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sandymaus144

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1

Donnerstag, 29. September 2011, 18:20

Alltag, wie ist das bei Euch? Bei mir ist es meist so

Hallo!

Ich bin ja erst frisch hier eingestiegen, hab hier und da mal geblättert, aber bin noch nicht viel zum lesen gekommen. Trotzdem, ich denke manchmal echt, wie blöd bist Du. War mit dem Gewicht faßt am Ziel und schwupp rutscht es mir aus den Händen. Ja warum? Ich weiß oder vermute es liegt an der Person die mich so werden lies wie ich heute bin und doch ist es anders. Dazu aber vielleicht in einen anderen Beitrag. Erst mal hier mein Alltag. Ok, ich 41, verheiratet, Vollzeitjob und ein 6 Jahre altes süßes Mädchen. Wie kann sowas laufen, oder viel mehr wie läuft es jetzt mit dem Schulstart:

  • 5:35 klingelt der Wecker (aufstehen möchte ich aber nicht wirklich) meist wird es 6:00
  • wie jeder andere erst mal frisch machen für den Tag
  • 6:30 starte ich schon mal im Homeoffice meine Arbeit, während mein Mann sich langsam auf macht in die Küche, Frühstück, Brotzeit, Kind wecken. Zwischendrin kuschel ich noch mit meiner Kleinen kurz
  • 7:30 Arbeit beenden und ab in die Schule, dann ins Büro. Sicherlich fragt sich der eine oder andere wo mein Frühstück ist. Gibt es keines auch wenn ich weiß das ist nicht gut, aber mir reicht früh mein Kaffee während der Arbeit und gut ist es.
  • 7:55 2. Runde Arbeit. Wenn ich nicht irgend welche Arzttermine habe, oder mal mittags mir wie heute einen Friseurtermin gönne arbeite ich ansonsten durch bis 13:45. Mittagessen währende der Arbeit. Mal früher, mal später, je nach Hunger.
  • Kind von der Schule abholen, Hausaufgaben
  • danach oder nebenbei wird entsprechend weiter im Homeoffice gearbeitet. Je nach dem ob Mittagstermin oder nicht. 15:30 Mo Mädlstreffen (meine Freundin und die Kids), Mi 16:45 Tanzen meiner Tochter, oder Di/Do dies und das. Also Termin, Besorgungen, Hausarbeit, mit Kind beschäftigen usw.
  • 18:00 Abendessen, 19:30 Kind geht in's Bett
  • und dann beginnt meiner Feierabend, wo ich mehr oder weniger kraftlos aufs Sofa unter die Deckel gehe und mir nur noch eine schöne Sendung einwerfen möchte
  • spätestens kurz vor 22 Uhr zieht es mir die Augen zu

Wenn ich denn nicht durch futter. Ja die Frage, wo waren nun die Fa's?

Vor 1,5 Jahren hätte ich gesagt "gibts keine". Zumindest gab es keine mehr in der Form. Ich hatte meine Ernährung umgestellt und weg waren Sie. Allerdings ging es da auch seelisch besser. Nun, seit ein paar Monaten ist es wieder anders. Ich bekomme zwar langsam meine Hauptmahlzeiten wieder auf die Reihe, aber die Fa's sind trotzdem da und ich war so sicher es hat mit der Ernährung zutun. Denkste. Die Seele hat Hunger und was ist meine Seele am liebsten? Süßigkeiten, aber zwischendurch darfs auch Herzhaft sein.

Im Büro hab ich nichts, aber Zuhause. Da hilft auch kein Satz den ich mir eingeprägt hab "es gehört meiner Tochter oder meinen Mann" finger weg. Verbieten will ich es keinem. Mir ist klar ich muß das lernen mit umzugehen, aber wie???

Wann kommen sie. Meist Abends, dann wenn ich zur Ruhe komme. Vielleicht schon beim Abendessen, wenn genügend Nachschlag da ist oder die Portion groß genug ist. Dann wenn davon der Magen schon so voll ist um noch Süßkram hinter her zu schieben. Meist heimlich hier und da, und alles was ich in die Finger bekomme. Im Wechsel zwischen süß und herzhaft (pingpong zwischen Schrank und Kühlschrank), schokoladig ist alles, aber auch Chips, Gummitierchen aller Art, genauso wie Kaubonbon und Kekse. Gern dazwischen Scheibchen Käse, oder Wurst. Auch mal tief in der Nacht wenn der Kopf nicht abschaltet und einen weckt. Es ist alles möglich, bis hin zum übel werden. So ist mein Alltag.

