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Anatevka

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21

Freitag, 4. Dezember 2009, 16:13

Hey Petrus,
das ist auch das, was mir auf lange Sicht mir Sorgen bereitet. Die ganzen gesundheitsschädlichen Folgen, die wir uns mit unserem (Fr)Essen antun. Erst merkt man sie nicht. Später sind sie kaum noch wegzubekommen und deshalb finde ich unsere Krankheit auch ganz schön gefährlich, auch wenn es auf dem ersten Blick nicht scheint.

Zum Thema Esskultur:
Ich versuche möglichst auf sie zu achten. Leider ist es oft nicht möglich, weil ich erst nachmittags nach Hause komme und in der Mittagszeit keine Möglichkeit habe ein richtiges Mittagessen zu mir zu nehmen. Ich bin noch in der Ausbildung und habe Unterricht. Ich bereite mir morgens immer ein Brötchen mit gesundem Aufschnitt und Gemüse/ Obst und manchmal einen Joghurt. Allerdings bin ich die einzige, die das so aufwendig macht. In den Pausen sitzen wir alle zusammen und alle sagen "oh, was hast du Dir für einen Aufwand gemacht".. Es kommt aber nicht als Kompliment an, sondern eher wie "boah, biste bekloppt morgens schon so n Aufstand zu machen". Gut, ich glaube es steckt Neid hinter, dass sie es selbst nicht schaffen ;o) Lange Rede kurzer Sinn.. Diese Esssituation ist für mich nicht gerade angenehm. Entweder esse ich sehr langsam (eigentlich ja gut) und konzentriere mich auf die Gespräche. Mein Essen nehme ich jedoch sehr unbewusst ein (ich könnte es so ausdrücken, dass ich es nicht richtig in meinem "Gedächtnis des Gegessenen" speichere) oder ich essen schnell, wenn ich mal meine Ruhe habe, aus Angst, dass alls gleich wieder da sind und mir beim Essen auf die Finger geschaut wird.
Wenn ich nachmittags heim komme, bin ich meist allein zu Hause. Dann ist für mich FA-Gefahr. Von früheren Zeiten, als ich noch mittags nach Hause kom, bin ich darauf trainiert "ich komme nach Hause und es gibt Mittagessen", danach folgt der weitere Tagesablauf. Heimkommen von der Schule (und dem damit verbundenen Stress) fällt mir schwer. Beim Warten auf dem Bus muss ich auch manchmal mit mir kämpfen mir keinen Schokoriegel oder Bonbons zu kaufen.
Wenn es passt und ich mich dazu disziplinieren kann, hilft es mir mich mit dem Essen ordentlich an den Tisch zu setzen. Ich versuche nicht zu schlingen und kurze Pausen zu machen, zwischendurch zu trinken. Ein FA ist natürlich anschließend nicht ausgeschlossen. Essen vor dem Fernseher ist jedoch für mich eine 99,9999%ige Vorprogrammierung für n FA. Jaa, da spielt ssich dann das bestimmt den meisten bekannte Verhaltensmuster ab.. Die geplante Tagesstruktur wird über Bord geworfen. Ich esse mehr weil alles egal ist und ich davon so träge, schläfrig werde, dass ich meine dadurch verursachte Müdigkeit als insgeheime Ausrede nutzen kann: "Du bist so müde, Du brauchst heute mal n gemütlichen Tag zum Ausruhen." Noch mal kurz zum an den Tisch beim Essen setzen. Das fällt mir sehr schwer, obwohl das nichts mit Bequemlichkeit z tun hat. Auf ein gepflegtes Esseverhalten und Manieren lege ich sehr viel wert, zumindest in Gesellschaft anderer ;) ABER iwas in meinem Hirn stellt so n Hebel um, dass ich doch lieber vorm TV essen soll, um zu provozieren, dass unbewusst esse, infolge dem zu viel und dann n FA habe und mir so doch was Gutes tu (dabei weiß ich, dass es so nicht ist..).

Petrus

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22

Freitag, 4. Dezember 2009, 17:54

Herzlich willkommen, Anatevka!

Gruss

Petrus
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lols

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23

Freitag, 4. Dezember 2009, 17:57

Auch von mir ein herzliches Willkommen!

lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

Obsessed

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24

Montag, 7. Dezember 2009, 17:49

Esskultur ist für mich sehr schwierig. Ich studiere im Moment im Ausland und bin daher weit weg von der Familie, esse also meistens alleine.

