Meine Familie ist wirklich wunderbar! Sie versuchen mir Kraft und Halt zu geben, wo sie nur können. Unterstützen mich, reden mir gut zu, versuchen bei mir zu sein, soweit es ihnen möglich ist.
Ich hab kopiere hier mal einen Beitrag rein, den ich letzte Woche (nach dem Kennenlerntermin meiner neuen Therapeutin) geschrieben hab. Er spiegelt meine momentane Gefühlslage ganz gut wieder:
Ich
war am Montag bei einer Therapeutin, mit der ich zum Glück sehr gut
auskomme. Die Wellenlänge hat gleich gestimmt und sie ist sehr lieb,
offen und lustig und hat schon in der ersten Stunde, die dem
Kennenlernen diente, versucht mir die Angst zu nehmen.
Sie ist auf
Patienten mit meiner Erkrankung (BED =
Binge Eating Disorder/Esssucht)
seit 14 Jahren spezialisiert und bietet mir eine
Verhaltenstherapie an.
Ich lerne in dieser
Therapie mit Gefühlen umzugehen statt sie mit Essen
zu deckeln. Weiters werden die psychischen Hintergründe, die Ursache für
meine Erkrankung sind, aufgearbeitet. Alles wird sehr strukturiert und
regelmäßig ablaufen. Wöchentliche Treffen und "Hausaufgaben" in Form von
Fragebögen für mich.
Nächsten Mittwoch habe ich ein sog.
Erstgespräch. Danach folgen die obligatorischen 5 "Probestunden" und
dann wird sie weitere 40 Stunden bei meiner Krankenkasse beantragen.
Sie hat mir jedoch bereits in der ersten Stunde das Gleiche gesagt wie
meine Therapeutin in der Klinik - ich werde nie "normal" sein oder so
selbstverständlich und normal essen können wie andere Menschen. Ich
lerne lediglich mit meiner Krankheit zu leben. Diesen Gedanken, nie
"normal" sein zu können, kann ich mittlerweile annehmen. Jedoch der
Schritt zu meiner Krankheit zu stehen ist wieder ein Stück rückwärts
gegangen - ich schäme mich so zu sein.
Die Angst vor alldem was nun
die
Therapie mit sich bringt ist riesig groß. Aber das Bedürfnis mit
meiner Krankheit leben zu können und sie zu akzeptieren und als zu
mirzugehörig annehmen zu können ist noch größer als die Angst. Die
Klinik war der erste, entscheidende Schritt. Die
Therapie jetzt wird ein
Stück meines Weges...ich will und werde nicht aufgeben!
PS: Trotz mentalem Rückschritt halte ich die verlorenen xx KG weiterhin...
Morgen gehts los! Morgen habe ich den ersten Termin. Das sog. Erstgespräch. Den hab ich nochmal bei einem anderen Therapeuten, damit eine weitere Einschätzung vorliegt. Find ich okay, allerdings werd ich auch ganz ehrlich sein, wenn ich mit dem Mann nicht sprechen kann. Und dann freu ich mich auf meine Therapeutin und die Zusammenarbeit mit ihr. Auch wenn´s nicht leicht wird. Aber ich hoffe, dass ich dann auch wieder weiter komme...in meinem Bestreben, meine Krankheit als Teil von mir zu akzeptieren und mit diesem Teil zu leben...