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Petrus

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41

Freitag, 23. April 2010, 12:47

Liebe Sonja,

ja, das ist richtig. Einerseits.

Aber ich habe andererseits mehrere Bekannte und sogar zwei, drei Freunde, die höllisch darunter leiden, unter der Schuld der Kirche, aber auch unter dem drohenden Zusammenbruch dieses ganzen Gefüges. Bei einem von ihnen weiss ich z.B., dass ihn das Ganze so fertig macht, dass er schon an Suizid gedacht hat. Kirche war und ist sein Lebensinhalt, obwohl er nicht Priester ist, aber für ihn ist Kirche wohl eine Art "Lebensodem" (ich kann das schwer erklären. Aber ich weiss halt, dass es viele solcher Menschen gibt, denen zerbröselt jetzt ihr Lebenssinn, da ist jeder Kirchenaustritt ein richtiger schlimmer Schmerz)...

Liebe Grüsse

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Kikimora

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42

Samstag, 8. Mai 2010, 11:41

Hallo zusammen,

das ist ein richtig spannendes Thema für mich, denn ich stamme väterlicherseits aus einer sehr frommen Familie.

Mein Gott heute ist keine männliche Person irgendwo da oben, sondern es ist die Gesamtheit des Bewusstseins, welches die Welt erschaffen hat, erhält und zerstört, der Große Geist oder das Große Geheimnis, und ich bin ein Teil davon, nicht mehr und nicht weniger. So oder so ähnlich verstehe ich auch die Aussagen des Christus, wenn er sich als Gottes Sohn bezeichnet oder uns als Kinder Gottes.

Grüße, Kikimora

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kikimora« (27. Mai 2010, 07:54)


Karo48

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43

Samstag, 8. Mai 2010, 11:59

Mein Gott ist keine männliche Person irgendwo da oben, sondern es ist die Gesamtheit des Bewusstseins, welches die Welt erschaffen hat, erhält und zerstört, der Große Geist oder das Große Geheimnis, und ich bin ein Teil davon, nicht mehr und nicht weniger. So oder so ähnlich verstehe ich auch die Aussagen das Christus, wenn er sich als Gottes Sohn bezeichnet oder uns als Kinder Gottes.


hallo kikimora, finde ich sehr spannend, wenn du magst erzähl doch bitte mehr darüber, kannst mir auch gern ne message schreiben.

katja

Kikimora

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44

Sonntag, 9. Mai 2010, 08:00

Hallo Katja,
ich habe es so gemacht, wie es viele Leute heutzutage tun. Ich habe mir ein Bild der Existenz zurechtgebastelt aus allem, was ich in meinem Leben erfahren habe, und was mir nicht völlig hergeholt erschien. Ua. aus meinen christlichen Wurzeln, anderen existierenden Religionen, aus Büchern, eigenen Erlebnissen, und auch aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und Theorien zb. der Quantenphysik, oder der Hirn- und Bewusstseinsforschung.
Ich finde das alles sehr spannend, aber es bedeutet nicht, dass dieses Bild nicht auch noch veränderbar wäre. Ich habe einfach immer schon das Bedürfnis gehabt, mir die Welt zu erklären, bin aber gleichzeitig offen für Neues.
Grüße Kikimora

Phoenix

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45

Freitag, 9. Juli 2010, 18:15

Der Thread ist zwar schon etwas älter, aber ich fand das Thema so spannend, dass ich es mir grad komplett einmal durchgelesen hab und jetzt auch was dazu schrwiben will :-)

Wie hier ja schon von vielen festgestellt wurde, ist "Kirche" ein nicht ganz unproblematisches Thema, und genauso hab ich es auch erfahren.
Ich bin katholisch geboren, auch streng katholisch erzogen worden, die sonntäglichen Kirchenbesuche waren Pflicht. Selbst wenn ich morgens mit Freunden was unternehmen wollte, hat mein Vater mich Abends noch in eine Kirche gefahren, in der ich dann alleine in der Messe saß...
Kommunion war noch ganz toll, dann war ich 8 Jahre Messdiener, hab zum Schluss auch 3 Jahre lang die Gruppe geleitet und dort erstmals erfahren, dass Machtstreben, Hinterlistigkeit und Verlogenheit auch und gerade in der Kirche verbreitet ist.
Mit 17 war dann Schluss, seitdem bin ich fast nie wieder zur Kirche gegangen.

Letztes Jahr Weihnachten war ich meinen Eltern zuliebe nach Jahren mal wieder mit. EIn komisches Gefühl, ich hab mich irgendwie "zu Hause" gefühlt.... Was mich trotzdem nicht dazu veranlasst hat, nochmal hinzugehen, denn ich halte von der Institution Kirche - und generell von jeder Form organisierter Religion - gar nichts. Nächstenliebe und Machtgeilheit passt für mich nicht zusammen.

