Binge Eating Forum

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  • »Bipolarbaerchen« ist der Autor dieses Themas

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Samstag, 16. Januar 2010, 17:16

Gewichtsstillstand => ein Fortschritt?

In einer Gesundheitssendung war einmal die Rede von Adipositas, Ess-Sucht, Zunahme und Abnahme. Schließlich meinte der Experte, es sei ein großer Fortschritt, wenn ein Adipöser nicht mehr zunähme. In mehr als 50 % der Fälle würden Adipöse mit der Zeit immer dicker. Diäten führen zum Jojo-Effekt, so weit bin ich schon eine ganze Weile. Dieser unerwünschte Effekt führt dann zu einem höheren Ausgangsgewicht. Wenn Adipöse ihr Gewicht hielten, machen sie schon einen Fortschritt, hieß es.

Wie geht es euch Abstinenzlern oder wenn ihr FAs habt: Versucht ihr, anschließend durch Sport und tagelanger Askese in Sachen Essen eure drauf gefressenen Pfunde wieder loszuwerden? Ich mache das. Früher habe ich gedacht: "Ach Mist, jetzt hab ich schon wieder zugenommen. Dann kommts auf die nächste Schoki oder so auch nicht mehr an." Und habe mit ausgeschaltetem Hirn meine Fresseinkäufe gemacht (typisches Fa-Futter gekauft), weiter im Krimi oder Stephen King gelesen oder Fernsehen geguckt und nebenbei gefuttert. Heute ist mir das nicht mehr so egal. Ich wiege mich ca. alle 3 Tage und beobachte meine Ernährung. Klassische FAs habe ich immernoch, allerdings das Gewicht einigermaßen unter Kontrolle: Seit 3 Jahren habe ich nicht mehr zugenommen. Leider habe ich auch nichts abgenommen... Das könnte ich nur nach einer Magen-OP. Ich weiß aber nicht, ob ich das will. Die Unterfunktion der Schilddrüse wird behandelt. Abnehmen, das hieße mehr Bewegung bzw. sogar Sport, und ich habe keine Ahnung, ob ich dazu bereit bin.

Habt ihr auch festgestellt, dass ihr euch wohler fühlt, wenn das Gewicht auf einem bestimmten Level stehen bleibt? Wenn es nicht steigt und auch nicht fällt, weil man inzwischen ahnt, dass das ein kurzfristiger Gewichtsverlust ist und früher oder später wieder zum Jojo-Mehrgewicht führt... Wie geht ihr mit euch um, wenn ihr täglich FAs habt? Ist eine Gewichtskontrolle dann überhaupt möglich?

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Tobias« (16. Februar 2010, 10:59)


Papillon

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Samstag, 16. Januar 2010, 17:45

hallo bipolarbaerchen,



ich versuche schon seit zweieinhalb jahren abzunehemn und habe ungefähr X kg zugenommen. naja im moment habe ich auch täglich FA. ich neige dann dazu mich komplett einzuigeln, aber das wiederrum ist total falsch. seit ich die ES habe bin ich , gerade wenn ich einen schlechten tag habe voll abgekapselt, isoliert und faul. das war früher nicht so. ich wäre froh wenn mein gewicht stehen bleibt, aber irggendwie ist es natürlich auch so dass ich noch mehr froh wäre , wenn ich abnehmen würde. du sagst du hast immernoch FA und hälst dein gewicht schon für drei jahre?! .....das könnte mir auch mal passieren.



Liebe grüße papillon

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ayla« (16. Januar 2010, 18:30)


Snow White

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Samstag, 16. Januar 2010, 17:50

Früher habe ich gedacht: "Ach Mist, jetzt hab ich schon wieder zugenommen. Dann kommts auf die nächste Schoki oder so auch nicht mehr an." Und habe mit ausgeschaltetem Hirn meine Fresseinkäufe gemacht (typisches Fa-Futter gekauft), weiter im Krimi oder Stephen King gelesen oder Fernsehen geguckt und nebenbei gefuttert.

