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Samstag, 28. November 2009, 20:20

Essstruktur und Esskultur: Wie und was esst Ihr? - Achtung: kann triggern!

Hallo, ich bin's schon wieder ;)

Mir gehn gerade so viele Dinge durch den Kopf und da wollte ich erneut um Eure Erfahrungswerte bitten. Es geht allerdings um Ernährung und ich bin nicht sicher, inwiefern das einige von Euch triggern könnte... Bitte gebt mir gerne auch dazu Feedback, ob solche Beiträge hier überhaupt gepostet werde dürfen...

Mein Therapeut (ich mache ja eine Verhaltenstherapie) hat mit mir als erstes die beiden Begriffe Esskultur und Essstruktur erarbeitet.

Ich schreibe jetzt mal auf, was er darunter versteht:

Esskultur
- mit meine Freund am Tisch essen
- Tisch decken
- Vorspeise bzw. Salat, Hauptgericht und Dessert
- nicht vor dem Fernseher essen und nicht nebenher lesen
- mir Zeit nehmen

Essstruktur
- drei Mahlzeiten am Tag
- möglichst zur gleichen Uhrzeit
- auch essen, wenn ich keine Lust habe
- möglichst keine Zwischenmahlzeiten
- Tagesbedarf soll gedeckt sein

Soweit, so gut! Ich kann mich an drei Mahlzeiten halten, frühstücke mittlerweile auch ohne Appetit und meistens passt auch die Uhrzeit. Zwischenmahlzeiten nehme ich nur ein, wenn mir der Magen in den Kniekehlen hängt. Aber mit der Esskultur habe ich immer noch total Probleme. Ich esse z.B. immer vor dem Fernseher - da allerdings dann mit meinem Freund zusammen ;) Den Tisch decke ich nur für Gäste und langsam esse ich eigentlich vor allem, wenn ich in Gesellschaft mit mehreren esse.

Wie ist das bei Euch?

Esst Ihr nach Hunger?
Esst Ihr feste Portionsgrößen?
Esst Ihr überhaupt Süßigkeiten oder verzichtet ihr komplett auf solche Dinge?
Knabbert Ihr vor dem Fernseher?
Esst Ihr vorwiegend "gesund" oder achtet Ihr überhaupt nicht mehr darauf, was Ihr esst?

Ich bin da im Moment so verunsichert, denn ich stelle fest, dass ich doch eigentlich sehr reglementiert esse bzw. ich versuche es zumindest. Das liegt mitunter auch daran, dass mich mein Therapeut eine Weile hat Kalorien zählen lassen, weil ich in abstinenten Zeiten tendentiell eher zu wenig gegessen habe. Er meint, dass für mich nach Hunger essen noch sehr gefährlich sei. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass ich mit seinen strengen Regeln nicht weiterkomme und wenn ich höre, dass einige von Euch regelmäßig überessen, aber dafür keine Essanfälle mehr haben, frage ich mich, ob ich überhaupt auf dem richtigen Weg bin?!

Bin sehr gespannt auf Eure Meinungen!

Papillon

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Samstag, 28. November 2009, 23:01

also ganz ehrlich...ich weiß nicht wann ich das letzte Mal richtig hunger hatte. heute vielelicht kurz aber ansonsten wenn ich wieder so mitten drin bin und eigentlich den ganzen tag drüber nachdenken was ich wieder essen könnte esse ich nie nach hunger. ich weiß auch dass das nicht gut ist. was mir auch mit den portionen hilft ist die tellereinheit, du kannst ja alles was du essen möchtest auf einen großen flachen teller legen(auch dessert) und wenn es draufpasst dann ist das eine normale portion, aber eigentlich ist es ja so dasss man nach seinem bauchgefühl gehen sollte und das ist ja das gefährlich dran, weil ich kann das nur eine gewisse zeit. warum weiß ich auch nicht. zum thema süßigkeuten kann ich nur sagen, dass die mir überhaupt nicht gut tun und deswegen esse ich sie auch hauptsächlich während einer FA. bei süßigkeiten ist bei mir das problem, dass alles was süß und ungesund ist sobald ich es esse, bei mir im gehirn irgendein hebel umklappt der mir ein schlechtes gewissen macht und mir sagt ich hätte eine sünde begangen. wie ist das bei dir? wie fühlst du dich wenn du eine kleine portion süßes nascht? ist es bei dir ähnlich oder ganz anders?bei mir ist eben das problem dasss ich mich eigentlich schon gesund ernähren möchte, weil ich weiß dass z.b. schokoriegel ungesund sind und man karies kriegt usw, aber genau darin liegt bei mir der sinn. meine therapeutin hat mir erklärt dass ich genau diese sachen esse um mir selber wehzutun und mich schlecht zu fühlen, also eine indirekte ert der selbstverletzung. wenn du eine FA hast was isst du dann hauptsächlich?und was verbindet dich zu diesn nahrungsmitteln? ich glaube da hat jeder seinen schlüssel, denn man erst suchen muss und ie lösung des ganzen problems ist. ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen

