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[Trigger] Verzweifelt

1

Montag, 8. Februar 2010, 21:34

Verzweifelt

Ich wünsche euch allen einen schönen guten Abend!



So, wie soll ich nun anfangen? Ich weiß es nicht...

Wieso bin ich eigentlich hier?

Mist, ich bin total verzweifelt... und ich weiß nicht mehr weiter. Ich weiß einfach nicht, was mit mir los ist.



Stark... ja, ich war mal sehr stark. Wo ist das alles hin?

Seit etwa April letzten Jahres habe ich ständig, oftmals sogar täglich FAs...

habe seither auch X Kilo zugenommen. Es macht mich richtig fertig und ich komme damit nicht klar.

Umso mehr ich versuche wieder abzunehmen, umso schlimmer wird es.

Es hört nicht auf. Tagsüber und wenn ich nicht alleine bin, dann beneiden mich alle immer, wie sehr ich doch auf meine Ernährung achten kann. Wenn die nur wüssten, wie beschissen es mir wirklich geht. Abends, wenn ich alleine bin, dann wäre es oft besser, ich würde gar nichts essen, denn sobald ich erst damit angefangen habe, kann ich nicht mehr damit aufhören.

Ich könnte heute auch wieder grad heulen. Mir gehts grad richtig schlecht... hab gerade wieder eine FA hinter mir... ich bin so voll... kann mich kaum bewegen... mir tut alles weh... und ich will nicht mehr... ich kann nicht mehr.

Lange Zeit habe ich versucht alleine damit klar zu kommen, aber es geht nicht.

Seit ca. 2 Monaten habe ich meinen Mann eingeweiht und mit ihm geredet... ihm gesagt, was mit mir los ist.

Er möchte mir wirklich helfen, aber ich glaube, dass er einfach zu lieb und zu schwach ist um mir zu helfen.

Mittlerweile treten die FA auch vor ihm auf... er macht nichts... er sieht es nicht, wenn ich zu viel esse. Warum?

Es kann doch nicht so schwer sein.

Letzten Monat habe ich mich in einem Fitnessstudio angemeldet. War auch ein paar Mal trainieren. Aber ich kann nicht mehr.

Ich kann nicht trainieren gehen, wenn ich mit fett fühle... nach einer FA... am nächsten Tag... die Woche drauf... es geht nicht.

Was soll ich machen?

Wie komme ich aus diesem scheiß Teufelskreis raus?

Ich habe Angst, dass mein Umfeld bemerkt, dass ich zugenommen habe... damit würde ich nicht klar kommen.

Möchte schnell wieder mein altes Gewicht haben. Aber ich schaffe es nicht.

Habe schon überlegt zu einem Arzt zu gehen. Aber was soll ich ihm sagen? Wird er mir glauben? Ich seh ja nicht gerade dick aus...

ich möchte es gerne alleine schaffen... aber es muss schnell gehen.

Im Januar hatte ich ein richtiges Tief. Nach einem FA ging es mir so schlecht, dass ich mich geri*** habe. Ich bin wirklich nicht stolz drauf...

Ich merke, dass ich gerade wieder in ein tiefes Loch falle.

Morgen muss ich wieder arbeiten gehen, aber ich kann nicht. Ich fühle mich so schlecht... würde am liebsten so lange zu Hause bleiben, bis es mir wieder gut geht. Nicht mehr unter die Leute gehen... ehe noch jemand etwas merkt.

Ich erwarte von euch jetzt keine Antworten... ich weiß nicht, was ich mir von diesem Forum erwarte.

Es hat gut getan, einfach mal darüber zu schreiben. Hier weiß ich, dass ich "verstanden" werde.



Gut, dann wünsch ich euch noch einen schönen Abend.



Grüße

Leni

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tobias« (9. Februar 2010, 07:45)


2

Dienstag, 9. Februar 2010, 06:54

Liebe Leni

Du sprichst mir aus der Seele.

Ich würde auch liebend gern schnell xx Kilos loswerden.
Aber erstens haben mich dann die FA`s voll im griff,
zweitens hab ich das schon so oft getan
das mir klar ist das ich nach der Diät gleich wieder die Kilos drauf habe meist noch mehr und
drittens weiß ich dass Verstecken das ganze noch verschlimmert
und dennoch komm ich ganz schwer unter meiner Bettdecke hervor
aber es ist der einzige Weg.

