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An-Chi

Schüler

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41

Montag, 16. Januar 2012, 13:25

Hallo Flendar,

wie geht es Dir nun mit Deinem Konzept? Klappt es weiter so gut?
ich bin die ich bin

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42

Montag, 30. Januar 2012, 02:01

Funktioniert die Radikallösung oder nicht?

Liebe Mitleidende und Mitlesende!

Mit großem Interesse habe ich jetzt eure gesamte Diskussion zum Thema NES gelesen. Danke für eure so engagierten Postings! Bin selbst heute Nacht per Zufall in eurem Forum gelandet. Wie der Hauptautor, Flendar, leide ich seit langer Zeit an NES und habe nun wahrhaft die Nase voll. Zuletzt vor einigen Jahren hatte ich schon einmal unter dem Stichwort NES gegoogelt. Aber Patentrezepte gab es und gibt es offenbar nach wie vor keine! Doch da sich die Medizin dem Thema nach wie vor diagnostisch nicht systematisch widmet und bspw. typische Klassifizierungsmerkmale fehlen, stimmt mich die Frage meiner subjektiven Problemlösung sehr bedenklich! Worauf mag dies alles hindeuten? Wohl vor allem darauf, dass das Problem nicht so leicht aus der Welt geschaffen werden kann. Leider! viannen_44

Deshalb, lieber Flendar, zunächst meine herzliche Frage an dich: Was ist aus deinem Projekt geworden? Bist du mit deiner Radikallösung weitergekommen oder abermals an Grenzen gestoßen? Ich persönlich stehe bald seit 14 Jahren nachts auf! Ich kann mich sogar noch gut ans erste Mal erinnern. Ich bin 33 Jahre alt. Eine Zeit lang war ich stark übergewichtig, trage heute aber Kleidungsgröße S! Meine Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich beisteuern kann: Berufliche und private Veränderungen (zuletzt das Scheitern meiner Ehe) hatten wenig Einfluss auf den Umstand, ob, wann und wie oft ich nachts aufstehe! Früher war es vielleicht weniger heftig als heute. Aber es ist auch nicht jede Nacht gleich schlimm. Wenn ich beispielsweise in Hotels übernachte, schlafe ich durch! Doch hier, daheim in meiner Single-Bude, bleibt alles fruchtlos: Leerer Kühlschrank? "Gute" oder "schlechte" Tage? Erfolgserlebnisse an der Hochschule mit meinen Studierenden? Private, intime Glücksgefühle? Leidenschaftliche Niederlagen des FC? Ob ernährungsbewusstes oder total unbewusstes Ess-Verhalten tagsüber? Vordergründig auch Bemühungen um mehr Selbstachtsamkeit? Alles schon durchdacht und gemacht! Therapie? Regelmäßig Sport? Rauchen? Alkohol? Theoretische Befassung mit dem Thema? Besuche eines vermeintlichen Experten mit Honorarprofessur an der FU Berlin vor acht Jahren und Aufsuchen der Medizinischen Zentralbibliothek in Köln mit der Lektüre klinischer Studien zum Thema? Arbeit an der eigenen Biografie und Familienstellen? Frühes oder spätes Zubettgehen? Entspannung vor dem Einschlafen? Rituale? Medikation? Alles weitgehend wirkungslos! Und Einschließen, wie du es machst? Die Strategien des "Biests" (wie du es nennst), oder Mister Hyde, waren stets clever genug, um die Bemühungen von Dr. Jekyll zu unterlaufen! :geist:

Nach meiner Einschätzung gibt es daher zwei alternative Strategien, um mehr über das Problem (das in Wahrheit typische Merkmale einer Sucht aufweist) herauszufinden und es zu beseitigen: Erstens, es muss ein Sinn dahinter liegen, der uns an diesem Problem leiden lässt! Um die Vermutungen von Shateka und anderen hier auf den Punkt zu bringen, geht es darum herauszufinden: Welchen Sinn hat das Problem und der Umgang mit ihm für uns? Geht es um Kompensation von Defiziten, unterdrückte Ängste, Kontrollverlust? Wie sieht es mit der Verarbeitung unseres Alltagsgeschehens und unserer Bedürfnisse in unseren Träumen aus? Wenn es um Sinn geht, welchen hat das Problem dann für uns: Fordert es Raum für den Teil von uns, den wir abspalten? Welche Bedürfnisse unterdrücken wir? Klagt das Problem unseren Umgang mit uns selbst an? Die Frage lautet in dem Fall: Welchen Deal können wir mit diesem emotionalen Teil von uns schließen, damit wir unser Problem erst integrieren und schließlich überwinden werden? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung und scheitere daran seit 14 Jahren! $-d