3

Montag, 30. November 2009, 08:23

Es ist immer schwierig sich bei einem vollen Terminkalender an feste Mahlzeiten zu halten. In der Uni versuche ich mein Essverhalten so zu lenken, dass ich daheim frühstücke, mittags in der Mensa ordentlich Mittag esse und abends eine Kleinigkeit zu mir nehme. Auf Arbeit hat man kaum Zeit etwas zu sich zu nehmen, ich esse nebenbei ein selbst geschmiertes Brot. Abends esse ich dann meistens etwas mehr, was man ja nicht sollte. Aber ich versuche schon gesund zu essen, verkneife mir Gummibärchen beim Fernsehen jedoch nicht.

sonja

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4

Montag, 30. November 2009, 08:45

verkneife mir Gummibärchen beim Fernsehen jedoch nicht.


Hallo Keira,

sich immer alles verkneifen ist ja auch nicht normal, oder? Und wenn du tagsüber nicht zum essen kommst ist es total richtig und wichtig, dass du abends eine richtige Mahlzeit zu dir nimmst.

So wie du dich ernährst hört es sich ja für mich schon fast perfekt an ....

LG,

Sonja.
Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit weg vom Weg der Weisheit. (aus China)

Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens. (Friedrich Nietzsche)

laverne

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Montag, 30. November 2009, 09:05

Ich hab mit dieser Struktur auch extreme Schwierigkeiten. Einiges an Esskultur hab ich mir auch schon angewöhnt, und wenn ich mit meinem Mann zusammen esse (was aber nur am Wochenende vorkommt), klappt das auch sehr gut, da decken wir schön den Tisch und lassen uns Zeit und die Mahlzeiten sind gleichzeitig "Beziehungszeit". Unter der Woche, wenn ich nur für mich allein esse, hab ich mir immerhin angewöhnt, die Mahlzeiten ordentlich zuzubereiten und mich an den Tisch zu setzen ... aber ... ich gestehe: Wenn ich allein bin, habe ich immer den Laptop beim Essen an. Entweder ich schaue einen Film oder surfe im Internet oder hier im Forum ... Ich habe das schon mehrfach versucht, abzustellen, aber will es aus irgendeinem Grund nicht. Ich komme mir dann so einsam und verloren vor, wenn ich "nur" esse ... Die schönste Mahlzeit unter der Woche ist für mich eigentlich das Mittagessen, da gehen wir immer mit allen Kollegen aus dem Team gemeinsam, und auch wenn das Essen hier in der Klinik-Kantine echt sch*** ist, ist das eine entspannte Dreiviertelstunde mit Quatschen und netter Stimmung. Im Sommer haben wir manchmal nach der Arbeit gegrillt und neulich mal in der Institutsküche abends Glühwein gekocht und beim Chinesen bestellt. Das sind für mich totale Highlights, weil mich das irgendwie an zu Hause erinnert. Wir waren ja drei Geschwister und die gemeinsamen Mahlzeiten waren immer auch "Kontaktpflege". Hmm, ich komme vom Thema ab - oder?
LG
laverne
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel)

6

Dienstag, 1. Dezember 2009, 10:13

Das kann ich verstehen, daß Ihr, wenn Ihr alleine (oder auch mit Eurem Partner) seid, es Euch schwer fällt, "nur" zu essen. Ich habe 2 kleine Kinder, ich frühstücke immer erst, wenn sie im Kindergarten sind, lese dabei aber immer meine Zeitung. Dabei merke ich aber, daß ich erst aufhöre zu essen, wenn ich mit der Zeitung durch bin. Solange hole ich mir Nachschub.

