Das ist glaub ich das schwerste Thema für Binger überhaupt. Vor allem, weil wir schwarz-weiss Denken und uns selber so harte Regeln auferlegen, die wir nie im Leben einhalten können. Von daher "versagen" wir in unseren Augen an so vielen Tagen, wo andere einfach gar nicht drüber nachdenken was und warum sie Lebensmittel XY gegessen haben.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass mir vor 2 Jahren Kohlenhydrate und Süssigkeiten aller Art Schwierigkeiten bereitet haben. Brot, Nudeln, Reis, Kartoffel etc. hatte ich NIE daheim, sonst hätte es einen FA gegeben. Zartbitterschokolade war noch im Auto weg, auch wenn man davon angeblich nicht viel essen kann. Ich hab alles verputzt, was nicht von irgendeinem Diätguru als "OK" tituliert wurde. Und je mehr dieser Diätbücher ich las, desto kleiner wurde meine Liste der erlaubten Lebensmittel. So klein, dass am Ende auch Bananen und Obst (ausser Beeren) dran glauben durften.
Aaaaaaaber - man kann da zum Teil auch wieder rauskommen und ich glaube man kann (vielleicht nicht wie ein "normaler" Mensch ohne ES) bis zu einem gewissen Grad (!) das geniesen lernen. Ich habe mittlerweile 5-10 Tafeln Zartbitter daheim und es juckt mich null. Noch nichtmal, wenn ich einen FA habe, dieser begrenzt sich immer auf die Lebensmittel, die für mich weiterhin "verboten" sind.
Was ich damit sagen will ist, dass wir von uns erwarten von jetzt auf gleich normal zu sein, einkaufen zu können wie andere auch. Vergesst aber nicht, dass wir erstmal "üben" müssen. Nur erstmal ein Lebensmittel vornehmen und sich erlauben davon eine bestimmte Menge zu essen, denn diese Menge ist OK. Dann langsam steigern oder das Sortiment erweitern. Ich hab das jetzt das letzte Jahr gemacht und mittlerweile viel daheim, was früher direkt einen FA ausgelöst hätte. Ich ess die Sachen wie gesagt auch während eines FA's nicht, weil ich sie ja jeden Tag haben darf.
Allerdings gibt es bei mir auch noch Lebensmittel, die ich in den nächsten paar Jahren ganz sicher nicht daheim haben kann. Aber wichtig ist sich zu vergegenwärtigen, dass wir "üben". Wir brauchen Zeit und wir müssen langsam vorgehen und dürfen nicht zuviel von uns verlangen.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »lols« (18. März 2010, 19:20)