Was mich bewegt, wie ich bin, wer mich im Alltag bewegt folgt.

LG

Sandymaus

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Freitag, 30. September 2011, 09:07

hallo Sandymaus,

ich habe keine Kinder und kann nur den normalen Alltag mit FAs schildern. Auch ohne FAs ging es eine Weile gut. Früher hatte ich eine Art Gewichtskontrolle, das heißt ich konnte die FAs unterbinden, wenn ich zugenommen hatte, bis es wieder runter war. Der Alltag (wenn mein Mann keinen Urlaub hat) sieht so aus:

Um 5.45 Uhr klingelt sein Wecker. Ich geh zur Toilette und lege mich wieder ins Bett. Er frühstückt alleine und geht um 7.00 Uhr aus dem Haus. Ich werde dann zwischen 9 und 10 Uhr wach, stehe auf, mache Wäsche, koche mir einen Kaffee nach dem anderen (morgens habe ich keinen Hunger), checke meine Mails, gehe an den Computer, zwischendurch kümmere ich mich ein bisschen um den Haushalt, dann gehe ich Fernsehen (ich kriege Rente), nachmittags koche ich mir einen Teller Fisch mit Kartoffeln oder Nudeln, oder Nudeln mit Soße, oder ich fahre einkaufen und gebe dann vor dem Fernseher meinen FAs nach. Wenn ich keine FAs habe, gehe ich wieder zwischendurch an den Computer und lese oder schreibe ein bisschen an meinen Büchern. Ich habe mehrere Projekte laufen. Auch nicht nur Bücher, sondern auch Schals oder Socken oder einen Pullover (Stricken).

Im Urlaub ist mein Mann hin und wieder auf dem Laufenden (er trainiert für den nächsten Marathon). In der Zeit gönne ich mir auch oft FAs. Ich gebe den FAs eigentlich nur alleine nach. Auf Reisen muss ich dann lernen, vor mehreren Menschen zu essen, weil wir dann in Restaurants gehen. Das ist schwer für mich, ich grause mich davor, von anderen dabei gesehen zu werden. Aber ich weiß, dass ich das lernen muss, denn Essen ist keine Schande, egal wie dick man ist, niemand soll verhungern müssen. Bisher ist es so, dass ich mich in der Öffentlichkeit für meinen natürlichen Hunger schäme. Für den unheimlichen, der mich unkontrolliert fressen lässt, schäme ich mich noch mehr, deshalb findet das ja heimlich statt.

Was mich letztendlich zu FAs treibt, weiß ich eigentlich nicht so genau. Es ist ne Art Schutzpanzer, das Dicksein, ich habe Angst vor Attraktiviät, und es ist auch eine Art Belohnung oder auch Erholungsfaktor, es bedeutet mir auch ungestörten Genuss. Essen in Anwesenheit anderer ist kein ungestörter Genuss mehr. Darum scheine ich meine FAs zu brauchen. Besser kann ich das alles nicht erklären.
__________________

Liebe Grüße

Bipolarbärchen



Ich möchte ein Eisbär sein,

im kalten Polar,

dann müsste ich nicht mehr schrei'n,

alles wär so klar.

sandymaus144

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3

Freitag, 30. September 2011, 11:35

Erst Mal Hallo Bipolarbärchen und danke für Deine Offenheit.

Zitat

Ich gebe den FAs eigentlich nur alleine nach. Auf Reisen muss ich dann lernen, vor mehreren Menschen zu essen, weil wir dann in Restaurants gehen. Das ist schwer für mich, ich grause mich davor, von anderen dabei gesehen zu werden. Aber ich weiß, dass ich das lernen muss, denn Essen ist keine Schande, egal wie dick man ist, niemand soll verhungern müssen. Bisher ist es so, dass ich mich in der Öffentlichkeit für meinen natürlichen Hunger schäme. Für den unheimlichen, der mich unkontrolliert fressen lässt, schäme ich mich noch mehr, deshalb findet das ja heimlich statt.
Oft gehe ich den Fa's auch allein nach, da ich die Blicke meines Mannes nicht vertrage. Er will mich unterstützen. Schon seit Jahren bei der Abnahme, aber sieht und versteht nicht mein Grundproblem. Mich macht das dann noch mehr fertig. Da er es zwar gut meint, ich aber wütend bin weil er was sagt oder mich erwischt hat. Selbst meine Kleine sorgt sich um mich. Im Restaurant muß ich dann auch oft kämpfen wenn ich seh wie schlanke 3-Gänge-Menüs bestellen. Egal wie ich es mache, ob ich normal wie eigentlich jeder andere bestelle oder einen Salat vor mir habe, die Blicke hat man im Nacken und die Gedanken hört man förmlich einen als Echo entgegen fliegen.