Mittagessen findet total "kulturiert" statt, mein Mann kommt, und das ist unsere Familienzeit. Allerdings bin ich immer als erstes fertig, schlinge alles rein, hole mir dann oft Nachschuib weil es mir brutal schwer fällt, zuzuschauen. Trotz gedecktem Tisch und schöner Stimmung beim Essen, fängt es oft hier schon beim Nachtisch an. Die Kinder wollen süßes, ich esse mit und finde kein Ende.

Nachmittags schaff ich es manchmal, gar nix zu essen, abends essen wir wieder gemeinsam, Brötchen und Käse, Wurst. Geht hier auch ganz gut, aber dann gehts bei mir wieder los mit dem "Nachtisch", der wenn ich alleine bin, erst endet, wenn ich ins Bett geh...

Also mir hilft die recht gute "Esskultur" und das gesunde Essen leider gar nichts. Mein Therapeut meint auch, daß ich mir absichtlich weh tu, indem ich Süßes esse, da ich keinen Zucker vertrage und davon immer Bauchschmerzen bekomm. Trtzdem esse ich den Süßkram weiter...

7

Dienstag, 1. Dezember 2009, 16:21

Ich fahre mit dem 3-Mahlzeiten-Prinzip ziemlich gut. Ich esse mich bei allen Mahlzeiten satt, meinen Süßigkeitenbedarf decke nach dem Mittagessen, praktisch zu Dessert. Ich esse sowohl gesunde als auch weniger gesunde Sachen, wobei ich glaube, dass ich eine relativ ausgewogene Mischung von beidem zu mir nehme.

Esskultur war uns schon schon immer sehr wichtig, da die Mahlzeiten bei uns auch als aktive Familienzeit genutzt werden. Also, wird der Tisch anständig gedeckt. Nach dem Mittagessen gibt es Kaffee und Süßes zum Dessert und wir erzählen uns von unserem Tag.

So läuft das an guten Tagen. An schlechten Tagen hab ich das Gefühl mich einfach nicht satt zu bekommen.

LG Bella

8

Mittwoch, 2. Dezember 2009, 14:25

Mein Therapeut findet es z.B. nicht gut, wenn ich versuche nach Hunger zu essen. Er besteht darauf, dass ich regelmäßig essen, ob ich da nun gerade Lust dazu habe oder nicht. Er findet, dass es im Moment noch zu früh für mich ist nur nach Hunger zu essen. Ich kombiniere das: halte mich an die drei Mahlzeiten, wenn ich aber echten körperlichen Hunger dazwischen habe, dann esse ich auch was. Das ist für mich auch wirklich kein Problem. Abends kommt mein Problem, nach dem Abendessen, wenn ich mir was Gutes tun will, mich entspannen will...

Petrus

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 15:19

Bei mir klappt es NUR mit dem 3-Mahlzeiten-Prinzip. Nach Hunger zu essen, führt bei mir dazu, dass ich immer öfter Hunger habe, kaum merklich, und irgendwann ist es mal wieder Daueressen. Nee, das geht bei mir nicht. 3 "beliebig" grosse Mahlzeiten, und da achte ich auch nicht auf "Kalorien" oder "Grösse" oder "Darf ich?", sondern ich esse notfalls auch zwei Pizzen und 500 Yoghurt als Nachtisch. Aber NICHTS ZWISCHENDURCH!!! Das Zwischendurch ist mein Ruin, weil das Zwischendurch dann "immer" ist...

P.
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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 15:30

Sehr interessant, Petrus. Das Problem habe ich (zum Glück) nicht. Aber ich spüre meinen Hunger auch ganz deutlich und kann ihn von nicht-körperlichem Hunger sehr gut unterscheiden. Jetzt verstehe ich aber vielleicht auch endlich, warum mein Therapeut meine Zwischenmahlzeiten (die alle paar Tage mal vorkommen) in meinem Essprotokoll immer so kritisiert hat. Er traut mir das vermutlich gar nicht zu, dass ich da wirklich nur esse, weil ich richtig Hunger habe und zum Beispiel nicht will, dass meine Kollegen dauernd meinen knurrenden Magen hören. Da werd ich ihn mal drauf ansprechen. Schon wieder was dazu gelernt. Aber abends nach dem Abendessen, da ist es bei mir nie Hunger, sondern immer nur Lust auf was zu Naschen... Das lässt Du dann aber komplett bleiben, oder?!