Du schreibst das dein Mann dich nicht unterstützt.
Bei mir ist das so das er mir egal wie er sich verhält nichts richtig macht.
Aber vieleicht kannst du ihm genau sagen was er für dich tun soll.

Du hast Angst das dein Arzt dich nicht versteht.
Also ich habe eigentlich gut Erfahrungen gemacht nur die Überwindung kostet jedes mal Kraft.




Rosi
Ps. Sei lieb zu dir

Tobias

Administrator

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3

Dienstag, 9. Februar 2010, 08:19

Herzlich Willkommen : )

Hallo Leni,

ich freue mich das Du das Forum für Dich nutzen könntest und Di schonmal etwas von der seele Schreiben konntest. Und das ist auch genau der Punkt worum es hier in dem Forum geht, "emotionales" ...das leider meist negativ und belastend ist ...von der Seele schreiben. Ich habe deine Gewichtszunahme editiert, weil es spielt hier keine Rolle wieviel Du zugenommen hast.

Die interessante Frage wäre, warum hast Du zugenommen? Jetzt könnte man denken ... na ist doch logisch kann sich denn der Tobias nicht denken das man von zuvielen "Lebensmitteln" und zu wenig Bewegung ...entsprechend zunimmt?

ne, das wäre mir schon klar ...

Es geht um die Frage warum greift man zu den Lebensmitteln,um sich beispielsweise zu trösten ?! Warum bewegt man sich zu wenig, wieso fällt es schwer sich regelmäßig zu einem Spaziergang aufzuraffen... (als Beispiel)

Deine Zeilen erinnern mich an das Thema "Depression" und in deinen Zeilen lese ich sehr viel "Unglücklich sein" herraus?

Bist Du im Moment "Unglücklich" ? und wenn ja, hast Du eine Ahnung was Dich im Moment so unglücklich macht? (außer die FA´s)

Liebe Grüße

Tobias

Lioness86

unregistriert

4

Dienstag, 9. Februar 2010, 09:00

Fühl Dich mal von mir gedrückt!

So wie Tobias schon schreibt, hört es sich so an als wärst du unglücklich. Aber jetzt nicht wegen der Gewichtszunahme. Es muss noch was anderes ganz tief in Dir trin geben. Den die FA´s kamen ja wo du noch dein altes Gewicht hattest.

Ich weiß genau wie du dich fühlst. Wenn man das irgendwie alleine schaffen will und zwar gaaanz schnell. Weil man denkt, wenn man nur wieder das alte Gewicht hat, dann ist man wieder glücklich und dann hat man sich auch wieder besser unter kontrolle. Und weil man sich ja gerade so nicht liebt, will man garnichts mit anderen Menschen unternehmen. Auch weil man vielleicht denkt, dass sich mit Freunde treffen ja auch Feiern mit Essen und Trinken = Zunehmen heißt.

Das hab ich alles auch so gedacht. Und das reißt einen nur noch mehr hinein. Ich hab mich wieder mehr für Freunde geöffnet, dadurch ging es mir besser. Und ich versuche mir immer wieder zu sagen, dass mein altes Gewicht allein mich nicht glücklicher macht.

Zur Zeit habe ich die Einstellung, ich versuche jeden Tag zu meistern, versuche nicht zu denken: "Wenn ich erst schlank bin..." Versuche zu schauen wieviel ich an Kalorien ca. zu mir nehme und wenn es mal ein bisschen mehr ist mache ich mir nicht mehr diesen Druck. Dadurch sind die FA´s zurück gegangen. Klar gibt es ganz schlimme Tage. Gestern war an der Arbeit so ein Stress und es war ein richtiger FA Tag. Ich dachte Abends ich hätte es wieder im Griff und dann hat es mich doch wieder eingeholt.

Heute versuche ich mich nicht zu verurteilen. Heute ist ein neuer Tag. Heute kann ich alles besser machen.

Und es klappt. Heute geht es mir wieder besser und ich denke heute wird ein ohne FA Tag!



Stark... ja, ich war mal sehr stark. Wo ist das alles hin?

Das denk ich sooooo oft! Ich bin vom Sternzeichen Löwe und habe mich auch immer damit verbunden gefühlt.