Was mich erschreckt ist Dein erster Satz aber trotzdem. Wenn ich das sagen darf, hab ich das Gefühl Du bist einsam und auch wenn ich viele Menschen um mich rum habe, hab ich auch sehr oft so ein Gefühl.

Zitat


Was mich letztendlich zu FAs treibt, weiß ich eigentlich nicht so genau. Es ist ne Art Schutzpanzer, das Dicksein, ich habe Angst vor Attraktiviät, und es ist auch eine Art Belohnung oder auch Erholungsfaktor, es bedeutet mir auch ungestörten Genuss. Essen in Anwesenheit anderer ist kein ungestörter Genuss mehr. Darum scheine ich meine FAs zu brauchen. Besser kann ich das alles nicht erklären.

Hm, Ich hab so auch den Eindruck (und hoffe ich verletzte Dich nicht dadurch) da spielt bei Dir viel Einsamkeit die Rolle. Die mir auch viel von Fa's gibt. Ja als Belohnung, sicherlich auch vor Angst atraktiv zu sein, andererseit würde ich das sehr gerne sein. Oft esse ich auch vor Zeitmangel. Zeit für mich zu haben. Wenn ich Deine Worte lese, fühlt es sich so an als ob Du zu viel Zeit hast und nicht wirklich weißt was Du tun sollst. Auch wenn Du genügend Hobbys hast. Das kenne ich auch zu gut. Hab ich den mal Zeit, weiß ich nichts damit anzufangen. Lustlosigkeit breitet sich aus. Machen möchte ich viel, aber was zu erst und am Ende, was mach ich? Essen!

Es ist erschreckend wie unterschiedlich diese FA's sich melden und doch irgendwo gleich sind ein Trostpflaster für die Seele *kopkrtz*

Chaosprincess Yrla

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Freitag, 30. September 2011, 20:24

hm.. das Essen hat ja bei vielen verschiedene Funktionen.
Momentan habe ich ich mich sehr im Griff und die FAs kann ich kontrollieren.
Aber ich kann das nur, wenn ich Licht am Horizont für mich sehe, daß sich Abnehmen auch lohnt.
Ich will attraktiv sein und als frau gesehen werden und wollte mich aber dafür nie quählen müssen.
Liegt daran, daß ich als recht strammes dralles Kind oft auf Diäten gesetzt geworden bin und mein "Schweinehund" mit "WEnn Du dick bist, bist Du auch nicht attraktiv!" gedrillt worden. Als Kind und junger Mensch hatte ich gescheiteret Diätkarrieren und irgendwann mal die Nase gestrichen voll. Und ich aß... ich aß mir die Hucke voll mit dem Kampfschachtruf: Verdammt nehmt mich so wie bin! Es war die unendliche Wut in mir. Die Wut nicht akzeptiert zu werden... und die Wut sich nichts mehr nehmen lassen zu wollen.
Naja, ich gebe schon zu, wenn ich trotz gesunden Essen, ich bei der Abnahme nicht weiterkomme ich dann vor Wut hungere..
Wie schon gesagt, ich gehe mittlerweile bei Suchtdruck auch hungrig ins Bett.

)Ich bin auch ein schlechter Frühstücker... aber wenn ich morgens richt esse, esse ich abends auch genauso viel wie ich sonst auch esse.

Ach es ist kompliziert..

Grüße

Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

Sina

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Freitag, 30. September 2011, 21:33

Also, auch wenn es sinnlos-peinlich rüberkommen mag: Hier mein Alltag als faule Arbeitslose...


