den Antrieb etwas steigern. Es gibt kein Medi die von heut auf morgen etwas "weg machen" bei psych. Sachen. Bei einem Schmerzmittel ist ja der Schmerz erstmal weg, aber die Ursache des Schmerzes zb. ein Bandscheibenvorfall ist noch da.

Medis sind wie Therapie eine Hilfe. Eine Traumatherapie wegen zb. se**MB ist manchmal ohne Medis gar nicht möglich, um erstmal eine Grundstabilität zu kriegen.

Ich habe damals die Medis genommen, weil ich auch noch andere psych. Krankheiten hatte und gar nicht mehr aus dem Haus ging. Letzendlich aber haben sie bei mir immer eine psych. Krankheit gebessert, dafür aber eine andere eher gepuscht. Irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr auf das ewige auf und ab.

Das ist natürlich bei jedem anders - man darf keine Wunder erwarten, es dauert bis man das richtge Medi findet, es gibt manchmal einige Nws. Generell würde ich sagen, nie ADs ohne vorherige gründliche Information und kompetenten Arzt (selbst Hausärzte verschreiben mittlerweile starke Psychomedis wie zb das abhängig machende Tavor) und vor allem wird man nicht an Theras oder Klinik oder Tagesklinik und vor allem wie N811e einer riesigen Portion eigener Übung vorbeikommen.

Medis, Thera, SHg, Foren....dass alles sind Mörtel, Kelle, Backsteine, Hammer - aber das Haus bauen...das müssen wir alleine....


Leilah

23

Donnerstag, 8. April 2010, 08:50

Medis, Thera, SHg, Foren....dass alles sind Mörtel, Kelle, Backsteine, Hammer - aber das Haus bauen...das müssen wir alleine....


Besser kann man es vermutlich nicht ausdrücken! Schön geschrieben, Leilah :lovemore:

LuxLisbon

unregistriert

24

Donnerstag, 8. April 2010, 09:23

Danke für die lieben Antworten!

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich habe hier nicht nach
einem Wundermittel gefragt, dass schnibel die schnapp alle meine Probleme
wegzaubert. Das geht nicht und das weiß ich auch.

Dass man nicht darum herum kommt, sich all dem zu stellen,
nach Ursachen zu forschen und an sich selbst zu arbeiten, das ist mir wohl
bewusst.

Leider habe ich schon diverse Therapieversuche hinter mir
und mich nie richtig öffnen können. Ich denke, ich war einfach viel zu sehr
eingeschränkt, viel zu sehr ‚drin’ in der ganzen Materie, um überhaupt
Aufnahmebereit zu sein. Versteht ihr, was ich meine? Ich denke, ich habe
einfach den Wunsch nach einer vorübergehenden Gehhilfe, bis ich selbst wieder
mühsam lerne zu gehen. Dazu bin ich bereit. Aber manchmal… fehlt die Kraft. Ich
muss leider sagen, dass ich schon von Kindesbeinen an sehr unter mir und vor
allem meinen Gefühlen leide. Das ist mal mehr und mal weniger schlimm. Aber es
ist immer da. Dass das anstrengend ist, das muss ich euch nicht erst sagen. Das
wisst ihr selbst.

Auf jeden Fall wollte ich nicht den Eindruck erwecken, nach
einer ‚Wunderpille’ zu suchen. Glaubt mir bitte: Was in meiner Macht liegt, das
will ich tun. Aber manchmal denke ich doch, dass ich es mir vielleicht einfach
mal gönnen muss, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Bis ich überhaupt wieder die
Kraft habe, das alles zu packen. Vielleicht liegt darin eine Möglichkeit für
mich?

Vorübergehend habe ich einmal Mirtazapin genommen. Leider
mit immensen Nebenwirkungen und seitdem habe ich natürlich Angst, ‚es’ noch
einmal zu versuchen. Dabei war es vielleicht einfach nur nicht das richtige
Medikament?!

Lux

25

Donnerstag, 8. April 2010, 09:30

Das hört sich natürlich dann auch schon ganz anders an!

