Hallo, ich bin's schon wieder![]()
Mir gehn gerade so viele Dinge durch den Kopf und da wollte ich erneut um Eure Erfahrungswerte bitten. Es geht allerdings um Ernährung und ich bin nicht sicher, inwiefern das einige von Euch triggern könnte... Bitte gebt mir gerne auch dazu Feedback, ob solche Beiträge hier überhaupt gepostet werde dürfen...
Mein Therapeut (ich mache ja eine Verhaltenstherapie) hat mit mir als erstes die beiden Begriffe Esskultur und Essstruktur erarbeitet.
Ich schreibe jetzt mal auf, was er darunter versteht:
Esskultur
- mit meine Freund am Tisch essen
- Tisch decken
- Vorspeise bzw. Salat, Hauptgericht und Dessert
- nicht vor dem Fernseher essen und nicht nebenher lesen
- mir Zeit nehmen
Essstruktur
- drei Mahlzeiten am Tag
- möglichst zur gleichen Uhrzeit
- auch essen, wenn ich keine Lust habe
- möglichst keine Zwischenmahlzeiten
- Tagesbedarf soll gedeckt sein
Soweit, so gut! Ich kann mich an drei Mahlzeiten halten, frühstücke mittlerweile auch ohne Appetit und meistens passt auch die Uhrzeit. Zwischenmahlzeiten nehme ich nur ein, wenn mir der Magen in den Kniekehlen hängt. Aber mit der Esskultur habe ich immer noch total Probleme. Ich esse z.B. immer vor dem Fernseher - da allerdings dann mit meinem Freund zusammenDen Tisch decke ich nur für Gäste und langsam esse ich eigentlich vor allem, wenn ich in Gesellschaft mit mehreren esse.
Wie ist das bei Euch?
Esst Ihr nach Hunger?
Esst Ihr feste Portionsgrößen?
Esst Ihr überhaupt Süßigkeiten oder verzichtet ihr komplett auf solche Dinge?
Knabbert Ihr vor dem Fernseher?
Esst Ihr vorwiegend "gesund" oder achtet Ihr überhaupt nicht mehr darauf, was Ihr esst?
Ich bin da im Moment so verunsichert, denn ich stelle fest, dass ich doch eigentlich sehr reglementiert esse bzw. ich versuche es zumindest. Das liegt mitunter auch daran, dass mich mein Therapeut eine Weile hat Kalorien zählen lassen, weil ich in abstinenten Zeiten tendentiell eher zu wenig gegessen habe. Er meint, dass für mich nach Hunger essen noch sehr gefährlich sei. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass ich mit seinen strengen Regeln nicht weiterkomme und wenn ich höre, dass einige von Euch regelmäßig überessen, aber dafür keine Essanfälle mehr haben, frage ich mich, ob ich überhaupt auf dem richtigen Weg bin?!
Bin sehr gespannt auf Eure Meinungen!
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »triviality« (26. August 2010, 13:11)
ch denke es ist eine sucht um sich zu betäuben
dass ich zum Kühlschrank gehe und eine FA habe - Pizza, Eis, Kuchen etc. Wenn ich sowas nicht daheim habe, bestelle ich mir oft eine Riesenpizza oder fahre extra noch zur Tankstelle.
Das muss ich ganz dringend in den Griff kriegen.
Selbst, wenn ich dafür sorge, dass ich "nur" gesunde, leichte Kost daheim habe, bringt das nichts, denn da gibt es ja noch den Pizza-Service.... phasenweise ist es so schlimm, dass ich bei verschiedenen anrufe, weil die Lieferanten mich schon kennen und ich immer denke, oh man, was denken die von mir.... das Schlimmste war, dass einer unten an der Türe in den Türsprecher mal sagte (nachdem ich ihm sagen wollte, welche Etage) "jaja, ich weiß schon, ich war schon öfter bei EUCH" ...... ohne Worte.... ich lebe wie gesagt alleine! Aber da ich meist mehrere Gerichte bestelle.... logo, da ist die Schlussfolgerung natürlich, dass da auch mehrere Esser wohnen müssen....
Wenn ich z.B. von meiner Arbeit nach Hause komme und alleine in meiner Wohnung bin, völligst erschöpft und müde kann ich nur noch essen, essen, essen und schlafen. Wenn ich dann so vollgefuttert irgendwann nachts auf meiner unbequemen Couch im Wohnzimmer wach werde und in mein Bett gehe denke ich oft traurig, "ist das ein Leben?" Jeden Tag kämpfe ich neu und im Moment schaffe ich es immer bis 16 Uhr, danach geht es los, Hunger ohne Ende, wahrscheinlich Hunger nach Liebe und Sicherheit, was immer das auch ist. Kleinste Enttäuschungen von Freunden und Bekannten oder Arbeitskollegen/innen machen mich so fertig, dass ich mich mit meinem Überessen regelrecht betäube und in einen Dauerschlaf versetze. Habe im Moment nicht die Kraft mit Ihnen auseinander zu setzen.
Bei mir ist es z.B. sogar so, dass ich mich "gestresst" fühle, wenn ich viele Verabredungen mit Leuten abends habe - die ich ja ausmache, um eben nicht allein daheim zu sein. Wenn ich dann aber so gar nicht mehr zur "Ruhe" komme, dann ist das auch wieder nichts. Sobald ich dann doch wieder einen Abend daheim allein bin oder sogar, wenn ich spät von einem Unternehmungs-Abend heimkomme, gehts los.... ich fürchte, das bringt alles irgendwie nichts mit der Ablenkung und so und dem Zeit-verplanen, solange die "innere Zufriedenheit/Ausgeglichenheit" fehlt....
Nämlich Zufriedenheit, Akzeptanz, Wohlgefühl und noch einiges mehr. Eben das, was sie sich eigentlich von anderen und anderem erhoffen, aber nciht bekommen und so hoffen, beim Essen fündig zu werden.
Zumindest bei mir ist es so.
