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Zitat
Eigentlich will ich ja nur wieder weglaufen. Immer weglaufen, das ist so typisch für mich.
Dabei heißt es doch "Warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah..." von Goethe oder so.
, gerade wenn du sowas für typisch hälst wäre ich da aufmerksam.
(und es ging in eine mietwohnung rein und mit jemand zusammen)
Ja, das sehe ich auch so. Ich würde wegen der Sprache auch höchstens in englischsprachige Länder auswandern können (Französisch habe ich komplett vergessen, weil ich seit dem Abi kein Wort gesprochen und das letzte Mal vor 8 Jahren Texte gelesen hab). Und selbst bei Englisch hätte ich massive Probleme, weil ich zwar die Sprache mehr oder weniger fließend beherrsche, mir aber meine mangelhafte Aussprache peinlich ist. Andere Sprachen lernen wäre dementsprechend noch schlimmerauswandern, da gehört wenigstens ein bisschen geld dazu, sonst wird das schnell schlimmer, als die verhältnisse, aus denen man kam. ich find auch, man sollte die sprache vorher lernen, und man muß ne ganze weile aushalten, dass man die verhältnisse überhaupt nicht kennt.
Ja... an anderer Stelle nennst Du es auch "sich treiben lassen". Irgendwie stelle ich es mir beruhigend und "reinigend" vor, wenn ich wüsste, dass ich die ganzen nächsten Tage nichts anderes zu tun brauche, als aufstehen, gehen, proviant besorgen, kochen, zelt aufbauen, schlafen. Klar, auch da gibt es die Möglichkeit, in Konkurrenzverhalten reinzurutschen, weil man dauernd Leuten begegnet, die 30 oder 40 km pro Tag gehen, oder weil man "Miss Outdoor-Model" über den Weg läuft... Aber trotzdem: Der einfache Rhytmus und keine Erwartungen, mehr als das zu leisten...vielleicht sind die pilgertouren gar nicht mal so schlecht, laufen soll gesund sein, man sollte halt ab und zu mal ne schlafgelegenheit mit dusche haben. aber ansonsten find ich das ne gute idee, um weglaufgelüste zu befriedigen![]()
Oh ja, beneidet habe ich solche Leute auch immer. Ich bin auch selbst zu einer recht ungewöhnlichen Reise aufgebrochen (allerdings nicht so cool mit Rucksack, sondern mitm Auto), aber nach einer Woche war Schluss.Ich hab früher immer meine Freunde beneidet, als die nach dem ABI mit dem Rucksack durch die Gegend getourt sind ...ich dachte auch immer, woanders würde man mich vielleicht so nehmen wie ich bin, woanders wäre es einfacher mein Leben zu leben.
Ja, ich nehme tatsächlich an, dass die Versuchungen nicht so groß sind.Du schreibst "in Sibierien" würdest du nicht mehr von karriere und partys und schlank sein träumen - warum geht das nicht im hier und jetzt ? Nur weil die Versuchungen hier so groß sind und in Sibirien nicht?
Joa, den Fall habe ich auch schon gedanklich durchgespielt. Vor über einem Jahr hatte ich eine "Geschäftsidee", mit der ich mir zumindest ein Taschengeld hätte verdienen können. Was Kreatives... ABER ich hatte natürlich viel zuviel Angst vor Finanzamt, IHK, Berufsgenossenschaften usw. und natürlich besonders vor eventuellen Super-Woman-SachbearbeiterinnenSelbst in einer Waldhütte in der Uckermark hättest du Verpflichtungen - Waldhütte suchen, Ummelden (wohin soll sonst das Arbeitlosengeld überwiesen werden), wenn Verkauf von Handwerk dann heisst es Gewerbeanmeldung, steuerliche Erfassung zwecks Steuernummer, bei Verkauf auf Märkten heisst es dafür eine Genehmigung einholen. Und nun gehst du zb von deiner Waldhütte wo du selten jemanden triffst aufs Gewerbeamt und die dame die deinen Fall bearbeitet sieht aus wie Super-Woman. Und dann?
Das kann ich leider nicht so sehen. Ich schäme mich jetzt schon, dass mein Weg nicht geradlinig war. Sonst könnte ich ja evtl. auch einfach versuchen, in meinem "gelernten" Beruf eine Nische zu finden, aber da hätte ich Angst vor Fragen und dass mein Ex-Prof Dinge ausplaudert (also "Diagnosen", die ihm dummerweise mitgeteilt wurden), durch die mein Ruf endgültig futsch wäre.Das Leben ist zum Ausprobieren da - keine Entscheidung ist entgültig. Letzendlich kann man es ausprobieren und wenn es nicht klappt sucht man sich wieder was anderes.
Grundsätzlich wäre ich auch eher dafür, nur für ein paar Monate "auszubrechen". Wie gesagt, für Auswandern wäre ich eigentlich nicht mutig genug und viiiel zu heimwehanfällig.Du kommst mir halt so uneins vor, da würd ich an deiner Stelle evtl mal für ein paar Wochen oder Monate was planen aber nicht für immer.
Glaub ich eher nicht. Wenn, dann liegt es jedenfalls ausschließlich an mir, denn andere ermutigen mich immer, mal Urlaub zu machen oder zu überlegen, wie ein beruflicher Neuanfang klappen könnte. Ich denke halt zuviel, z.B. dass ich mich ja kenne und weiß wie abgrundtief faul ich bin und dass ich ja zu fett bin und eh immer nur ausgelacht werde usw. Wobei es momentan wirklich so ist, dass ich körperlich eine längere Reise oder gar Wandern nicht bewältigen könnte.Und diese nicht gelebten Träume hm, vielleicht dürfen die auch gar nicht gelebt werden?