Petrus

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 15:34

Wenn ich naschen will, baue ich das ins Abendessen oder Mittagessen ein, als Nachtisch.

Aber das gilt nur, wenn ich abstinent bin (wie zur Zeit). In Fressphasen esse ich dauernd.

Lieben Gruss

Petrus
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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 16:05

Das bedeutet, Du würdest dann direkt nach dem Abendessen ein bisschen Süßes essen, das dann aber wieder wegräumen und danach nichts mehr essen. Das sind dann aber vermutlich auch nicht die Mengen, die ich so im Laufe des Abends zu mir nehme...

Petrus

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 16:15

ACHTUNG!!! NAHRUNGSMITTEL!!! KANN TRIGGERN

Ich kann das am Beispiel von heute abend genau sagen: Es gibt heute abend selbstgemachtes Kartoffelpüree mit Lauchgemüse, wenn ich das gegessen habe, räume ich das Geschirr weg, setze mich ins Wohnzimmer vor die Glotze und esse 1 Tafel Schokolade mit 85% Kakao (diese total bitteren Schokies liebe ich sehr und hin und wieder gönne ich mir das als "Nachtisch"). Vielleicht wird das jetzt klarer. Das ist für mich EINE Mahlzeit. Allerdings mache ich das sehr selten, weil mein "Nachtisch-und-nasch-Bedürfnis" sehr minimal ist. Ich bin eher fürs Deftige, und so eine süsse Sache kommt vielleicht einmal im Monat vor.

Liebe Grüsse

Petrus
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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 16:18

Ah okay, dann hat das wohl eher was mit Planung zu tun. Du planst das vorher und hältst Dich dann an Deine eigene Regel, oder?! Ist dann gar nicht mehr da? Oder was wäre, wenn Du danach noch Lust auf was anderes hättest, ich will jetzt nichts nennen, nicht dass Dich das triggert...

Emma

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 16:18

Achtung Lebensmittel - Trigger

Hallo Petrus,
was du schreibst, kenne ich bestens von mir. Leider schaffe ich es nicht einmal in etwas besseren Phasen, nur dreimal zu essen. Und so läuft es eigentlich jeden Tag auf einen FA heraus. Nach dem Abendessen z.B.: "Ach, noch ein paar Kekse..". 5 Minuten später: "Ach komm, du wirst ja wohl noch einen Pudding essen dürfen..." Und spätestens wiederum 5 Minuten später bin ich dann am Beginn eines Daueressens. Schleichender, harmloser Beginn - schlimmes Ende.
Wie schaffst du das, dich an drei Mahlzeiten zu halten und der "inneren Fress-Stimme" Kontra zu geben?

Viele Grüße!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Emma« (2. Dezember 2009, 20:15)


16

Mittwoch, 2. Dezember 2009, 16:24

Emma,
nur ein kurzer Hinweis: Wir nennen hier Nahrungsmittel nur, wenn wir vorher in der Überschrift oder zu Beginn unseres Textes darauf hingewiesen haben, so wie Petrus es z.B. gemacht hat. Vielleicht magst Du ja den gleichen Hinweis noch bei Dir einfügen, denn andere könnten sonst getriggert werden, wenn sie "ahnungslos" von diversen Lebensmitteln lesen...

Petrus

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 16:25

Schleichender, harmloser Beginn - schlimmes Ende.
Wie schaffst du das, dich an drei Mahlzeiten zu halten und der "inneren Fress-Stimme" Kontra zu geben?


Hallo, Emma,

erst einmal herzlich Willkommen im Forum :)

Ich schaffe das ja nicht immer, nur in abstinenten Phasen (zur Zeit bin ich in einer). Ich kenne dieses Daueressen sehr gut, manchmal hält das Monate an. Ich habe auch keine "Fressattacken" mit RIESEN-Mengen auf einmal, sondern wenn ich nicht abstinent bin, esse ich dauernd. Zahllose Mahlzeiten am Tag, von morgens bis abends.

Wie ich abstinente Phasen erreiche, weiss ich eigentlich gar nicht. Meist hängt es irgendwie mit grosser Todesangst und schweren gesundheitlichen Krisen zusammen, denn ich habe mich bereits schwer krank gefr*ssen... ich bin Diabetiker, habe schon 2 Infarkte überlebt. Wenn ich dann mal wieder Panik kriege, mich zu Tode zu essen, schaffe ich es oft, in eine abstinente Phase zu kommen, und in dieser Zeit funktioniert das alles wunderbar... Aber irgendwann "kippt" das dann wieder und dann wird mir sogar mein Kranksein "egal". Schwer zu erklären...

