Sie sind nicht angemeldet.

Flowerstar

unregistriert

1

Montag, 1. Februar 2010, 10:21

Binge Eating und Diabetes

Hallo zusammen!

Ich habe in ein paar Threads schon gelesen, dass auch andere hier durch das Übergewicht durch die FAs an Diabetes leiden, und ich hoffe, ihr könnt mir etwas helfen.

An Diabetes (Typ 2b = Insulinresistenz) leide ich eigentlich seit 4 Jahren, hatte aber bisher wenig "davon gemerkt" - hatte mich bemüht, mein Essen zu kontrollieren (haha!), mich mehr zu bewegen und abzunehmen (ja, ich weiß, aber es war keine Diät im eigentlichen Sinne - eben gesunde Ernährung und Bewegung), mit manchmal mehr, manchmal weniger Erfolg. Jetzt hat mir meine Ärztin am Dienstag gesagt, dass mein HbA1c viel zu hoch ist. (Ich weiß nicht, wie es da mit Zahlen aussieht?) Sie hat mir ein neues Medikament verschrieben, und wenn damit der Wert bis in einem Monat nicht besser wird, werde ich insulinpflichtig.

Und seither habe ich unheimlichen Schiss. Ich bin noch nicht mal 30, und dann schon insulinpflichtige Diabetikerin? Und was ist, wenn ich das nicht in den Griff kriege? Vor allem meinte sie, mit meinem Blutzucker könnte es mir schnell passieren, dass ich im diabetischen Koma im Krankenhaus lande ... Das macht mir echt Angst, vor allem, weil ich das meinen Eltern nicht antun will 8| . Und es hat mir sehr weh getan, als ich ihr von der stationären Therapie erzählte, dass sie das mit einem Abwinken abgetan hat - das würde nichts bringen. Dankeschön :thumbdown: .

Wie geht ihr mit der Diabetes um? Gibt es da Möglichkeiten, "Schadensbegrenzung" zu betreiben, oder muss ich akzeptieren, dass ich mich "krankgefressen" habe? (Ja, im Moment schwanke ich wieder sehr zwischen Selbstmitleid und Selbstzerfleischung ...)

Entschuldigt, falls das konfus klingt oder nach Gejammer - bin gerade sehr durcheinander ;( .

Petrus

Ehrenmitglied

Beiträge: 6 787

Level: 53 [?]

Erfahrungspunkte: 16 301 937

Nächstes Level: 19 059 430

  • Nachricht senden

2

Montag, 1. Februar 2010, 11:00

Hallo, Flowerstar,

ich bin seit 15 Jahren Diabetiker und seit 11 Jahren insulinpflichtig.

Wichtig wäre es, den HbA1c zu wissen. Den muss jeder Diabetiker kennen, egal, ob insulinpflichtig, medikamentenflichtig oder "nur diättherapiert". Wenn man als Diabetiker z.B. zum Augenarzt geht, sollte man diesen Wert dem Augenarzt immer sagen, die meisten Ärzte fragen von selbst danach, wenn sie wissen, dass der Patient Diabetiker ist.

>Sie hat mir ein neues Medikament verschrieben,

Was für ein Mediment (Wirkstoff) ist das?

> und wenn damit der Wert bis in einem Monat nicht besser wird, werde ich insulinpflichtig.

Obwohl das für den Patienten immer ein Schock ist, das zu hören, ist das die absolut notwendige Konsequenz. Diabetes ist eine so schwere Krankheit, die leider Gottes immer wieder verharmlost wird, "Och, das bisschen Zucker..." "Das bisschen Zucker" zerstört alle Adern im Körper, ich habe bereits zwei Infarkte hinter mir, mein Augenhintergrund ist betroffen, meine Füsse und Hände haben eine Polyneuropathie. Das sind alles Folgen von einem nicht entdeckten bzw. nicht optimal therapierten Diabetes. Wenn man das nicht anders in den Griff bekommt, MUSS Insulin gegeben werden, es sei denn, man riskiert, so richtig schwer krank zu werden.

>Und was ist, wenn ich das nicht in den Griff kriege? Vor allem meinte sie,
>mit meinem Blutzucker könnte es mir schnell passieren, dass ich im diabetischen
>Koma im Krankenhaus lande ...