Um dabei zufrieden sein muss ich das Essen zu einem Ritual machen, heißt ich habe heute 1,5 Stunden an einer Suppe gelöffelt weil ich dabei gelesen hab und nur alle 2 Seiten 'darf'. Ich weiß echt nicht was ich dagegene unternehmen kann aber irgendwie brauch ich das. Ist dann auch nicht so dass ich nicht merke dass ich esse, eher ist es mir extrem bewusst.



Struktur ist mir sehr wichtig und das einzige was hilft, ich muss zu geregelten Uhrzeiten essen und mir das Essen richtig bewusst machen.

Süßes esse ich allerdings jeden Tag, da ich eher zu FAs tendiere wenn ich mir alles verbiete.

Wolfgang1970

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25

Sonntag, 13. Juni 2010, 12:56

Also...


Hallo, ich bin's schon wieder ;)

Mir gehn gerade so viele Dinge durch den Kopf und da wollte ich erneut um Eure Erfahrungswerte bitten. Es geht allerdings um Ernährung und ich bin nicht sicher, inwiefern das einige von Euch triggern könnte... Bitte gebt mir gerne auch dazu Feedback, ob solche Beiträge hier überhaupt gepostet werde dürfen...

Mein Therapeut (ich mache ja eine Verhaltenstherapie) hat mit mir als erstes die beiden Begriffe Esskultur und Essstruktur erarbeitet.

Ich schreibe jetzt mal auf, was er darunter versteht:

Esskultur
- mit meine Freund am Tisch essen
- Tisch decken
- Vorspeise bzw. Salat, Hauptgericht und Dessert
- nicht vor dem Fernseher essen und nicht nebenher lesen
- mir Zeit nehmen

Essstruktur
- drei Mahlzeiten am Tag
- möglichst zur gleichen Uhrzeit
- auch essen, wenn ich keine Lust habe
- möglichst keine Zwischenmahlzeiten
- Tagesbedarf soll gedeckt sein

Soweit, so gut! Ich kann mich an drei Mahlzeiten halten, frühstücke mittlerweile auch ohne Appetit und meistens passt auch die Uhrzeit. Zwischenmahlzeiten nehme ich nur ein, wenn mir der Magen in den Kniekehlen hängt. Aber mit der Esskultur habe ich immer noch total Probleme. Ich esse z.B. immer vor dem Fernseher - da allerdings dann mit meinem Freund zusammen ;) Den Tisch decke ich nur für Gäste und langsam esse ich eigentlich vor allem, wenn ich in Gesellschaft mit mehreren esse.

Wie ist das bei Euch?

Esst Ihr nach Hunger?
Esst Ihr feste Portionsgrößen?
Esst Ihr überhaupt Süßigkeiten oder verzichtet ihr komplett auf solche Dinge?
Knabbert Ihr vor dem Fernseher?
Esst Ihr vorwiegend "gesund" oder achtet Ihr überhaupt nicht mehr darauf, was Ihr esst?

Ich bin da im Moment so verunsichert, denn ich stelle fest, dass ich doch eigentlich sehr reglementiert esse bzw. ich versuche es zumindest. Das liegt mitunter auch daran, dass mich mein Therapeut eine Weile hat Kalorien zählen lassen, weil ich in abstinenten Zeiten tendentiell eher zu wenig gegessen habe. Er meint, dass für mich nach Hunger essen noch sehr gefährlich sei. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass ich mit seinen strengen Regeln nicht weiterkomme und wenn ich höre, dass einige von Euch regelmäßig überessen, aber dafür keine Essanfälle mehr haben, frage ich mich, ob ich überhaupt auf dem richtigen Weg bin?!

Bin sehr gespannt auf Eure Meinungen!





Hallo 811e!



Die Vorschläge zur Esskultur und so von deinem Therapeuten kann ich nur voll unterstützen. Mein Therapeut sieht das übrigens genauso. Bei mir es allerdings so, dass ich in Gemeinschaft, also wenn ich z.B. mit meinem Partner esse, praktisch nie Essattacken kriege, sondern in der Regel nur abends, nach dem Abendbrot. Und dann richtig. Süßigkeiten verbiete ich mir nicht mehr, weil ich festgestellt habe, dass ich sie brauche. Jetzt esse ich sie meistens in Maßen, wie ich sie früher heimlich gegessen habe.