Variante 1 ("guter Tag")
Um 5 oder 6 Uhr stehe ich kurz auf und füttere die Katze, dann verkrieche ich mich wieder schnell ins Bett.
Ich stehe dann um ca. 8:30 Uhr richtig auf, gehe ins Bad und weiche ein paar Kleidungsstücke ein (keine Waschmaschine), dann dusche ich. Ohne "ordentliches" Frühstück mit Brot/Müsli, Obst und Tee/Kaffee kann ich seit einigen Jahren gar nicht mehr, obwohl ich noch als Teenie Frühstücksmuffel war. Nach dem Frühstück gibts die erste Zigarette, danach wasche ich die Wäsche. Anschließend kleiner Abwasch des Frühstückgeschirrs - wenn ich das nicht gleich mache, gammelt es vor sich hin und kann an schlechten Tagen schonmal leicht für einen "Nervenzusammenbruch" sorgen.
Den Vormittag vertrödle ich mit Internet oder Lesen und Dingen, die so anstehen (je nach Tag u.a. Einkaufsliste schreiben, Katzenklo putzen, Näpfe waschen, irgendwo in der Bude putzen - viel schaffe ich NIE).
Um ca. 13 Uhr fange ich mit dem Kochen an, Essen ist dann ca. eine Stunde später fertig. Den Abwasch macht ne Mitbewohnerin.
Nachmittags dann wieder Lesen, Internet, Nähen oder mal kleine Übersetzungesarbeiten für Jemanden. In seltenen Fällen hocke ich auch mal schon nachmittags vor der Glotze.
Abendessen ca. um 19 Uhr, schnell belegte Brote o.ä.
Danach etwas Zeit totschlagen bis zur Tagesschau und dem anschließenden Fernsehkonsum. Oft gehe ich schon nach einem Film oder zwei Dokus (also um ca. 22 Uhr) total "erschöpft" ins Bett :whistling: :thumbdown: schlafe dann aber regelmäßig erst nach Mitternacht ein. Aber oft nervt mich das Wachliegen nichtmal, irgendwie "brauche" ich das zum Nachdenken, "Gedankensortieren" und Träumen. Habe sogar in alter Gewohnheit, also wie in meinem "früheren Leben" immer Zettel und Stifte neben dem Bett liegen, um mir kreative Ideen und To-Do-Listen notieren zu können.


Variante 2 ("schlechter Tag")
Bin erst um 1 Uhr richtig eingeschlafen, aber um 4 Uhr schreit und kratzt mich Katzi schon wieder aus dem Bett. Fühle mich nervlich nicht gewappnet genug, um das weitere ein bis zwei Std. auszuhalten, also taumle ich fluchend aus dem Bett und klatsche Fressi in den Napf :cursing:
Danach liege ich wach... da ist doch von gestern noch ein Brötchen in der Küche... oder ich könnte doch einfach ein Glas Marmelade - fällt ja keinem auf, wenn da eins fehlt - außerdem hab ich die gekocht, geht also niemanden was an... oder zumindest n Joghurt... Ich schaffe es aber, mich abzulenken, denn wenigstens das Nachtfressen will ich nicht wieder anfangen. Also Wasser trinken und mich rumwälzen. Irgendwann bilde ich mir sogar ein, dass mein Magen richtig knurrt. Langsam döse ich ein.
Um 7 schrecke ich beim Knallen der Wohnungstür wieder hoch. Katzi nutzt die Gelegenheit, um erneut Bedarf anzumelden. Das Vieh muss auch ne Essstörung haben. Kann doch nicht sein, dasses schon wieder Hunger hat. Also Katze neben mir im Bett niederkraulen, dass Tier soll wissen, dass ich nicht jedes seiner Bedürfnisse immer mit Futter abspeisen möchte, egal wie schlecht ich drauf bin.
Nochmal wegdösen... wache erst gegen 10 Uhr wieder auf und bin sauer. Ich HASSE es, spät aufzustehen, schäme mich dafür, so nutzlos und faul zu sein.
Stehe vor meinem Wäscheberg und beschließe, dass ich heute "keine Kraft" habe, was zu waschen.
Frühstück wie üblich.
Dann vorm PC kreisen meine Gedanken ums Essen, ich zähle die Stunden und Minuten bis zum Mittagessen, denn das ist ja die einzig legitime Gelegenheit, was zu "fressen". Leider steht heute Gemüsepfanne mit Reis auf meinem Speiseplan, das nervt, gerade jetzt könnte ich "was Richtiges" gebrauchen (SORRY an alle perfekten Gesund-Freaks). Also Ablenkungsversuche mit Nähen oder doch noch Wäschewaschen und putzen.
Zu allem Übel steht heute Nachmittag auch noch der Wocheneinkauf an. Na schön, dann darf ich mir heute eben "was Böses" gönnen. Wird auch gemacht, aber nachdem die Tüte "Böses" verdrückt ist, "muss" ich noch mal eben den Kühlschrank durchchecken und diverse eigentlich als Backzutaten gedachte Dinge hinterherschieben... und das Ganze geht dann nahtlos ins Abendessen über. Auch Zigaretten helfen da nicht mehr, denn wenn ich erst mit Essen angefixt bin, finde ich die noch mehr *bäh* als sonst schon.
Selbst abends vorm Fernseher kann ich mich kaum "konzentrieren", weil ich dauernd Fressdruck habe.
Wenn mir jetzt jemand "falsch" über den Weg läuft, werde ich zur sinnlos keifenden Furie, was mich dann erst recht sauer auf mich selbst macht... und das bedeutet... RICHTIG *******