Zwischendurch hab ich mich mit vielem beschäftigt, mit Wicca (zu Emanzenhaft), hab die satanische Bibel von LaVey gelesen (vom GRUNDansatz nicht schlecht, aber der Mann hat eindeutig zu viele Denkfehler und ist mir auch ein ganz großes Stück zu naiv und kindisch), hab mir den Schamanismus angeschaut (bin ich wahrscheinlich nicht öko genug zu, aber auch einige ganz interessante Denkweisen) und hab dann irgendwann festgestellt, dass nichts, was schon niedergeschrieben ist, zu mir passt.

Grob gesagt könnte man mein religiöses Bild wohl als polytheistisch bezeichnen, wobei der theos da auch nicht so ganz reinpasst. Ich glaube an verschiedene natürliche Kräfte.
Ich glaube an Wiedergeburt.
Und daran, dass nichts ohne Grund geschieht. Dass so ein deterministisches Weltbild nicht ganz unproblematisch ist, weiß ich, und ich hab auch noch nicht rausgefunden, wie man Schicksal mit menschlicher Verantwortung vereinbaren kann, aber ich bin ja noch auf der Suche ;)

Nichtsdestotrotz finde ich die historischen, kulturellen und soziologischen Aspekte des Christentums sehr interessant und möchte, sollte ich das zeitlich packen, auch neben meinem eigentlichen Studiengang kath. Theologie und Philosophie studieren, einfach nur aus Interesse, nicht, weil ich beruflich später damit was anfangen möchte (was sowieso schwierig werden dürfte ;-) )


Hui, ist das lang geworden, das war gar nicht geplant ;)
Aber ich sagte ja, interessantes Thema :)

Petrus

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46

Samstag, 10. Juli 2010, 14:12

Hallo, Phoenix,

danke für Deinen interessanten Beitrag. Ich freue mich immer sehr, wenn dieser Thread "hervorgeholt" wird, denn mir liegt sehr viel an dem Thema. Bei mir tut sich auch nach wie vor etwas, ich umkreise seit einiger Zeit wieder "meinen" früheren Standort, den Buddhismus, aber ich kann (noch) nicht sagen, dass ich bereits (wieder) Buddhist bin. Vielleicht ist ja mein Ort gerade das "Nicht-Eindeutige", das Fragwürdige, das Unsichere. Mal schauen, was noch kommt...

Lieben Gruss!

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

47

Dienstag, 30. November 2010, 09:57

Ich bin bekennender und überzeugter Protestant mit Einschlag aus dem Shamananentum/Naturglauben und der Suche des Bidismuss nach dem inneren Frieden,
an Mutter Natur und allen ihren Geschöpfen.Schon am Anfang der Bibel steht geschrieben das uns Gott dies alles anvertraut damit wir darüber wachen und so meine interpretation vernünftig umgehen.

Ich galube an Gott und das Jesus ein Prophet war. Ich glaube aber nicht daran das die Kirche uns Menschen beherschen darf.
Ich glaube auch daran das Religion einem Wandel unterzogen werden muß. Wir rücken alle auf der Welt zusammen und es ist denke ich zumindest an der Zeit auch
da neue Wege zu gehen. Ich glaube auch daran das weise Männer den Zeitgeist in ihren Schriften niedergelegt haben und wir dies niemals vergessen sollten ... auch nicht
dies in unsere jeweilige Zeit zu übertragen. Die Denkweise der Menschen und die Werte haben sich immer wieder verändert. Das einzige was leider sehr häufig
geblieben ist die Einschränkung des Geistes und die Angst davor das Veränderungen auch Machtverlust bedeuten. Glauben sollte Halt geben, doch dazu muß man nicht
an antiquierten Ansichten festhalten.

Schade finde ich das muslimische Gläubige, Juden und Christen (alle Konfessionen die dazu zählen) ewig im Klinsch liegen obwohl wir doch alle an den einen
Gott glauben. Der Unterschied liegt doch (einfach ausgedrückt) nur darin welchen Propheten wir foglen oder auch nicht.

Ich für meinen Teil freue mich das ich den Glauben während mein Konferzeit gefunden habe (ich stehe dazu das ich das Geld gerne genommen habe und dies heute als
Brauch ansehe, so wie man Weihnachten ja auch Geschenke bekommt, verschenkt und der religiöse Hintergrund doch etwas auf der Strecke bleibt).