Schönen Gruss und fühl Dich hier wohl!

Petrus
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Emma

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 20:20

Hallo ihr Beiden,
vielen herzlichen Dank erstmal für die liebe Begrüßung! Es tut wirklich gut, mal mit jemandem zu "reden", der weiß, wie das ganze so ist... Auch wenn ich schon mehrmals in Kliniken und ambulanten Therapien war (allerdings v.a. wegen Depressionen) habe ich nur sehr selten jmd mit Binge Eating kennen gelernt. Und "Normales" können leider oft nicht verstehen, was der Unterschied von "mal zu viele ... essen und nicht äufhören können" und Binge Eating ist.

Petrus, was du von deinen gesundheitlichen Problemen erzählst, ist natürlich ein guter (..) Grund, mal nicht zu fressen. Ich habe seit einigen Jahren - obwohl ich noch recht jung bin - einen extrem hohen Cholesterinspiegel. Wenn ich nicht irgendwann immer den Ärzten ferngeblieben wäre oder sie gewechselt hätte, müsste ich Medikamente nehmen. Aber: Das "Problem" ist, dass ich nichts davon spüre. Noch nicht. Mir wäre es manchmal lieber, ich hätte (schon jetzt) Auswirkungen, dann würde mir das vielleicht mal zu denken geben...

Viele Grüße!

Petrus

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 21:30

Hallo, Emma,

es ist in der Tat eine Gefahr, dass man die meisten Folgen unserer Sucht sehr spät "spürt". Ein zu hoher Cholesterinspiegel wird erst gespürt, wenn er die Adern schon so zugekleistert hat, dass Infarkt oder Schlaganfall oder Durchblutungsstörugen zu "spüren" sind. Einen Diabetes merkt man oft erst, wenn er so fortschritten ist, dass es zu schweren Hyperglykämien kommt (sofern er nicht zufällig vorher entdeckt wird). Und ein Bluthochdruck wird meistens zufällig erkannt oder erst, wenn einem der Schlag trifft.

Schönen Gruss

Petrus
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Yrla

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Donnerstag, 3. Dezember 2009, 10:57

Da es mir momentan ja so besonders gut geht... Hust hust prust.. :nonono:
Ganz erlich?
Das ist bei mir der absolute Horror geworden und ich habe es jahrelang nicht erkannt..

Esskultur? Ja, kenne ich und habe ich auch mal gelernt und im Kopf weiß ich es auch wie..
Aber anscheinend habe ich auch noch ein tolles Umfeld :fies: was den ganzen Wahnsinn auch noich unterstützt..
Es ist nicht möglich mit meinem Mann in harmonie ein gemeinsammes Essen einzunehmen!! :-!
Warum?? Weil er nur was zu mekeln hat.. sei es die Sitzhaltung, die Reihemfolge der Nahrungsaufnahme...("iss mal die Kartoffeln und nicht nur das Fleisch.. daß sie dann bloß nicht liegen bleiben... :furz: ) oder evntl. man schlabbern könnte... :ihgitt:
Meine Tochter wird bei Kaugeräuschen agressiv und istt allein im Zimmer... toll :-!
Wenn ich mal am Tisch sitze und essen will kommt sowieso immer was dazwischen.. :ihgitt:

Stuktur??? Was ist das??? :nonono:
Wenn es mir gut geht, dann bekomme ich auch wieder struktur rein...
Aufgrund meiner ADS stehe ich mit Struktur auf Kriegsfuss, besonders wenn Druck aufkommt..
ansonsten gehts eigentlich...
Ja und Druck, habe ich reichlich..mich stresst schon ein Termin der ansteht...

Meine Kinder essen in der Schule und für sie schaffe ich eine gewisse Esstruktur, aber für mich?? Unmöglich!
Jede Stunde ist für mich eine Chane was zu ändern und in jeder Stunde habe ich Hoffnungen...

Sorry, für meinen an gewissen stellen der Sarkasmus..

Grüße
Yrla
Is(s) doch:
Und: Wer Tippfehler findet, darf sie behalten
By the way: Be yourself, no matter what they say...
Procrastination is the thief of time (Verschiebetaktik ist der Dieb der Zeit) :whip:

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