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1

Sonntag, 8. November 2009, 15:54

Welcher Konfession oder welchem Glauben rechnet Ihr Euch zu bzw. gehört Ihr an...

Interessiert mich einfach mal...

Ich habe bewusst eine im Ergebnis nicht "offene" Umfrage kreiert, d.h. man sieht hinterher NICHT, wer welche Antwort gegeben hat. Aber wer mag, kann seine Antwort gerne im Text nennen und vielleicht auch was dazu schreiben.

Ich hoffe, ich habe bei den Antworten niemandes Religion vergessen, falls doch, seht es mir bitte nach, und setzt es unter "Sonstige".

Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tobias« (28. Februar 2010, 17:40)


2

Sonntag, 8. November 2009, 16:04

Mhhhh gute Frage Petrus...

also an Gott glaube ich nicht...ich glaube eher an mich selbst und an meine innere Stärke...keine Ahnung worunter das passt.


Leilah

3

Sonntag, 8. November 2009, 16:38

Ich bin praktizierender Zen-Buddhist (Rinzai-Schule). Ist das nun eine Religion oder nicht ...? Für mich ist das auch eher weniger eine Glaubensfrage, sondern eine Lebensphilosophie. Ich beschäftige mich allerdings wenig intellektuell damit, sondern "mache" einfach, sprich meditiere mehr oder weniger regelmäßig in einer Gemeinde und versuche, gewisse Prinzipien in meinen Alltag einfließen zu lassen.
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

4

Sonntag, 8. November 2009, 19:02

Ich bin evangelisch getauft, konfirmiert (aus Überzeugung, habe mich damals als Jugendliche geweigert Geldgeschenke anzunehmen, um meinen Glauben zu demonstrieren), dann war ich sehr sehr enttäuscht von der Kirche (habe entdeckt, dass auch dort gelästert und gelogen wird) und die Leute hinterhältig sind und heute würde ich sagen glaube ich an eine höhere Kraft, habe ein realistisches Verhältnis zur evangelischen Kirche (bin noch Mitglied) und finde es eine gute Religion, um meinen Glauben auszudrücken.
Ich sympathisiere auch sehr mit dem Buddhismus, aber vieles ist mir da auch fremd.
Ich weiß, dass ich nichts weiß, aber glaube, an eine höhere Kraft und jede Religion drückt das in irgendeiner Form aus, aber eben von Menschen "geformt" und interpretiert.

LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

5

Sonntag, 8. November 2009, 20:21

Ich bin auch evangelisch und habe als Jugendliche die Konfirmation sehr ernst genommen.
Irgendwann mit 20 habe ich mich sehr der Esotherik zugewandt und mein Freund war Wicca und glaubte an die Göttin, das war sehr intressant.
Ich habe vieles gesehen und erlebt und hoffe eher als ich glaube..
Zum Buddismus fühle ich mich sehr hingezogen, habe aber zu wenig kenntnisse darüber..
In der Schulzeit habe ich mich mal im Religion mit dem Hindhuismus auseinandergesétzt, wo man in ein Kastensysthem hingeboren werden muss.
Die Shint- religion finde ich faszinierend, wo in jedem gegenstand ein Geist steckt, warum auch nicht.

Meine Kinder erziehe ich christlich und sie sind auch evangelisch getauft, weil ich es wollte.
Mir ist es wirchtig daß sie einen Glauben kennenlernen, ich bin da auch sehr liberal.
Die Seite meines Mannes sind alle katholisch und dogmatisch.. ist deren Sache.
Ab und an kommt dann auch so eine gewisse Arroganz rüber, aber darüber lache ich und stehe drüber.
Mögen ja die Rituale in deren Kirche einen Anspruch haben, aber was sagt das allein schon aus?

Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

Tobias

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6

Montag, 9. November 2009, 04:16

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=wPJAylTe3sE[/youtube]

Tobias

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7

Montag, 9. November 2009, 04:43

Seit 2000 bin ich nun nicht mehr in einer Kirche zugehörig und aus meinen Ursprung evgl. Lut. auf die Welt gekommen. Seit dem und schon länger stehe ich innerlich mit der Kirche auf "Kriegsfuß" und würde nirgendwo zu Hause fühlen.

und das ganze, nachdem ich vom [wikipedia]Thomas Evangelium[/wikipedia] erfahren habe ... in dem Buchstäblich "Kirche" als Haus Gottes in Frage gestellt wird, bzw. eigendlich nicht sein dürfte.