Zweitens, das ist der von dir gewählte Weg, und als "Kopfmensch" stimme ich dir zu: Radikallösung, um die längst chronifizierte pathologische Handlung endlich zu "entroutinalisieren"! Abgewöhnung! Was einmal erlernt wird, können wir auch wieder löschen (Extinktion)! Nun sind wir aber als Gefühlswesen nicht die Objekte behavioristischer Lerntheorien (Pawlows Hund und Skinners Ratten). Deshalb frage ich mich: Wie lange dauert die erforderliche Phase Entwöhnung!

Seit April 1998 komme ich nicht zur inneren Ruhe. Ich war damals 19 Jahre alt als alles anfing, stand kurz vor meinem Abitur und dem eigenverantwortlichen Sprung ins Leben. Dank deines Postings habe ich die Hoffnung, dass wir, indem wir hier miteinander unser Wissen teilen, Problemursachen besser verstehen und lernen, die Qual zu beenden!

Alles Gute aus der Domstadt! smoke

flendar

Anfänger

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43

Montag, 30. Januar 2012, 13:01

Hallo An-Chi, und hallo entertainer211, vielen Dank für eure Beiträge. Gerade der Beitrag von entertainer ist so gut verständlich für mich. Danke dafür.

Also, ich will mich wieder mal melden. Und zwar mit folgendem Resultat: Es funktioniert. Punktum.

Wie sollte es auch nicht funktionieren. Die andere Sache ist die, das "Biest" nutzt natürlich jede Gelegenheit, Schwachstellen im "System" zu nutzen. Also wenn man mal irgendetwas "vergisst" , und ein Schlupfloch beibehält, dann nutzt es das "Biest" gnadenlos aus, um 3.00 Uhr früh, und die Routine kommt zurück. Aber eben auch nur ein Stück weit.

Es ist so, wenn man jede Nacht Night Eating betreibt, seit Jahren, ist der Pegel bei -100. Durch jede Nacht, die man es nicht macht, schiebt sich der Pegel +5 in die andere Richtung. Zu Beginn vielleicht auch nur um +2, doch es wird mehr. Das heisst, wenn man mal bei -20 ist, ist man schon sehr gut eingestimmt auf das Durchschlafen. Es ist wirklich so eine "Kalibrierung", auch wenn sich das merkwürdig anhört. Man muss es viele viele Nächte durchhalten, um sich umzuprogrammieren.

Was ich aber definitiv sagen muss -> wenn man es einige Nächte durchgezogen hat, sagen wir mal 8-12 Nächte, setzt eine innere Veränderung ein. Es war immer so, dass ich abends total "hippelig" war, und auch recht schwer einschlafen konnte und dann eben zeitig wieder aufwache. Jetzt bin ich abends gut müde!!! Und kann gut durchschlafen.

Aktuell ist es (leider) so, dass ich aufgrund des Übergewichts manches mal schnarche, und dann von meiner Frau weg geschickt werde (ich schlafe oft wieder im Bett) der Prozess erneut einsetzt.

D.h. Abnehmen ist oberste Prio - ich nutze oft noch die Möglichkeit , eingeschlossen in meinem Büro zu schlafen, um das Biest im Zaum zu halten, um mich richtig zu "kalibrieren".

Also , mein Fazit ist - meine Methode ist die ERSTE, die funktioniert. Und die - für mich - nachweisliche Ergebnisse bringt.

Ich habe schon einige Nächte wieder ohne weitere Hilfsmittel im Bett DURCHGESCHLAFEN. Also ohne einschließen. Daran war vor "meiner Methode" nicht mal zu denken. Das macht mir extrem Mut.