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Samstag, 1. Oktober 2011, 06:52

Danke Sina, für diese ehrliche und sehr autentische Geschichte aus deinem Alltag.
Das hat mich gerade extrem nachdenklich gemacht.
Ich frage mich auch gerade, ob ich auch so ehrlich aufschreiben kann, wie es wirklich läuft jeden Tag.
Ich gehe zwar arbeiten, aber auch nur ca. 4,5 Std pro Tag. Da bleibt noch einige Zeit für "den Wahnsinn".
Meist arbeite ich auch erst ab ca. 11:15 Uhr. Davor, also wenn meine Kleine sicher in der Schule angelangt ist...
Das ist meist meine "ultimative" Sucht voll ausleben Zeit.

Mal sehn vielleicht schreib ich auch mal so drüber.

trivi

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Samstag, 1. Oktober 2011, 11:51

auch wenn das so oft steht, ich wiederhols trotzdem nochmal,..........und man erkennt sich selber immer wieder... :(

Ich stell jetzt mal in diesem Thread noch eine Zusatzfrage (wenn erlaubt),...eben gerade weil Sina die Tage in gute und schlechte aufgeteilt hat.
Was würde euch helfen, einen schlechten Tag doch noch zu einem guten umzuwandeln?
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(Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht)

sandymaus144

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Dienstag, 4. Oktober 2011, 20:01

Hallo und klar darft Du fragen,

ich finde diese Frage auch sehr interessant.

auch wenn das so oft steht, ich wiederhols trotzdem nochmal,..........und man erkennt sich selber immer wieder... :(

Ich stell jetzt mal in diesem Thread noch eine Zusatzfrage (wenn erlaubt),...eben gerade weil Sina die Tage in gute und schlechte aufgeteilt hat.
Was würde euch helfen, einen schlechten Tag doch noch zu einem guten umzuwandeln?

Gute Frage aber schwer zu beantworten.

Vielleicht sollte der Tag mehr Stunden haben? Oft fehlt mir die Zeit zum runter fahren, Zeit für mich, Zeit für Dinge im Haushalt, Zeit für mein Kind.
Ein Schalter den man umlegen könnte um die Schmerzen auszuschalten. Vielleicht auch eine innere Notbremse. Wenn ich merke es ist zu viel, aber wer kann das schon. Früh, muß man eben mal los. ega ob Schule oder Arbeit, trotzdem möchte man lang im Bett liegen bleiben. Gerade jetzt wo es sooo schön kuschelig wird. Im Büro, muß die Arbeit gemacht werden, auch wenn man noch so müde und kraftlos ist oder die Arbeitszeit eben nur die Stundenzahl hat.

Ich weiß es nicht. Im Moment ist alles zu viel. Selbst nichts tun ist angstengend.

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Samstag, 29. Oktober 2011, 11:47

Hm, Ich hab so auch den Eindruck (und hoffe ich verletzte Dich nicht dadurch) da spielt bei Dir viel Einsamkeit die Rolle. Die mir auch viel von Fa's gibt. Ja als Belohnung, sicherlich auch vor Angst atraktiv zu sein, andererseit würde ich das sehr gerne sein. Oft esse ich auch vor Zeitmangel. Zeit für mich zu haben. Wenn ich Deine Worte lese, fühlt es sich so an als ob Du zu viel Zeit hast und nicht wirklich weißt was Du tun sollst. Auch wenn Du genügend Hobbys hast. Das kenne ich auch zu gut. Hab ich den mal Zeit, weiß ich nichts damit anzufangen. Lustlosigkeit breitet sich aus. Machen möchte ich viel, aber was zu erst und am Ende, was mach ich? Essen!