Dann muss der HbA1c extrem hoch sein. Ist denn SICHER, dass es sich bei Dir um einen Typ-II-Diabetes handelt und nicht um einen Typ-I ?? Wurde die Diagnose von einem Diabetologen bzw. einer Diabetologin gestellt oder vom Hausarzt/Hausärztin? Obwohl ich eine sehr gute, liebe Hausärztin habe, würde ich sie niemals alleine an meinen Diabetes klassen. Sie selbst sagt auch, dass Diabetes bei essgestörten Menschen in die Hände von FACHärzten gehört und ich gehe zusätzlich einmal pro Quartal zu einem Diabetologen.

> Das macht mir echt Angst, vor allem, weil ich das meinen Eltern nicht antun will 8| .

??? Wenn Du nichts tust und alles laufen lässt, DANN tust Du den Eltern mehr an... Vor allem aber finde ich, solltest Du AN DICH denken, und nicht in erster Linie an Deine Eltern. Es geht um DICH, um DEINE Gesundheit, um DEIN Leben.

> Und es hat mir sehr weh getan, als ich ihr von der stationären Therapie erzählte,
>dass sie das mit einem Abwinken abgetan hat - das würde nichts bringen. Dankeschön :thumbdown: .

??? Was würde nichts bringen? Um was für eine stationäre Therapie geht es? Therapie der Essstörung oder des Diabetes? Ich blicke da jetzt nicht ganz durch...

>Wie geht ihr mit der Diabetes um? Gibt es da Möglichkeiten, "Schadensbegrenzung"
>zu betreiben, oder muss ich akzeptieren, dass ich mich "krankgefressen" habe?

Solange Du Deine Essstörung nicht in den Griff bekommst, sehe ich ausser Medikamenten und ggfs. Insulin keine andere Möglichkeit, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Ideal wäre es natürlich, das Überessen in den Griff zu bekommen, weil man damit sowohl die Werte bessert als auch verhindert, dass Insulin gespritzt werden muss und u.U. sogar das Medikament wieder abgegeben werden kann. Aber Du weisst selbst, dass das eine der schwersten Aufgaben überhaupt ist, das Überessen in den Griff zu bekommen.

Aber nochmal: Wenn Du das Essen nicht in den Griff bekommst, dann BITTE nicht zögern, Dich auf Insulin einstellen zu lassen (das wird entweder stationär gemacht oder in sehr guten Diabetologischen Schwerpunkt-Praxen). Lass Dich auch nicht darauf ein, dass Deine Hausärztin das macht, bestehe auf einer Überweisung zum Diabetologen! Diabetes ist kein "Kinderspiel", leidergottes wissen sehr viele Allgemeinärzte/Hausärzte kaum etwas davon, aber "therapieren" dran herum. Selbst Hausärzte, die an den DMP-Programmen "Diabetes" teilnehmen, haben oft eine erschreckende Unkenntnis, und empfehlen z.B. "Weniger Kuchen essen". Da kriege ich Zornesfalten auf der Stirn...

Ich denke, einige hier wissen, wie Du Dich gerade fühlst. Es ist schrecklich, zu begreifen, dass man sich krank gegessen hat, dass die Sucht stärker ist als das Bedürfnis, gesund zu bleiben... Ich verstehe das sehr gut, ich habe mit fast zu Tode übergegessen...

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Flowerstar

unregistriert

3

Dienstag, 2. Februar 2010, 10:00

Hallo Petrus!

Erst mal danke für Deine ausführliche Antwort! (Und natürlich habe ich mich mal wieder schlecht/unzureichend erklärt :doof: ...)

> Wichtig wäre es, den HbA1c zu wissen. Den muss jeder Diabetiker kennen, egal, ob insulinpflichtig, medikamentenflichtig oder "nur diättherapiert".

Mein HbA1c war bei der letzten Blutabnahme (deren Ergebnis mir die Ärztin eben letzte Woche mitgeteilt hat) bei 10 (kommanochwas - mit einem Nüchternblutzucker von über 300). Davor hatte ich eigentlich immer zwischen 6,5 und 7,5, also eine deutliche rapide Verschlechterung :( .