Ich bin so oft gefallen und wieder aufgestanden und jetzt habe ich das Gefühl es bleibt immer öfters ein Stück von mir liegen wenn ich gefallen bin.....



Ich wünsche dir viel Kraft und lässt was von dir hören!

5

Samstag, 13. März 2010, 15:07

dito

liebe leni,

als ich deinen beitrag gelesen habe, dachte ich, ICH hätte ihn geschrieben - mir geht es, fast zum selben zeitpunkt, genauso!!! nachdem ich seit august (mal wieder) sehr viel abgenommen hatte (ich kam in einen bereich, den ich vorher noch nier erreicht hatte) hatte ich am 16. februar meinen ersten extremen fressanfall seit langem - und seit dem 14 weitere, den letzten gestern. mir tat zum teil mein bauch bzw. mein magen so weh, dass ich dachte er platz gleich. ich wusste nicht mehr, wie ich sitzen, stehen, liegen sollte... die schmerzen waren so stark, wie nie zuvor. na ja die fressanfälle waren ja auch so extrem, wie nie zuvor. und dann in kombination mit meinem, in den vergangenen monaten, "geschrumpften" bauch... WIESO TUTE ICH MIR SELBST DIESE SCHMERZEN AN ? diese schmerzen und diese verzweiflung... auch ich sage in solchen zeiten nach möglichkeit alle termin ab und ziehe mich total zurück! mir ist es so peinlich (und ich schäme mich so), in so kurzer zeit erst abzunehmen und dann wieder sichtbar zuzunehmen. das ist wirklich für jedermann, jederfrau sichtbar. ich könnte gleich ein schild auf der stirn tragen: "Psyschicher Problemfall"! gestern nacht war ich dann ewig im internet unterwegs und bin auf die overeaters anonymous gestoßen... habe mir auch deren film angesehen. konnte mich mit dem, was da so gesagt und berichtet wurde, in einem sehr hohen prozentsatz identifizieren. stelle mir jetzt die frage, ob ich mal zu einem treffen gehe. bin mir aber unsicher, da man im internet auch weniger gute sachen über oa liest (sekte etc.) und dann habe ich aber auch noch diese seite gefunden und habe deinen beitrag gelesen, leni... WIESO TUN WIR UNS DAS NUR AN ?was mich vor allem auch wirklich schafft, ist die tatsache, dass ich seit ca. 20 jahren über keinen längeren zeitraum ein "festes" gewicht habe. ständig nehme ich entweder ab oder zu - und das in einem bereich von um die XX kilogramm. ich habe kleidung in den verschiedensten größen - ich weiß nie, welche größe ich kaufen soll. meine haut ist voller risse. irgendwie weiß ich echt nicht mehr weiter. na ja, da ich mich, wie gesagt, aktuell am anfnag einer fressperiode (und demzufolge zunehmpeiode) befinde, wird die nächste zeit vor allem wieder sehr einsam werden. ich kann einfach nicht anders, ich muss alles absagen, weil ich mich so schäme - dieser zustand ist kaum auzuhalten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tobias« (13. März 2010, 19:42)


Petrus

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6

Samstag, 13. März 2010, 21:33

Hallo, Pinky,

zuerst einmal herzlich willkommen...

Ich war über ein Jahr bei den Overeaters Anonymous. Für eine bestimmte Zeit war das eine sehr gut Erfahrung, und wenn ich nicht so "allergisch" gegen Religiöses wäre, wäre ich wohl auch dort geblieben. Wobei ich sagen muss, das ich mich dort NIEMALS gezwungen gefühlt habe, auch nie das Gefühl hatte, dass das eine Sekte wäre, die mich missionieren will. Es lag einzig an mir, weil ich das Reden von Gott einfach sehr schlecht ertrage, da ich an so etwas nicht glauben kann. Aber was ich nicht kann, muss ja nicht für andere gelten. Wenn Menschen auch nur einen Funken Glauben haben, können sie unter Umständen gut bei OA aufgehoben sein. Sie können die Gruppe auch jederzeit wieder verlassen, man geht einfach nicht mehr hin. Niemand fragt nach, niemand macht Telefon-Druck oder ähnliches.