Zu deinen Fragen:



Esst Ihr nach Hunger?



Ich esse sowohl nach Appetit, aber schon nach festen Mahlzeiten. Freund von Zwischendurch bin ich nicht.



Esst Ihr feste Portionsgrößen?




Da ich auch schnell mal in Zwänge gerate, habe ich mir die ganz strikten Portionsgrößen abgewöhnt. Meist es ich ein bisschen mehr als geplant, bin dafür aber auch freier vom Gefühl her.



Esst Ihr überhaupt Süßigkeiten oder verzichtet ihr komplett auf solche Dinge?




Nach meiner Erfahrung führt ein totaler Verzicht gerade erst recht zum Heißhunger auf Verbotenes. Also lieber lernen, vernünftig damit umzughen. Ich weiß, das ist schwer... :(



Knabbert Ihr vor dem Fernseher?




Mal knabbere ich auch vor dem Fernseher. Da ich auch starker Raucher bin und sowieso viel qualme, rauche ich lieber vor dem Fernseher. Da macht zumindest nicht dick...



Esst Ihr vorwiegend "gesund" oder achtet Ihr überhaupt nicht mehr darauf, was Ihr esst?



Gesund ernähre ich mich im Großen und Ganzen schon. Zu McDoof gehe ich beispielsweise nie. Aber ich esse regelmäßig Obst und Gemüse, meine Werte sind erwiesenermaßen okay, also esse ich auch mal eher nicht so gesundes Essen.



Soviel von mir für heute

Wolfgang

kartoffelchen

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26

Donnerstag, 26. August 2010, 13:11

TRIGGER LEBENSMITTEL GENANNT

Hm. Also ich esse tagsüber in der Arbeit und so ganz normal. Vielleicht ein Müsli zum Frühstück, zu Mittag ein Sandwich oder einen Salat, ab und zu dazwischen Obst oder ein paar Gummibärchen. Das Problem ist bei mir das Abendessen. Wenn ich einen schlechten Tag hatte, besteht es überhaupt aus einer riesigen Fressattacke, gleich nachdem ich nach Hause komme. Wenn nicht, dann versuche ich auch geregelt zu Abend zu essen - z.B. Kartoffelpuree mit Hähnchen oder eine Wok-Pfanne mit Fleisch und Gemüse. Also nicht unbedingt das Gesündeste aber auch nciht irgendwie furchtbar. Dann liege ich aber oft danach im Bett oder sitze vorm Fernseher, und fange an über mein Leben nachzudenken, und dann fühle ich mich oft so schlecht, dass ich zum Kühlschrank gehe und eine FA habe - Pizza, Eis, Kuchen etc. Wenn ich sowas nicht daheim habe, bestelle ich mir oft eine Riesenpizza oder fahre extra noch zur Tankstelle. :thumbdown:
Das muss ich ganz dringend in den Griff kriegen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »triviality« (26. August 2010, 13:11)


Petrus

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27

Donnerstag, 26. August 2010, 15:36

Willkommen, Kartoffelchen...

Gruss

Petrus
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Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

28

Donnerstag, 26. August 2010, 16:12

Das was Emma schreibt kann ich absolut nachvollziehen. den ganzen tag "normal" gegessen, frühstück & mittag und nach dem abendbrot, dann kanns losgehen.
ich bin ganz neu hier und auf der suche nach nem forum zum austauschen.
bin essgestört seit ...kanns nicht genau sagen ca. 5 Jahren und ich weiß nicht wann es angefangen hat. früher war ich so zufrieden, habe nach der arbeit 500ml eis gegessen, na und, ich war glücklich. niemals hätte ich über meinen körper so schlecht gedacht, oder ihn gehasst. heute ist das anders. seltsam.
habe schon bücher gelesen, wie man damit besser umgehen soll...in einem wird geraten man soll sich nichts mehr verbieten, nur essen wenn man wirklich hunger hat...da bekomm ich plaque! wenn ich nur essen würde wenn ich hunger hab, hätte ich jetzt nicht dieses problem!!! ich denke es ist eine sucht um sich zu betäuben.
wie seht ihr das?
grüße Julia

Schneeflocke82

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29

Freitag, 27. August 2010, 21:38

ch denke es ist eine sucht um sich zu betäuben


Das denke ich auch. Ich mache es all zu oft.

dass ich zum Kühlschrank gehe und eine FA habe - Pizza, Eis, Kuchen etc. Wenn ich sowas nicht daheim habe, bestelle ich mir oft eine Riesenpizza oder fahre extra noch zur Tankstelle. :thumbdown:
Das muss ich ganz dringend in den Griff kriegen.