Es ist erschreckend wie unterschiedlich diese FA's sich melden und doch irgendwo gleich sind ein Trostpflaster für die Seele

Hm, Ich hab so auch den Eindruck (und hoffe ich verletzte Dich nicht dadurch) da spielt bei Dir viel Einsamkeit die Rolle. Die mir auch viel von Fa's gibt. Ja als Belohnung, sicherlich auch vor Angst atraktiv zu sein, andererseit würde ich das sehr gerne sein. Oft esse ich auch vor Zeitmangel. Zeit für mich zu haben. Wenn ich Deine Worte lese, fühlt es sich so an als ob Du zu viel Zeit hast und nicht wirklich weißt was Du tun sollst. Auch wenn Du genügend Hobbys hast. Das kenne ich auch zu gut. Hab ich den mal Zeit, weiß ich nichts damit anzufangen. Lustlosigkeit breitet sich aus. Machen möchte ich viel, aber was zu erst und am Ende, was mach ich? Essen!

Es ist erschreckend wie unterschiedlich diese FA's sich melden und doch irgendwo gleich sind ein Trostpflaster für die Seele

Hi Sandymaus,

tja die Einsamkeit ist seit Jahrzehnten ein stiller Begleiter. Früher habe ich schnell Freunde gefunden und mit ihnen auch viel unternommen. Meistens sind wir abends ausgegangen in Kneipen oder Discos, auch mal ins Kino oder einfach ne Runde mit dem Auto gefahren. Das Autokino fand ich immer sehr gemütlich, aber ich wurde früher nicht so schnell dicker, weil ich da auch noch geraucht habe. Seit ich meinen Mann kenne, habe ich immense Kontaktschwierigkeiten. Er ist ein totaler Einzelgänger, kennt eigentlich nur noch seine Geschwister und seinen Schwager, und ist sehr schüchtern insgesamt. Durch meine Selbsthilfegruppe (Depressionen) habe ich eigentlich nur eine gute Bekannte gefunden, ich hoffe, es entwickelt sich langsam etwas wie Freundschaft.

Meine Schwägerin meint, diese FAs sind eigentlich nur "Langeweile im Mund", und wenn ich noch rauchen würde, vielleicht nicht so stark ausgeprägt. Tatsache ist aber, dass ich früher zum Rauchen zusätzlich noch FAs hatte. Und zugenommen habe, obwohl ich geraucht habe. Durch das Rauchen darf man vielleicht einen Riegel Schokolade bzw. so ungefähr 55 kcal zusätzlich essen, haben Wissenschaftler raus gefunden. Der Stoffwechsel ist nicht so viel kleiner. Außerdem war ich beim Rauchen nach wenigen Metern außer Puste, so dass ich durch Sport die zusätzlichen Kalorien ausgleichen konnte. Abgenommen habe ich nur durch meine Gallensteine, die Gallenblase wurde aber 2001 entfernt, und seitdem geht das Gewicht stetig bergauf, egal was ich wann dagegen unternehme.

Das einzige, was mich in den letzten 4 Jahren vom Fressen abgehalten hat, war die Einnahme von Lithium. Dadurch hatte ich mein Essverhalten unter Kontrolle, weil meine Emotionen unter Kontrolle waren. Ich erwäge die Entscheidung, das Zeug wieder zu nehmen, einfach aus Verzweiflung, meiner FAs sonst nicht mehr habhaft zu werden. Obwohl es total ungesund ist und zahlreiche Nebenwirkungen hat, darunter auch die Schilddrüsenunterfunktion, die seit 2009 behandelt wird. Die Unterfunktion könnte dadurch schlimmer werden, und insgesamt die Problematik eher verschlimmern. Dann könnte ich allerdings zum Endokrinologen und das L-Thyroxin anpassen lassen. Ich bin hin- und hergerissen, mach ich's oder nicht.