Dein Bericht klingt sehr verzweifelt. Hast Du schon mal überlegt, eine Psychotherapie zu machen? Unsere Krankheit ist keine Schuld und auch kein Versagen, sondern eine KRANKHEIT, eine echte, richtige, schwere, sehr sehr schwere Krankheit. Ohne Hilfe kommt man da meiner Erfahrung nach nicht mit klar, sondern die Krankheit vernichtet einen irgendwann. Überlege mal, ob Dir nicht eine Therapie gut täte.

Liebe Grüsse

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

7

Sonntag, 14. März 2010, 15:54

Hallo Petrus

vielen dank für deine antwort! ja, ich bin sehr verzweifelt und v.a. sehr kraftlos und der ekel vor mir selbst (bzw. vor dem fett, welches sich gerade wieder aufbaut) ist grenzenlos. dieses jahrelange hin und her... ich sehne mich so sehr nach ein wenig kontinuität in meinem leben. keine freundschaft etc. macht meine z.T. langen rückzugszeiten (weil fresszeiten und infolgedessen schamzeiten) mit. wie oft ich schon von vorne angefangen habe. allmählich frage ich mich wozu, über kurz oder lang gehts ja doch wieder bergab.
ich habe schon so einiges in richtung Therapie hinter mir. da standen aber andere sachen im vordergrund. das mit dem essen ist eben auch bei mir nur ein problem. so richtig was gebracht, hat das aber alles nichts. womöglich muss ich wirklich mal eine tiefenpsychologie-therapie machen, aber darum drücke ich mich noch erfolgreich.

es ist schön, dass es euch gibt. ich lese mich durch die vielen beiträge und kann mir ein bicßchen von der seele schreiben. DANKE!

8

Donnerstag, 18. März 2010, 08:21

... auch ich sage in solchen zeiten nach möglichkeit alle termin ab und ziehe mich total zurück! mir ist es so peinlich (und ich schäme mich so), in so kurzer zeit erst abzunehmen und dann wieder sichtbar zuzunehmen. das ist wirklich für jedermann, jederfrau sichtbar.


So ist es bei mir auch. Ich kann Dich da sehr sehr gut verstehen. Selbst momentan, wo es mir so einigermaßen gut geht (auch schon seit längerer Zeit) traue ich mich noch nicht, mich einigen bestimmten Leuten zu zeigen, weil ich immer noch nicht dieselbe Kleidergrösse habe wie damals beim letzten Treffen....

Angelina

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9

Donnerstag, 18. März 2010, 20:23

Das geht mir auch so. Da gibt es zum Beispiel eine ganz bestimmte Bekannte mit der ich mich seit 2 Jahren nicht mehr getroffen habe, weil ich nicht mehr das Gewicht von damals haben... Eigentlich echt blödsinnig und man schrenkt sich selbst so ein dabei :(

Utepute

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Donnerstag, 18. März 2010, 20:48

Hallo Pinky,

Du schreibst, das Du am liebsten eine tiefenpsychologische Therapie machen möchtest, wovon ich Dir abraten würde. Ich denke Du brauchst eine Verhaltenstherapie, damit Du lernst mit den FA´s umzugehen. Das hört sich jetzt vielleicht klugscheißerisch an, aber ich spreche da aus Erfahrung. Ich war im September letzten Jahres - November in einer Klinik, in der tiefenpsychologisch gearbeitet wird, als ich nach Hause kam fühlte ich mich total Klasse, aber leider hat es nicht lange gedauert und es wurde viel schlimmer als zuvor. Heute war ich bei einer Psychaterin (nennt man die so?), die mir sagte das ich unbedingt eine verhaltenstherapeutische Therapie machen muß, bzw. in eine verhaltenstherapeutische Klinik gehen soll. Wenn man eine tiefentherapeutische Therapie macht, fängt man erst Recht an zu Grübeln und die Ängste werden viel schlimmer. Genauso ist es mir ergangen. Geh erst mal zu einem Arzt/Therapeuten und laß Dich richtig beraten. Das wäre mein Vorschlag.

Paß gut auf dich auf.