Das mache ich auch, vor allem Sonntags wenn die Geschäfte zuhaben gehe ich zur Tanke. Ich denk oft drüber nach, was der Angestellte über mich denkt.
Einmal bin ich schon extra wo anders hingefahren, weil ich bedenken hatte, eigentlich ist es für die Tanke nur Umsatz.

Lieben Gruß

Schneeflocke 82

freedom_1972

unregistriert

30

Samstag, 28. August 2010, 14:55

ACHTUNG NENNUNG VON LEBENSMITTELN - KANN TRIGGERN!!!

Also bei mir ist das ganz große Problem eindeutig die Kombination alleine essen - vorm TV essen. Da schaffe ich es nie, Maß zu halten.... Tagsüber ist meistens alles o.k., bei der Arbeit mittags mit Kollegen essen gehen oder auch was zu essen dabei zu haben. Meistens ist auch so vie zu tun, dass ich keine Gedanken an Süßes zwischendurch oder so habe (es sei denn, mir ist langweilig oder ich habe null Lust auf arbeiten, dann kommen diese Gedanken und ich renne doch zum Süßigkeiten-Automaten....). Wenn es mir nicht gut geht, werde ich auch nach dem Mittagessen mit Kollegen schon kribbelig, weil mir das Essen einfach nicht "genug" war (während die andren meist stöhnen "hach, bin ich jetzt aber satt" oder nicht mal fertig essen). Wenn ich dann heimfahre, kommt es sehr drauf an, ob ich noch was vorhabe oder nicht. Wenn ich nichts mehr vorhabe (und man kann ja nicht immer nur unterwegs sein, daheimsein ist ja eigentlich auch was Schönes...), dann gibt es meist kein Halten vor den FAs.... Alleine am Tisch zu sitzen und zu essen, das erscheint mir wie eine "Strafe", hält mir nur den Spiegel vor, dass ich allein bin und wie schrecklich das für mich ist... Also esse ich doch meistens (Blödsinn: in der Regel!) vor dem TV, das fühlt sich nicht so "einsam" an. Aber: vor dem TV gibts kein Halten, was die Menge des Essens angeht.... und selbst, wenn ich mir zunächst "vernünftige" Portionen mache, dann kommt danach wieder der fiese Giftzwerg in meinem Hirn, der sagt "hey, da geht doch noch was?!!!!", noch was Süßes. Und danach vielleicht doch nochmal was Deftiges? Und was Süßes? Und und und und. Selbst wenn ich mich zunächst dagegen wehre, läuft es am Ende doch drauf hinaus. Und dann fühl ich mich wieder wie der Totalversager ;(

Selbst, wenn ich dafür sorge, dass ich "nur" gesunde, leichte Kost daheim habe, bringt das nichts, denn da gibt es ja noch den Pizza-Service.... phasenweise ist es so schlimm, dass ich bei verschiedenen anrufe, weil die Lieferanten mich schon kennen und ich immer denke, oh man, was denken die von mir.... das Schlimmste war, dass einer unten an der Türe in den Türsprecher mal sagte (nachdem ich ihm sagen wollte, welche Etage) "jaja, ich weiß schon, ich war schon öfter bei EUCH" ...... ohne Worte.... ich lebe wie gesagt alleine! Aber da ich meist mehrere Gerichte bestelle.... logo, da ist die Schlussfolgerung natürlich, dass da auch mehrere Esser wohnen müssen.... :verzweifelt:

Mit dem Hungergefühl ist da auch so eine Sache.... ich kann das irgendwie kaum noch erkennen.... ganz selten kann ich eindeutig sagen, ja, das ist Hunger. Meistens kann ich es aber null einschätzen. An Tagen mit "guten Vorsätzen" warte ich dann und warte. Und, hm, wann hab ich denn nun endlich Hunger...? Das ist echt seltsam. Und wenn ich dann esse, reicht es - eigentlich - auch recht bald schon. Ich glaube, ich bin an sich kein "guter Esser", sprich, ich brauche offensichtlich tatsächlich nicht viel Essen. Und so bescheuert das klingt: das ist total deprimierend für mich!!! Weil erst dann, wenn ich viel gegessen habe / essen "durfte" habe ich ein "Befriedigungsgefühl".... das Entscheidende ist also die Masse.... warum auch immer, ich blick da noch nicht durch bei mir und meiner Psyche. Irgendwie dieses "über die Stränge schlagen", "den Hals nicht voll genug kriegen" usw. Und trotz vieler vieler Versuche "Ersatzbefriedigung" zu finden (ha: verkehrt formuliert... das Essen ist ja eignetlich die Ersatzhandlung....), hab ich nie etwas gefunden, das ich stattdessen machen könnte. Ist eben so "einfach", es ist etwas, das nciht anstrengt, immer erreichbar ist oder leicht zu organisieren, man muss sich nicht dazu überwinden (wie z.B. zum Sporteln oder rausgehen und mit Leuten treffen usw.). Es ist bequem und einfach. Und ab einem gewissen Punkt auch nicht mehr aufhaltbar/steuerbar.... Und so fatal..... und schon sind wieder die Gedanken da, dass ich eben faul und träge und willenlos bin und "selbst schuld" usw. Und um diese Gedanken wiederum zu verdrängen, lauert schon die nächste FA irgendwo in meinem Hirn.... :fertig:

Schneeflocke82

unregistriert

31

Samstag, 28. August 2010, 17:30

Hallo Freedom,

ich kenne dein Problem nur zu gut. Mein gefühl ob man richtig Hunger hat habe ich auch verloren, kann es auch nicht mehr unterscheiden.
Selbst, wenn ich dafür sorge, dass ich "nur" gesunde, leichte Kost daheim habe, bringt das nichts, denn da gibt es ja noch den Pizza-Service.... phasenweise ist es so schlimm, dass ich bei verschiedenen anrufe, weil die Lieferanten mich schon kennen und ich immer denke, oh man, was denken die von mir.... das Schlimmste war, dass einer unten an der Türe in den Türsprecher mal sagte (nachdem ich ihm sagen wollte, welche Etage) "jaja, ich weiß schon, ich war schon öfter bei EUCH" ...... ohne Worte.... ich lebe wie gesagt alleine! Aber da ich meist mehrere Gerichte bestelle.... logo, da ist die Schlussfolgerung natürlich, dass da auch mehrere Esser wohnen müssen....


Das mit der leichten Kost mache ich auch, nur ich gehe zur Tank stelle und hol mir was. Das mit dem was die anderen Leute denken mache ich auch, aber es kann denen ja egal sein. Es ist ihr Umsatz, aber dran denkt man nicht.

Es ist echt gemein.

Lieben Gruß

Schneeflocke 82

Sternenstaub

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32

Sonntag, 29. August 2010, 08:21

Hallo freedom du hast mir aus der Seele gesprochen, genauso geht es mir.
Wenn ich z.B. von meiner Arbeit nach Hause komme und alleine in meiner Wohnung bin, völligst erschöpft und müde kann ich nur noch essen, essen, essen und schlafen. Wenn ich dann so vollgefuttert irgendwann nachts auf meiner unbequemen Couch im Wohnzimmer wach werde und in mein Bett gehe denke ich oft traurig, "ist das ein Leben?" Jeden Tag kämpfe ich neu und im Moment schaffe ich es immer bis 16 Uhr, danach geht es los, Hunger ohne Ende, wahrscheinlich Hunger nach Liebe und Sicherheit, was immer das auch ist. Kleinste Enttäuschungen von Freunden und Bekannten oder Arbeitskollegen/innen machen mich so fertig, dass ich mich mit meinem Überessen regelrecht betäube und in einen Dauerschlaf versetze. Habe im Moment nicht die Kraft mit Ihnen auseinander zu setzen.
L.G.