Ich denke mal, dass es vermutlich am besten ist, die Auswahl eines solchen Medikaments dem Arzt zu überlassen. Aber ich wünsche Dir, dass sich hier vielleicht noch einige Empfehlungen für Dich finden. Ich denke aber, dass vielleicht auch jeder anders auf die Mittel reagiert und was dem einen bekommt, muss für den anderen nicht gut sein, aber das siehst Du sicher genauso. Ich würde es aber an Deiner Stelle noch einmal versuchen. Die Pharmaindustrie ist ja doch schon sehr weit, vielleicht muss man ein wenig probieren, bis man dann das richtige Medikament findet...

26

Donnerstag, 8. April 2010, 09:44

also ich musste insg. 8 Ads ausprobieren, bis ich eins fand, was meine damaligen Probleme gut in den Griff bekam.

Das mit den Therapien kenn ich...meine ersten 2 Therapien waren im grunde nur gespräche über alltägliches...damals konnte und wollte (?) ich nicht drüber reden und hab auch die Therapeuten nicht für voll genommen irgendwie.

Irgendwann lag ich dann wirklich am Boden - und das meine ich nicht nur bildlich gesprochen. Erst in dem Klinikaufenthalt konnte ich mich dann wirklich fallen lassen..ich hatte gar keine kraft mehr, um irgendwas zu hinterfragen....

Ich hab damals als kind schon gedacht immer, dass ich "zu doof zum leben" bin - weil alltägliche sachen, die für jedes kind selbstverständlich waren, für mich was ganz anderes waren, ich mich oft vorkam wie ein alien von einem anderen planeten und auch meine eltern mir immer wieder zeigten, dass ich nicht "normal" sei. Mittlerweile weiss ich dass ich als kind schon psych. krank war; das hat mir irgendwie den druck genommen.


Leilah

LuxLisbon

unregistriert

27

Donnerstag, 8. April 2010, 09:50

Ich habe mich nicht ausreichend erklärt und damit natürlich
für Verwirrung gesorgt. Entschuldigt das bitte.





Mit einem Therapeuten kann ich die Thematik leider nicht
besprechen. Mein letzter Therapieversuch ist noch keine zwei Jahre her und ihr
wisst ja sicher, dass man nach Abschluss einer Therapie eine zweijährige Sperrfrist
bekommt. Mein Hausarzt ist allerdings außerordentlich firm in der Thematik. Er
weiß, dass ich Therapieversuche hinter mir habe. Allerdings weiß er nichts von
meiner Essstörung, weil bisher die Scham so groß war. Zudem ist das ein eher
neues Problem (jetzt ca. 3-4 Monate, schätze ich. Und zwar von heute auf
morgen, dafür aber in äußerst starker Ausprägung, soweit ich das beurteilen
kann.).





Es war daher eigentlich erst einmal eine allgemeine Frage,
ob hier jemand schon Erfahrungen gemacht und eventuell von Erfolgen berichten
kann. Es hat mich halt interessiert, ob es sogar Medikamente gibt, die eine
gewisse Indikation für diese Problematik haben. Aber das scheint ja nicht der
Fall zu sein?!





Lux

Miss Jim

unregistriert

28

Donnerstag, 3. Juni 2010, 10:30

Hallo

Das mit begleitender Therapie ect. stimmt natürlich...
Wenn du deinem Psychiater erzählst, dass du unter ES leidest, wird er dir sicher ein Medi verschreiben, welches die EA nicht noch fördern...
Ich selbst habe im bezug auf EAs mit dem fluoxetin gute Erfahrungen gemacht, jetzt im Sommer komm ich einfach mit den Nebenwirkungen nicht klar (starkes Schwitzen bei kleinster Anstrengung; und ich arbeite als Landwirtin...) Jetzt hab ich seit 2 Tagen auf Efexor (WS: Venlafaxin) umgestellt; einen Bericht dazu kann ich noch nicht abgeben, weil ich zur Zeit nur die Nebenwirkungen zu spüren bekomme (mein Chef hat mich nach Hause geschickt, weil er mir so nicht mehr zuschauen konnte)..

Zum Thema Therapie: ich glaube, es kommt gar nicht so stark auf die Therapieart an, sondern auf die therapeutin; mir zum Beispiel hat die Ernährungsberaterin mehr geholfen, als die Psychotherapeutin, einfach weil ich das Gefühl habe, sie sei auf der gelichen Wellenlänge wie ich und freut sich über meine Fortschritte etc. Darum gehe ich sehr gerne zu ihr, obwohl in Sachen Psychologie die Psychotherapeutin sicher mehr Fachwissen hätte, habe ich bis heute den Draht zu ihr nicht soo wirklich gefunden..