Mei Glaube gibt mir auch viel Kraft vieles an Schicksalsschlägen zu erdulden was ich hinnehmen muß und nicht ändern kann. Allerdings bin ich eher nicht der
klassische Kirchengänger (ka wann ich das letzte mal dort war, evtl. schaffe ich es ja dies Jahr Weihnachten hinzugehen) und habe es mit den Obrigkeiten
eher nicht so. Aber die Kirche macht auch viel Gutes und deshalb zahle ich brav meine Kirchensteuer. Meine kirche in die ich immer gehe ist die Natur, am meisten
spühre ich Gottes Gegenwart wenn ich mit meinen Hunden im Wald bin, mich irgendwo ruhig hinsetze und Mutternatur in mich aufnehme. Dann entspanne
ich total. An Tagen wo es mir seelisch ganz schlecht gegangen ist und dunkle Gedanken mich begleitet haben habe ich mit meinen Händen einen kräftigen Baum umschlossen, mich gehen gelassen und gespührt, gefühlt und gesehen wie der Baum die negativ Gedanken aufgenommen und mich davon befreit hat. Er hat mich sozusagen etwas geheilt.

Glauben kann etwas wunderbares aber auch etwas zerstörerisches sein. Ich hoffe das hierüber eines Tages die Menschheit sich gemeinsam finden und vereinen wird
und dann auch wieder, sofern es nicht zu spät ist, die wahre Schönheit und Wichtigkeit der Natur um sie herum erkennen kann.

Malin

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48

Dienstag, 30. November 2010, 11:25

Spannendes thema....
ich beschäftige mich derzeit mit reiki und pranaheilung und habe bei diesen interessanten ansätzen gedacht, dass es so etwas doch auch in der christlichen kultur geben müsste, da kenne ich jedoch nur so etwas wie fürbitte oder gesundbeten.....Ich habe mir grad die neue genfer übersetzung des neuen testamentes angeschafft, dort stehen immer mehrere übersetzungen mit anmerkungen und es ist platz für eigene bemerkungen. Mal sehen, ob ich etwas neues für mich entdecke- kennt von euch jemand reiki, prana heilung ect., oder hat erfahrung damit? Gibt es so etwas entsprechendes wie christliches heilen? Christus selbst war ja ein heiler....!
Habt ihr gedanken, erfahrungen dazu?
Liebe Grüße
Malin

49

Dienstag, 30. November 2010, 14:49

Hallo Malin,

mit Reki habe ich selber Erfahrungen gemacht und kann nur sagen das das eine tolle Sache ist. Hilft bei Mensch und Tier. Ich würde das so "simpel" interpretieren
wie das man die Energien die einen umgeben und durchdringen bündeln und lenken kann. Man merkt richtig wie es unter der "Hand" dann warm wird (liegt nicht ganz auf der Stelle auf). Im Christentum gibt es sowas ähnliches das nennt sich Handauflegung, sonst fällt mir da auch nicht mehr ein. Das machen Eltern schon seit ewigen Zeiten mit ihren Kindern wenn diese z. B. Bauchweh haben und mit der Hand darüber streicheln. In vielen Fällen wird es dann besser.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht das Tiere sowas wie Reki auch können. Ich habe das bei mir beobachtet wenn ich ganz schlecht drauf bin das dann eines meiner Tiere meine Nähe sucht und mich dann putzt (Katze) oder sich ganz nach an mich legt und die Wärme dann beruhigend und entspannend auf mich wirkt. Ich denke mal das
Problem im Christentum ist das die Kirche sowas verteufelte und verfolgte, wie ja fast auch alles andere was Mutter Natur uns, wie z. B. Heilkräuter, zu geben hatte. Kam alles vom Teufel ....... die Ablassbriefe und ähnliches auch??? Ja, ich oute mich, ich bin kein Freund der katholischen Kirche und besonders nicht ihrer Sicht der Dinge des Lebens, aber jedem das Seine :smile_1: . Man denke nur an die Zeit der Hexenverfolgung. Vieles an Wissen über die Kräfte von Mutter Natur sind auf ewig verschollen. Natürlich sollte mam aufpassen, es gibt viele schwarze Lämmer die nur versuchen andere abzuzocken. Ich versuche auf meinen Bauch(sozusagen die innere Stimme) zu hören und danach zu handeln und zu leben.

Ist wirklich ein sehr spannendes und fast endloses Thema:-). Das Thema Selbstheilungskräfte würde da ja auch mit hineinpassen.

Mir stellt sich gerade die interessante Frage was die Katholische Kirche wohl zu Zeiten der Hexenverbrennung mit jemanden gemacht hätte der Brot herbeizaubern kann,
Wein in Wasser verwandelt, über das Wasser gehen und kranke heilen kann. Ich fürchte man hätte denjenigen als Hexer beschimpft und auf den Scheiterhaufen (oder ähnliche perverse Mehoden) geworfen.

LG

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