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[Politik] Hartz4

21

Samstag, 13. März 2010, 10:13

ich bekomme schon seit jahren erst arbeitslosenhilfe und jetzt ALG2.
seit 2 jahren habe ich mich damit arrangiert, das ich nicht auf dem 1.Arbeitsmarkt unterkommen werde, dazu haben sich Phasen der Depression und der ESstörung zu stark ausgewirkt.
Und mal ehrlich, ich will auch gar nicht mehr. Die Kälte und die Ausnutzung des menschlichen Kapitals sind immer schlimmer geworden.
Es gibt mittlerweile Jobs in denen du 5 euro brutto bekommst und weniger und auf ergänzende Leistungen angewiesen bist.
Da kann Herr Westerwelle doch gar nicht mitreden.
Ich würde gern in meinem erlernten Beruf als Bürokauffrau arbeiten, aber ich möchte auch für das was ich leiste wertgeschätzt werden , psychisch und finanziell, und nicht für jedes angeschnauzt und mit Kündigung bedroht werden.

Ich mag das Leben so wie es jetzt ist, eigentlich sehr. Diese starken Tiefen habe ich nicht mehr, oder ich komme, wenn ich sie habe, wieder schneller raus. Meine seelische Stabilität ist mir mittlerweile wichtiger, als mich wegen des Titels Sozialschmarotzer schlecht zu fühlen.

Man kann für sich und die Gesellschaft auch von Nutzen sein, wenn man sich irgendwo engagiert. Man muss nicht immer sein Selbstwert an dem festmachen, was man verdient.

Ich bin auch für das bedingungslose Einkommen.

Katja

Malin

Profi

Beiträge: 826

Wohnort: Bremen

Beruf: Erzieherin

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22

Samstag, 13. März 2010, 10:37

Hallo Katja,
ich selbst habe ca 30 jahre sehr gern und engagiert im soz. bereich, zuletzt jugendhilfe , gearbeitet. Auch nach der MS diagnose tapfer weiter, bis ich dann völlig augebrannt bin und zum 2. mal meinen job verloren habe. Ich habe mich sehr damit auseinandergesetz, in harz 4 zu fallen, grad zu der zeit der hetzreden von herrn westerwelle. Nun hatte ich glück und bin berentet seit neuestem wegen der ms . Aber eben grad um harz 4 herumgekommen. Am übelsten fand ich die vorstellung innerhalb eines jahres mit all dem was ich geleistet habe gleichgestellt zu werden mit menschen, die garnichts eingezahlt hatten.
Nun als frischgebackene rentnerin mache ich hausaufgabenhilfe und ehrenamtliche betreuung , und ich bin so froh, dass der druck weg ist. Denn ich habe es auch so empfunden, dass der kampf auf und um den arbeitsmarkt immer härter wird, immer mehr engagement, fortbildungen, ect. Für immer weniger geld. Meine Nachfolgerin in der jugendhilfe bekommt für die gleiche arbeit 300 euro weniger...
Malin

23

Samstag, 13. März 2010, 20:43

Denn ich habe es auch so empfunden, dass der kampf auf und um den arbeitsmarkt immer härter wird, immer mehr engagement, fortbildungen, ect. Für immer weniger geld. Meine Nachfolgerin in der jugendhilfe bekommt für die gleiche arbeit 300 euro weniger...

Genau das, also wer da noch seelisch stabil bleibt, muss selbst ein Kotzbrocken sein, soviele Menschen gehen dabei unter, grad die, die sich schwer damit tun, Sozialleistungen zu bekommen.
Das es immer die gibt, die noch nie gearbeitet haben und die denken, es steht ihnen zu, die sich für niemanden engagieren und immer nur fordern, die kann ich auch nicht ausstehen, aber das sind die, die immer gern bereit sind, ihre Meinung in die Welt zu posaunen.
Zum Glück gibt es auch wertschätzenden Journalismus und Menschen, die gefragt werden, die nicht so unsozial veranlagt sind.

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