Wünsche alles Gute

Miss Jim

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29

Donnerstag, 3. Juni 2010, 14:23

Hatte jetzt endlich mal nach dem fluoxetin gegoogelt. Hatte jetzt so oft schon davon gelesen hier. Hm, klingt eigentlich ganz gut.
Eigentlich soll ich ja auch ein Antidepressivum nehmen. Und manchmal denke ich, dass ich mir das Leben damit schon leichter machen könnte.
Hatte aber immer irre Angst vor den Nebenwirkungen... Hab eh so eine Medikamentenangst.
Hmmm... naja mal sehn. Vielleicht probier ich das doch mal.
triv.

Miss Jim

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30

Donnerstag, 3. Juni 2010, 15:05

hallo Triv

Du bist mir sympathisch;) bin eigentlich auch gar nicht "Pro-Medis", aber als ich das Fluoxetin zu nehmen begann, war ich so down, dass ich glaubte, es wäre meine einzige Hoffnung... Weiss nicht, ob ich es ohne so gut geschafft hätte; wär wahrscheinlich viel härter gewesen und hätte mehr Therapiesitzungen evtl. Klinik gebraucht... Denke, aber fluoxetin ist eines der "leichteren" Sorte. Bei 10mg hatte ich zu beginn lediglich ein bisschen schwindel und übelkeit, Schweissausbrüche bekam ich bei 20mg, alle anderen Nebenwirkungen sind verschwunden. Auch über Überdosierungen musst du dir keinen Kopf zerbrechen; hatte mal nen kleinen"Knacks".... Was ich nun weiss, ist: Fluoxetin ist wirklich nicht sehr stark ;g)

Miss Jim

Roseanni

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31

Samstag, 8. Januar 2011, 18:01

Antidepressiva - Vorsicht Trigger

Ich komme jetzt ziemlich spät für das Thema, aber ich halte es für wichtig. Mir helfen die AD ( Zoloft und noch besser Trevilor) schon seit vielen Jahren sehr gut. Allerdings gehöre ich zu den Menschen, die sich selbst bei dieen modernen punktgenauen AD´s optisch durch die Einnahme und deren Folgen schon verändert haben. Plus 20 Kilo scheint mir so der Durchschnitt über die Jahre zu sein, den man dann eben so mit sich herumträgt. Aber deshalb wieder schwere Depris aushalten (wenn es überhaupt geht) - Nein.

Irgendeine

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32

Sonntag, 9. Januar 2011, 14:07

Ich komme noch viel später mit einer Reaktion...vielleicht auch mit einer, die hier nicht herpasst?! Falls erforderlich bitte verschieben!

Was mich bei alle dem immer wieder beschäftigt, wie macht ihr das bloß mit den Therapien und Medikamenten so im Alltagsleben??

Ich bin beruflich sehr stark eingespannt, mein Chef würde mir "was husten", wenn ich jetzt (selbst wo es mir wirklich nicht sonderlich gut geht und ich am liebsten gar nicht zur Arbeit gehen würde) sagen würde ich sei dann 'mal krank. Ich gehe in eine Therapie und komme vielleicht in 3 Monaten zurück.

Das ginge gar nicht, auch meine berufliche Stellung und mein Ansehene sehe ich in Gefahr, wie kann ich eine leitende Position ausfüllen, wenn ich eine psychische Störung offenbare. Das ist absolut undenkbar!!

Berufsbegleitend ist ebenso nicht möglich, ich bin täglich von 7:30/8:00 bis 19:00 unterwegs, wo sollte ich da noch Zeit für eine ambulante Therapie finden?

Vor gut einem Jahr hat meine Hausärztin mir 'mal so ein Phsychopharmaka gegeben, fragt mich nicht was, da kenne ich mich nicht aus. Auf jeden Fall war das in der Zeit, da ich mit einem Hörsturz krank geschrieben war (ging halt nicht anders). Da habe ich am Abend nur eine halbe Tablette genommen und war total "abgeschossen". Fühlte mich wie betrunken und völlig benebelt, hat bald den ganzen nächsten Tag gedauert, bis das Zeug wieder aus meinem Körper 'raus war.