Bei diesem Absatz ist es so, als würdest du mir aus der Seele sprechen. Besonders das mit dem "ausgeschalteten" Gehirn und dem typischen FA Futter das man sich achtlos und ohne denken hinein futtert. :S

Wenn ich mal einen FA hatte, oder gar eine schlimme Fressphase (wie derzeit), dann wäre es schon mein Wunsch das ich ganz strikt wieder etwas gegen die neuen Pfunde tun könnte. Aber ich schaffe es nie so wirklich wie ich möchte, leider. Daher muss ich sagen, dass ich vor deiner Leistung wirklich ein großen Respekt habe. Seit drei Jahren das Gewicht zu halten ist enorm. :*)

Ich persönlich würde es für mich auch schon als Fortschritt ansehen, wenn ich mein Gewicht zumindest konstant halten könnte. Das ist nämlich nicht unterzubewerten, im Gegenteil.

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Samstag, 16. Januar 2010, 19:00

Ich denke auch, dass ein Gewichtsstillstand zumindest für eine Zeitlang eine gute Sache ist.
Der Stillstand an sich kann ja schon harte Arbeit sein.
Und es bringt ja auch nix immer auf teufel komm raus abnehmen zu wollen... da fällt man nur wieder
in die Gegenbewegung weil man sich überfordert fühlt. Zumindest gings mir immer so.
Natürlich denk ich x-mal am Tag ich bin zu dick und will abnehmen... aber ich weiss auch, dass das
im Moment keinen Vorrang hat. Schritt für Schritt...

5

Samstag, 16. Januar 2010, 19:03

Für mich ist es auch ein Erfolg, wenn ich nicht mehr zunehme, sondern mein Gewicht zumindest halte. Besser wäre natürlich eine Abanhme, aber es zu halten ist besser als zunehmen...

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Samstag, 16. Januar 2010, 19:09

Mein langfristiges Ziel wäre auch kein Gewichtsstillstand, um Gottes Willen nicht, bei einem BMI von X, ich würde auch lieber abnehmen, vor allem wegen der Arthrose. Aber dieser Japp auf Süßigkeiten macht mir da regelmäßig nen Strich durch die Rechnung. Eine Woche halte ich es maximal ohne aus. In der ich dann das abnehme, was ich bei den FAs zugenommen hatte. Das Gewicht schwankt bei mir auf +- xkg. Es ist klamottentechnisch gesehen kein großer Unterschied. Wenn ich Probleme mit den Schnürsenkeln bekomme, weiß ich, dass nun unbedingt wieder xkg runter müssen. Im Sommer wiege ich meist xkg weniger und im Winter xkg mehr als mein durchschnittliches Gewicht, das sich seit 3 Jahren nicht geändert hat. Um das Gewicht zu senken, müsste ich Radikalmaßnahmen durchführen, z. B. im Sommer jede Woche 3 mal schwimmen gehen und im Winter Ski fahren oder ins Fitnessstudio. Letzteres ist mir zu teuer, weiß auch nicht, ob ich das durchhalte, wenn ich nen Vertrag machen täte. Aufs Rad wage ich mich seit 2 Jahren nicht mehr, weil ich damals ganz übel gestürzt bin und 6 Wochen rumgehumpelt mit nem bunten Elefantenflatschen.

Immerhin bin ich auf dem besten Weg in ein gesundes Leben, wenn ich mich nicht mehr so überesse, d. h. das Sättigungsgefühl nicht ignoriere und aufhöre, wenn ich satt bin, und bisher hat das ganz gut geklappt, denn Bauchschmerzen hasse ich auch. Ich wünsche euch auch einen guten Absprung in eine Lebensführung, in der ihr euch besser fühlt.