> Was für ein Mediment (Wirkstoff) ist das?

Das Medikament heißt Novonorm und der Wirkstoff Repaglinid. Davor habe ich "nur" Metformin genommen.

> Wenn man das nicht anders in den Griff bekommt, MUSS Insulin gegeben werden, es sei denn, man riskiert, so richtig schwer krank zu werden.

An sich bin ich mir dessen bewusst, dass das Insulin ja nichts Böses ist, sondern mir helfen soll ... Aber es gibt mir eben das Gefühl, dass der Diabetes "gewonnen" hat - solange es "nur" Tabletten waren, war es "nicht so schlimm", und ich konnte mich noch an die Hoffnung klammern, dass es reversibel wäre, wenn ich es schaffen würde, abzunehmen ... (Dass ich das seit 4 Jahren nicht schaffe, ist wieder eine andere Geschichte :S .) Ich weiß nicht, ob mein Gefühl da stimmt und es bei Insulingabe wirklich nicht mehr reversibel ist, selbst wenn ich abnehme, aber das ist eben meine Angst ...

> Ist denn SICHER, dass es sich bei Dir um einen Typ-II-Diabetes handelt und nicht um einen Typ-I ?? Wurde die Diagnose von einem Diabetologen bzw. einer Diabetologin gestellt oder vom Hausarzt/Hausärztin?

Ja, das ist sicher - der Diabetes wurde vor über 4 Jahren von meiner Hausärztin festgestellt, die mich an eine Diabetologin überwiesen hat (Uniklinik Bonn). Und bisher waren die Werte mit Metformin eben ganz okay, wenn auch nicht ideal ... Das wäre ja bei einem Typ I nicht der Fall gewesen.

> ??? Wenn Du nichts tust und alles laufen lässt, DANN tust Du den Eltern mehr an... Vor allem aber finde ich, solltest Du AN DICH denken, und nicht in erster Linie an Deine Eltern. Es geht um DICH, um DEINE Gesundheit, um DEIN Leben.

An sich logisch :S ... Man muss aber dazu sagen, dass meine Mutter vor kurzem im Abstand von 4 Monaten erst ihre Mutter, dann ihre Schwester verloren hat, was im Fall meiner Tante besonders schwer und belastend, um nicht zu sagen, traumatisch war (sie war ein ganzes Stück jünger als meine Mutter und es ist eine lange Geschichte, aber kurz gesagt starb sie an den Folgen einer von uns nicht rechtzeitig erkannten/unterschätzten Alkoholabhängigkeit und Depression :verzweifelt: ). Deswegen geht es meiner Mutter nicht sehr gut, und ich mache mir Sorgen um sie. Aber das ist insgesamt ein Problem, ich denke oft zuerst an andere und dann erst an mich, selbst wenn es um MICH geht ...

> ??? Was würde nichts bringen? Um was für eine stationäre Therapie geht es? Therapie der Essstörung oder des Diabetes? Ich blicke da jetzt nicht ganz durch...

*rotwerd* Ich merke schon, ich hab' mich wirklich schlecht erklärt ... Ich warte derzeit auf einen Platz in einer Klinik für Essstörungen (Parkland-Klinik, falls Dir das was sagt). Ich denke, sie wird gemeint haben, dass das für den Diabetes nichts bringt, und da hat sie vermutlich recht, direkt bringt das nichts (auch wenn in der Klinik natürlich auch gesundes Essen und Bewegung auf dem Programm steht) - aber in dem Moment fühlte ich mich, als wollte sie sagen, auf das Psychische kommt's gar nicht an. Das tat weh, denn ich weiß und akzeptiere noch nicht so lange, dass das zu einem großen Teil eben ein psychisches Problem ist :( .

> Aber nochmal: Wenn Du das Essen nicht in den Griff bekommst, dann BITTE nicht zögern, Dich auf Insulin einstellen zu lassen (das wird entweder stationär gemacht oder in sehr guten Diabetologischen Schwerpunkt-Praxen). Lass Dich auch nicht darauf ein, dass Deine Hausärztin das macht, bestehe auf einer Überweisung zum Diabetologen!