Ich glaube an Gott und das Jesus es gab - aber nicht an die Kirche

http://de.wikipedia.org/wiki/Thomasevangelium

http://www.meyerbuch.de/pdf/Thomas-Evangelium.pdf

8

Montag, 9. November 2009, 05:38

Was mir einfiel noch - ich hab lange gedacht ich bin krank weil ich nicht glauben kann , das musste nicht mal gott sein aber diese Hingabe an etwas....ich dachte das fehlt mir und ich hab viele jahre damit verbracht zu suchen - was meine krisen nicht gerade besser machte....

ps. ich bin übrigens auch nicht konfi, meine eltern meinten, ich muss mich nicht wegen der kohle konfi lassen, wenn ich nicht glaube...fand ich gut damals und heute auch noch...


Leilah

9

Montag, 9. November 2009, 11:05

Geboren bin ich als römisch-katholischer Christ, bin aber 1977 aus der Kirche ausgetreten, obwohl ich bis ca. 1972 katholische Theologie studieren wollte.

Nach einer langen "skeptischen" Phase näherte ich mich dem Buddhismus an, in dem ich dann auch fast 10 Jahre sehr engagiert war. Ab 1995 habe ich mich von diesem buddhistischen Weg mehr und mehr entfernt, weil mir damals "Etwas" fehlte... Wo ich heute stehe, weiss ich nicht genau. Ich kann mittlerweile durchaus einiges vom Christentum annehmen und für mich JA dazu sagen. Das Thomasevangelium und das Evangelium der Essener oder die mystischen Interpretationen des Johannes-Evangeliums sind meinem Denken und Glauben nahe. Aber auch der Weg des Buddha ist mir heute wieder ein bisschen näher als vor 15 Jahren, besonders das buddhistische Thema "Alles loslassen..."

Liebe Grüsse und danke für Eure Beteiligung.

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Petrus« (11. Juli 2010, 09:26)


10

Montag, 9. November 2009, 11:24

Öhm ich bin Agnostikerin ^^ aber natürlich nicht von Kindesbeinen an. (habe Sonstiges angekreuzt)
getauft wurde ich Katholisch und bin auch in eine Katholische Grundschule gegangen.
Ich wurde auch gefirmt, aber danach hab ich mich von der Kirche abgewendet ausgetreten bin ich aber noch nicht.

Ich bin nach wie vor an Religion interessiert und wenn ich etwas praktizieren würde, dann Bhuddismus,
aber im Moment is mein Kopp zu ^^ für sowas.

lg Dai

Agnostizismus:

Zitat

Die Frage „Gibt es einen Gott?“ wird von einem Agnostiker
dementsprechend nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet, sondern mit
„Ich weiß es nicht“, „Es ist nicht geklärt“ oder „Es ist nicht
beantwortbar“.

http://de.wikipedia.org/wiki/Agnostizismus

11

Montag, 9. November 2009, 12:36

Hallo Petrus, ich habe ebenfalls "sonstiges" angekreuzt. Von Haus aus bin ich katholisch und war in meiner Jugend in meiner Kirche auch ziemlich engagiert (Messdienerin, Jugendgruppenleiterin, Kirchenchor). Ich muss sagen, ich habe mich früher in dieser dörflichen Kirchengemeinde ziemlich wohlgefühlt, wozu auch die oben erwähnten Rituale durchaus beigetragen haben.

Aber je älter ich wurde, desto stärker wurde meine Abneigung. Zuerst nur gegen die katholische Kirche im Besonderen, später gegen christliche Institutionen im Allgemeinen.

Angefangen hat es mit der Erkenntnis, das die größten Frömmler unserer Gemeinde gleichzeitig auch die scheinheligsten waren, weiter ging es mit der Entdeckung wie weltfremd und oft auch lebensfern unsere Kirche doch ist, bis hin zu der Erkenntnis, dass die Institution "Christentum" auch nur eine weiterere große Machtzentrale ist, bei der ganz besonders Frauen von Anfang an absolut nichts zu sagen hatten. Mit dem Aspekt "Frau und Kirche", bzw. "das Frauenbild in der Kirche" habe ich mich besonders beschäftigt und dieser Aspekt macht mich auch besonders sauer. Für mich ist in der Kirche, egal welcher Konfession kein Platz.

