Der Thread ist zwar schon etwas älter, aber ich fand das Thema so spannend, dass ich es mir grad komplett einmal durchgelesen hab und jetzt auch was dazu schrwiben will :-)
Wie hier ja schon von vielen festgestellt wurde, ist "Kirche" ein nicht ganz unproblematisches Thema, und genauso hab ich es auch erfahren.
Ich bin katholisch geboren, auch streng katholisch erzogen worden, die sonntäglichen Kirchenbesuche waren Pflicht. Selbst wenn ich morgens mit Freunden was unternehmen wollte, hat mein Vater mich Abends noch in eine Kirche gefahren, in der ich dann alleine in der Messe saß...
Kommunion war noch ganz toll, dann war ich 8 Jahre Messdiener, hab zum Schluss auch 3 Jahre lang die Gruppe geleitet und dort erstmals erfahren, dass Machtstreben, Hinterlistigkeit und Verlogenheit auch und gerade in der Kirche verbreitet ist.
Mit 17 war dann Schluss, seitdem bin ich fast nie wieder zur Kirche gegangen.
Letztes Jahr Weihnachten war ich meinen Eltern zuliebe nach Jahren mal wieder mit. EIn komisches Gefühl, ich hab mich irgendwie "zu Hause" gefühlt.... Was mich trotzdem nicht dazu veranlasst hat, nochmal hinzugehen, denn ich halte von der Institution Kirche - und generell von jeder Form organisierter Religion - gar nichts. Nächstenliebe und Machtgeilheit passt für mich nicht zusammen.
Zwischendurch hab ich mich mit vielem beschäftigt, mit Wicca (zu Emanzenhaft), hab die satanische Bibel von LaVey gelesen (vom GRUNDansatz nicht schlecht, aber der Mann hat eindeutig zu viele Denkfehler und ist mir auch ein ganz großes Stück zu naiv und kindisch), hab mir den Schamanismus angeschaut (bin ich wahrscheinlich nicht öko genug zu, aber auch einige ganz interessante Denkweisen) und hab dann irgendwann festgestellt, dass nichts, was schon niedergeschrieben ist, zu mir passt.
Grob gesagt könnte man mein religiöses Bild wohl als polytheistisch bezeichnen, wobei der theos da auch nicht so ganz reinpasst. Ich glaube an verschiedene natürliche Kräfte.
Ich glaube an Wiedergeburt.
Und daran, dass nichts ohne Grund geschieht. Dass so ein deterministisches Weltbild nicht ganz unproblematisch ist, weiß ich, und ich hab auch noch nicht rausgefunden, wie man Schicksal mit menschlicher Verantwortung vereinbaren kann, aber ich bin ja noch auf der Suche
Nichtsdestotrotz finde ich die historischen, kulturellen und soziologischen Aspekte des Christentums sehr interessant und möchte, sollte ich das zeitlich packen, auch neben meinem eigentlichen Studiengang kath. Theologie und Philosophie studieren, einfach nur aus Interesse, nicht, weil ich beruflich später damit was anfangen möchte (was sowieso schwierig werden dürfte ;-) )
Hui, ist das lang geworden, das war gar nicht geplant
Aber ich sagte ja, interessantes Thema