Ja, mein Vater (der seit bald zehn Jahren Diabetiker ist und inzwischen auch insulinpflichtig) hat mir auch gesagt, ich soll auf den Diabetologen bestehen. Ich werde mir wohl ohnehin einen neuen Hausarzt suchen, weil ich mit ihr sehr unzufrieden bin - sie hat mir zum Beispiel auch nicht gesagt, dass ich durch das Novonorm in den Unterzucker geraten kann, wenn ich nicht rechtzeitig was esse (bei meinen momentanen, viel zu hohen Zuckerwerten allerdings noch ein eher kleines Risiko) ... Ich hoffe, dass ich einen finde, der sich mit Diabetes und Essstörungen besser auskennt oder zumindest bereit ist, sich mit mir eingehend zu unterhalten und mir Sachen zu erklären, statt mich mit einem Rezept und einem neuen Termin nach Hause zu schicken.

> Ich denke, einige hier wissen, wie Du Dich gerade fühlst. Es ist schrecklich, zu begreifen, dass man sich krank gegessen hat, dass die Sucht stärker ist als das Bedürfnis, gesund zu bleiben... Ich verstehe das sehr gut, ich habe mit fast zu Tode übergegessen...

Ich danke Dir dafür - das ist ein wirklicher Trost, denn auch wenn sich meine Eltern und Freunde sehr Mühe geben, mich zu verstehen, können sie das oft nicht wirklich nachvollziehen.

Entschuldige nochmal, dass mein letzter Beitrag etwas unvollständig und unzusammenhängend war - ich bin noch am Rausfinden, was hier im Forum okay ist und was nicht (Stichwort Zahlenangaben), und ich bin inzwischen auch etwas ruhiger und hab' mich diesmal hoffentlich besser erklärt :S .

Lieben Gruß,

Flower

Petrus

Ehrenmitglied

Beiträge: 6 787

Level: 53 [?]

Erfahrungspunkte: 16 301 937

Nächstes Level: 19 059 430

  • Nachricht senden

4

Dienstag, 2. Februar 2010, 16:19

Hallo, Flower,

Du brauchst Dich doch nicht zu entschuldigen. Wir sind hier keine Perfektionisten und niemand muss hier perfekt sein :)

Ein HbA1c von 10 ist viel zu viel! Ich glaube auch nicht, dass man das allein mit Medikamenten wieder runter bekommt, jedenfalls nicht, wenn man unsere Störung hat. Normaler ist es so, dass, wenn Metformin nicht ausreicht, man Insulin geben muss. Dass Deine Ärztin da zögert, finde ich ehrlich gesagt nicht so optimal.

>Aber es gibt mir eben das Gefühl, dass der Diabetes "gewonnen" hat

Das ist aber nicht so. Ich habe es schon mal jemand anderem geschrieben, aber man kann zumindest in den ersten Jahren eines Diabetes vom Insulin wieder wegkommen, wenn man es z.B. schaffen würde, das Überessen zu kontrollieren und ein halbwegs Normalgewicht zu erreichen. Klar, wenn man erst einmal 10 Jahre Insulin gespritzt hat, ist die Chance minimal. Aber gerade in den ersten 2-3 Insulin-Jahren ist das möglich. Ich kenne sogar selbst zwei Menschen, die nach 1 bzs. 2 Jahren Insulinspritzen wieder auf Metformin "zurückkehren" konnten. Und es soll Menschen geben, die sogar wieder von Metformin wegkommen.

>- solange es "nur" Tabletten waren, war es "nicht so schlimm", und ich konnte mich noch an die
>Hoffnung klammern, dass es reversibel wäre, wenn ich es schaffen würde, abzunehmen ...

Dieser Hoffnung musst Du keinesfalls aufgeben. Wenn Du "es" schaffst...

>Ich weiß nicht, ob mein Gefühl da stimmt und es bei Insulingabe wirklich nicht mehr reversibel ist,
>selbst wenn ich abnehme, aber das ist eben meine Angst ...

Es stimmt nicht. Wie gesagt, ich kenne solche Leute sogar persönlich.