Eigentlich finde ich das sehr schade, da ich mich durchaus als spirituellen Menschen sehe und mit vielen Aspekten der christlichen Lehre konform gehe. Irgendwie fehlt mir die spirituelle Heimat.

LG Bella

12

Mittwoch, 11. November 2009, 13:52

Das Thema find ich auch sehr Interessant, bin selber Katholisch getauft, Messdienerin gewesen, und zur Firmung gekommen. Die Firmung habe ich damals schon eher meinem Opa zu liebe mitgemacht (und weil ich wahrscheinlich noch nicht stark genug war meinem Vater entgegen zu treten).
Mittlerweile denke ich darüber nach aus der Kirche auszutreten, zumindestens aus der katholischen, vielleicht gehe ich zur Evangelischen. Glauben tue ich an Gott und auch das da ein Jesus war, ich glaube zwar nicht an ihn als den großen "Zauberer", aber schon das er ein besonderer Mann war. Wir haben das Thema Bibel mal unter dem Aspekt "schreibe ein Buch mit Redensarten und stelle Dir vor in 2000 Jahren ließt es jemand" beschäftigt in der Schule, das stellte das schon alles unter ein etwas anderes Licht.... Zudem denke ich einen Pastor zu kennen der ziemlich verliebt ist, und wie schlimm muss es sein eine Liebe nicht Leben zu dürfen.... Das war jetzt nun nur eins meiner Bedenken gegnüber der katholischen Kirche!

13

Mittwoch, 11. November 2009, 18:29

Ich bin katholisch getauft und auch sehr streng danach erzogen worden. Wir waren auch sehr aktiv in der Gemeinde und auch im Kolping.

Heute bin ich Muslima und sehr glücklich damit. ^^

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Wohnort: Niedersachsen

Beruf: Autorin

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14

Montag, 16. November 2009, 21:17

Ich bin evangelisch getauft und konfirmiert, aber auch enttäuscht von der Kirche, und damals habe ich die Konfirmation nur des Geldes wegen gemacht. Ich erinnere mich, wie ich einen Umschlag nach dem anderen aufgemacht habe, und wenn kein Geld drin war, "Niete" sagte. Aber eine Niete hat mir gefallen: Sie zeigte mir, dass der Junge, der mich im Konfirmandenunterricht angelächelt hatte, mich nicht ausgelacht hat, sondern ein echtes Interesse zeigen wollte. Es hat mir gezeigt: Du bist doch liebenswert.

Später habe ich dann gemerkt, dass es einen Gott gibt, weil er alle meine Gebete erhört hat. Während der Konfirmation habe ich gebetet: "Wenn es dich wirklich gibt, dann...." Und alles, worum ich gebeten hatte, ist eingetreten. Seitdem bin ich gläubig, aber nicht unbedingt Christin und auch nicht so voll evangelisch oder streng nach der Bibel. Man kann viele Bibelverse so oder anders auslegen, im Grunde kommt dabei heraus, dass Gott mit Liebe regiert und kein strafender grimmiger Tattergreis ist, der auf einer Wolke sitzt und jeden fertig macht, der einen Fehler oder eine Dummheit begeht.

Daran glaube ich, an die Liebe, und an die Hilfe in der Not, die hatte ich auch öfter. ;)
__________________

Liebe Grüße

Bipolarbärchen



Ich möchte ein Eisbär sein,

im kalten Polar,

dann müsste ich nicht mehr schrei'n,

alles wär so klar.

15

Dienstag, 24. November 2009, 11:50

Also ich war wie es sich in Bayern gehört katholisch... leider habe ich im christlichen Glauben nie so etwas wie Geborgenheit erfahren und zu dem hatte und habe ich mit der m.E. oft lust- und lebensfeindlichen Einstellung so meine Probleme.

Konsequenterweise bin ich mit meinem 18. Lebensjahr aus der Kirche ausgetreten und war lange Jahre Atheist... bis ich vor ca. 10 Jahren zum ersten Mal den verzweifelten Wunsch verspürt habe an etwas glauben zu wollen das jenseits von dem ist was mein Verstand glaubte "beweisen" zu können...