Liebe Grüße
Ute

Angelina

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11

Donnerstag, 18. März 2010, 21:04

Hallo Pinky & Ute, ich habe genau entgegen gesetzte Erfahrungen gemacht. Ich mache seit 3 jahren eine tiefenpsychologisch orientierte Therapie und für mich war es die beste Entscheidung. Rein verhaltensorientierte Ansätze helfen bei mir leider nicht. Ich muss vor allem verstehen warum ich mich auf bestimmte Situationen so verhalte wie ich es tue, ansonsten bekämpfe ich nur die Symtome aber nicht die tieferliegenden Ursachen. Ich glaube man darf nicht vor der Vergangenheit weglaufen und man kommt nicht darum herum sich in einem gewissen Rahmen mit den Ursachen auseinander zu setzen. Aber letztendlich ist es wahrscheinlich auch individuell abhänig und jeder muss für sich selbst herausfinden welche Therapieform für ihn am geeignetsten ist. *liebe Grüße angelina

Dailaitha

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12

Donnerstag, 18. März 2010, 21:14

Zitat

Wenn man eine tiefentherapeutische Therapie macht, fängt man erst Recht
an zu Grübeln und die Ängste werden viel schlimmer. Genauso ist es mir
ergangen
Genau DAS ist der Plan. Du sollst dich ja mit deiner Vergangenheit, mit Ängsten und negativen Erlebnissen und Gefühlen auseinandersetzen.
Ich denke nicht, das jemand behauptet hat eine Therapie würde immer Spaß machen, man würde nur lachen und es wäre tierisch leicht. Genau DAS ist Therapie, sich mit sich selbst und den unangenehmen Themen auseinandersetzen in einem geschützten Raum. Denn genau das tun wir nicht, wir laufen davon. Wir Essen um zu vergessen und zu unterdrücken und verdrängen.

Ich glaube tief, dass man erst wirklich frei von den alten Fesseln wird, wenn man sie kennengelernt hat und nichtmehr fürchten muss.

Utepute

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13

Donnerstag, 18. März 2010, 21:21

Ok, es kommt wohl immer auf die Probleme jedes einzelnen an. Bei mir ist es z. B. so, das meine Probleme nicht in der Kindheit liegen, sondern in den letzten 12 Jahren und im hier und jetzt. Angefangen mit der Geburt meiner fast 12jährigen schwerstmehrfachbehinderten Tochter, dem Leben seitdem usw.

Vielleicht muß wirklich jeder selber wissen welche Therapie für ihn am Besten ist, ich habe ja auch nur wiedergegeben was meine Ärztin/Therapeutin heute gesagt hat.

Liebe Grüße
Ute

laverne

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14

Freitag, 19. März 2010, 06:29

Also ... Ute, sorry, wenn ich da jetzt mal widerspreche ... hoffe, ich trete dir nicht zu nahe.

Aber die Probleme, die uns heute beschäftigen, haben IMMER mit unserer Kindheit zu tun. In unserer Entwicklung zum Erwachsenen wurden viele "Grundbausteine" gelegt für die Art, wie wir heute mit Schwierigkeiten umgehen.


Und eine Verhaltenstherapie bedeutet nicht, dass man am Verhalten "herumdoktert", im Gegenteil. Auch dabei steht am Anfang die Verhaltensanalyse, in der bis in die Kindheit zurück "nachgeforscht" wird, woher das Verhalten kommt und was mit diesem Verhalten erreicht werden will. Der Unterschied ist m.E., dass in der Verhaltenstherapie dann konkret am Verhalten gearbeitet wird, während in der tiefenpsychologischen/analytischen Therapie hauptsächlich das aktuelle Leben analysiert wird (auf Basis der Vergangenheit/Kindheit: also "warum reagierst du heute so, was hat das mit damals zu tun"). In keiner Therapie kann man das "Hier und Jetzt" begreifen ohne das "Damals und Dort".

Davon unabhängig ist es natürlich Geschmackssache, ob man eher der "Typ" für eine VT oder TP/PA ist. Ich selbst bin Verhaltenstherapeutin, habe sowohl eine verhaltenstherapeutische als auch tiefenpsychologische Therapie selbst gemacht und mir liegt die TP nicht. Zusätzlich hängt's aber auch sehr vom jeweiligen Therapeuten ab, finde ich, das Menschliche ist eigentlich wichtiger als die konkrete Therapieform.

LG
Laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

15

Freitag, 19. März 2010, 06:29

Hallo liebe Ute,

es gibt leider kein Patentrezept, das sich auf beliebige Patienten übertragen lässt.
Du hast es sicher gut gemeint und wolltest Deine positiven Erfahrungen weitergeben.
Dennoch muss man vorsichtig sein, einem eventuell unschlüssigen und unerfahrenen Betroffenen eine vermeintlich richtige Richtung zuzuweisen, das muss man definitiv Fachleuten überlassen, die individuell gemeinsam mit dem Patienten abwägen, welches die angebrachte Therapieform darstellt.