>Deswegen geht es meiner Mutter nicht sehr gut, und ich mache mir Sorgen um sie.
>Aber das ist insgesamt ein Problem, ich denke oft zuerst an andere und dann erst an mich, selbst wenn es um MICH geht ...

Einerseits verstehe ich das, andererseits aber legst Du damit die Grundlage, dass DU immer kränker wirst, und ob das Deine Mutter nicht viel mehr treffen würde???

Auch bei der Einschätzung Deiner Ärztin über die Parkland-Klinik möchte ich widersprechen. Wenn Du dort Deine Esstörung in den Griff bekommst, wirst Du auch deen Diabetes in den Griff bekommen. Tut mir leid, aber Deine Ärztin scheint recht wenig Ahnung von Diabetes zu haben...

>sie hat mir zum Beispiel auch nicht gesagt, dass ich durch das Novonorm in den Unterzucker geraten kann,

Vermutlich weiss sie es nicht weiss. Das bestätigt echt nur mein sehr sehr schlechtes Bild vom Diabetes-Wissen der Hausärzte. Ich habe von einer schon mal gehört, es sei doch "in Ordnung", wenn der HbA1c bei 8 läge. NEIN, das ist NICHT in Ordnung. Ich bin 3 Jahre lang mit so einem HbA1c herumgelaufen und habe mir Augen, Füsse und Herz damit kaputt gemacht. Ich habe dann glücklicherweise den Hausarzt gewechelt, die neue HÄ überwies mich SOFORT zu einer Diabetologin.

Ich kenne nun die Lage in Bonn nicht (obwohl ich viele Jahre dort gelebt habe, aber das ist 28 Jahre her), aber ich würde eine Diabetologische Schwerpunktpraxis empfehlen.

Liebe Grüsse

Petrus

P.S. Hier kannst Du nach Schwerpunktpraxen suchen:

http://www.deutsche-diabetes-gesellschaf…en/suchform.php
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Wonneproppen

unregistriert

5

Samstag, 27. Februar 2010, 16:17

Ernährung - Übergewicht - Diabetes

Da das Thema "Ernährung - Übergewicht - Diabetes" eine schier unendliche Geschichte ist, empfehle ich folgende Internetseite:

http://www.med.tu-muenchen.de/de/gesundh…mitarbeiter.php.

Hier kann jeder die Experten per Mail kontaktieren und erhält auch tatsächlich eine fundierte Antwort. Mir jedenfalls konnte Prof. Dr. Schusdziarra in einer für mich ausweglos erscheinenden Situation im vergangenen Jahr per E-Mail sehr helfen.

Karo48

Fortgeschrittener

Beiträge: 473

Level: 32 [?]

Erfahrungspunkte: 385 510

Nächstes Level: 453 790

  • Nachricht senden

6

Samstag, 13. März 2010, 09:31

ich kann Petrus nur beipflichten.
Ausserdem hat mir die Ernährungsberatung in der Schwerpunktpraxis schon sehr geholfen, weil sie sagte, um Diabetis zu bekommen muss man die Veranlagung in sich tragen. Mein Vater ist Dia 2 und sehr schlank und er bewegt sich sehr viel, was ja eigentlich Diabetis verhindern soll.
Unsere Ernährungsweise hat mit Sicherheit dazu geführt, das wir schneller die Diabetis bekommen haben, aber wir hätten sie wahrscheinlich auch bekommen, wenn wir uns ganz vorschriftsmässig ernährt hätten.
Vor allem weil du erzählst, das dein Vater erkrankt ist, hast du diese Veranlagung vererbt bekommen.
Ich denke der Selbsthass ist die schlechteste Variante um mit sich ins Reine zu kommen.
Ich hoffe der Austausch hier hilft dir, dich ein wenig anzunehmen.
Meine Werte sind so, dass ich noch keine Medikamente nehmen muss, aber das setzt mich schon massivst unter Druck, der sich dann eben wieder in FA´s ausdrückt.
Die FA´s sind, egal ob übergewichtig oder nicht ein Scheissgefühl, und das du deswegen eine Klinik aufsuchst finde ich total gut. Lass dir von der Ärztin das nicht nehmen. Ich wünsch dir dabei viel Erfolg und hoffe wir werden hier erfahren, wie es dir dort ergangen ist.