Als ich ihr das erzählte und ihr sagte, so geht das nicht, so kann ich nicht arbeiten, meinte sie, das sei nur am Anfang so. Sie würde mich zwei Wochen krank schreiben und dann könne man das so "einstellen", dass ich zwar die erwünschte Wirkung, aber keine Nebenwirkung mehr hätte. Ich fragte sie, wie sie sich das vorstellen würde?? Ich soll mich zwei Wochen abmelden nur um mich an ein Medikament zu gewöhnen??? Wie soll ich das denn erklären?? Habe natürlich nie wieder irgendwas eingenommen, sowas ist einfach undiskutabel!!

Würde mich echt mal interessieren, wie ihr das so macht? Wie soll man das nur vereinbaren? Ich sehe da für mich gar keine Möglichkeit...
Wenn Du ein Gespenst siehst und davor wegläufst, verfolgt es Dich. Wenn Du aber darauf zugehst, verschwindet es. (aus Irland)

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Glück ist nichts Vorgefertigtes - es entsteht aus deinem eigenen Tun. (Dalai Lama)

lols

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33

Sonntag, 9. Januar 2011, 14:45

Ich weiß jetzt nicht in welchem Bereich Du arbeitest, aber was nützt eine Leitung, die irgendwann zusammenbricht?

Ich hatte in meiner Firma das Glück auf viel Verständnis zu stoßen,
ich habe natürlich nicht alles komplett offen gemacht, das geht keinen was an im Detail,
bei mir war es offiziell die Diagnose Burn out, was ja auch teilweise stimmte.
Aber alle körperlichen Beschwerden, sonstige psychische Probleme das habe ich alles für mich behalten.
Ich weiß nicht inwiefern sich das vielleicht auf meine "Karriere" ausgewirkt hat und noch auswirken wird, wenn es mal um eine leitende Position geht,
aber der Arbeitgeber muss das dann irgendwie organisieren (beim Hörsturz ging es doch auch).
Und wenn der Job so dermaßen auf die Gesundheit geht, dann ist doch auch die Frage, ob es der Job wert ist?!!!!!!!!
Auch ich musste mir diese Frage stellen und das war hammerhart, weil ich mich auch irgendwo über die Arbeit definiert habe und teilweise immer noch definiere.
Ich habe innerhalb der Firma meine Arbeitsinhalte ändern können und bin kürzer getreten. Vielleicht wirkt sich auch das negativ aus auf die Karriere, aber was nützt die tollste Karriere, wenn man sie...ich sags mal so hart...nicht überlebt oder das Leben einen kreuzunglücklich macht!

Ich wünsche Dir sehr, dass Du eine Lösung findest und aus diesem "Das ist undenkbar-Denken" rauskommen kannst!

LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

34

Sonntag, 9. Januar 2011, 14:46

Es geht

Hallo irgendeine,

es gibt unterschiedliche Depressiva. Warst du bei deiner Hausärztin ?
Ich war damals, weil ich total zusammengeklappt bin bei einer Psychaterin.
Dort bekamm ich zum ersten Mal dämpfende Mittel damit ich nachts wieder geschlafen habe.
Frühs hatte ich einen niedrigen Kreislauf und es war mir einwenig dusselig. Ich konnte jedoch
zu dieser Zeit nicht mehr arbeiten, weil ich nicht mehr geschlafen habe, mich nicht mehr konzentrieren
konnte und total kraftlos war. Essen und Schlafen war das Einzige.
Ich habe die Warnsignale meine Körpers immer auf die Seite geschoben, aber dann ging es nicht mehr.
Ist es vielleicht bei Dir so, dass die Meinung der Anderen wichtiger ist als deine eigene ?
Die Anforderungen egal welche - höher für dich einzustufen sind als deine eigenen?

