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Tobias

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1

Sonntag, 21. Dezember 2008, 17:07

Betreff Feed: Depressionen: Zurück ins Leben

Betreff Feed: Depressionen: Zurück ins Leben

ich habe da noch was interessantes zum Thema Depression gefunden .... im Betreff den Link anklicken

Lg Tobit
treue, auch mir selbst gegenüber.

2

Montag, 22. Dezember 2008, 07:57

Lieber Tobit,

ich habe mir letzte oder vorletzte Woche extra den Stern wegen dieses Artikels gekauft, und war enttäuscht. Er bringt NICHTS Neues, sondern verpackt alten Schmarrn in ein neues Gewand.

Da ich selbst seit fast 50 Jahren depressionskrank bin, kenne ich die Phasen der Entwicklung der Depressionstherapien recht gut. Zur Zeit meiner ersten Therapie (um 1970/75) war es regelrecht BÄÄÄÄH, auch nur an Medikamente zu denken. Man quälte sich lieber jahrelang durch mehr oder weniger sinnvolle oder hilfreiche Therapien als beides zu kombinieren.

Seit Ende der 80er und in den 90er Jahren dann waren plötzlich wieder Medikamente "das einzige Wahre". Ich erinnere mich an Berichte (u.a. im Stern!), in denen geschrieben wurde, dass Therapie nichts taugt, weil alles "Gehirn" sei und nur Medikamente helfen.

Mittlerweile dreht sich die Fahne wieder und Medikamente werden ZUMINDEST IN DEN SCHLAGZEILEN angezweifelt. Wenn man diese Art Artikel aber zuende liest, findet man dort IMMER auch den Hinweis, dass bei SCHWEREN Depressionen nicht auf Medikamente verzichtet werden soll und darf.

Ich verstehe es nicht, warum die Medien ständig ein Entweder-Oder predigen. Meiner Meinung ist der richtige Weg ein Sowohl-Als-auch. In jedem Fall gehört Psychotherapie dazu. Aber oft sind auch Medikamente nötig, zunächst einmal Johanniskraut (das bei leichten und mittelschweren Depressionen in vielen Fällen ausreicht und hilft), und wenn das nichts nutzt, sollte auch an chemische Medikamente gedacht werden, wobei immer mit der niedrigmöglichsten Dosis begonnen werden muss.

Dennoch danke für den Link. Man sollten diesen Text aber wirklich kritisch lesen.

Liebe Grüsse

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Tobias

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3

Montag, 22. Dezember 2008, 18:09


ich habe mir letzte oder vorletzte Woche extra den Stern wegen dieses Artikels gekauft, und war enttäuscht. Er bringt NICHTS Neues, sondern verpackt alten Schmarrn in ein neues Gewand.
das ist sehr schade ...leider habe ich da nicht ehrfahrungswerte
ich denke um so mehr ist die kritsche auseinandersetzung mit dem thema
und mit dem artikel wichtig ..

ich bin gespannt wie andere hier im forum urteilen
den stern habe ich mir heute auch zugelegt

Lg Tobi
treue, auch mir selbst gegenüber.

4

Montag, 22. Dezember 2008, 19:09

Hallo,

ich hab den Artikel online gelesen (danke Tobi). Leider hab ich die Erfahrung gemacht, dass je nach "Stimmung" (und da stimme ich Petrus voll und ganz zu) die Mediziner entweder äußerst freigiebig mit oder radikal gegen Psychopharmaka waren. Diese Trends findet man in der Medizin sehr häufig, das ist leider nichts Neues.

Ich persönlich denke dass bei leichten oder mittelschweren Depressionen immer zuerst eine Behandlung ohne Medikamente versucht werden sollte (ICH würde mir auf keinen Fall gleich Psychopharmaka verschreiben lassen). Die Psychotherapie halte ich dabei für äußerst wichtig. Bei schweren Depressionen ist das sicherlich anders. Das kann ich aus eigener Erfahrung (zum Glück) nicht beurteilen.

Wichtig ist meiner Meinung nach die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema - da stimme ich Tobi voll zu.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

5

Samstag, 31. Januar 2009, 18:53

Soweit ich weiss sind die modernen Psychopharmaka deutlich "treffsicherer" als die der 80er Jahre, haben sehr viel weniger bzw. kaum noch unerwünschte Nebenwirkungen. (Dazu hatte ich bei einem Kölner Arzt 1990 mal eine sehr zweifelhafte Erfahrung mit einem Medikament namens Lexotanil gemacht - jede Menge Nebenwirkungen bis hin zur Abhängigkeit :ihgitt: .)