Ein "guter" Tag ist für mich: Nach dem Aufstehen ein Yoghurt essen, Kaffee trinken, den Haushalt machen, zwischendurch ein paar Anrufe oder an den PC gehen, vielleicht auch einen Stadtbummel machen oder jemanden treffen (habe eine alte Schulkameradin gefunden, die auch hier wohnt!), abends was Warmes essen, zwischendurch ne Banane, nen Apfel oder noch einen Yoghurt, Fernsehen und dann ins Bett. Das ist ein guter Tag. Den schlechten habe ich eingangs beschrieben.
__________________

Liebe Grüße

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Samstag, 29. Oktober 2011, 21:13

Mein guter Tag:
6:30 aufstehen und Baby stillen, danach aufspringen, und schreienden 2 Jährigen Milchflasche fertig machen. Zwischenzeitlich das Baby und mich waschen und anziehen. Dann kommt der große dran. Weil wir eh schon zu spät sind, gibt es wie jeden Morgen vom Kiosk gegenüber ein Brötchen oder Croissant auf die Hand.Schnell zum Kindergarten, und danach einkaufen. Zuhause stillen und aufräumen. Dann kommt die erste FA. Haushalt wird fortgeführt, und Baby versorgt und bespielt. Wie jeden Tag erledige ich noch Papierkram oder gehe zu einem der nervigen Ämter. Großen von der kita abholen und nach Hause für Ihn Essen kochen. (weil man ja noch so hungrig ist haha gleich ncoh mal mitessen) Noch einmal rausgehen auf den Spielplatz, Kinder danach säuber, Abendbrot essen ( das erste Mal) und Kinder ins Bett stecken. DAnach kommt das zweite Abendbrot, bevor ich mich an den Rechner setze, wo ich dann meist bis Mitternacht und länger bin, und dabei unmengen von Süßem, Salzigen Dingen verdrücke, um mich dann ins Bett zu schleppen damit ich das Baby stillen kann. Circa 6 Stunden später fängt alles wieder von vorne an.

Mein schlechter Tag:
Alles wie oben beschrieben, nur das ich den ganzen Tag über Essen in der Hand habe, und auch noch Nachts wach werde und mir etwas reinschieben muss.
ABS, wenn ich das schon höre - man muß doch die Chance haben, gepflegt auf die Schnauze zu fliegen! ;-)
Quelle: gungfu.de

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Donnerstag, 1. Dezember 2011, 11:24

hallo, ich habe noch ein Frage.
ich bin momentan auf der Suche nach einem Praktikum unter anderem auf http://www.praktikumberlin.com, aber nicht vieles geht voran, weil ich sehr Angst habe, wie es mit meinen Essstörungen sein wird...
hättet ihr Tipps, oder wisst ihr schon, wie es mit einer Arbeit geht?
danke!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »salssh« (5. Dezember 2011, 10:48)


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Donnerstag, 1. Dezember 2011, 11:32

was sind da genau deine Befürchtungen ? Die meisten hier arbeiten trotz ES und anderer psych. Probleme....


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Freitag, 2. Dezember 2011, 09:53

ich habe Angst, dass während der Arbeit Essanfälle auftreten und meine Arbeit darunter leidet, weil ich nicht die Kontrolle darüber habe.
es beruhigt mich aber, dass viele es schaffen, trotzdem ihre Arbeit zu machen. :thumbup_1:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »salssh« (16. Dezember 2011, 14:43)


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Freitag, 2. Dezember 2011, 11:40

Ich weiß, dass hört sich jetzt vielleicht unbefriedigend an, aber warte ab was passiert. Manche haben gerade während der Arbeit keine FAs weil sie ablenkt sind. Wenn du doch Fressanfälle bekommen solltest, dann gibt es mehrere Methoden, die vielleicht zu umgehen oder herauszuzögern. mir zb hat ein sehr sehr gutes Frühstück oft geholfen, jeweils die ersten 6 Std im Büro ohne FA zu überstehen..andere schwören darauf auch mittags vernünftig zu essen. Versuch dich nicht schon vorher zu streßen. Ich hatte jahrelang einen zählzwang, habe immer bis 13 gezählt, wenn ich Türschwellen übertreten habe (super in einer großen Kanzlei mit vielen Räumen) oder habe Aktenschränke 13 mal zugemacht, Telefonhörer 13 mal augelegt, Schubladen 13 mal auf und zu gemacht. JEDER hat es mitgekriegt und ich habe es trotzdem überlebt :wink_1:

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Montag, 5. Dezember 2011, 10:48

vielen Dank für den Tipp!

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