Hallo ihr Lieben,
lange ist es her seit meinem ersten Beitrag.
Ich habe eure Antworten erst heute gelesen... ich konnte nicht früher... hatte Angst davor. Ich weiß, es hört sich komisch an, aber ich wollte keine Antworten lesen, die mich vielleicht verletzen könnten.
Seither war einiges in meinem Leben. Ich war ein paar Tage nach meinem Beitrag und weiteren Anfällen bei meinem Hausarzt. Ich konnte an diesem Morgen einfach nicht arbeiten gehen. Eigentlich wollte ich meinem Arzt nichts von meiner
Essstörung erzählen, aber auf einmal wurde ich schwach und als die Frage kam, wie es mir geht, fing ich an zu weinen... ich weine nicht oft, weil ich meine Gefühle gelernt habe zu unterdrücken. Mein Arzt hat sich dann die Zeit genommen um mit mir zu reden und hat mich zu einem Therapeuten überwiesen. Ich hatte große Angst dorthin zu gehen... aber ich habe es getan. Im Wartezimmer... es war für mich die Hölle... ich musste fast zwei Stunden warten. Ich wurde von den anderen Patienten angestarrt und ich habe versucht ihre Gedanken zu interpretiereren: "Was macht die denn da... die sieht doch ganz normal aus... hat die nichts anderes zu tun..." und lauter solche Dinge. Ich muss sagen, ich habe mich dort nicht wohl gefühlt. Ich habe Zeit vom Therapeuten verlangt und es wäre sinnvoller gewesen, er hätte diese für jemanden geopfert, die seine Hilfe mehr brauch. Ich war sehr enttäuscht von der Beratung/Therapie oder was das auch immer gewesen sein mag. Er meinte, dass er mich nach nichtmal drei Minuten einschätzen kann und ich solle eine sationäre
Therapie von sechs Wochen machen und er wollte mir gleich noch Tabletten mitgeben.

Er wollte nichts wissen.... nicht genau was los ist... was ich dabei fühle... warum es so ist... einfach NICHTS. Ich bin nie wieder hingegangen. Ich war von den Vorfällen im Wartezimmer so geschockt, dass ich mein Leben ändern wollte und ich dachte, dass es der Wendepunkt meiner Erkrankung ist... aber dem ist leider nicht so.
Gerade hatte ich wieder einen FA, gestern auch, und die Tage davor auch... echt schlimm und ich bin gerade am Ende... zum Glück ist jetzt Wochenende. Ich habe mir eingestanden, dass ich es ohne
Therapie nicht alleine schaffen werde. Ich möchte eine machen, aber meinem Hausarzt und dem... sorry... blöden Therapeuten kann ich nicht mehr in die Augen schauen... und mich einem neuen Arzt anzuvertrauen ist echt schwer. Nun stehe ich wieder am Anfang und weiß nicht was ich machen soll.
Es gibt aber auch noch etwas schönes in meinem Leben.

Ich habe es geschafft, dass niemand merkt, wie es mir geht... im bin im einem Tief, habe meine Ausbildung abgeschlossen... aufgrund sehr guter Leistungen um 1 Jahr verkürzen können... bin Lehrjahresbeste und die Beste von den IHK-Prüflingen... wenigstens etwas kann ich.
Liebe Grüße
Leni