Alles Liebe Katja :jaaaa:

Petrus

Ehrenmitglied

Beiträge: 6 787

Level: 53 [?]

Erfahrungspunkte: 16 301 937

Nächstes Level: 19 059 430

  • Nachricht senden

7

Samstag, 13. März 2010, 10:24

Zitat

Unsere Ernährungsweise hat mit Sicherheit dazu geführt, das wir schneller die Diabetis bekommen haben, aber wir hätten sie wahrscheinlich auch bekommen, wenn wir uns ganz vorschriftsmässig ernährt hätten.


Exakt. Meine Mutter war schlank und hatte ab ca. 60 auch Diabetes II. Ich selbst erkrankte mit 47 an Diabetes, vermutlich wäre ich aber mit 60 oder 65 auch dran gewesen.

Das soll aber nichts entschuldigen oder verharmlosen. Es ist in jedem Fall BESSER später zu erkranken, wenn es schon sein muss, denn je später der Ausbruch der Krankheit umso weniger Chancen haben die Folgeerkrankungen, noch so richtig zu entstehen...

Schönen Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Karo48

Fortgeschrittener

Beiträge: 473

Level: 32 [?]

Erfahrungspunkte: 385 510

Nächstes Level: 453 790

  • Nachricht senden

8

Samstag, 13. März 2010, 15:06

hallo petrus,

da hast du natürlich recht, aber ich versuche trotz Diabetes ein schönes Leben zu haben. Was helfen mir die Selbstanklagen über die FA. Die lösen nur wieder neue aus.
Mein Ziel ist mich anzunehmen, ob mit oder ohne Fa´s und was die Diabetis angeht, so viel zu wissen wie nur möglich, damit ich mich darauf einstellen kann.
Nun gut, ich hab die Diagnose erst seit Februar und mein Hbac1 liegt bei 6,7.
Ziel ist schon unter 6,5 zu kommen, aber das ist ja vielleicht wirklich zu schaffen, zumal ich jetzt schon 2mal einen FA unterbrochen hab, da bin ich schon stolz.

Karo48

Fortgeschrittener

Beiträge: 473

Level: 32 [?]

Erfahrungspunkte: 385 510

Nächstes Level: 453 790

  • Nachricht senden

9

Samstag, 13. März 2010, 15:15

nochmal and dich flower,
die werte des Langzeitzuckers wird in einen Pass eingetragen, wo auch alle anderen Daten, wie Körpergewicht und letzte Untersuchungen drin stehen sollten. Diesen Pass sollte man immer bei sich tragen.
Schon deshalb solltest du in eine Schwerpunktpraxis gehen, dort werden eben neben allen relevanten Untersuchungen auch Schulungen durchgeführt.
ich bin da sehr froh drüber, weil meine Ärztin da auch nicht soviel Ahnung hat und du hast bei Fragen immer Ansprechpartner. Auch die Medikamentenverschreibung ist dort einfach besser, weil diese Ärzte Fachwissen haben, die ein niedergelassener Arzt nie haben kann.
Z.B. kann man von nem Dia2 zu Dia1 werden, wenn die Bauchspeicheldrüse krankheitsbedingt, kein Insulin mehr produziert. Und Schwerpunktpraxen gibt es überall, weil diese Krankheit schon zu ner Volkskrankheit geworden ist.
So jetzt hoff ich, ich konnte dir damit helfen.

Bis bald
Katja

Petrus

Ehrenmitglied

Beiträge: 6 787

Level: 53 [?]

Erfahrungspunkte: 16 301 937

Nächstes Level: 19 059 430

  • Nachricht senden

10

Samstag, 13. März 2010, 15:15

Nun gut, ich hab die Diagnose erst seit Februar und mein Hbac1 liegt bei 6,7.
Ziel ist schon unter 6,5 zu kommen, aber das ist ja vielleicht wirklich zu schaffen, zumal ich jetzt schon 2mal einen FA unterbrochen hab, da bin ich schon stolz.