Malin

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Sonntag, 29. August 2010, 09:11

Hallo ihr Lieben,
ich kenne das alles sehr gut. Auch bei mir ist erschöpfung ein starker auslöser! Ich bin auf grund meiner MS mit starker fatigue(chr. erschöpfung) frühberentet. Da ich wieder eine aufgabe wollte, habe ich die hausaufgabenbetreuung eines mädchens übernommen. In den monaten davor habe ich sehr mäßig nach hunger gegessen und dabei entdeckt, dass ich durchaus ein hunger und satt gefühl habe.....Nun, durch die erneute belastung-das kind ist sehr problembeladen-ist der drang zum überessen wieder da. Ich kann sogar den zeitpunkt genau ausmachen! Nur ist das leben nicht so, dass ich alle anstrengenden situationen ausschalten kann.Eine freundin hat überraschend ihre mutter verloren und ich habe sie bei mir aufgenommen und einiges erledigt mit ihr, da sie unter schock stand. Nach einigen tagen war ich völlig vertig, weil ich keine ruhephasen zwischendurch hatte. Diese beiden belastungen zusammen haben mich nach langer abstinenz wieder überessen lassen. Nun versuche ich grad mir zu verzeihen und einen neuen anfang zu finden- was immer das schwerste ist....
schönen sonntag euch allen-kennt ihr solche auslöser auch?
Malin

Schneeflocke82

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34

Sonntag, 29. August 2010, 09:12

Wenn ich z.B. von meiner Arbeit nach Hause komme und alleine in meiner Wohnung bin, völligst erschöpft und müde kann ich nur noch essen, essen, essen und schlafen. Wenn ich dann so vollgefuttert irgendwann nachts auf meiner unbequemen Couch im Wohnzimmer wach werde und in mein Bett gehe denke ich oft traurig, "ist das ein Leben?" Jeden Tag kämpfe ich neu und im Moment schaffe ich es immer bis 16 Uhr, danach geht es los, Hunger ohne Ende, wahrscheinlich Hunger nach Liebe und Sicherheit, was immer das auch ist. Kleinste Enttäuschungen von Freunden und Bekannten oder Arbeitskollegen/innen machen mich so fertig, dass ich mich mit meinem Überessen regelrecht betäube und in einen Dauerschlaf versetze. Habe im Moment nicht die Kraft mit Ihnen auseinander zu setzen.


Hallo Sternenstaub,

ich erkenne mich auch darin wieder. Bei mir ist es so ähnlich. Auch das enttäuschen von Arbeitskollegen macht mich auch total fertig.
Es ist alles schlimm.

Aber auch ein herzlich willkommen hier im Forum.

Lieben Gruße

Schneeflocke

freedom_1972

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35

Sonntag, 29. August 2010, 22:04

Erschöpft sein, müde sein, gestresst sein, enttäuscht sein, gelangweilt sein, frustriert sein, verzweifelt sein, traurig sein.... aber auch "sich-belohnen-wollen" (weil man etwas tolles "geleistet" hat oder weil der Tag so stressig war oder man so "tapfer" durchgehalten hat) - irgendwie gibt es ständig Anlässe für FAs :S Bei mir ist es z.B. sogar so, dass ich mich "gestresst" fühle, wenn ich viele Verabredungen mit Leuten abends habe - die ich ja ausmache, um eben nicht allein daheim zu sein. Wenn ich dann aber so gar nicht mehr zur "Ruhe" komme, dann ist das auch wieder nichts. Sobald ich dann doch wieder einen Abend daheim allein bin oder sogar, wenn ich spät von einem Unternehmungs-Abend heimkomme, gehts los.... ich fürchte, das bringt alles irgendwie nichts mit der Ablenkung und so und dem Zeit-verplanen, solange die "innere Zufriedenheit/Ausgeglichenheit" fehlt.... *kopkrtz*

Bei dem Pizza-Typen gehts mir eben so, dass ich denke, der denkt (haha - da sieht man schon an der Formulierung so schön, wie bescheuert das ist....) "boah, die ist doch eh schon so fett, und jetzt noch Essen, mannomann" oder so ähnlich. Dabei hast du ja völlig recht, Schneeflocke, es juckt die gar nicht, die machen ja Kohle mit uns und sonst interessiert die das null. Aber ich denke ja leider eh viel zu oft "in andere hinein"....viel zu viele unnötige Gedanken/Grübeleien, die unnötig zermürben.