Und eines schönen Tages (genau genommen war es mitten im Winter, hat geschneit und ich saß auf meiner Isomatte auf der Wiese unter einem Baum) hatte ich so etwas wie eine "Vision"... die letztendlich dazu geführt hat dass ich über einige Umwege zu meinem Glauben gefunden habe - ich bezeichne mich heute als freifliegende eklektische Hexe, oder Neuheidin... und finde in dieser Form des Glaubens all das was ich Zeit meines Lebens vermisst und gesucht habe...

diclofena

unregistriert

16

Sonntag, 28. Februar 2010, 17:38

Hui ...

Ich bin katholisch. Habe mich aus eigener Entscheidung im Alter von fünfzehn Jahren taufen lassen und mit sechzehn wurde ich mit den anderen in meinem Alter gefirmt (bei uns in der Pfarre dauert Firmvorbereitung zweieinhalb Jahre).
Ich glaube an Gott, ich glaube an Jesus und ich glaube an den Heiligen Geist. Aber ich VERACHTE die Katholische Kirche. Deshalb sage ich beim Glaubensbekenntnis auch immer "christlich" statt "katholisch". Ich muss aber auch zugeben, dass unsere Pfarre sehr offen, sehr liberal ist und die Pfarrgemeinschaft besonders für mich ein soziales Netzwerk bedeutet, dem ich mich nicht entziehen will. Ich glaube fast, das war der primäre Grund, wieso ich mich taufen hab lassen. Zum wirklichen Glauben bin ich erst im Nachhinein gekommen, oder besser: ich bin noch auf dem Weg dorthin. Ein weiterer Grund ist schlicht die Hoffnung, dass es nach dem Tod nicht aus ist, sondern dass da etwas ist. Ich hab immer für meine Eltern gehofft, dass sie sich vertragen und in Frieden mit Gott vereinigen. Klingt jetzt total blöd, aber besser kann ich es leider nicht ausdrücken.

Was vielleicht noch von Belang ist: mein Vater war Türke, deshalb war für mich der Islam auch lange eine Option des Glaubens.

17

Sonntag, 28. Februar 2010, 19:16

ich bin katholisch getauft.
reliös betrachtet mach ich da aber mein eigenes ding.
ich lebe nicht streng katholisch, finde auch nicht alles, was die katholische kirche predigt ok.
ich versuche für mich selbst ein guter mensch zu sein.
wenn davon was mit meiner religion übereinstimmt ist das ok.
in die kirche gehe ich aber öfter mal.
finde den ort wunderbar um nachzudenken etc.
christliche feste sind für mich ohne kirchenbesuch nicht dasselbe.

triggerhippie

unregistriert

18

Mittwoch, 3. März 2010, 07:47

Also mich persönlich spricht das Heidentum sehr an...

Das Leben im Einklang mit der Natur, das Feiern der heidnischen Jahresfeste und das Wissen über Heilkräuter, Elementarwesen usw...

Leider bin ich darin nicht so aktiv, wie ich es gerne sein möchte. Wahrscheinlich ein Problem vieler Essgestörter, das man nicht so in sich gehen kann und die eigene Intuition erst entdecken muss...

Die Kirche hat vieles aus dem Heidentum genommen und auch verändert. Viele christliche Feste haben einen heidnischen Ursprung. Auch das Thema eine Göttin bzw. MUTTER Erde anzubeten, find ich sehr interessant. Man denke nur an den Da Vinci Code und Maria Magdalena. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das die Kirche einiges vertuscht hat und es nach wie vor tut. Ich habe erst vor kurzem einen spannenden Artikel über die Kirche von Chartres gelesen, die ja viele heidnische Elemente in sich birgt. Die unteren Räume, sozusagen der Keller, sind immer noch nicht erforscht. Mag das wohl an der katholischen Kirche liegen? Ich bin überzeugt, das so vieles vor uns allen unter Verschluss gehalten wird um den Status der heiligen Kirche nicht in Frage stellen zu können...

Ich glaube auch, das Jesus gelebt hat und er war sicher eine starke und bedeutende Persönlichkeit...

Die Welt steckt voller mystischer Geheimnisse und einiges davon können wir sicher für uns finden, wenn wir denn wollen...
Soweit meine Meinung dazu...

