Ich habe die Doku gesehen und bin etwas zwiegespalten. Was ich gut fand, war der ein oder andere Kommentar, von wegen dass die sehr dünnen Mädels sie angemacht haben, warum sie denn überhaupt in der Klinik sei und dass sie selbst gesagt hat, dass es für sie schlimm ist, zusammen mit anorektischen Mädels am Tisch sitzen zu müssen.
Verwundert bis geärgert hat mich, dass wieder mal der Eindruck entsteht, man müsse nur eine
Therapie machen (dafür auch durchaus mehrfach in eine Klinik gehen) und dann wird alles wieder gut. Ich habe niemals eine Klinik erlebt, in der so fürsorglich mit mir umgegangen wäre. Meine Essproblematik wurde jedes Mal verschlimmert an den sogenannten Esslerntischen und Alternativen gab es nicht. Ich habe nur die furchtbaren Gruppenstunden kennen gelernt, bis auf 10 Minuten pro Woche Einzelgespräch,... Und schon allein der Kampf, überhaupt in eine Klinik zu dürfen. Auch von wegen mehreren Klinikaufenthalten, Wiederaufnahmetermin, ambulante
Therapie, alles nicht so einfach. Dazu muss man wissen, dass die junge Frau in dem Film Studentin ist und sich auch mehrere Tage einschließt. Wer kann das schon, der sich um eine Familie und seinen Lebensunterhalt kümmern muss. Auch die Familie unterstützt sie sehr. Tabletten sind auch ein Thema, sie wird damit wohl sehr stabilisiert. Sie fordert viel Unterstützung, Hilfe und Fürsorge ein, was - wie ich schon lange und immer wieder beobachte - bei BEDlern, vor allem Übergewichtigen nicht funktioniert. Das wird nicht in gleicher Weise ernst genommen. Im Film geht es hauptsächlich darum, erwachsen und selbstverantwortlich zu werden und während des gezeigten Klinikaufenthaltes hat sie wohl einige Erkenntnisse, die aus dem Lehrbuch stammen.
Wie schon gesagt, ich bin zwiegespalten. Manche Aussage fand ich gut, aber es hat vieles, das vereinfacht wird, oder auf die BED-Störung, bzw. die Problematik mit Übergewicht nicht zutrifft.
Rubi