Das Problem ist nur, Karo,

dass manche das nicht schaffen. Es gibt Menschen, bei denen dauert eine FA Tage oder Wochen oder Monate. Das sind die Daueresser, die es hier auch gibt, und zu denen ich auch gehöre. Ich habe nur GANZ selten mal FAs, in denen ich mehrere Tausend Kalorien in mich hineinschaufele, aber ich habe viele Tage, an denen ich 8, 10 oder 12 Mahlzeiten esse, die gar nicht gross sind, aber dennoch zu viel. Zwar ist es mir dank Insulin bisher gelungen, meinen HbA1c selten über 7 zu lassen, aber es gibt Binge-Diabetiker, die schaffen es kaum in den einstelligen Bereich. Für die ist es nicht "wirklich zu schaffen"...

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du das immer schaffen wirst, und Deine Einstellung behalten kannst und es immer schaffst, die Selbstanklagen zu vermeiden.

Lieben Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Karo48

Fortgeschrittener

Beiträge: 473

Level: 32 [?]

Erfahrungspunkte: 385 510

Nächstes Level: 453 790

  • Nachricht senden

11

Samstag, 13. März 2010, 15:24

petrus,

ich weiss, was du beschreibst, weil ich das selber hatte, ich wollte dich auch nicht fertig machen, ich bin dankbar, das die Hilfen, die ich bekommen habe, mir geholfen haben immer besser damit umzugehen. die diagnose war trotzdem ein schock, ich hätte das gern vermieden.

Petrus

Ehrenmitglied

Beiträge: 6 787

Level: 53 [?]

Erfahrungspunkte: 16 301 937

Nächstes Level: 19 059 430

  • Nachricht senden

12

Samstag, 13. März 2010, 15:44

Ich fühle mich nicht fertig gemacht, Karo. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass das bei jedem anders verläuft.

Schönen Gruss

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

Utepute

unregistriert

13

Samstag, 13. März 2010, 20:40

Hallo,



ich bin auch Diabetikerin und hatte meine Werte sehr gut in den Griff bekommen. Von einem Hbac1 von etwa 8 bin ich auf unter 6 gekommen. Ich war sooo stolz auf mich, auch weil der Diabetologe mich immer gelobt hat. Jetzt bin ich wieder auf einem Hbac1 von 6,5 wegen dieser ewigen FA die immer und immer wieder und fast täglich kommen. Auch ich habe Angst das ich irgendwann Spritzen muß, dabei hatte ich mir so sehr vorgenommen das ich es irgendwann ganz ohne Medikmente schaffe, stattdessen muß ich inzwischen 1,5 Metformin nehmen.



Ich verstehe Deine Angst wirklich gut Flower....



Liebe Grüße

Ute

Karo48

Fortgeschrittener

Beiträge: 473

Level: 32 [?]

Erfahrungspunkte: 385 510

Nächstes Level: 453 790

  • Nachricht senden

14

Freitag, 30. April 2010, 14:50

hab heute so Angst gehabt,wegen dem Termin beim Diabetologen. Aber der Langzeitwert ist gesunken von 6.7 auf 6.3 weiss gar nicht wie das möglich ist, die letzen 3 Monate waren fa-technisch so heftig vom Gefühl, aber irgendwas muss ich ja richtig gemacht haben.
Auch ansonsten ist mein Gesundheitszustand richtig gut. Bin erleichtert.
Das ich jetzt öfter Sport und Gerätetraining machen zahlt sich anscheinend aus.

lols

Erleuchteter

Beiträge: 4 837

Wohnort: Hamburg

Level: 47 [?]

Erfahrungspunkte: 6 911 543

Nächstes Level: 7 172 237

  • Nachricht senden

15

Freitag, 30. April 2010, 14:56

Liebe Karo,

das freut mich total.
Ich habe nächste Woche Donnerstag einen Termin und fürchte, bei mir wird es nicht so gut laufen...

LG lols
Geduld bringt die Leichtigkeit zwischen den Schritten.