Wie bei vielen anderen Themen finde ich auch hier, dass stets der Einzelfall gesehen werden muss. Ein Husten lässt sich mit homöopathischen oder sog. Haus-Mitteln behandeln. Stellt sich jedoch heraus dass es sich um eine Lungenentzündung handelt, kommt man um ein Antibiotikum nicht herum. Und so sehe ich das zum Thema "Psychopharmakon, ja oder nein" auch.

Zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema finde ich ebenfalls wichtig zu schauen, wer schreibt, was ich dazu lese und auf wessen Lohnliste der steht. Jedes Medium verfolgt ja auch ein Eigeninteresse - Auflage, Quote, Werbekunden usw..

Leseratte

unregistriert

6

Mittwoch, 11. Februar 2009, 10:23

Ich stamme aus einer vorgeschädigten Familie mit einigen schweren Fällen von Depressionen. Nach der Geburt meiner Tochter hat es auch bei mir angefangen, und ich habe mich 2 Jahre lang schrecklich herumgequält. Ich habe Johanniskraut genommen (so viel, dass ich keine 5 Minuten in die Sonne gehen konnte, ohne einen Sonnenbrand zu kriegen),eine Psychotherapie gemacht, Entspannungsübungen gelernt und mir täglich 10 Mal gesagt, dass ich mich gefälligst nicht so anstellen soll.
Irgendwann fing ich an, an meinem Verstand zu zweifeln, und bin zu einem Psychiater gegangen. Der hat ein langes Gespräch mit mit geführt und kam dann zu der Annahme, dass es sich um eine endogene Depression handeln könnte. Er verschrieb mit ein SSRI, Tagonis, und ungefähr 4 Wochen später war ich ein anderer Mensch (bzw. der, der ich vor der Depression war). Ich nehme noch heute Paroxetin.
Ich bin im Nachhinein immer noch wütend über die Ärzte, die nicht die geringste Ahnung vom Krankheitsbild der Depression hatten, sich aber anmaßten, es zu behandeln.
Die gerade wieder aufgekommene Diskussion über Zweck und Schaden dieser Medikamente betrachte ich mit Argwohn. Angesichts der Tatsache, dass die Mittel nur dann überhaupt eine Wirkung zeigen, wenn die Neurotransmitter aus dem Lot geraten sind, sind viele der aufgestellten Behauptungen schlicht falsch.
Lily, ich stimme dir zu, dass man genau hinsehen muss, wer da gerade argumentiert, und wozu.
Interessant finde ich den Zusammenhang zwischen Depressionen und Eßstörungen. Darüber habe ich mir noch gar nicht so viele Gedanken gemacht.

Liebe Grüße von

Leseratte

rotezora

unregistriert

7

Mittwoch, 11. Februar 2009, 20:22

Ich habe auch seit Jahren mit Depressionen zu kämpfen. Aufgrund meiner traumatischen Vergangenheit. Zeitweise und nach mehreren langen schlechten Phasen, glaubte ich es geschafft zu haben. Dann kam kam vor vier Jahren der große Zusammenbruch und ich habe mich sehr lange mit schweren Depressionen herum gequält. Bin tagelang nicht mehr aufgestanden ...

... irgendwann habe ich den Weg zum Arzt geschafft. Seit dem habe ich viele, viele Medis ausprobiert und 40 kg zugenommen. Die Medikamente waren ausschließlich SSRI. Von denen nimmt man "angeblich" nicht zu. Ich denke bei mir ist es die fiese Mischung aus ES und Medis.

Ich nehme immer noch Medis und habe trotzdem schwere Tiefs. Aber ich glaube die Tiefs kommen vielmehr von der Zunahme und der Scham. Ich fühle mich ziemlich allein gelassen von den Schulmedizinern. Alles ist so tablettenfixiert: man muss nur die richtige Dosis finden ...

Gehe jetzt zu OA. die Gruppe wird von einer Heilpraktikerin geleitet und ich hoffe, dass ich dort mit Leib und Seele heilen kann. Das ist das was ich mir wünsche.

Beste Grüße

rotezora