Ich habe das meiste hier gelesen und möchte auch kurz Stellung beziehen.
Für mich gehe ich davon aus, dass meine
Essstörung immer ein Teil von mir sein wird. Die Frage ist nur, ist sie aktiv oder passiv? Aktiv ist sie nicht zum Aushalten, passiv kann ich gut damit leben. Ich kann zu jeder Zeit steuern, was ich esse. Wenn es sein muss, nehme ich mir etwas zu essen mit und das mache ich sicherheitshalber recht häufig.
Wenn ich in Gesellschaft essen muss, habe ich zwar nach wie vor im Vorfelde Angst vor der Situation, merke aber jedes Mal ganz erstaunt, dass ich etwas finde, was ich essen kann. Heutzutage gibt es oft gesunde Nahrungsmittel, die eine Alternative zu Triggernahrungsmitteln sind, die auch angeboten werden. Wenn einer komisch guckt sage ich wahlweise "ich habe gerade kein Hunger" - "ich habe es etwas mit dem Magen und muss vorsichtig sein" - oder auch "ich esse xxx nicht, weil ich sonst zu viel esse". Ich stelle zunehmend fest, dass die Menschen mir alles glauben, was ich sage. Oder sie nehmen es zumindest hin und lassen mich dann in Ruhe. Was sie über mich denken, ist mir was das anbelangt total egal.
Es ist mein Körper, mein Leben, meine Krankheit. Nur ich selbst muss damit klar kommen und ich kann sagen, ich komme zurecht. Endlich, nach über 20 Jahren Esskarriere. Aber geheilt bin ich nicht - das wird wohl nicht mehr eintreffen.
Schöne Grüße
wünscht Irgendeine