LuxLisbon

unregistriert

19

Freitag, 16. April 2010, 17:33

Ich antworte dir auf deinen Beitrag mal in ‚deinem’ Thread, weil es dort vielleicht eher hingehört. Danke, dass du mich hin verwiesen hast. Ich hatte ihn noch nicht entdeckt!

Den liebenden, vor Leid schützenden Gott… Das ist halt die gängige Vorstellung, die man im Christentum erlernt und die man wohl auch vor Augen hat, wenn man sich noch nicht anderweitig informiert/ orientiert hat, meinst du nicht? Es ist halt dass, was das gängige ‚Klischee’ ist. Sicherlich ist das eine vermenschlichte Darstellung von Gott, das stimmt. Vielleicht kann ich irgendwo auch und gerade deshalb nicht so viel damit anfangen.

Der Glaube der Menschen an diese Art Gott liegt wohl auch darin begründet, dass die meistens sich zwangsläufig ein Nest wünschen. Nicht jedem ist es gegeben in Geborgenheit und Wärme aufzuwachsen. Und da ist die Vorstellung ja immerhin nicht unschön, dass es eine Art Übervater gibt, der uns alle in seinem Schoß birgt. Das streben, den Wunsch nach so einem Gott, den kann ich also durchaus verstehen. Vielleicht birgt es auch die Sehnsucht nach jemandem in sich, der uns führt… hinführt oder auch fortführt, je nachdem, der uns aus einer Sackgasse leitet. Das Bestreben und der Wunsch ist also verständlich für mich.

Aber… dieser Glaube an sich. Ob ich das so annehmen kann. Das ist halt eine ganz andere frage.

Jedenfalls habe ich niemals einen Ansatz für mich gefunden, wie ich zu einem Glauben finden könnte. Ich meine… wie kommt man dazu? Durch lesen? Durch grübeln? Durch die Ergründung eigener Vorstellungen? Durch Zufall? Ich weiß nicht wie sich das bei dir so abgespielt hat. Oder den anderen hier. Aber irgendwie habe ich noch nie etwas gefunden, wo ich dachte: „Aha! DAS ist es für mich.“ Ich meine, es gibt Menschen, die niemals zu ihrem Glauben finden. Vielleicht wird das auch bei mir so sein. Fände ich zwar Schade, aber eine Wunschvorstellung in mein Hirn meißeln, das kann ich leider auch nicht.

Lux

20

Freitag, 16. April 2010, 22:35

Hallo, Lux,

doch, doch, ich sehe das auch so, dass die Idee des liebenden, schützenden "Vatergottes" die gängige Vorstellung ist, aber ich kann damit nichts (mehr) anfangen. Ich war früher ein sehr katholischer Mensch, so katholisch, dass ich bis kurz vor dem Abitur Theologie studieren und Priester werden wollte. Aber irgendwann merkte ich, dass ich für den Zölibat nicht geschaffen war. Und im Laufe der Zeit kamen immer mehr Zweifel und Zweifel und Zweifel, und schliesslich grosse Abneigung gegen die Institution der Kirche(n). Aber die Sehnsucht blieb.

Ich habe viele Jahrzehnte lang gesucht, nach einer religiösen Heimat, einem Glauben, ich war einige Jahre lang Buddhist, aber da fehlte mir "etwas", von dem ich immer noch nicht genau sagen kann, was.

Zitat

Ich meine… wie kommt man dazu? Durch lesen? Durch grübeln? Durch die Ergründung eigener Vorstellungen? Durch Zufall?


Bei mir ist es die Sehnsucht einerseits und das Thema Tod. Für mich ist Glaube, Gott und "Leben nach dem Tod" untrennbar miteinander verbunden. Ich kann das alles nicht anders denken und glauben denn als zusammengehörig. Daher ist für mich die Frage nach Gott auch immer an die Frage nach dem Sinn "des Ganzen" und letztendlich auch an die Frage nach dem "Was ist nach dem Tod" gebunden.

Aber das alles gilt nur für mich, das soll nichts Allgemeingültiges bedeuten...

Aber ich merke gerade, dass mir die Augen zufallen, ich bin zu müde. Vielleicht ist darum das Ganze hier auch noch etwas wirr. Aber vielleicht wird ja im Laufe der Diskussion manches klarer,

Liebe Grüsse, gute Nacht

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

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