@ Malin: Find ich so bewundernswert, dass du anderen so viel beistehst, obwohl du selbst mit dir zu kämpfen hast! Aber pass bitte auch auf dich auf, man verliert sich selbst so schnell ganz aus den Augen, wenn andere einen so fordern....

@ Sternenstaub: oh ja, das kenn ich gut, dieses "ist das ein Leben?".... aufstehen, arbeiten gehen, heimkommen, (fr)essen, schlafen, aufstehen.... und je weniger man sonst tut, desto mehr gerät man in diesen ewigen Strudel hinein... ich versuche immer wieder, daraus auszubrechen, aber oft stresst mich das eben auch wieder und führt zu weiteren FAs und so geht der Teufelskreis weiter. Meistens ertappe ich mich sogar bei dem Gedanken, dass ich viel lieber allein daheim vorm TV mit essen essen essen verbringen möchte, als noch wegzugehen und was zu unternehmen, andre Leute zu treffen. Dabei weiß ich genau, dass das besser wäre und mir - langfristig auf jeden Fall! - besser täte. Je mehr man sich zurückzieht und nur noch mit Essen betäubt, desto schwerer ist es, wieder mehr am Leben teilzuhaben.... *seufz*

Ich sende euch allen liebe Grüße :winken3:
freedom

Baerchen

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Montag, 30. August 2010, 16:25

Oh, es ist so schön zu sehen, dass man nicht alleine ist und auch andere das Problem kennen :) ..aber langsam weiss ich nicht mehr weiter. Ich kann mit der ständigen Gewichtszunahme nicht mehr leben und möchte nicht, dass es immer schlimmer wird :(

Dailaitha

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37

Montag, 30. August 2010, 16:40

ich weiß nicht von wem das ist aber jemand schrieb mal:
Sucht kommt von "suchen"
Was sucht ihr mit eurer Sucht? ^^

Petrus

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Montag, 30. August 2010, 16:52

Hallo, Dai,

ich halte die Herleitung der "Sucht" von "suchen" für falsch. "Sucht" kommt vom mittelhochdeutschen "suht" und leitet sich von „siechen“ ab, also von einem elenden, zerstörerischen Zustand, der bereits zu Zerstörungen geführt hat.

Sucht vom Begriff "suchen" herzuleiten, verharmlost meiner Meinung nach das Problem, denn das hiesse ja, dass man nur "finden" muss und schon ist man geheilt. Schön wär's, wenn's so einfach wäre... Für einige mag das sicher zutreffen, aber generell kann man das nicht annehmen.

Schönen Gruss

Petrus
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Nanty

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Montag, 30. August 2010, 17:18

Da greife ich erstmal als erstes den Beitrag von Dailatiha auf und sehe es etwas anderes als Petrus.
Klar, wenn man z.B. nach der ethymologischen Bedeutung von Sucht geht, stößt man vermutlich auf deinen Erklärung. Aber ich glaube auch, dass viele etwas suchen: Nämlich Zufriedenheit, Akzeptanz, Wohlgefühl und noch einiges mehr. Eben das, was sie sich eigentlich von anderen und anderem erhoffen, aber nciht bekommen und so hoffen, beim Essen fündig zu werden.
Zumindest bei mir ist es so.

Ich versuche im Moment auf Anraten eines Buches, nach meinem Hungergefühl zu essen.
Habe schon echt viel ausprobiert, seit vier Jahren versucht abzunehmen mit den unterschiedlichsten Methoden. Und habe gemerkt: Je mehr ich mich kontrolliere und einenge und beäuge und gängel, desto schneller und kräftiger kommen die Ausrutscher! Dann gehts mir wie anderen hier, dass ich den Tag über super toll gegessen habe, miche igentlich freue und dann, zack, 2 Stunden nach dem Abendessen gehts los. Es ist immer ein Wechsel zwischen absoluter Kontrolle und absolutem Kontrollverlust! (was ich auch in anderen Bereichen habe).