Zu Deiner Zwischenfrage:
Eine Psychiaterin ist eine Ärztin, hat also Medizin studiert und hat einen Facharzt in Psychiatrie. Sie beschäftigt sich eher mit der medizinischen Seite und kann Psychopharmaka verschreiben. Es ist möglich, dass sie eine psychotherapeutische Ausbildung absolviert hat, dann kann sie auch Gesprächstherapie anbieten.
Ein psychologischer Psychotherapeut ( nicht zu verwechseln mit einem reinen Psychologen) hat Psychologie studiert und anschließend eine psychotherapeutische Ausbildung absolviert und kann dann Gesprächstherpien anbieten.
Dann gibt es noch den Heilpraktiker, der aufgrund dieser Voraussetzung eine psychotherapeutische Ausbildung machen kann. Seine Gesprächstherapien kann er jedoch nicht mit der Krankenkasse abrechnen.

Man kann nun nicht sagen, dass das eine besser sei als das andere. Am wichtigsten ist, dass Therapeut und Patient eine "gemeinsame Sprache" sprechen, harmonieren und gut zusammenarbeiten können.

Viele Grüße
Dana

16

Freitag, 19. März 2010, 07:25

Ich habe beides ausprobiert und bin für mich persönlich bei der Verhaltenstherapie hängen geblieben und dort glücklich.

In der Verhaltenstherapie wird auch das Vergangene aufgearbeitet, aber mit dem Fokus auf dem "Was kann ich heute daraus für mich machen?". Das hat mir wesentlich besser gefallen als ewig über meine Kindheit zu sprechen. Wir hatten ca 3-5 Stunden bei denen meine Vergangenheit besprochen wurde und nehmen die einzelnen brisanten Themen immer mal wieder in die Stunde rein, wenn es gerade passt (z.B. auch, wenn ich einen FA analysiere). Allerdings benötige ich persönlich für mich Methoden, Techniken etc., wie ich mir jetzt helfen kann und diese Verbindung von Analyse und Verhaltenstherapie ist für mich deshalb perfekt.

Dailaitha

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17

Freitag, 19. März 2010, 09:10

So da auch ich immer wieder nachlesen muss wo die Unterschiede sind ^^

ich bin in einer Analytischen Psychotherapie und das ist auch nochmal ein Unterschied zur tiefenpsychologischen Gesprächstherapie und der verhaltenstherapie.

einen Verhaltenstherapeutischen Ansatz habe ich in der Tagesklinik erlebt, kam damals sehr gut klar damit,
aber das war mir etwas zu wenig aufarbeiten meiner Kindheit.
Davor war ich in Tiefenpsychologischer Therapie, wo ich allerdings sagen muss, das die Therapeutin nicht passend für mich war, kann also leider keine genauen Angaben darüber machen.
Es war auch ein Fehler, als noch pubertäres Mädchen zu einer Therapeutin nur für Erwachsene zu gehen.

Jetzt bin ich bei einer Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin, wo die Begrenzung eigentlich beim Alter von 23 Jahren liegt (bin 24)
aber es gibt deshalb keinen abrupten Therapieabbruch, wenn ein Ende ersichtlich ist.
Für alle die jünger sind, kann ich das nur empfehlen auch das in Erwägung zu ziehen.
Mit 20 ist man eben auch noch nicht komplett Erwachsen und die Themen und allgemeine Verwirrung (was werde ich? wer bin ich? was kann ich?) betreffen ja jeden in dem alter.

Anfang hatte ich meine Therapie 2mal wöchentlich, dann haben wir es auf einmal wöchentlich gesetzt und im Moment habe ich alle 2 Wochen.
Der Nächste Schritt wird sein noch seltener zu haben.

Utepute

unregistriert

18

Samstag, 20. März 2010, 21:39

Hallo Dana,

in meiner ersten Antwort hatte ich geschrieben das Pinky erst zu einem Arzt/Therapeuten gehen soll um sich beraten zu lassen was am Besten für sie ist. Ich habe nur von meiner Erfahrung geschrieben und was die Ärztin sagte in Bezug auf Essstörungen, mehr nicht.