Ich glaube es wird wohl bei dir auch soweit kommen das du kompl. zusammenbrichst und es dir egal
ist was die anderen sagen oder denken, weil du soweit gar nicht mehr denken kannst.
Bei meinem Arbeitgeber sind sehr viele durch Burn Out umgekippt wie die Fliegen. Sie arbeiteten und
arbeiteten. Das Ende vom Lied war das diese Manager nach ihrer Rückkehr in den Job sich einen anderen
Arbeitgeber gesucht haben, weil sie erkannt haben sie machen sich selber damit kaputt.
Ich war die erste im Vertrieb die zusammengeklappt ist und dann ging es Schlag auf Schlag. Es wird ziemlich
offen darüber geredet. Was uns nur alle verwundert ist das unsere Chefs so munter sind.
Vielleicht arbeiten diese wohl doch nicht soviel oder nehmen Medikamente bis zum Umfallen - aber was soll
das nützen ???
Ich würde einen Vorgesetzten der das selbe erlebt hat wie ich und dazu stehen kann mit sehr viel Respekt
begegnen. Er wäre ein Mensch für mich und kein "Gott". Wie soll eine Abteilung funktionieren, wenn sich keiner
traut ein Mensch zu sein, Gefühle zu haben, krank zu werden, Fehler zu machen ....

Überlege mal wäre es nicht besser für das Arbeitsklima einfach nur Mensch sein zu können. Respekt bekommt
man nicht dadurch das man glatt ist und immer arbeitet. Respekt bekommt man durch Mut, Persönlichkeit
und Rückgrat.
Das habe ich für mich mitgenommen aus meiner Krankheit.

Irgendeine

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35

Sonntag, 9. Januar 2011, 15:37

Lols und Carand - vielen Dank für die sehr zeitnahen Antworten.

Meinen Chefs und den allermeisten meiner Kollegen und Mitarbeitern geht es sehr gut. Scheinbar bin nur ich die diejenige, die mit dem Arbeitspensum oder dem Druck nicht zurecht kommt. Vieles ist wohl auf meine vielfältigen Probleme zurück zu führen, liegt also ganz allein an mir. Das kann ich nun wirklich nicht offenbaren, auch nicht, indem ich ein Burnout "vorschiebe".

Ich weiß doch auch, wie im Allgemeinen über kranke Arbeitnehmer bei uns geredet wird. Es wird kaum jemandem so etwas zugestanden und man hat ein schlechtes Gewissen, wenn man morgens anruft, weil man nicht kommen kann. Nach außen hin, wird einem natürlich alles Gute gewünscht, aber ingsgeheim lacht man denjenigen aus und hält ihn für einen Schwächling. Mein Chef redet ja z.B. auch abfällig darüber, wenn man Urlaub hat, ob das denn nun wieder sein müsse und ob man sich das überhaupt verdient hätte. Seiner Meinung nach natürlich nicht!

Ich kann da nicht ausfallen! Im letzten Jahr ging es irgendwie, weil sonst alle da waren, aktuell haben wir jedoch schon Krankheit und Urlaub, da kann ich es mir wirklich nicht leisten, meine Befindlichkeiten zu pflegen und auch noch zu Hause zu bleiben.

Natürlich wäre ich lieber Mensch, aber das ist nicht gefragt. Funktionieren ist angesagt. Eines ist ja auch ganz klar, mein Job hält mich ja auch "am Leben". Dadurch muss ich hoch, muss machen und habe ein Gerüst, an dem ich mich festhalten kann.

Und bei allem muss man ja auch eines sehen: ich bin allein und muß zudem meine Tochter mit durchbringen. Wenn ich also länger krank mache, hat das auch große finanzielle Einschnitte zur Folge, die ich mir gar nicht leisten kann. Meine Kosten laufen ja weiter, wie sollte ich die mit einem mickrigen Krankengeld bestreiten? Oder wie sollte ich meine Arbeitsinhalte, wie Du lols es beschrieben hast, ändern? Ich muss dieses Geld verdienen, da geht kein Weg daran vorbei. Ich würde natürlich super gerne etwas weniger arbeiten, aber weniger Geld geht nicht. Ich habe niemanden, der mir helfen würde.

Ich finde das alles sehr auswegslos - ich muss zusehen, dass ich wieder auf die Füße komme, wie auch immer. Schlapp machen gilt nicht. Irgendwie muss ich aus diesem Loch wieder rauskrabbeln...