Angefangen hat es bei mir, als ich Medikamente gegen die Bipolare Störung bekam. Die Fas entsprangen einer bestimmten Laune, meist eine Depression, in der man sich verkriechen und in Medien vergraben möchte. Als die depressive Grundstimmung sich legte, hörten die Fas mit dem ausgeschalteten Gehirn auf, und auch die Hungerschmerzen legten sich, denn Doxepin z. B. verursacht Heißhungerattacken, die ich unbedingt sofort beheben musste. Es ist wichtig, die richtigen Medikamente zu nehmen, damit solche Nebenwirkungen nicht die guten Vorsätze versauen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ayla« (16. Januar 2010, 19:09)


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Samstag, 16. Januar 2010, 19:09

Genau Ayla, dass ist momentan mein Motto - das Gewicht zu halten ist besser als zuzunehmen... :rolleyes:
Und in meinem Fall - mollig zu bleiben aber das mit dem Essen hinbekommen ist besser als zwanghaft zu
versuchen ein Gewicht zu erreichen, welches ich vielleicht in Diätphasen kurz erreiche aber nie lange halten kann.
Auf Dauer hoffe ich natürlich immernoch mein Gewicht zu verringern... Aber mein "Ideal im Kopf" werd ich nie erreichen und
es dann halten. Nun versuche ich realistischer zu sein. Und ein Gewicht zu finden bei dem ich mich so wohl wie möglich fühle
ohne mir dafür Beine auszureißen und ohne den permanenten Druck wenig zu essen. Das geht nämlich garnicht... 8|

8

Samstag, 16. Januar 2010, 19:11

Eben Triv ^^ und wenn man sich erstmal geschafft hat so anzunehmen, wie man gerade ist, dann wird die seele auch langsam gesunden. und dann hat man auch die chance auf eine gewichtsabnahme, ohne k(r)ampf 8)

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Samstag, 16. Januar 2010, 19:13

toll Ayla- das nehm ich mir jetzt mal mit in den Abend :*). Das mit dem Seele gesunden gefällt mir gut.
Schön, Danke ;)

sonja

Meister

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Samstag, 16. Januar 2010, 19:16

Bei mir schwankt das Gewicht auch im zweistelligen Bereich.

Ich habe für mich ein sog. "OK"-Gewicht .... damit fühle ich mich gut .... dahin möchte ich auf jeden Fall wieder zurück!
LG,
Sonja.

Schwerelos

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Samstag, 16. Januar 2010, 19:22

Hm, darüber hatte ichso noch gar nicht nachgedacht...

Ich habe jetzt im Grunde seit ca. 4 Jahren dieses Gewicht. "Im Grunde" deswegen, weil ich zwischendurch zwar in zweistelliger Größenordnung abgenommen, genau das aber wieder zugenommen habe. Und jetzt wieder genau da stehe, wo ich vorher eben schon eine Weile stand. Vor diesen 4 Jahren allerdings hatte ich einiges mehr an Kilos und da purzelte ziemlich viel während meiner Therapie. Obwohl ich damals noch überhaupt gar nicht überdas Thema Essen gesprochen habe. In der letzten Zeit hab ich mich des öfteren gefragt, ob mir die zwei Jahre Therapie überhaupt langfristig was gebracht haben. Aber scheinbar ja schon, denn was ich damals an Gewicht verloren hab ist und bleibt weg. Bisher jedenfalls.

Aber das ist schon ein schwieriges Thema find ich. Eigentlich hab ich mir vorgenommen erstmal das Essen Essen sein zu lassen und mich dem Studium zuzuwenden. Dass ich bei Stress und Erschöpfung esse, einfach mal zu akzeptieren und hinzunehmen und mich nach meinem Abschluß wieder um die Essstörung zu kümmern. Da ich regelmäßig Sport mache, hält sich mein Gewicht eben auch seit ner ziemlich langen Zeit. Aber es kommen trotzdem ständig wieder Momente, wo ich denke, boah, nee, da muss jetzt was runter, so kann ich einfach nicht bleiben. Aber bewußt mein Gewicht kontrollieren kann ich definitiv nicht. Es sind ja auch schon Kilos im zweistelligen Bereich gepurzelt, aber nie bewußt und ich wüßte beim besten Willen nicht wie ich das bewußt wiederholen sollte. Es bringt (mir) langfristig eindeutig nur was an der Essstörung zu arbeiten... wird mir grad beim Schreiben selbst wieder bewußt ;)