Joa, stimmt. Jedenfalls teilweise. Also, ich weiß, wie und wer ich bin, aber ich kann es nicht akzeptieren. Ich hasse mich halt dafür, nicht Super-Woman zu sein.Bei dem was ich so verstanden habe geht es dir darum in deinem Leben anzukommen, das dieser Schritt sich nun in die Breite zieht, weil du keine Richtung oder Orientierung hast. Vielleicht auch die Angst sich wirklich in einem Job niederzulassen und festzulegen, wie und wer du bist?
wenn ich dir hier irgendwie impulse senden kann die helfen, lass es mich wissen.Das ist wirklich sehr traurig, ich kann mir gerade richtig vorstellen, wie sich das anfühlt.Leider kann ich es heute nicht mehr aus körperlichen Gründen. Früher fehlte mir das Geld bzw. die Zeit bzw. der Mut.
Ja, deswegen sagte ich ja neulich bezüglich Therapie, dass ich es vielleicht doch versuchen sollte, weil man manche Leute eben zu ihrem Glück zwingen musshm ich hatte so den impuls in mir, ich würd dich gern ma schubsen...
und entweder springst du dann bzw fällst oder fliegst hin, in reell und nicht nur gedanklich.
Na ja, "unter Wert" ist ja relativ. Bezüglich meiner Person verweigere ich eben die "Einsicht", dass ein Mensch per se wertvoll ist. Einem anderen Menschen würde ich vielleicht sagen, dass er sich allein deswegen "unter Wert" verkauft, weil kein Lebewesen es verdient hat, wegen irgendwelchen Macken einfach "ausrangiert" zu werden, einfach weil Leben nunmal wertvoll istich finds so schade, das du dich so unter wert verkaufst.
und ich hab auch kein plan, was dir da helfen könnte. (ausser jemand professionellen)
Das macht mich richtig traurig, da so hilflos zu sein.
Aber okwenn ich dir hier irgendwie impulse senden kann die helfen, lass es mich wissen.
Hm, nicht ganz...vesteh ich das richtig?
du magst dich nicht, weil du Dinge tust die du nicht gut findest, und machst keine guten Dinge für dich, weil du dich nicht magst?
Achtung, Beichte: Habe nicht nur im übertragenen Sinn versucht, die Spitzen des Unkrauts wegzuschneiden. Jetzt ist das schon länger vorbei, aber die Spuren tragen natürlich ihren Teil zu meinem enormen Selbsthass bei. Natürlich war das falsch gedacht.liest man all deine threads hab ich immer eine Unkrautpflanze vor mir (jetzt keine negativen Assoziationen wegen Unkraut !!) - weil du willst von diesem wuchernden Unkraut immer nur die Spitzen abschneiden oder denkst wenn du die Unkrautpflanze in ein anderes Gebiet umtopfst dann wuchert sie nicht mehr. Dabei ist die Lösung eigentlich die Wurzel auszugraben (mit professioneller Hilfe).
Eigentlich ja gar nicht witzig, sondern traurig... aber genau das kenne ich auch. Momentan verlasse ich zwar fast nur einmal pro Woche zum Einkaufen das Haus, aber ich veranstalte das selbe Theater - als ob die Verkäuferin sich wirklich gemerkt hätte, was ich letze Woche anhatte... Die "ich stinke"-Macke kenne ich auchFrüher hab ich in der Fortbildung sogar notiert, was ich anhatte, damit ich ja nicht an 2 WE das gleiche trage
Ich finde es extrem bewundernswert, was Du da alles geschafft hastIn deinem Kopf ist gleich dass du ablehnt wirst, wenn du einen anderen Weg einschlägst beruflich. Aber vielleicht bist du da selbst auch sehr streng...vielleicht ist ein Kommentar oder eine Nachfrage oder vielleicht auch ein blöder Spruch gleich eine Ablehnung deiner ganzen selbst. Wenn eine Bekannte zu mir sagt "ich versteh nicht wieso sie nicht studieren" dann lehnt sie doch nicht mich als GANZES ab sondern versteht einfach nicht meinen Weg.
eine Nische finden, in der ich zwar was Nütztliches mache und finanziell unabhängig bin, aber gleichzeitig möglichst selten auf Mitmenschen treffe, um nicht evtl. doch wieder die Gelüste auf ein "perfektes Leben auf der Überholspur" zu entwickeln.

Na ja, es ist nicht so, dass ich es nie probiert hätte. Ich habe immer viel Wert darauf gelegt, soziale Kontakte zu haben, tolle Parties zu organisieren und im Studium mindestens einmal pro Woche in unserer "Stammkneipe" rumzuhängen. Aber... das habe ich nur gemacht, um meinen "Wert" aufzubessern und es war sooo kräftezehrend, weil ich ja permanent mit Angstüberwindung beschäftigt war.Und noch trauriger, wenn man es nicht wirklich probiert hat. Es ist halt ein aus dem Weg gehen...Für einige ist das ihr weg.
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dass ich nie so sein werde, wie ich es gerne wäre
Ich bin mir nämlich ziemlich sicher das da einiges gutes in dir steckt, was raus will aber durch die "Domina" unterdrückt wird grad. Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Shiva« (23. Juni 2011, 09:05)