Viele Grüße
Ute

19

Freitag, 27. August 2010, 16:56

Hallo ihr Lieben, ;g)

lange ist es her seit meinem ersten Beitrag.

Ich habe eure Antworten erst heute gelesen... ich konnte nicht früher... hatte Angst davor. Ich weiß, es hört sich komisch an, aber ich wollte keine Antworten lesen, die mich vielleicht verletzen könnten.

Seither war einiges in meinem Leben. Ich war ein paar Tage nach meinem Beitrag und weiteren Anfällen bei meinem Hausarzt. Ich konnte an diesem Morgen einfach nicht arbeiten gehen. Eigentlich wollte ich meinem Arzt nichts von meiner Essstörung erzählen, aber auf einmal wurde ich schwach und als die Frage kam, wie es mir geht, fing ich an zu weinen... ich weine nicht oft, weil ich meine Gefühle gelernt habe zu unterdrücken. Mein Arzt hat sich dann die Zeit genommen um mit mir zu reden und hat mich zu einem Therapeuten überwiesen. Ich hatte große Angst dorthin zu gehen... aber ich habe es getan. Im Wartezimmer... es war für mich die Hölle... ich musste fast zwei Stunden warten. Ich wurde von den anderen Patienten angestarrt und ich habe versucht ihre Gedanken zu interpretiereren: "Was macht die denn da... die sieht doch ganz normal aus... hat die nichts anderes zu tun..." und lauter solche Dinge. Ich muss sagen, ich habe mich dort nicht wohl gefühlt. Ich habe Zeit vom Therapeuten verlangt und es wäre sinnvoller gewesen, er hätte diese für jemanden geopfert, die seine Hilfe mehr brauch. Ich war sehr enttäuscht von der Beratung/Therapie oder was das auch immer gewesen sein mag. Er meinte, dass er mich nach nichtmal drei Minuten einschätzen kann und ich solle eine sationäre Therapie von sechs Wochen machen und er wollte mir gleich noch Tabletten mitgeben. :( Er wollte nichts wissen.... nicht genau was los ist... was ich dabei fühle... warum es so ist... einfach NICHTS. Ich bin nie wieder hingegangen. Ich war von den Vorfällen im Wartezimmer so geschockt, dass ich mein Leben ändern wollte und ich dachte, dass es der Wendepunkt meiner Erkrankung ist... aber dem ist leider nicht so. :(

Gerade hatte ich wieder einen FA, gestern auch, und die Tage davor auch... echt schlimm und ich bin gerade am Ende... zum Glück ist jetzt Wochenende. Ich habe mir eingestanden, dass ich es ohne Therapie nicht alleine schaffen werde. Ich möchte eine machen, aber meinem Hausarzt und dem... sorry... blöden Therapeuten kann ich nicht mehr in die Augen schauen... und mich einem neuen Arzt anzuvertrauen ist echt schwer. Nun stehe ich wieder am Anfang und weiß nicht was ich machen soll.

Es gibt aber auch noch etwas schönes in meinem Leben. :*) Ich habe es geschafft, dass niemand merkt, wie es mir geht... im bin im einem Tief, habe meine Ausbildung abgeschlossen... aufgrund sehr guter Leistungen um 1 Jahr verkürzen können... bin Lehrjahresbeste und die Beste von den IHK-Prüflingen... wenigstens etwas kann ich. :D

Liebe Grüße

Leni

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20

Freitag, 27. August 2010, 18:11

Leni empathy

tut mir leid, dass du eine harte Zeit hast.
Deine Erfahrung beim Therapeuten ist sehr schade.
Aber es kann natürlich auch anders sein mit einem anderen Therapeuten/
einer anderen Therapeutin.
Ein Klinik-Aufenthalt kann schon sinnvoll sein also das war jetzt nicht
soo falsch aber natürlich hättest du von dem Therapeuten mehr erwartet
als so eine Abfertigung.
Vielleicht probierst du es nochmal aber mit einem anderen Therapeuten?
Oder suchst mal eine Beratungsstelle auf?!?
Manchmal muss man bisschen länger suchen bis man jemanden findet
mit dem man darüber sprechen kann und der einem weiterhelfen kann.
Nicht aufgeben!!!

glg, triv.