Ich danke Euch, für Eure Zeit!
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zuckersuesse1975

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Sonntag, 9. Januar 2011, 16:39

liebe irgendeine,
arbeitest du im sozialen bereich?
liebe grüsse
c.
born to be.... sweet :eye:

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Dienstag, 11. Januar 2011, 15:53

Hallo Irgendeine,

ich kann dich sehr gut verstehen. Mir ging/geht es ähnlich. Wobei ich naütrlich nicht den zusätzlichen Druck habe eine Tochter mit großzuziehen.
Die letzten Wochen habe ich sehr viel über die eigene Toleranz, Stolz, Außenwirkung usw. nachgedacht. Auch wenn ich das, was ich gleich schreiben werde, selber nicht anwenden kann, wäre es vielleicht gut darüber nachzudenken.

Schreib dir alles positive und negative auf was es an deinem Job gibt. Das Gehalt, Wochenstunden, Verhalten mit Kollegen und Chef usw. usw. Dann stell die gleiche Liste von einem ganz anderen Job her der von deinem Ansehen her schlechter ist. Im Klaren du bist z.B. Anwaltsgehilfin dann mach eine Liste für eine Klofrau, vielleicht auch etwas realistischer als Angestellte in einem kleinen Büro, Kassiererin, Kartenabreiser usw.

Schau dir an wie dein Leben aktuell läuft und dann überleg dir wie dein Tagesablauf dein Befinden sich ändern würde wenn du kündigen würdest und in einen neuen Job wechselst.

Spiel das Spiel ruhig öfters durch. Denk dran: Du allein kannst dein Leben ändern. Die Entscheidung muss von dir alleine kommen. Welche du triffst ist ganz allein von dir abhängig.

Auch wenn das Ansehen von Anderen für dich evtl. fallen wird. Wenn du damit glücklicher bist und du trotzdem weiterhin dein Leben mit deiner Tochter führen kannst, sollte dich dein eigener Stolz nicht davon abhalten den Umschwung zu beginnen.

Das ist nur ein kleiner Teil meiner Überlegungen. Vielleicht hab ich auch wieder zu verwirrend geschrieben. Dann entschuldige ich mich vorab schon einmal dafür.

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen das du die Kraft hast deine Entscheidungen für dich zu treffen.

Grüße,
Quenn888
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(Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht)

Irgendeine

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38

Dienstag, 11. Januar 2011, 18:49

@ Quenn

Kann Deine Überlegungen schon verstehen, habe mir das ja auch schon 'mal überlegt. Was soll ich mit all dem Geld, wenn ich unglücklich bin? Problem nur: so viel ist "all das Geld" nicht, dass ich nun Einbußen problemlos verkraften könnte. Wäre ich mit Partner, sähe es natürlich anders aus, aber ist nun 'mal nicht.

Außerdem denke ich, ich nehme mich letztlich überall hin mit. Die Euphorie, die durch einen Arbeitsplatzwechsel oder auch durch weniger Verantwortungsdruck aufkommen würde, ist nach einer gewissen Zeit auch verflogen. Und dann geht es mir schlecht UND ich habe einen Job, der mir weniger Geld und "Ansehen" bringt. Ich bin mir nicht so sicher, ob die Kombination dann besser ist, als das, was ich jetzt habe.

Wichtig wäre es eher, mich zu verändern, als mein Umfeld.

@zuckersuesse

Im weiteren Sinne arbeite ich in einem sozialen Bereich - fällt auf, mh?!
Wenn Du ein Gespenst siehst und davor wegläufst, verfolgt es Dich. Wenn Du aber darauf zugehst, verschwindet es. (aus Irland)

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Tobias

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Freitag, 14. Januar 2011, 19:29

Hallo Irgendeine,

ich möchte nochmal auf das Thema "Medikament" zurück kommen. Was mir geholfen hat, war erstmal zu gucken was ich für eine Depression habe. Was ich selber lange Zeit nicht gewusst habe, was das es recht viele und unterschiedliche Formen der Depressionen gibt. Ich habe mich dann in das Thema eingelesen, mich selber eingeordnet und mir eine Rückmeldung vom Arzt geholt. Und ich bin bis sehr gut damit gefahren. Ich denke das es einfacher ist, sich mit dem Arzt über eine Depression zu unterhalten und zu fragen in welchen Bereichen das Medikament wirkt.

gucke ma hier Welche Arten von Depression gibt es?
treue, auch mir selbst gegenüber.

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Samstag, 15. Januar 2011, 15:18

Danke für den Link Tobi.
Wusste ich auch garnicht, dass es so viele verschiedene Arten gibt...

triv.