Ich versuche jetzt, möglichst oft folgendes zu machen: Vor dem Betreten der Küche, des Supermarkts, des Restaurants, was auch immer, mich zu fragen, ob ich wirklich Hunger habe und was genau ich essen möchte. Mich also nicht von dem, was da ist verleiten lasse, sondern vorher schon weiß, was und wieviel.
Ich koche grundsätzlich nur so viel, wie eine Portion ist. (wirklich normale Portion) Oder ich koche das doppelte, stelle es aber sofort nach dem Kochen für den nächsten Tag beiseite. Das gerät im Moment ein bisschen außer Acht, weil ich meist für meinen Freund mitkoche. Aber dann kriegt er den viel größeren Teller oder das, was nach dem Aufteilen noch da ist, ist halt für ihn. So komme ich nicht in die Versuchung, nachzunehmen. Hab ich dann immer noch Hunger, kann ich weiter schauen. Aber meist reicht das vollkommen aus.

Ich versuche auch vermehrt, am Tisch zu essen. Meist setzen wir uns abends gemeinsam hin und erzählen. Dabei vermeide ich für gewöhnlich gemütserregende Themen oder Probleme (auch ein Tipp aus meinem Buch) um das Essen nicht mit Gefühlen zu verknüpfen.

Soweit die Theorie 8o

Bei mir ist das größte Problem mein Gefühlszustand. Gehts mir gut, klappt alles bestens, habe normalen Hunger, brauch das Essen nicht, um irgendwas zu ersetzen. Gehts mir schlecht (wie die letzten Wochen depressiv, seeeeehr weit unten) läuft alles aus dem Ruder. Bei mir ist alles miteinander verknüpft. Ich reagier auf alles von außen mit Gefühlswechseln und das schlägt sich in meinem Essverhalten wieder.
Deswegen mache ich auch keine Verhaltenstherapie sondern eine Psychoanalyse, weil das Essen bei mir wirklich nur Symptom ist.

Mein Wunsch wäre, das oben genannte wirklich umsetzen zu können.

Petrus

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40

Montag, 30. August 2010, 17:45

Nämlich Zufriedenheit, Akzeptanz, Wohlgefühl und noch einiges mehr. Eben das, was sie sich eigentlich von anderen und anderem erhoffen, aber nciht bekommen und so hoffen, beim Essen fündig zu werden.
Zumindest bei mir ist es so.


Dann ist das was anderes, wenn Du Dir da SICHER bist, Nanty. Dann ist es gut.

Ich "habe" das alles, was Du Dir ersehnst, ich habe eine wunderbare Frau, wunderbare Freunde, ich hatte einen Beruf, der mir zumindest anfangs sehr gefallen hat (als er mir nicht mehr gefiel, war ich schon lange süchtig), ich hatte Erfolge im künstlerischen Bereich, mir gelingt seit vielen Jahren fast alles, was ich mir vornehme. Selbst mein Übergewicht ist für KEINEN meiner Freunde und schon gar nicht für meine Frau ein Problem, ausser, dass sie Angst um mein Leben haben, aber "ästhetisch" ist das für sie nie ein Thema gewesen. Ich müsste eigentlich sagen, ein glücklicher Mensch geworden zu sein, ich habe auch intensiv an all dem Kummer gearbeitet, den ich in der ersten Hälfte meines Lebens hatte (Psychoanalyse und Therapie) und dennoch bin und bleibe ich süchtig.

Ich bin seit 33 Jahren suchtkrank. Erst magersüchtig, dann bulimisch, nun seit über 20 Jahren esssüchtig. Ich behaupte von mir: ich suche nicht mehr, oder genauer: Es gibt nichts mehr, das ich finden könnte, und durch dessen Finden meine Sucht verschwinden würde. Ich werde immer süchtig sein. Das einzige Ziel, das ich habe (und das ist sehr sehr viel!) ist: Abstinent sein. Und zwar nur für heute. Morgen ist dann wieder ein neues Heute.

Nochmal (ich will Euch ja hier nicht völlig demotivieren): Es mag "Fälle" geben, die durch das Finden einen Weg in die dauerhafte Suchtfreiheit finden. Das ist wunderbar, und ich freue mich über jede/n. Aber ich denke, das ist sehr selten. Hier im Forum kann ich mich an EINEN Fall erinnern, wo das eine Userin geschafft hat, oder sagen wir so: Die sagt, dass sie es geschafft hat. Überprüfen kann man das nicht, denn ich kenne sie nicht persönlich. Sie schreibt hier seit längerem nicht mehr. Vielleicht gibt es ja ausserhalb des Forums einige mehr. Aber ich bin sehr überzeugt: es ist eine Minderheit.

Lieben Gruss

Petrus
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