16

Dienstag, 29. März 2011, 18:22

Ich habe leider auch Diabetes Typ2, und weiss, dass ich mir mit meinen FA einfach nur schade. Bis jetzt habe ich noch keine bleibenden Schäden, aber ich hab halt echt Angst, dass sich das ändert. Meine Hausärztin meinte Insulin sei ein Masthormon, und dass sie mir das bestimmt nicht verschreiben würde, weil ich massiv Übergewicht habe. nachdem ich mich hier aber durchgelesen habe, werde ich mal einen termin beim Diabetologen machen denke ich.

Karo48

Fortgeschrittener

Beiträge: 473

Level: 32 [?]

Erfahrungspunkte: 385 510

Nächstes Level: 453 790

  • Nachricht senden

17

Dienstag, 29. März 2011, 18:55

Hallo Zahara,

ich würde dir eine Schwerpunktpraxis empfehlen. Hab da sehr gute Erfahrungen mit, da bei uns gleich ein Schulungszentrum angeschlossen ist.
die haben mir ganz viel Angst genommen.
Sicher darf man Diabetes nicht verharmlosen, aber der Spruch deiner Hausärztin geht ja mal gar nicht. Und bis du Insulin brauchst, muss schon ne Menge passieren.
Fühl dich mal gut aufgehoben hier.

Katja :winken3:

Petrus

Ehrenmitglied

Beiträge: 6 787

Level: 53 [?]

Erfahrungspunkte: 16 301 937

Nächstes Level: 19 059 430

  • Nachricht senden

18

Mittwoch, 30. März 2011, 06:19

Was Deine Hausärztin da macht, sind zum einen unterlassene Hilfeleistung und zum anderen Kunstfehler. Auch übergewichtige Menschen haben ein RECHT darauf, medikamentös optimal behandelt zu werden und vor allem Folgeschäden verhindern zu helfen. Und wenn über die Ernährung und über Medikamente (z.B. Metformin) der Blutzucker nicht unter Kontrolle zu bekommen ist, ist Insulin PFLICHT. Ich habe das Gefühl, Deine Hausärztin hat (wie so viele Hausärzte) keine Ahnung von Diabetes, vielleicht hat sie auch etwas gegen Übergewichtige und will sie unbewusst "bestrafen"....

Bitte gehe zu einer Diabetologischen Schwerpunktpraxis. NOCH hast Du Chancen, dass es gar nicht oder erst sehr sehr spät zu Folgeschäden kommt. Ich selbst bin Diabetiker Typ II und habe bereits schlimme Folgeschäden (Herzinfarkte, Polyneuropathie), unter anderem auch deshalb, weil ich die ersten 8 Jahre falsch (bzw. gar nicht) behandelt worden bin...

Willkommen in diesem Forum...

Petrus
"Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig."
Nikolaus Lenau (1802-1850), deutscher Lyriker

19

Mittwoch, 30. März 2011, 07:35

Ja, ihr beiden habt Recht. Heute habe ich meine neuen Blutwerte erhalten. Langzeitwert ist 8,7. Momentan nehme ich velmetia, wenn der wert in 3 Monaten nicht sinkt, dann will sie umstellen auf was anderes. Ich mache aber jetzt einen Termin beim Diabetologen. Das ist mir zu heikel.
Bin ich eigentlich aus dem DMP Programm raus, wenn ich beim Diabetologen bin?

@ petrus

Danke für Willkommen, ich fühl mich hier schon sehr gut aufgehoben :thumbsup:

Karo48

Fortgeschrittener

Beiträge: 473

Level: 32 [?]

Erfahrungspunkte: 385 510

Nächstes Level: 453 790

  • Nachricht senden

20

Mittwoch, 30. März 2011, 09:22

Bin ich eigentlich aus dem DMP Programm raus, wenn ich beim Diabetologen bin?


Wenn der Diabetologe mit dem programm arbeitet - nein,
aber ich würde mich vorher informieren.
schwerpunktpraxen arbeiten immer mit diesem programm, die haben auch die neuesten erkenntnisse, weil die mitarbeiter immer wieder geschult werden.

der langzeitwert ist schon sehr bedenklich und übermorgen fängt ja schon ein neues quartal an, ich würde wechseln, denn diabetologen gehören zu inneren, da kannst du auch alle anderen probleme, die du hast behandeln lassen.

Thema bewerten