Alle anderen Methoden und Hilfsmittel waren für mich persönlich nur Mumpitz. Es ist nur ein Prozess, man muss ihn längere Zeit durchhalten, bei Rückfällen wieder "die Methode" anwenden, um eine Bewegung der Kalibrierung in die andere Richtung vorzubeugen.

Ich bleibe dran, werde es weiterhin durchführen, euch auf dem Laufenden halten. Ich habe wirklich schon sehr sehr sehr gute Ergebnisse erzielt, die besten, die ich in meiner langen Leidensgeschichte überhaupt erzielt habe. Ich werde konsequent weiter an mir arbeiten, mich langsam, über Wochen umerziehen.

Was definitiv Schwachsinn war, war die Aussage des Arztes im Schlaflabor: "Sie müssen es 3 Nächte durchbrechen, dann ist es weg". Das stimmt de facto - bei mir - nicht. Es ist eine Sache von Wochen. Aber diese Sache lohnt sich!

Viele Grüße, ich halte euch auf dem laufenden. Vielleicht ist meine Methode ja eine Anregung für euch alle. Wünsche euch nur das allerbeste.

flendar

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44

Montag, 30. Januar 2012, 23:39

Für mich ist es eine Anregung, ja!

Hallo Flendar!

Danke für deine umgehende Antwort. Ich freue mich sehr über deine Fortschritte und drücke dir die Daumen, dass es auch weiterhin so positiv weitergeht. Ich glaube an deine Methode und deshalb ist sie für mich eine Anregung. Magst du das App nicht vermarkten? ;-) Im Ernst: Besteht die Möglichkeit, es einmal auszuprobieren? Läuft es auf dem iPhone? Bin leider kein Programmierer, sodass ich auf deine Hilfestellung angewiesen bin. Ach ja: Ich meine diese Frage wirklich ernst! :)

Viel Erfolg weiterhin beim "Kalibrieren"! Wir können ja gemeinsam ein Buch schreiben. Da übernehme ich dann die meiste Arbeit ;-)

entertainer

Shateka

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Dienstag, 31. Januar 2012, 00:15

Hallo ihr beiden!

Ich verfolge das Thema interessiert mit, auch wenn ich kein NES habe. Aber ich finde sehr spannend, aus fachlichem (Thema: Psychologie des Schlafes oder so ^^ ) wie persönlichem (vielleicht kann ich auch etwas daraus lernen) Interesse heraus.

@Flendar: ich freue mich ehrlich mit dir, dass es so gut klappt und du eine Entlastung erlebst!

@entertainer:

Zitat

Doch da sich die Medizin dem Thema nach wie vor diagnostisch nicht systematisch widmet und bspw. typische Klassifizierungsmerkmale fehlen, stimmt mich die Frage meiner subjektiven Problemlösung sehr bedenklich!
Das klingt für mich, als meintest du, dass ein Diagnoseschema bei der Lösung behilflich sein würde? ?( Selbst wenn für viele psychische Krankheiten Diagnose bereits Diagnosekriterien festgelegt wurden, von einem Lösungsschema habe ich noch nicht gehört...wäre ja auch zu schön. :D Ich bin deiner Meinung (falls es überhaupt deine ist), dass Klassifizierungsmerkmale sinnvoll wären, um dem Night-Eating-Syndrome zu einem eigenständigen Krankheitsbild zu verhelfen, was es Betroffenen erleichtern könnte, zu erkennen, woran sie leiden.

Du sagst, du hast soviel versucht...mich würde interessieren, ob du generell das Gefühl hast, weitergekommen zu sein in Bezug auf andere Probleme und das NES-Syndrom sozusagen das letzte Überbleibsel darstellt (so erleben das hier manche Leute mit ihrer Essstörung) oder ob du immer schon mit dir und der Welt halbwegs in Einklang warst und NUR das Problem Night-Eating hast? Letzteres kann ich mir zwar nur schwer vorstellen, aber man soll ja für alles offen sein und ich konnte das aus deinem Text nicht so ganz heraus lesen.

Liebe Grüße,
Shateka

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Shateka« (31. Januar 2012, 00:15)


myway

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Mittwoch, 22. Februar 2012, 20:50

:winken3: Flendar, wie geht es Dir? :suchend:
Herzliche Grüße von myway :krone:

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